Verein für Freikirchenforschung

Verein für Freikirchenforschung

Der Verein für Freikirchenforschung wurde 1990 durch Theologen und Historiker verschiedener Freikirchen ins Leben gerufen. Gründungsort war die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als Initiator der Vereinsgründung gilt der inzwischen verstorbene Münsteraner Universitätsprofessor und ehemalige Direktor des Seminars für Neue Kirchen- und Theologiegeschichte Robert C. Walton. Der Verein hieß zunächst „Verein zur Förderung der Erforschung freikirchlicher Geschichte und Theologie e.V.“ (VEfGT), seit 1993 mit dem Zusatz „an der Universität Münster“ vor dem „e.V.“. 2001 gab sich der Verein den heutigen Namen.

Seit 1991 erscheint das Jahrbuch des Vereins.

Zum Verein gehören heute Fachleute und Laien aus 28 Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften und zwölf Nationen. Insgesamt zählt der Verein 191 Einzel- und 25 "korporative Mitglieder"[1].

Der Verein hat eine eigene wissenschaftliche Bibliothek aufgebaut, deren Bestand sich zunächst in Münster befand und derzeit in der Theologischen Hochschule Friedensau untergebracht ist.[2]

Arbeit

Die praktische Forschungsarbeit geschieht zurzeit vor allem in zwei Arbeitsgemeinschaften:

  • AG Geschichte der Freikirchen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie existiert seit 1994 und war bis 2000 hauptsächlich mit der Aufarbeitung der freikirchlichen Geschichte der DDR befasst. Heute geht es vor allem um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Entwicklungen der einzelnen Freikirchen in beiden deutschen Staaten. Die Leitung dieses Arbeitskreises liegt bei Pastor Reinhard Assmann, Berlin.
  • AG Freikirchen in der einen Christenheit. - Sie besteht seit 1999 und bearbeitet den Stand und die Perspektiven eines freikirchlichen Verständnisses von Einheit. Die Leitung hat Prof. Dr. Werner Klän, Oberursel, inne.

Plattform des Vereins sind zwei jährlich stattfindende Tagungen, das Frühjahrssymposium und die sogenannte Arbeitstagung im Herbst. Hier werden aktuelle Forschungsergebnisse vorgetragen. Auch die genannten Arbeitskreise treten im Rahmen dieser Tagungen zusammen.

In den bereits genannten Jahrbüchern werden die Forschungsergebnisse und Referate der Tagungen veröffentlicht.

Leitung und Sitz des Vereins

Geleitet wird der Verein durch einen vierköpfigen Vorstand. Als 1. Vorsitzender fungiert der methodistische Ökumene- und Konfessionskundler Christoph Raedel; sein Stellvertreter ist Dr. Johannes Hartlapp (Siebenten-Tags-Adventisten). Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Reimer Dietze, Pastor im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden) und Dozent am Theologischen Seminar Beröa (Erzhausen).[3]

Der Verein hat seinen Sitz in Münster, die Geschäftsstelle befindet sich zurzeit in Erzhausen.

Veröffentlichungen

  • Verein zur Förderung der Erforschung freikirchlicher Geschichte und Theologie an der Universität Münster e.V.[4] (Hrsg.): Freikirchenforschung (1991 - 2000)[5].
  • Verein für Freikirchenforschung (Hrsg.): Jahrbuch des Vereins für Freikirchenforschung (seit 2001).

Als Abkürzung wird in beiden Fällen FF vorgeschlagen.

Bislang erschienen folgende Bände mit folgenden Schwerpunktthemen[6], ferner enthalten die Bände insbesondere Jahrgangsbibliographien (mit Nachträgen, seit Nr. 2 (1992)) und Rezensionen (seit Nr. 6 (1996)) sowie ggf. Forschungsberichte und weitere Beiträge.

    • [01 (1991)]: [erschienen unter dem Titel:] Verein zur Förderung der Erforschung freikirchlicher Geschichte und Theologie e.V. (VEfGT). Referate des 3. Symposiums. 25.-27. April 1991
    • 02 (1992)
    • 03 (1993): Herrnhuter Symposium.
    • 04 (1994): Die Freikirchen in der DDR.
    • 05 (1995): Migration (Aus- und Rückwanderung).
    • 06 (1996): Die Rezeption der Reformation durch die Freikirchen; Aufsätze, Forschungsberichte, Dokumente.
    • 07 (1997): Freikirchen zwischen Bildungsfeindlichkeit und Bildungsbegeisterung; Oral History; Böhmische Brüder.
    • 08 (1998): Westfälischer Frieden: Religionsfrieden ohne Religionsfreiheit?; Biblische Ethik des Politischen, ISBN 3-934109-00-4.
    • 09 (1999): Heiligungsbewegungen und Heilungskirchen; Freikirchliche Spuren und Identitätssuche: Basel als Ort der Täufer der Erweckung, ISBN 3-934109-01-2.
    • 10 (2000): Freikirchen im Spannungsfeld von Sammlung und Sendung; Konfession und Union, ISBN 3-934109-02-0.
    • 11 (2001): Freikirchen und Calvinismus in Ostfriesland; Freikirchen und Eschatologie, ISBN 3-934109-03-9.
    • 12 (2002): Freikirchen und Gemeinschaftsbewegung; Evangelisation, ISBN 3-934109-04-7.
    • 13 (2003): Frommer und freier? Frauen in Freikirchen; Freikirchen und Politik, ISBN 3-934109-05-5.
    • 14 (2004): Evangelikalismus und Fundamentalismus; Im Spannungsfeld zwischen Freikirchen und charismatischer Bewegung, ISBN 3-934109-06-3.
    • 15 (2005/06): Freikirchen und Antisemitismus. Zwischen Israel-Euphorie und Judenfeindschaft; Freikirchen in Deutschland, 1945-1949 ISBN 3-934109-07-1.
    • 16 (2007): Freikirchen und Spätaussiedler; Die freikirchlich - römisch-katholischen Dialoge, ISBN 978-3-934109-08-7 bzw. ISBN 3-934109-08-X.
    • 17 (2008): Freikirchen als Außenseiter. Ihr Verhältnis zu Staat und Kirchen im Deutschland des 19. Jahrhunderts, ISBN 3-934109-09-8.
    • 18 (2009): Das Erbe weitergeben. Freikirchliche Konzepte zur Übermittlung von Glauben und Identität; Unterwegs zur "Einheit der Kinder Gottes"? Freikirchliche Allianzen, Unionen und Bünde, ISBN 3-934109-10-1.
    • 19 (2010): 100 Jahre Berliner Erklärung; 20 Jahre „Vereinigung“ der deutschen Freikirchen in Ost und West - Versuch einer Bilanz, ISBN 978-3-934109-11-7.
    • 20 (2011): Die Rezeption der Wittenberger Reformation in den Freikirchen; Die Rezeption der oberdeutsch-schweizerischen Reformation in den Freikirchen, ISBN 978-3-934109-12-4.

Einzelnachweise

  1. FF 18 (2009), S. 379.
  2. Katalog der Bibliothek des Vereins
  3. ideaSpektrum, Ausgabe 9. April 2007, S. 34
  4. "an der Universität Münster e.V." ab Nr. 03 (1993).
  5. ISBN werden seit 1998 vergeben. - ZDB-ID: 1136764-7.
  6. Die Inhaltsangaben der Nrn. 03 - 16 beruhen auf den Angaben unter http://www.freikirchenforschung.de/pages/publikationen/publikationen.php, wo sich auch detaillierte Inhaltsverzeichnisse finden.

Siehe auch

Weblinks


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