A-Gitarre

A-Gitarre
Steve Lukather (Foto) mit Akustikgitarre

Eine akustische Gitarre ist eine Gitarre, bei der die Tonerzeugung und Tonverstärkung ohne Elektronik, rein mechanisch erfolgt.

Bei akustischen Gitarren entsteht der Ton durch Zupfen oder Schlagen der Saiten. Der Korpus der Gitarre verstärkt den Ton. Besonders ausschlaggebend für den Klang ist das Material und die Qualität der Decke (der Holzplatte, welche den Saiten zugewandt ist). Diese wird für einen perligen, harten Klang meist aus Zedernholz hergestellt (z. B. für spanische Gitarrenmusik) und für einen eher singenden, weichen Klang aus Fichtenholz (z. B. für romantische Musik). Sehr preisgünstige Gitarren sind auch aus einfachem Sperrholz gefertigt.

Seit längerer Zeit gibt es auch so genannte elektroakustische Gitarren. Dabei handelt es sich um akustische Gitarren mit eingebautem Tonabnehmer. Dadurch kann der Ton wie bei der elektrischen Gitarre über einen Verstärker ausgegeben werden.

Inhaltsverzeichnis

Konzertgitarre

Konzertgitarre

Der Korpus einer hochwertigen Konzertgitarre wird in der Regel aus Palisanderholz für Zargen und Boden, sowie aus Fichten- oder Zedernholz für die Decke gebaut. Besonders begehrt ist hier der geschützte Rio-Palisander. Daneben werden verschiedene Mahagoniarten, Ovangkol, aber auch heimische Hölzer wie Ahorn oder Kirsche für den Bau von Boden und Zargen verwendet. Der Hals besteht meist aus Cedro, Ahorn oder Mahagoni, das Griffbrett aus Ebenholz oder Palisander.

Hochwertige Konzertgitarren werden mit Schellack handpoliert. Mit diesem natürlichen Harz wurden früher auch Möbel lackiert. Schellack hat den Vorteil, dass er jederzeit wieder auf Hochglanz poliert werden kann und kleine Kratzer dadurch wieder verschwinden. Vor allem aber stellt er den dünnstmöglichen Oberflächenschutz für das Holz dar, ermöglicht der Decke also weitgehend ungehindertes Schwingen. Allerdings verlangt Schellack eine konsequente Pflege und Nachpolitur, um nicht unansehnlich stumpf auszusehen. Lackierungen mit unempfindlicheren Nitrolacken sind inzwischen bei hochwertigen Instrumenten ebenfalls üblich.

Die Konzertgitarre hat im Vergleich zur Western- und E-Gitarre ein breiteres Griffbrett. Die drei Basssaiten sind aus Nylonseide und mit Kupfer- oder Silberdraht umsponnen, gelegentlich auch die 4. (G-)Saite. Die drei (bzw. zwei) Melodiesaiten oder besser Diskantsaiten sind aus massivem Nylon. Seit einiger Zeit wird für sie auch Polyvinylidenfluorid (PVDF) benutzt, ein Material, das eine deutlich höhere Dichte als Nylon aufweist. Die Saiten sind daher bei gleicher Tonhöhe dünner und somit „lebendiger“ und reaktionsfreudiger (unter Gitarristen werden diese die PVDF-Saiten auch „Carbonsaiten“ genannt). Es gibt immer noch alte Konzertgitarren, die mit Darmsaiten bespannt sind. Diese bestehen heutzutage aus Schafsdarm.

Die ersten Konzertgitarren von heutiger Größe finden sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Spanien. Die wohl wichtigsten Gitarrenbauer jener Epoche waren Antonio de Torres und Geatano Guadagnini, ein Verwandter des bekannten Geigenbauers. In Deutschland wurde die Bauform nach Torres maßgeblich von Hermann Hauser (I) umgesetzt und verbreitet. Andrés Segovia besaß Gitarren von Hermann Hauser I. und dessen Sohn und Enkel.

Flamenco-Gitarre

Die Flamenco-Gitarre ist der Konzertgitarre sehr ähnlich. Unterschiede sind:

  • Deutlich niedrigere Saitenlage am Griffbrett, Nebengeräusche werden zugunsten besserer Bespielbarkeit in Kauf genommen.
  • Die Decke ist fast immer aus Fichtenholz.
  • Boden und Korpus sind aus Zypressenholz, häufig aber auch Palisander, diese Gitarren nähern sich dann klanglich der Konzertgitarre.
  • insgesamt dünnere Wandstärken von Decke Boden und Zargen
  • etwas geringere Höhe der Zargen
  • Eine Ausstattung mit Golpeador ist obligatorisch. Der Golpeador besteht aus einer durchsichtigen, harten Kunststofffolie, die auf die Decke ober- und unterhalb des Schallochs aufgeklebt wird, um Beschädigung durch die flamenco-typische Schlagtechnik Golpe zu vermeiden.

Insgesamt wird durch die Bauweise ein Klang erzielt, der perkussiver und schärfer ist, als bei einer Konzertgitarre. Die Ansprache und evtl. Lautstärke ist deutlich besser, dafür hält der Ton nicht so lange - im Flamenco ein Vorteil. Eine Flamenco-Gitarre eignet sich vor allem für rhythmisches Spiel, weniger für cantable Linien. Seit den siebziger Jahren hat sich die Spielpraxis jedoch weiter entwickelt und ist nun deutlich konzertanter. Dadurch werden nun Anforderungen an die Flamenco-Gitarre gestellt, die zunehmend der eierlegenden Wollmilchsau nahekommen. Im Ergebnis und vor allem durch die sehr gute Bespielbarkeit ist die Flamenco-Gitarre besser als die Konzertgitarre für Musiker geeignet, die von einer anderen Gitarrenart umsteigen oder überhaupt anfangen.

Typisch für die Spielpraxis der Flamenco-Gitarre ist die Verwendung eines Kapodasters. Der Kapodaster - im Klassikbereich verpönt - wird verwendet, um sich an die Stimmlage von Sängern anzupassen, sowie um bestimmte Klangfarben zu erzielen und einige technische Kabinettstückchen erst zu ermöglichen.

Folk- und Westerngitarre

Westerngitarre (Dreadnought-Korpus)

Bei der Westerngitarre sind die Saiten aus Stahl und haben eine wesentlich höhere Saitenspannung als Nylonsaiten. Der Hals ist ähnlich wie bei einer E-Gitarre meist schmal und enthält – wie bei fast allen Stahlsaitengitarren – häufig einen spannbaren Stahlbogenkern, um die Gegenspannkraft des Holzhalses gegenüber dem Zug der Stahlsaiten zu korrigieren. Eine Westerngitarre hat in der Regel 6 Saiten (selten auch 7 oder 12). Der Korpus ist meistens deutlich größer als bei der klassischen Gitarre. Das Griffbrett ist gewölbt. Man unterscheidet verschiedene Formen: Dreadnought, Jumbo, Grand Auditorium, Auditorium und Parlour. Die Decke besteht in aller Regel aus Zeder- oder Fichtenholz. Für Zarge und Boden können verschiedene Hölzer eingesetzt werden (Amerikanisches Nußbaumholz, Palisander, Mahagoni, Zebrano, Padouk etc.). Einige Hersteller bieten allerdings auch Instrumente an, deren Korpus ganz oder zum Teil aus hochwertigen Verbundwerkstoffen besteht. Federführend in der Entwicklung dieser Bauweise war Charles Kaman, Gründer der Firma Ovation.

Im Gegensatz zur klassischen Gitarre (Nylonsaiten) treten bei der Folk-/Westerngitarre durch die Verwendung von Stahlsaiten wesentlich höhere Zugkräfte auf, die durch eine veränderte Decken- und Bodenverbalkung (Bracing) stabilisiert werden. Hier findet das sogenannte X-Bracing oft Anwendung. Der Name resultiert aus der Form zweier sich direkt unterhalb des Schallochs kreuzenden Stabilisierungsleisten. Um die Ansprache des Instrumentes zu verbessern, wird oft auch das „Scalloped X-Bracing“ verwendet. Hierbei werden die Leisten der Gitarrendecke an verschiedenen Stellen verjüngt, um bestimmte Resonanzen des Instrumentes zu verstärken oder abzuschwächen. Dieser Bearbeitungsvorgang kann nur von einem erfahrenen Gitarrenbauer durchgeführt werden, da er für jede Gitarre individuell durchgeführt werden muss. „Scalloped Bracing“ ist daher vorwiegend bei qualitativ hochwertigen Instrumenten zu finden. Erfunden wurde dieses Beleistungssystem von dem Gitarrenbauer Christian Friedrich Martin, der im 19. Jahrhundert in die USA auswanderte, und dort die „Martin Guitar Company“ gründete. Nach den von Martin entwickelten Konstruktionsprinzipien werden bis heute nahezu alle Stahlsaitengitarren gebaut.

Die Folk-/Westerngitarre hat einen sehr hellen Klang, der durch das Benutzen eines Plektrums (Plektron) noch brillanter ist.

Im Folkbereich wird gelegentlich eine 12-Saiten-Gitarre benutzt. Bei dieser Gitarre liegt neben den vier tiefsten Saiten (E, A, d und g) eine zweite, dünnere Saite, die um eine Oktave höher gestimmt ist; die beiden Diskantsaiten (h und e') sind doppelt vorhanden. Diese zusätzliche Saiten ergeben einen volleren, hellen harmonischen Klang, durch leichte Verstimmung der Doppelsaiten gegeneinander kann auch ein Choruseffekt entstehen. Wegen der Doppelbespannung erfordert die 12-Saiten-Gitarre deutlich mehr Kraft in der Griffhand.

Heutzutage sind viele Westerngitarren mit einem Tonabnehmer (häufig ein im Steg einbebauter Piezo-Tonabnehmer), Vorverstärker mit Klangregelung und einem Verstärkeranschluss ausgerüstet.

Resonatorgitarre

Die Resonatorgitarre ist eine Stahlsaitengitarre mit einem (Single-cone) oder drei (Tri-cone) mechanischen Lautsprechern aus Metall im Inneren des Korpus. Die Saiten geben ihre Schwingungen über den mit dem Resonator/mit den Resonatoren verbundenen Steg an den Konus weiter und setzen das System in Schwingung. Durch diese Konstruktion gehört sie angespielt zu den lautesten unverstärkten Gitarren. Häufig ist der Korpus dieser Gitarren aus Metall gefertigt.

Bassgitarre

Akustische Bassgitarre, Bundlos aber mit Bundmarkierungen

Die (sechssaitige) Bassgitarre ist eine Oktave tiefer gestimmt als die normale, zur Unterscheidung dann manchmal so bezeichneten „Primgitarre“. Häufiger ist jedoch die Akustische Bassgitarre gemeint. Sie hat üblicherweise vier Saiten, die wie der Kontrabass in Quarten gestimmt sind (,E,ADG). Exemplare mit fünf oder sechs Saiten verfügen über eine zusätzliche tiefe Saite (,,H) oder/und eine zusätzliche höhere Saite (c). Selten besitzen Bassgitarren auch sieben Saiten, bei solchen Exemplaren handelt es sich aber meist um kostspielige Sonderanfertigungen. Gitarrenfirmen wie etwa Fender stellen auf Wunsch solche Exemplare her. Es gibt auch eine elektronisch verstärkte Variante, den E-Bass. Dieser löste vor einigen Jahren den akustischen Kontrabass ab, der seitdem eigentlich nur noch bei Orchestern oder in der Jazzmusik eingesetzt wird. Allerdings greifen Bands, die Rock'n'Roll oder Rockabilly spielen, immer wieder gerne zum Kontrabass zurück. Der Grund hierfür ist der meist „dunklere“ und vollere Klang des Basses.

Siehe auch

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