USS Akron

USS Akron
ZRS-4 bei der Landung in Sunnyvale/Kalifornien

Die USS Akron (ZRS-4) war ein Starrluftschiff der US-Marine zu Beginn der 1930er Jahre und zu seiner Zeit das größte Luftschiff der Welt. Es war als fliegender Aufklärer entwickelt worden und diente bis zu fünf eigens umgebauten Aufklärungsflugzeugen als fliegender Flugzeugträger.

Inhaltsverzeichnis

Das Luftschiff

Das Schiff war 239 m lang und hatte einen Durchmesser von 40 m. Das Gerippe bestand aus drei Hauptkielen (einer oben, die anderen unten rechts und links) und 10 Hauptringen.

Der Antrieb erfolgt über acht innenliegende Maybach-Motoren mit je 420 kW (570 PS). Bei dem erstmals von vornherein für Helium ausgelegten Starrluftschiff bestand keine Gefahr, dass durch die Motoren das Traggas entzündet werden könnte. Seitlich am Schiffsrumpf, oberhalb der Luftschrauben befanden sich Kondensatoren für die Ballastwassergewinnungsanlage.

Das Traggasvolumen betrug 194.000 m³ (6.500.000 cft), die Höchstgeschwindigkeit 130 km/h. Die Luftschrauben waren schwenk- und reversierbar, um Start und Landung zu vereinfachen.

Zu den Mannschaftsräumen gehörte auch ein Raucherzimmer.

Unter dem Auftriebskörper des Luftschiffs konnten fünf Doppeldecker-Flugzeuge vom Typ Curtiss F9C Sparrowhawk, die mit sogenannten "sky hooks" (dt.: Himmels- oder Lufthaken) ausgerüstet waren, mitgeführt werden.

Bau und Betrieb

USS Akron beim Aussetzen eines Flugzeugs vom Typ Consolidated N2Y

Der Auftrag für den Bau von zwei Großluftschiffen, der USS Akron und der USS Macon, im Wert von acht Millionen Dollar erhielt 1928 die Good Year Zeppelin Corporation, an der die deutsche Luftschiffbau Zeppelin GmbH zu zwei Dritteln beteiligt war.

Maßgeblich an der Konstruktion beteilig war Karl Arnstein. Während der Konstruktionsarbeiten bestand die Marine auf einer Veränderung der Heckflossen. Ursprünglich sollten sie langgestreckt und relativ flach sein und an 3 Geripperingen verankert werden. Die Marineluftschiffer wollten jedoch die untere Flosse von der Führergondel aus sehen können und sie als Aufstandspunkt verwenden. Die veränderten, kürzeren und höheren Flossen waren nur noch an zwei Geripperingen verankert. Dieser Umstand sollte später beim Schwesterschiff USS Macon Bedeutung erlangen.

Das Schiff wurde am 8. August 1931 in der Stadt, in der es gebaut wurde, von der damaligen First Lady Mrs. Herbert Hoover auf den Namen eben dieser Stadt Akron getauft. Die erste Fahrt fand am 2. Oktober 1931 (andere Quelle: 23. September unter Korvettenkapitän Charles E. Rosendahl) statt. Ende Oktober wurde das Schiff an die US-Marine übergeben.

Am 3. November wurde eine zehnstündige Fahrt mit 207 Personen an Bord unternommen – der wahrscheinlich größte Transport von Passagieren, der je mit einem Luftschiff durchgeführt wurde.

US-Marineluftschiff USS Akron

Im Januar 1932 nahm die Akron an einem Flottenmanöver vor der Küste North Carolinas teil. Das Ergebnis war jedoch enttäuschend. Dem Luftschiff gelang es nicht, die Schiffe die es aufklären sollte zu entdecken, während es selbst entdeckt wurde. Im Juni (noch ohne eigene Bordflugzeuge) gelang zwar die Aufklärung der "feindlichen" Schiffe, jedoch leiteten diese ihrerseits Jagdflugzeuge zur Akron, um sie "abzuschießen".

Am 22. Februar 1932 kam es am Boden zu einem Zwischenfall. Das Heck löste sich aus seiner Verankerung und schlug mehrmals auf den Boden. Daraufhin musste die untere Flosse erneuert werden, was bis Ende April dauerte. Einige Monate später kam es in Camp Kerny/Kalifornien zu einem tödlichen Unfall, als das Luftschiff bei der Landung versehentlich Ballast abließ und wieder aufstieg. Drei Männer der Bodenmannschaft ließen die Halteseile nicht los und wurden in die Höhe gezogen. Nur dem Matrosen Bud Cowart gelang es, sich im Seil so lange festzuhalten, bis er fast eine Stunde später an Bord geholt werden konnte. Die anderen beiden stürzten in den Tod.

Im Mai 1932 landete erstmals ein Flugzeug an der Fangeinrichtung des Luftschiffs. Bei seiner Indienststellung war sie noch nicht einsatzbereit gewesen. Die gesamte Sparrowhawk-Staffel stand erst im Herbst 1932 vollständig zur Verfügung.

Das Ende

Die Akron unternahm in 20 Monaten 73 Fahrten mit etwa 1700 Flugstunden ohne größere Havarien. Sie ging auf der 74. Fahrt am 4. April 1933 in den frühen Morgenstunden verloren. Die eigentliche Aufgabe dieser letzten Fahrt bestand in der Kalibrierung einer Funkkompassstation an der Küste.

Es kam zu dem Verlust, nachdem das Luftschiff bereits die ganze Nacht einen sehr schweren Sturm über dem Atlantik vor New Jersey überstanden hatte. Die Steuerkabel zum Leitwerk rissen und das Schiff richtete sich mit dem Bug trotz bereits vollständig abgeworfenem Ballast auf. Dabei berührte das Heck die Wasseroberfläche. Der Höhenmesser des Luftschiffes zeigte jedoch gleichzeitig eine Fahrhöhe von 240 Metern an. Das Schiff wurde nach kurzer Zeit von der See verschlungen.

Nur drei der 76 Besatzungsmitglieder überlebten den Morgen. Ein vierter Mann starb kurz nach seiner Rettung noch an Bord des deutschen Motorschiffes „Phoebus“, das den Absturz beobachtet hatte und zu Hilfe geeilt war. Die Suche nach Überlebenden hatte sich durch die Wetterlage schwierig gestaltet. Bis heute ist dies das schwerste Luftschiffunglück der Geschichte mit der größten Opferzahl. Ein Grund für die vielen Toten war das Fehlen von Rettungswesten bzw. -inseln. Dieser Fehler wurde bei der USS Macon behoben.

Unter den Opfern waren auch der Kommandant Frank McCord, Konteradmiral William A. Moffett, Leiter der Marine-Luftschiffabteilung, und Fregattenkapitän Frederick Berry, Kommandant des Marinefliegerstützpunktes in Lakehurst, die sich ebenfalls an Bord befunden hatten. Während der Suche nach möglichen Überlebenden verunglückte das Prallluftschiff J-3 und forderte dabei zwei weitere Opfer. Auch das Schwesterschiff USS Macon, das letzte Großluftschiff der US-Marine, das noch im April 1933 fertiggestellt wurde, ging später bei einem Unfall über See verloren.

Der Marine-Luftschiffstützpunkt in Sunnyvale, Kalifornien wurde nach dem Tod des Admirals in Moffett-Field umbenannt.

Siehe auch

Literatur

  • Peter Kleinheins: Die grossen Zeppelin Die Geschichte des Luftschiffbaus, VDI-Verlag Reihe -Klassiker der Technik- Düsseldorf 1985 ISBN 3-18-400687-5

Weblinks


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