Wassili Tschapajew

Wassili Tschapajew
Tschapajew auf einer sowjetischen Briefmarke (1948)

Wassili Iwanowitsch Tschapajew (russisch Василий Иванович Чапаев; * 28. Januar greg. / 9. Februarjul. 1887 in Budaika, † 5. September 1919 bei Lbischtschensk) war ein russischer Kommandeur der Roten Armee während des Russischen Bürgerkrieges.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Tschapajew wurde in einer armen Bauernfamilie im Dorf Budaika, heute Teil der Stadt Tscheboksary geboren. 1908 wurde er in die zaristische Armee einberufen. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er im Rahmen der allgemeinen Mobilisierung zum Kriegsdienst eingezogen. Er diente im 326. Infanterieregiment der 82. Infanteriedivision. Er wurde einmal verwundet, bekam drei St. Georgskreuze für besondere Tapferkeit und schloss im Juli 1915 sein Ausbildungskommando mit dem Grad eines untergeordneten Unteroffiziers ab. Im Oktober desselben Jahres wurde er in den Rang eines höheren Unteroffiziers befördert. Im September 1917 trat er der SDAPR bei, dem Vorläufer der Kommunistischen Partei.

Nach der Oktoberrevolution wurde er im Dezember 1917 zum Kommandeur des 138. Infanterieregiments gewählt und bekam später das Kommando der 2. Nikolajewer Division und der 25. Schützendivision. Seit dem Januar 1918 war er Kommissar für innere Angelegenheiten im Nikolajewer Kreis, heute in der Oblast Saratow. Von November 1918 bis Januar 1919 studierte er an der Akademie des Generalstabs und ging auf eigenen Wunsch an die Front des Russischen Bürgerkrieges.

Unter seiner Führung verdrängte die Rote Armee im Sommer 1919 die Truppen des Admirals Koltschak aus den Städten Ufa (9. Juni 1919), Uralsk (11. Juli 1919), Buguruslan und Belebei.

Nach offiziellen Angaben fiel Tschapajew am 5. September 1919 bei den Kämpfen um die südrussische Stadt Lbischtschensk. Diese Stadt wurde später in Tschapajew umbenannt und gehört heute zu Kasachstan.

Rolle in der russischen Kultur

1923 schrieb der russische Schriftsteller Dmitri Andrejewitsch Furmanow, ein ehemaliger Kommissar in der Division Tschapajews, einen Roman über Tschapajew mit gleichem Namen. 1934 haben die Brüder Wassiljew nach der Vorlage des Romans den Film Tschapajew gedreht, der in der UdSSR große Popularität erlangte. Abseits der offiziellen Propaganda wurde die Figur Tschapajews auch in Witzen und Anekdoten über stoische Gefolgschaft von tumben Parteigenossen verarbeitet. Hierauf nimmt der Titel des postsowjetischen Romans Tschapajew und die Leere von Wiktor Pelewin Bezug. Tschapajews Tod wird im gleichnamigen Lied von W. Solowjow-Sedoi (Musik) und Z. Alexandrowa (Text) beschrieben. Die deutsche Textfassung stammt von Erich Weinert.[1]

Einzelnachweise

  1. Tschapajews Tod

Siehe auch


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