Wasserturm Breslau


Wasserturm Breslau
Der Turm aus Richtung Ślężna-Straße

Der Wasserturm Breslau ist ein ehemaliger Wasser- sowie ein Aussichtsturm im Stadtteil Borek des Bezirks Krzyki in Breslau; der Turm steht auf einem Grünstreifen der Wiśniowa-Allee, hat jedoch die offizielle Adresse ul. Sudecka 125a.

Er hat eine Höhe von 63 Metern, auf 42 Metern befindet sich eine Aussichtsgalerie, von der man die Stadt überblicken kann. Bei klarer Sicht sieht man den Zobten, polnisch Ślęża, ca. 30 km südwestlich und bei besten Sichtbedingungen in der gleichen Richtung auch das Riesengebirge, Karkonosze, mit der Schneekoppe, Śnieżka, in fast 100 km Entfernung.

Geschichte

Der Wasserturm (Wieża Ciśnień) an der Sudeckastraße in Wrocław wurde von dem um die Jahrhundertwende bekannten Breslauer Architekten Karl Klimm, dem Erbauer u. a. der Baugewerk- und Höheren Maschinenbauschule – der heutigen Fakultät für Architektur der Breslauer Technischen Hochschule – und der Zwierzyniecki-Brücke entworfen, die früher den Namen „Passbrücke“ trug.

Der in den Jahren 1904 bis 1905 erbaute Wasserturm, der sich an der Kreuzung der Kirschenallee und Sudeckastraße, der früheren Hohenzollernstraße, befindet, hat die Einwohner der südlichen Stadtteile Breslaus lange Zeit mit Wasser versorgt. Das Objekt ist 63 Meter hoch und war von Anfang an mit einem elektrischen Lift ausgestattet. Mittels diesen Aufzugs konnte man von Juni 1906 an für einen Preis von 10 Pfennigen zu der auf einer Höhe von 42 Metern gelegenen Aussichtsplattform gelangen, von wo aus man die Aussicht über die Stadt und die Gegend genießen konnte. Zwei Jahre später wurde damit begonnen, die Einwohner mit einer auf der Spitze wehenden roten Flagge über eine besonders gute Aussicht über die Sudeten für den Folgetag zu informieren.

Zwei Bildhauer, Taschner und Bednorz, haben den unteren Gebäudeteil mit Flachreliefs aus Sandstein verziert, die fantastische, dem mittelalterlichen Bestiarius ähnliche Wesen darstellen. Von dem in der nordöstlichen Fassadenansicht befindlichen Springbrunnen, der einst eine den Wassermolch besteigende Nymphe darstellte, floss das Kristallwasser aus einer Quelle, die sich im Untergrund befand. Die aus Ziegeln erbaute riesige Konstruktion wurde mittelalterlichen großen Burgen nachgebildet. Sie wurde auf einer soliden Grundlage aufgestellt, in der sich Dienstwohnungen für die die Wasserleitungsanlagen bedienenden Arbeiter befanden.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegsjahre

Trotz der schweren Kämpfe, die in der Nähe des Wasserturms während des Zweiten Weltkriegs ausgetragen wurden, blieb die Turmkonstruktion unberührt.

Im Jahr 1945 zur Zeit der Belagerung der Festung Breslau diente der Turm als Feuerleitstelle und zur Feuer-Beobachtung. Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die neunziger Jahre war der Turm für Touristen nicht zugänglich, während der Hochbehälter noch bis in die Mitte der 1980er-Jahre zur Trinkwasserversorgung der Stadt genutzt wurde.

Schließlich wurde der Turm von Helmut Stephan im Jahre 1995 gekauft und komplett restauriert. Er beherbergt seitdem das Restaurant „Wieża Ciśnień“, ein Konferenzzentrum sowie die Beobachtungsplattform. Der Wasserturm weist einen eklektischen Stil mit Elementen der Architektur vom Typ Sezession in Ornamenten und Skulpturen auf und vermischt wilhelminisch-neugotische Formen mit einem neuromanischen Stil.

Weblinks

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