Weitra


Weitra
Weitra
Wappen von Weitra
Weitra (Österreich)
Weitra
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gmünd
Kfz-Kennzeichen: GD
Fläche: 52,53 km²
Koordinaten: 48° 42′ N, 14° 54′ O48.70083333333314.895555555556562Koordinaten: 48° 42′ 3″ N, 14° 53′ 44″ O
Höhe: 562 m ü. A.
Einwohner: 2.769 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: 52,71 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3970
Vorwahl: 02856
Gemeindekennziffer: 3 09 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
3970 Weitra
Website: www.weitra.gv.at
Politik
Bürgermeister: Raimund Fuchs (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
15 L.ÖVP, 4 SPÖ, 2 WIR
Lage der Stadt Weitra im Bezirk Gmünd
Amaliendorf-Aalfang Bad Großpertholz Brand-Nagelberg Eggern Eisgarn Gmünd Großdietmanns Großschönau Haugschlag Heidenreichstein Hirschbach Hoheneich Kirchberg am Walde Litschau Moorbad Harbach Reingers Schrems St. Martin Unserfrau-Altweitra Waldenstein Weitra NiederösterreichLage der Gemeinde Weitra im Bezirk Gmünd (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf Rathausturm und Kirche
Blick auf Rathausturm und Kirche
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Weitra (tschechisch Vitoraz) ist eine österreichische Stadtgemeinde im Bezirk Gmünd in Niederösterreich mit 2769 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011). Sie führt den Beinamen Kuenringerstadt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Weitra liegt im Waldviertel in Niederösterreich im Tal der Lainsitz. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 52,53 Quadratkilometer. 42,23 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Katastralgemeinden sind Brühl mit den beiden Orten Oberbrühl und Unterbrühl, Großwolfgers, Oberwindhag, Reinprechts, Spital, St. Wolfgang, Sulz, Walterschlag, Weitra und Wetzles. weiters der Ort Tiefenbach.

Nachbargemeinden:

Unserfrau-Altweitra Großdietmanns
Moorbad Harbach Nachbargemeinden Schweiggers Waldenstein
St. Martin Bad Großpertholz Großschönau

Geschichte

1201 gründete der Kuenringer Hadmar II. die Burgstadt Weitra. Den Kern der Bevölkerung bildeten Ackerbürger. Seit 1296 war die Stadt im Besitz der Habsburger. 1581 belehnte Rudolf II. Wolf Rumpf Freiherrn vom Wielroß mit Weitra; nach dessen Tod fiel es 1607 an die Familie Fürstenberg, die bis 1848 die Grundherrschaft innehatte und immer noch Eigentümer des Schlosses und des dazu gehörigen Großgrundbesitzes in der Umgebung ist.

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Hinzu kamen lokale Unglücksfälle wie etwa Feuersbrünste 1651 und 1672. Weitra war seit dem 14. Jahrhundert bekannt für seine Bierbrauereien, von denen es in der Blütezeit 22 gab, heute sind es noch zwei. Später kam, ausgehend von der Weberei, wie in der gesamten Region Waldviertel, die Textilindustrie dazu.

Im Grenzland gelegen, verlor Weitra nach dem Ersten Weltkrieg den in Südböhmen gelegenen Teil seines Hinterlandes. Besonders spürbar wurde dies durch den Eisernen Vorhang nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Randlage sowie der Umstand, dass es auch in der Vergangenheit nicht gelungen war, die Stadt an das hochrangige Verkehrsnetz anzuschließen und Industrie anzusiedeln (auch wenn 1903 der südliche Ast der Waldviertler Schmalspurbahnen von Gmünd nach Groß-Gerungs eröffnet worden war), wirkte sich nachteilig auf die wirtschaftlichen Verhältnisse aus.

1959 wurde die Kuenringerkaserne eröffnet, sodass Weitra Garnisonsstadt wurde.

1967 wurden Brühl und Wetzles eingemeindet, 1971 Wolfgers, Reinprechts, Spital und St. Wolfgang.

Religion

96,1 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 1,3 % evangelisch. Andere Religionsgemeinschaften kommen nicht über 0,5 % hinaus. Ohne religiöses Bekenntnis sind 1,8 %.

Politik

  • Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Raimund Fuchs, Vizebürgermeisterin ist Petra Zimmermann-Moser, Amtsleiter Friedrich Winkler.
  • Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 21 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: L.ÖVP 15, SPÖ 4, WIR 2.

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2.898 Einwohner. 1991 hatte die Stadtgemeinde 2.925 Einwohner, 1981 3.095 und im Jahr 1971 3.250 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten

Stadttor in Weitra
Teil der alten Stadtmauer mit Durchgang zum Kirchenplatz
Zug der Schmalspurbahn am Bahnhof Weitra
  • Rathausplatz mit alten Bürgerhäusern (besonders Sgraffitohaus Rathausplatz 4) und Dreifaltigkeitssäule
  • Schloss Weitra mit Schlosstheater
  • Stadtbefestigung
  • Stadtpfarrkirche Peter und Paul
  • Wallfahrtskirche St. Wolfgang
  • Rundfunksender Wachberg
  • Alte Textilfabrik: Museum
  • Schlossmuseum

Parks:

  • Promenadenwege entlang der Stadtmauer
  • Gabrielental: Spazier- und Wanderweg beiderseits der Lainsitz

Wirtschaft und Infrastruktur

Wesentliche Wirtschaftszweige sind Land- und Forstwirtschaft sowie Sommerfremdenverkehr. Weitra ist Sitz einer Brauerei, der Bierwerkstatt Weitra, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann, aber seit dem Jahr 2003 zur Privatbrauerei Zwettl gehört. Der Name des gebrauten Bio-Bieres ist "Hadmar" - nach dem Gründer von Weitra. Diese Biersorte wurde anlässlich der Landesausstellung im Jahr 1994 kreiert, die in Weitra stattfand.

Im Jahr 2001 gab es 159 Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, 178 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (Stand 1999). Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1190. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 42,16 Prozent.

Verkehr

Weitra liegt an der Gmünder Straße B 41 von Gmünd nach Freistadt und ist nördlicher Endpunkt der von Grein kommenden Greiner Straße B 119 bzw. der Straßenverbindung nach Zwettl.

Der Regelbetrieb auf der Waldviertler Schmalspurbahn wurde Ende Mai 2001 eingestellt; die Strecke wird noch als Museumsbahn touristisch genützt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

  • Klara Hitler (1860–1907), Mutter Adolf Hitlers, wurde in Spital geboren
  • Wilhelm Szabo (1901–1986), Lehrer, österreichischer Dichter und Lyrikübersetzer, zählt zu den bedeutendsten österreichischen Dichtern des 20. Jahrhunderts; zum ehrenden Andenken an seine herausragenden Verdienste wurde die Wilhelm-Szabo-Straße in Weitra nach ihm benannt
  • Ludwig Knapp, war 1944 Besitzer eines Sägewerkes, in dem er mit Genehmigung 24 Juden beschäftigte, die er damit vor der sicheren Deportation bewahrte; er wurde von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern ausgezeichnet
  • Peter Florian (* 1964), österreichischer Künstler, lebte von 1964 bis 1979 in Weitra. Anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt (1983), zeigte er über 80 Arbeiten im Schloß Weitra.

Bundesheer

In Weitra findet in der Ausbildungskompanie der Kuenringer Kaserne mehrmals jährlich der Chargenkurs bzw. der Kurs 1 der Einjährig-Freiwilligen statt.

Weblinks

 Commons: Weitra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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