Uni Witten


Uni Witten
Universität Witten/Herdecke
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Gründung 1983
Trägerschaft privat, gemeinnützige GmbH
Ort Witten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Leitung Michael Anders
Studenten 1.200 (WS 2008/09)
Mitarbeiter rund 400 (2008)
davon Professoren 120 (2008)
Website www.uni-wh.de
Universität Witten/Herdecke Neubau Foyer
Universität Witten, Neubau Ost

Die Universität Witten/Herdecke (UWH) ist eine private staatlich anerkannte Universität in Witten. Die Rechtsform der privaten Hochschule ist die gemeinnützige GmbH.

Inhaltsverzeichnis

Hochschulprofil

Die Privatuniversität besitzt vier Fakultäten:

  • Medizin (inkl. Biochemie und Pflegewissenschaft) mit 35 Lehrstühlen
  • Wirtschaftswissenschaften mit 16 Lehrstühlen
  • Zahnmedizin mit 9 Lehrstühlen
  • Kulturreflexion und Studium fundamentale mit 7 Lehrstühlen

In den letzten Jahren erreichte die UWH zahlreiche Spitzen-Platzierungen in Hochschulrankings für BWL[1] und Medizin[2].

Sie beschäftigt ca. 400 Mitarbeiter bei 1.200 Studenten (Stand WS 2008/09).

Als Besonderheiten des Studiums an der UWH werden folgende Merkmale hervorgehoben:

  1. Eine Bildungsrelation im Verhältnis Betreuer:Studenten von 1:3;
  2. Hohe Praxisnähe (z.B. Mentorenfirmenprogramm; begleitendes Hausarztprogramm für Mediziner, etc.);
  3. Begleitstudium für Studenten aller Studiengänge im Studium fundamentale in den drei Kompetenzfeldern Reflexion, Kommunikation und Kunst.

Die Studienplätze werden in einem mehrstufigen, internen Verfahren vergeben. Das Verfahren beinhaltet eine individuelle Betrachtung der Persönlichkeit des einzelnen Bewerbers. Die Aufnahmekommissionen bestehen immer aus Vertretern der Hochschule (Professoren, Mitarbeiter, Studierende) sowie Externe (z.B. Persönlichkeiten aus Unternehmen) und Alumni.

Bekannte Professoren, Persönlichkeiten und Ehemalige der Universität sind u.a.:

Geschichte

Universität Witten-Herdecke Altbau in Witten-Annen

Die Idee zur Gründung einer alternativen und nicht-staatlichen Universität hatten Ende der 70er Jahre v.a. einige Hochschullehrer, die die damalige Universitätsentwicklung als Stillstand empfanden und mit der Qualität der Lehre unzufrieden waren, unter anderem der Anthroposoph Gerhard Kienle und Konrad Schily im Rahmen der Freien Europäischen Akademie der Wissenschaften.

  • 1980: Als Gründungsgremium wird der Universitätsverein Witten/Herdecke e.V. gegründet.
  • 1982: Staatliche Anerkennung; Gründungspräsident war Konrad Schily.
  • 1983: Aufnahme des Studienbetriebs mit der Humanmedizin.
  • 1984: Aufnahme des Studienbetriebs Wirtschaftswissenschaft und Zahnheilkunde. Die Bertelsmann-Stiftung, Deutsche Bank, Krupp-Stiftung und Zeit-Stiftung unterstützten den Aufbau dieses Hochschulmodells ideell und finanziell stark.
  • 1987: Änderung der Rechtsform. Universitätsverein werden die Aktivitäten auf die gemeinnützige Private Universität Witten/Herdecke GmbH übertragen - im gleichen Jahr wurde das Hauptstudium Biochemie (Biowissenschaften) eingeführt.
  • 1989: Gründungsphase endet offiziell.
  • 1999: Gründungspräsident Dr. Konrad Schily übergibt sein Amt an Prof. Dr. Walther Christoph Zimmerli.
  • 2001 UWH wird als einzige private Universität mit vollem Stimmrecht in der Deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK), sowie seit 2002 der Landesrektorenkonferenz (LRK) aufgenommen.
  • April 2005: Neuer Präsident der Universität Witten/Herdecke wird Prof. Dr. Wolfgang Glatthaar.
  • August 2007: Prof. Dr. Birger Priddat wird als Präsident der Universität berufen. Priddat war bereits in der Zeit zwischen 1992 und 2003 in Witten tätig - u. a. als Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und als Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaft und Philosophie. Peter Kallien, der seit 2002 als Geschäftsführer die Universität operativ mitgestaltet hat, wechselte im Dezember 2007 in den Vorstand der Stiftung Private Universität Witten/Herdecke. Erklärtes Ziel der Stiftung ist es, das Stiftungsvermögen so zu mehren, dass es der Universität größere Unabhängigkeit ermöglicht.
  • März 2008: Maxim Nohroudi wird in die Leitung der Universität, dem Präsidium, berufen. Er ist mit 28 Jahren das jüngste Mitglied einer Universitätsleitung in Deutschland. Zuvor war er Gründer und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Corporate Governance (ICG).
  • Dezember 2008: Prof. Dr. Birger Priddat tritt als Präsident ab, nachdem das Land NRW die Förderung für 2008 i.H.v. €4,5 Mio. nicht auszahlt und außerdem auf der Rückzahlung von 3 Millionen Euro aus dem Vorjahr besteht. Begründung des zuständigen Wissenschaftsministeriums: Es fehle ein tragfähiges Wirtschaftskonzept.
  • Am 22. Dezember 2008 legt auch Vizepräsident Maxim Nohroudi sein Amt als Geschäftsführer der Universität nieder und begründet das in einer Pressemitteilung folgendermaßen: "Ich kann die neuen strategischen Optionen, die von dem Mehrheitsgesellschafter präferiert werden, nicht unterstützen und ziehe deshalb meine persönlichen Konsequenzen." Nohroudi bezieht sich auf das geplante Engagement der SRH Holding, der Software AG Stiftung und dem Gemeinnützigen Verein zur Entwicklung von Gemeinschaftskrankenhäusern Herdecke, die laut Erklärung der Hochschule "die Zahlungsfähigkeit der Hochschule über den Jahreswechsel hinaus" sichern werden. In Der Erklärung heißt es weiter: "Als weiterer Schritt wurde vereinbart, eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit zu beauftragen, bis Anfang des Jahres die notwendige Transparenz über die finanzielle Situation der Hochschule herzustellen. Auf dieser Basis wird die Hochschule gemeinsam mit den strategischen Partnern ein belastbares Finanz- und Hochschulentwicklungskonzept erarbeiten."
  • Am 22. Januar 2009 stellt die Uni ihr neues Finanzierungskonzept im Wissenschaftsministerium vor. Daraufhin sagt Minister Andreas Pinkwart (FDP) weitere Landesförderungen von 4,5 Millionen Euro jährlich für 2008 bis 2010 zu (insgesamt 13,5 Millionen Euro). [3]

Finanzierung

Persönlichkeiten wie Berthold Beitz, Gerd Bucerius, Alfred Herrhausen und Reinhard Mohn zählen zu den Förderern und Vordenkern der UWH. Derzeitige Förderer sind: Stiftung Mercator, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Deutsche Bank AG, Bertelsmann AG, Ernst & Young AG und die Software AG Stiftung. Weitere Förderer sind: Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung, Jackstädt-Stiftung, Helmut und Gisela Bertram-Stiftung, KOSTAL GmbH und Co. KG, H. Krafft, Sal. Oppenheim, Arcandor-AG, ESCH, Janssen-Cilag GmbH, KirchMedia, Vodafone, McKinsey, Traudl Herrhausen, ARAL, DaimlerChrysler und die Dr. August Oetker KG.

Mitte Dezember 2008 wurde bekannt, dass das Land Nordrhein-Westfalen der Universität für das Jahr 2008 und die Folgejahre keine Landesmittel mehr zur Verfügung stellt. Die für 2007 gezahlten Beträge will das Land zurückfordern. Der Grund für die Mittelstreichung liegt darin, dass die Universität keine ordnungsgemäße Geschäftsführung vorweisen könne.[4] Die Leitung der Universität zeigte sich überrascht[5] und Präsident Priddat trat von seinem Amt zurück[6].

Am 23. Dezember 2008 wurde bekannt, dass die Zahlungsfähigkeit zumindest über den Jahreswechsel hinaus durch die SRH Holding und Software AG Stiftung gesichert werde. Sie stellen die nötigen Mittel bereit, um das Millionenloch der Hochschule für das zu Ende gehende Jahr 2008 zu stopfen. Damit solle die unmittelbare Insolvenz der Hochschule abgewendet werden.[7] Außerdem konnte durch Intervention des Innovationsministerium NRW in Form einer finanziellen Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen die Zahlungsfähigkeit der Privatuniversität Witten/Herdecke vorläufig bis Ende März 2009 hergestellt werden.[8]

Welchen enormen Finanzbedarf die Privatuniversität hat, zeigt das aktuelle Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young: Die Wirtschaftsprüfer gehen davon aus, dass der Verkaufswert sämtlichen Besitzes der Hochschule nicht ausreichen würde, um „eine Unterdeckung unter Überschuldungsgesichtspunkten“ zu verhindern.[9]

Fakultäten und Studiengänge

Neubau des ZBZ
  • Fakultät für Wirtschaftswissenschaft (seit 1984)
  • Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (seit 1985)
    • Zahnmedizin (Staatsexamen)
    • Oral Rehabilitation (M. Sc.)
    • Zahnärztliche Chirurgie (Postgraduale Ausbildung)
    • Parodontologie (Postgraduale Ausbildung)
    • Kieferorthopädie (Postgraduale Ausbildung)
    • Zahnerhaltung und orale Prävention (Postgraduale Ausbildung)

Forschung

Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) an der Universität Witten/Herdecke

Die Universität Witten/Herdecke hat in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Forschungsbereiche entwickelt:

  1. Das Institut für Pflegewissenschaft trägt mit verschiedenen Forschungsprojekten dazu bei, Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu finden. Außerdem berät das Institut Bundes- und Landesregierungen in Fragen der Pflege.
  2. Das Wittener Institut für Familienunternehmen analysiert Erfolgsfaktoren von Familienunternehmen.
  3. Das Interdisziplinäre Zentrum für Biomedizinische Forschung beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt Molekulare Mechanismen der akuten und chronischen Entzündung.
  4. Das Institut für Corporate Governance (ICG) beschäftigt sich mit der Führung und Aufsicht (Leadership), Kultur und Ethik von Organisationen.
  5. Das Institut für Forschung in der Operativen Medizin entwickelt und evaluiert patientenorientierte Behandlungskonzepte. Es konzentriert sich dabei auf die Schwerpunkte Traumatologie, Minimal-invasive Chirurgie, Sepsis/Intensivmedizin, Schmerz und Lebensqualität.

Literatur

  • Michael Kruska: Die private Hochschule Witten/Herdecke. (Diplomarbeit von 1995) Diplomica, 1998. 134 S. ISBN 3832405801

Weblinks

Einzelnachweise

  1. CHE-Hochschulranking für die Fakultät Wirtschaftswissenschaft, Stand 2006
  2. CHE-Hochschulranking für die Fakultät Humanmedizin, Stand 2006
  3. http://www.ftd.de/forschung_bildung/bildung/:Im-Namen-Gottes-Kirche-rettet-Uni-Witten/464833.html
  4. Keine Landeszuwendung für die Private Universität Witten/Herdecke für das Jahr 2008 (Pressemitteilung des nordrhein-westfälischen Forschungsministeriums vom 17. Dezember 2008, Zugriff am 18. Dezember 2008)
  5. Universität Witten/Herdecke von Streichung der Landesförderung völlig überrascht – weist Vorwürfe entschieden zurück und leitet umgehend eine juristische Prüfung des Vorgehens des Innovationsministeriums von NRW ein (Pressemitteilung der Universität vom 17. Dezember 2008, Zugriff am 18. Dezember 2008)
  6. Rücktritt des Präsidenten der Universität Witten/Herdecke (Pressemitteilung der Universität vom 17. Dezember 2008, Zugriff am 18. Dezember 2008)
  7. Pleite der Privatuni Witten offenbar abgewendet
  8. FTD 23. Dezember 2008
  9. Finanznot von Privatuni Witten schlimmer als bekannt

51.4527777777787.35722222222227Koordinaten: 51° 27′ 10″ N, 7° 21′ 26″ O


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