Union Elektrizitätsgesellschaft


Union Elektrizitätsgesellschaft

Die Union Electricitäts-Gesellschaft UEG in Berlin baute und betrieb zahlreiche Straßenbahnen in Deutschland und vielen anderen Ländern, bis sie 1904 vollkommen in der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft AEG aufging. In Österreich firmierte AEG in der Folge bis 1959 als AEG-Union, ehe sie der ELIN aufging.

Geschichte

Der Ursprung der UEG liegt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die dort 1882 entstandene Thomson-Houston Electric Company gründete am 5. Januar 1892 die UEG als Tochtergesellschaft, die ihre Interessen in Deutschland und zahlreichen Nachbarländern vertreten sollte. Außer der Thomson-Houston International Electric Company waren am Aktienkapital von 1,5 Millionen Mark auch die Ludwig Loewe & Co. KGaA und die Firma Thyssen & Co in Mülheim an der Ruhr beteiligt.

Die Muttergesellschaft Thomson-Houston Electric Company vereinigte sich am 1. Juni 1892 mit der Sprague Electric Railway & Motor Company zur General Electric Company.

Am 7. April 1903 wurde eine Interessengemeinschaft zwischen der AEG und der UEG vereinbart. Bald darauf wurde am 27. Februar 1904 beschlossen, die UEG vollständig mit der AEG zu verschmelzen; die Selbständigkeit der UEG war damit beendet.

Bedeutung der UEG

Die UEG gehörte zu den bedeutendsten Unternehmungen in Deutschland, die über die technischen Kenntnisse zum Bau elektrischer Straßenbahnen verfügten. Nach dem System Thomson-Houston waren bis 1892 weltweit bereits 176 elektrische Bahnen entstanden, die eine Gesamtlänge von 3.246 Kilometern aufwiesen und von 2.640 Triebwagen befahren wurden.

In den folgenden zwölf Jahren hat die UEG – vor allem in Europa – weitere 2.400 Kilometer elektrische Bahnen gebaut und 5.285 Triebwagen an über siebzig Straßenbahnunternehmungen geliefert. Im damaligen Deutschen Reich sind folgende Straßenbahnen zu nennen:

  • 1892 Bremen,
  • 1893 Essen, Remscheid
  • 1894 Erfurt, Gotha, Hamburg (Ringbahn)
  • 1895 Elbing, München
  • 1896 Barmen-Elberfeld, Berlin (Große Berliner Straßenbahn), Elberfeld (Nord-Süd), Leipzig, Wiesbaden
  • 1897 Aachen, Ruhrort (Kreisbahn), Solingen Stadt
  • 1898 Herne-Recklinghausen, Karlsruhe Albtalbahn, Posen, Solingen (Kreisbahn)
  • 1899 Berlin (Westliche und südliche Vorortbahn), Halle, Koblenz, Magdeburg, Meißen
  • 1900 Elberfeld-Cronenberg und –Sudberg, Rundbahn), Krefeld, Mülheim/Ruhr
  • 1901 Breslau (Straßen-Eisenbahn-Ges.), Dessau, Wiesloch (Lokalbahn)
  • 1902 Metz
  • 1903 Stubaitalbahn (Innsbruck–Fulpmes)

Außer Straßenbahnen umfasste die Produktion auch elektrische Lokomotiven für Eisenbahnen, insbesondere für Bergwerksbahnen, wie in Esch in Luxemburg. Im Jahr 1901 erhielt das Gruhlwerk bei Kierberg im Rheinland die ersten elektrischen Abraumlokomotiven im deutschen Braunkohlentagebau von der UEG.

Literatur

  • Von der UEG zur AEG (Nachdruck), Stuttgart 1978, ISBN 3-87943-555-3

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