Umlaufsicherung


Umlaufsicherung
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Umlaufgesichertes Geld (auch Freigeld, Neutralgeld, Schwundgeld) ist ein Zahlungsmittel, das mit einem negativen Zins belastet ist, d. h. im Wert permanent sinkt. Dies soll zu einem verstetigten Geldumlauf führen und dadurch die Wirtschaft stabilisieren. Die Umlaufsicherung erhöht also die Kosten der Geldhaltung gegenüber anderem Geld.

Von der etablierten Volkswirtschaftslehre wird das Konzept abgelehnt.

Inhaltsverzeichnis

Idee

Umlaufsicherung bzw. das umlaufgesicherte Geld ist ein Konzept der Freiwirtschaftslehre. Das makroökonomische Ziel der Umlaufsicherung ist es, die Liquiditätsprämie zu neutralisieren, um so der Liquiditätsfalle bei sinkendem Marktzins vorzubeugen, und Deflation zu vermeiden. Die Befürworter der Methode halten es für möglich, auf diese Weise Vollbeschäftigung und eine stabile Konjunktur ohne einen Zwang zu Wirtschaftswachstum zu erreichen.

Operationalisiert wird die Umlaufsicherung durch Marken, die gekauft werden müssen und auf die Banknoten geklebt werden, damit diese ihren vollen Wert erhalten, durch Geld mit Tabellen und Wochen- oder Monatszahlen auf der Rückseite oder durch elektronische Lösungen. Verschiedene Regiogeld-Initiativen setzen eine Umlaufsicherung ein.

Das etablierte staatliche Geld gilt nicht als umlaufgesichertes Zahlungsmittel, da bei Geldhortung der Nominalwert erhalten bleibt. Gegner des Konzeptes verweisen darauf, dass aufgrund der bei Fiat Money üblichen Inflation die Geldhortung unrentabel sei.

Geschichte

Der französische Ökonom und Soziologe Pierre-Joseph Proudhon, einer der ersten Vertreter des Anarchismus, stellte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts die Hypothese auf, dass durch den Wertverfall von Waren und Gütern, der von Geld aber nicht reflektiert wird, das Geld ein Privileg erhalte, wodurch es einen zusätzlichen Preis erzwingen könnte, durch welchen der Geldbesitzer den Warenbesitzer schließlich ausbeutet. Seine Lösung für dieses Dilemma bestand darin, Waren dem verfallsfreien Geld durch Warenbanken gleichzusetzen. In diesen Warenbanken könnte ein Fahrradeigentümer beispielsweise ein Fahrrad anlegen und nach 20 Jahren ein nagelneues Fahrrad zurückerhalten, das gleichwertig wäre, und so durch verbesserten Tauschhandel dem Effekt des Warenzerfalls vorbeugen.

Silvio Gesell griff die Idee des Unterschiedes zwischen Waren und Geld später auf, und daraus entstand die eigentliche Urzinstheorie. Anders als Proudhon lautete sein Vorschlag jedoch, die Diskrepanz zwischen Warenzerfall und Währungsstabilität nicht bei den Waren zu lösen, sondern stattdessen dem Geld selbst eine begrenzte Lebensdauer zu geben, indem also bei der Hortung von Geld Kosten, eine „Demurrage“ auftreten würde, ähnlich der Durchhaltekosten bei der Hortung von Waren. So hat gehortetes Geld beispielsweise dadurch einen ökonomischen Vorteil, dass es Fluktuationen am Markt abwarten kann und entsprechend billig einkaufen oder selbst Marktfluktuationen erzeugen und künstlich Preise in die Höhe treiben kann, was Gesell als Spekulation bezeichnet.

John Maynard Keynes verfeinerte schließlich die Zinstheorie von Gesell und schlüsselte Gesells Urzins weiter auf in Liquiditätsprämie und Risikobeitrag. Insofern verneinte er zwar indirekt das Argument von Proudhon, dass der Unterschied der Durchhaltekosten von Geld und Waren selbst das Problem darstelle. Er argumentiert aber ähnlich wie Gesell, dass aufgrund der Liquiditätspräferenz Geld dadurch, dass es Liquidität in seiner reinsten Form darstelle, einen zusätzlichen, subjektiv-emotionalen ebenso wie ökonomisch quantifizierbaren Wert erhalte.

Als Alternative für das Bretton-Woods-System, welches die Wechselkurse westlicher Währungen vom Ende des 2. Weltkriegs bis zum Crash des Systems 1973 festlegte, schlug Keynes 1944 den Bancor vor, welcher als internationale zwischenstaatliche Verrechnungswährung mit einer Umlaufsicherung behaftet hätte sein sollen. Das Ziel des Bancors wäre gewesen, zum einen der Vormachtstellung des US-Dollars im Bretton-Woods-System vorzubeugen, und zum anderen durch die stetige Verkleinerung von Handelsüberschüssen bzw. Handelsdefiziten die Weltwirtschaft durch bessere Anreize zu stabilisieren.

Beispiele von umlaufgesicherten Währungen

Gesell führte in seinem Standardwerk Die Natürliche Wirtschaftsordnung und weiteren Schriften eine Reihe von historischen Beispielen an, die als umlaufgesicherte Währungen gelten können. Der volksökonomische und exemplarische Wert vieler dieser Beispiele ist aber umstritten.

Beispiele für derartige Geldsysteme mit Demurrage sind Ägypten („Korngiro“) im ersten Jahrhundert v. Chr. und die Mittelalterzeit in Europa. Im ptolemäischen Ägypten wurde Getreide als Geld verwendet, das in Speichern eingelagert wurde, wobei Tonscherben als Besitznachweis ausgegeben wurden. Diese wurden dann als Geld im Wirtschaftsleben verwendet. Das Getreide konnte man sich mit einem gewissen Verfalls- und Lagerabschlag pro Jahr wieder bei Bedarf abholen. Dieses System kam zwischen 322 (nach Lietaer allerdings auf viel eher, mindestens 1600 v.u.Z., datiert[1]) und 30 v. Chr. auf, nach der Eroberung Ägyptens durch die Römer wurde das römische Münzgeld eingeführt.

Im Mittelalter wurde in Europa von den lokalen Herrschern und Klöstern das Münzgeld (z. B. Brakteaten) in bestimmten Situationen für ungültig erklärt und mit einem Abschlag gegen Neuprägungen umgetauscht. Diese Abstände variierten – von mehrfach jährlich bis zu alle 7 Jahre; bei den Abschlägen gab es Schwankungen zwischen etwa 15% und 40%. Die Differenz fiel jeweils an den Herrscher bzw. an das Kloster. Dies war hauptsächlich zwischen den Jahren 1075 und 1400 gebräuchlich. Aufgrund von Handhabungsproblemen mit der angewachsenen Geldmenge, dem Silberschmelzverlust beim Umprägen und auf Drängen von Kaufleuten, die ein dauerhaftes, weitreichendes Geld wollten, wurde die sog. „Münzverrufung“ aufgegeben und durch Handels- und Verbrauchssteuern ersetzt.

Rückseite des umlaufgesicherten Wörgl-Schwundgeldes

Beide Wirtschaftsräume entwickelten während dieser Zeit große kulturelle Leistungen (fast alle Kathedralbauten entstanden zu jener Zeit) und materiellen Wohlstand für ihre Bevölkerungen; nach der Änderung des Geldsystems kam es in beiden Fällen zu einem Niedergang. Freiwirtschaftler führen die Wirtschaftsblüte auf das Geldsystem zurück[2], Kritiker bezweifeln den Einfluss und Umfang der Auswirkung des Geldsystems[3], die Münzverrufungen seien nur in 10% des mittelalterlichen Deutschlands gebräuchlich gewesen. Eine abweichende Wirtschaftsentwicklung dieser Räume von den anderen konnte von keinem Autor bisher nachgewiesen werden. Ummünzungen waren schon zur Zeit der Antike z.B. beim Solidus üblich und auch notwendig, da insbesondere Gold- und Silbergeld durch den Gebrauch und im Mittelalter durch Kipper und Wipper an Münzgewicht mit der Zeit verloren. Die Kathedralbauten seien vom Templerorden finanziert worden. Der Niedergang im Mittelalter wurde allerdings auch durch den Abfluss des Silbers in den Orient aufgrund des Gewürz- und Weihrauchhandels verursacht. Deutlich verstärkt wurde dieser Abfluss noch durch die Arbitragegeschäfte der Venezianer (Silber gegen Gold) [4]. Das Silberbergwerk in Schwaz/Tirol brachte ab 1450 eine gewisse Erleichterung (12.000 Knappen, zweitgrößte Stadt im Habsburgerreich). Paul C. Martin spricht deshalb auch von einem Brakteatenmärchen.

Nach der Entdeckung Amerikas floss wieder reichlich Silber und Gold über Spanien nach Europa und verursachte neuen monetären Wohlstand (aber auch Kriege), jedoch keine florierende Volkswirtschaft.

Umlaufgestützte Währungen in der Neuzeit und Gegenwart

In der Neuzeit wurden einige Projekte mit umlaufgesichertem Geld unternommen, z. B. das WÄRA-Experiment von Schwanenkirchen (1929/1930). Als großflächigstes und erfolgreichstes Freigeldexperiment gilt das von Michael Unterguggenberger, dem Bürgermeister der Tiroler Stadt Wörgl, initiierte Projekt von 1932/33, das als „Wunder von Wörgl“ in die Geschichte einging.

Eine Vielzahl historischer und aktueller Aktivitäten rund um Komplementärwährungen wird von dem in Wörgl residierenden Unterguggenberger Institut[5] beobachtet und zusammengetragen. Insbesondere unter den Regionalgeldinitiativen, die im deutschsprachigen Raum im Verband Regiogeld e. V.[6] vernetzt sind, gibt es viele, die auf dem Prinzip der Umlaufsicherung basieren.

Für eine Einführung von umlaufgesichertem Geld engagiert sich auch die Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung (INWO).[7]

Eine literarische Bearbeitung des Freigeldthemas findet sich in Michael Endes Roman Momo.[8]

Das Prinzip

Die Freiwirtschaftslehre schlägt die Einführung von „Freigeld“ als Teil einer umfassenderen Wirtschaftsreform im Rahmen der Freiwirtschaft als Gesamtpaket vor. Freigeld sind Zahlungsmittel, deren Besitz eine planmäßige zeitabhängige Mengenminderung oder Kostenbelastung in der Höhe von wenigen Prozent pro Jahr erfährt (Umlaufsicherungsgebühr bzw. -abgabe). Nach freiwirtschaftlicher Auffassung dürfen nur flüssige Zahlungsmittel einer umlaufsichernden Mengenminderung oder Kostenbelastung unterstellt werden, nicht aber andere Vermögenswerte. Dabei soll die Geldmenge unverändert bleiben. Dadurch würde sich zugleich die Kaufkraft des Geldes stabil halten lassen. Es kann also unterschieden werden zwischen einer Wertminderung des Geldes (des physischen Besitzes von Banknoten) und einer Wertminderung der Währung, bzw. in dieser Währung ausgedrückte Geldwerte wie z.B. Schuldscheine.

Die Freiwirtschaft vertritt wie der Keynesianismus die Position, dass die Nachfrage das Angebot bestimmt, sodass sich die Unternehmerschaft jederzeit mit günstigen Krediten versorgen kann. Heute versuchen Freiwirtschaftler die vor allem in der Wirtschaftswissenschaft weit verbreitete Ansicht zu bekämpfen, man müsse, um Arbeitsplätze zu schaffen, ein positives Investitionsklima herstellen. Anstelle ein durch die Liquiditätsprämie weiterhin künstlich hohes Marktzinsniveau hinzunehmen, bzw. das Marktzinsniveau mittels keynesianischen Konjunkturprogrammen anzuheben zu versuchen, soll der Druck direkt auf die Geldbesitzer und Vermögensverwalter wirken, und mittels der Umlaufsicherung soll ein Anreiz geschaffen werden, auch unterhalb von der "ehernen Grenze" von 3% auch bei 1%, sogar 0% oder gar negativem Marktzinsniveau weiterhin das Geld im Umlauf zu halten, also zu investieren.

Die Paradoxien in modernen Mindestreservekritischen Theorien können durch Null- und Negativzinssätze aufgelöst werden, weil ohne positiven Zinssatz auch nicht mehr ständig weiteres, als Schuld geschöpftes Geld in den Wirtschaftskreislauf eingefügt werden muss. Die Einführung von Vollgeld, bzw. die Abschaffung von Mindestreservesätzen unterhalb von 100%, wird von der Freiwirtschaft nicht als notwendig oder sinnvoll erachtet.

Von Freiwirtschaftern werden dem Freigeld als speziellem Tauschmittel als besondere Eigenschaft zugeschrieben, dass es kaufkraftstabil sei, also nicht einer systemischen, jährlichen Inflationsrate ausgesetzt wäre. Die Inflationsrate bei normalem Geld stamme daher, dass durch das künstlich überhöhte Zinsniveau bei geringem Wachstum dennoch ständig die Geldmenge erhöht wird.

Die Bezeichnung Neutralgeld soll ausdrücken, dass die Liquiditätsprämie des Geldes durch die Umlaufsicherung neutralisiert wird.

Anwendung

Die Umlaufsicherung von Bargeld ist in der Höhe festgesetzt und wird in Anteilen des Nennwertes des Geldscheins auf eine bestimmte Zeitspanne ausgedrückt. Ist die Umlaufsicherung mit Kosten für den Geldscheinbesitzer verbunden, so spricht man bei diesen Kosten von einer Umlaufsicherungsgebühr. So betrug z. B. die Umlaufsicherungsgebühr des Wörgler Schillings 1% im Monat (linear 12% im Jahr). Die Umlaufsicherung des Gogos beträgt 5% im Jahr. Gesell sprach sich in frühen Schriften für eine Umlaufsicherung von 4-5% und korrigierte seine Schätzung für den "Urzins" später auf 3-4%.

Abgrenzung zur Inflation

Umlaufgesichertes Geld ist nicht zu verwechseln mit inflationiertem Geld, denn inflationiertes Geld neutralisiert nicht die Liquiditätsprämie gegenüber festen Investitionen. Zwar verliert umlaufgesichertes Geld ebenso wie inflationiertes Geld an Kaufkraft, aber die Währung selbst bleibt stabil, und somit ebenso in Währung ausgedrückte Werte. Ein Festgeldpapier, das beispielsweise 100'000.- und 5% jährlich wert ist, bleibt also bei umlaufgesichertem Geld von konstantem Wert, während es bei einer Inflation von über 5% ständig an Wert verliert. (Bei einer Inflation von 5% ändert sich nichts am Wert des Festgeldpapieres und bei einer Inflation von unter 5% steigt der Wert nur langsam.)

In einem inflationären Geldsystem gibt es durch die Inflation keinerlei Anreiz zu investieren, es kommt ausschließlich zu einem Konsumanreiz, es wird also die Tendenz verstärkt, in Währung ausgedrückte Werte zu Waren zu verkonsumieren (allerdings wird indirekt durch Akzeleratoreffekte eine Konsumsteigerung ebenso eine Investitionssteigerung zur Folge haben).

Umlaufsicherung als Steuer

Die Freiwirtschaft propagiert, die Umlaufsicherung nicht als Steuer zu verstehen, mit der staatliche Ausgaben gedeckt werden sollen. Die Höhe der Umlaufsicherung wäre ein rein geldpolitisches Instrument der Zentralbank, und das durch die Umlaufsicherung dem Wirtschaftskreislauf entzogene Geld würde umgehend ersetzt werden. In den USA durchgeführte Experimente mit sog. "Stamped Scripts", bei denen teilweise bis zu 100% Wertabschreibung pro Jahr geplant waren, schlugen fehl, da derartig hohe Demurragen schlichtweg verhinderten, dass die "Scripts" überhaupt angenommen wurden, und sie somit gar nicht umliefen.

Kritik

Der von Befürwortern des Freigeldansatzes angestrebte niedrige Finanzkapital-Zinssatz führt laut Kritikern zu einer Steigerung von Immobilienpreisen. Freigeldbefürworter sind der Ansicht, dem könne durch eine gemäß dem Freiwirtschaftsmodell durchgeführte Landreform entgegengewirkt werden.

Auch würden Wirtschaftsteilnehmer wegen den ihnen durch eine Umlaufsicherung entstehenden Kosten dazu tendieren, die Nutzung von Freigeld zu vermeiden. Nach Möglichkeit würden sie bei der Erhebung einer Gebühr zur Umlaufsicherung auf eine Alternativwährung ohne eine solche Gebühr ausweichen. Freigeldbefürworter wenden ein, dem widerspreche das Greshamsche Gesetz: „Schlechtes Geld verdrängt gutes“ - Wertminderndes Geld laufe schneller um als wertstabiles und verdränge dieses dadurch. Wirtschaftswissenschaftler wie Friedrich von Hayek weisen jedoch darauf hin,[9] dass das Greshamsche Gesetz nur dann anwendbar sei, wenn Wirtschaftsteilnehmer durch gesetzliche Vorschriften dazu gezwungen werden, „schlechtes Geld“ als Zahlung für Waren und Dienstleistungen ohne Preisaufschlag gegenüber der Zahlung mit „gutem Geld“ zu akzeptieren.

Zudem sei das Argument, eine Umlaufsicherung sei notwendig, damit Geld nicht dem Wirtschaftskreislauf entzogen wird, obsolet: Geldbesitzer entzögen ihr Geld nicht dem Wirtschaftskreislauf, sondern finanzierten damit ihren Konsum oder investierten es. Weiterhin hätte Geld auf Girokonten nicht die von Gesell beschriebenen negativen Effekte, da durch die Vergabe von Krediten ein Ausgleich geschaffen würde.

Libertäre vertreten die Auffassung, eine höhere Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes reiche nicht aus, um den allgemeinen Wohlstand zu erhöhen. Eine Gruppe von Menschen könne nicht allein dadurch ihren Wohlstand erhöhen, indem sie eine Münze mit zunehmender Geschwindigkeit im Kreis laufen lasse. Freiwirtschaftler konzentrierten sich zu sehr auf den Konsum – dieser habe mit wachsendem Wohlstand jedoch nichts zu tun, er sei Ziel und nicht Ursache der Wohlstandsmehrung.[10]

Gelegentlich wird der Vorwurf erhoben, Freigeld stehe in Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Parole „Brechung der Zinsknechtschaft“.[11] Allerdings hatte deren Urheber Gottfried Feder schon 1923 sich scharf gegen Silvio Gesell und dessen Freigeld-Ideen geäußert.[12]

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Broer: Schwundgeld. Bürgermeister Michael Unterguggenberger und das Wörgler Währungsexperiment 1932/33. Studien-Verlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2007, ISBN 978-3-7065-4472-6
  • Margrit Kennedy: Geld ohne Zinsen und Inflation. Ein Tauschmittel das jedem dient. Permakultur Publ., Steyerberg 1990, ISBN 3-9802184-2-2; überarbeitete und erweiterte Ausgabe: Goldmann, München 1991, ISBN 3-442-12341-0
  • Peter Knauer: Arbeitslosigkeit durch einen Systemfehler unseres Geldes? In: Johannes Hoffmann: Irrationale Technikadaptation als Herausforderung an Ethik, Recht und Kultur. Interdisziplinäre Studien IKO – Verlag für Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt 1997, ISBN 3-88939-250-4, S. 244–264
  • Bernard Lietaer: Das Geld der Zukunft. Riemann, München 2002. ISBN 3-570-50035-7
  • Norbert Rost: Eine experimentelle Überprüfung der Aussagen der Freiwirtschaftslehre. Diplomarbeit an der TU Dresden. 2003 (PDF; 2,61 MB; Website des Autors)
  • Tobias Schneegans: Umlaufgesicherte Komplementärwährungen. Gelingen und Scheitern in der Praxis. Diplomarbeit an der Technischen FH Wildau. 2003 (PDF; 171 MB)
  • Bernd Senf: Silvio Gesell: Freiwirtschaftslehre und natürliche Wirtschaftsordnung – weder Kapitalismus noch Sozialismus. In: Die blinden Flecken der Ökonomie. Wirtschaftstheorien in der Krise. dtv, München 2001. ISBN 3-423-36240-5, S. 151–197
  • Thomas Wendel: Das Wörgler Schwundgeldexperiment 1932–1933. In: Kontext Scripten. Nr. 4, Kontext-Verlag, Essen 2000

Dokumentarfilm

Weblinks


Fußnoten

  1. Bernard A. Lietaer: Mysterium Geld, S. 153 f., S. 219. Riemann Verlag GmbH München, 2000, 2. Auflage. ISBN 3-570-50009-8.
  2. Karl Walker: Das Geld in der Geschichte. Lauf bei Nürnberg 1959, S. 29 ff.; Hans Weitkamp: Das Hochmittelalter - ein Geschenk des Geldwesens. Hilterfingen 1984/85, S. 27–53; Bernard A. Lietaer: Mysterium Geld, Riemann Verlag München, 2000, S. 172 ff.; zur Kritik von Paul C. Martin siehe auch Replik auf das „Brakteaten-Märchen“ von Dr. Paul C. Martin
  3. ausführliche Kritik zur Brakteatentheorie
  4. Literatur: Zarlenga, Der Mythos vom Geld
  5. Website des Unterguggenberger Instituts
  6. Website von Regiogeld e. V.
  7. Website der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung
  8. Robert Mittelstaedt: Michael Endes letzte Worte an die Japaner. In: Jacek Rzeszotnik (Hrsg.): Zwischen Phantasie und Realität. Michael Ende Gedächtnisband 2000. Erster Deutscher Fantasy-Club, Passau 2000, ISBN 3-932621-29-8
  9. F. A. Hayek: Denationalisation of Money. The Institue of Economic Affairs, London 1976, S. 41ff. (VI. The Confusion About Gresham’s Law)
  10. Siehe Rahim Taghizadegan: Eine kritische Überprüfung von Freiwirtschaft, Zinskritik und Schwundgeld nach Silvio Gesell. Institut für Wertewirtschaft, Wien 2008, ISBN 3902639091, S. 36. (PDF)
  11. Siehe z. B. haGalil: Der Regio: Geldprobleme? 29. August 2007
  12. Werner Onken: Silvio Gesell im IDGR-Lexikon gegen Rechtsextremismus. Website der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung, 4. Januar 2006

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