Trebišnjica


Trebišnjica
Die Trebišnjica im Zentrum von Trebinje

Die Trebišnjica (kyrillisch Требишњица) ist ein Fluss in Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Kroatien, der 98 km oberirdisch und weitere 89 km unterirdisch verläuft.

Die Trebišnjica fließt durch die Stadt Trebinje. Hinter der Stadt durchquert sie auf 25 km die Ebene Popovo polje, bevor sie nahe Hutovo unter der Erde verschwindet.

Der Fluss wurde an mehreren Stellen zur Trinkwasser- und Energiegewinnung aufgestaut und bildet die Stauseen Bilećko jezero und Goričko jezero.

Inhaltsverzeichnis

Lauf

Oberlauf

Die Trebišnjica entsteht in einem Karstgebiet der östlichen Herzegowina aus zwei Quellflüssen, die in den Höhenzügen Lebršnik bzw. Čemerno entspringen:

  • der Mušnica, die die Hochebene Gatačko polje (Gacko-Feld) von Osten nach Westen quert (vom Lebršnik bis Bjelašnica), dabei durch den Klinje-See und die Ortschaften Avtovac, Gacko, Srđevići, Bašići, Drugovići, Kula and Branilovići fließt, bevor sie im Cerničko polje (Cernica-Feld) in den Karst einschneidet und westlich des Berges Baba) in der Nähe der Dörfer Cernica und Ključ als Ključka rijeka (Ključ-Fluss) in der Erde versickert.
  • der Gračanica, die vom Čemerno nahe der Orte Bahori und Gračanica ebenfalls in das Gatačko polje fließt und sich bei Srđevići mit der Mušnica vereinigt. Beide Quellflüsse wechseln ihre Fließrichtung häufig und abrupt.

Im südlich gelegenen Fatničko polje (Fatnica-Feld) erreicht der Fluss für ein kurzes Stück wieder die Oberfläche und wird dort Fatnička rijeka (Fatnica-Fluss) genannt.

Mittellauf

Nach etwa 30 km unterirdischem Verlauf taucht das Wasser der Fatnička rijeka in Form mehrerer kräftiger Quellen nahe der Stadt Bileća wieder auf. Die Quellbäche vereinigen sich wenig später zur eigentlichen Trebišnjica, dem wichtigsten Fluss in der östlichen Herzegowina, der von dort durch die Miruša-Senke nach Süden fließt. Am südlichen Ende der Miruša-Senke bei Gornje Grnčarevo wurde der Fluss zum Bilećko jezero aufgestaut, dessen Ostufer fast vollständig in Montenegro liegt.

Zwischen Donje Grnčarevo und Lastva biegt die Trebišnjica nach Westen in das Trebinjsko polje und wird dort bei Gorica erneut in einer kleinen Talsperre gestaut. Sie fließt dann entlang der südlichen Abhänge des Gebirgszuges Bjelašnica durch die Stadt Trebinje und die Ortschaften Dražin Do, Tvrdoš, Gornja Kočela und Donja Kočela, bevor sie die größte Karstsenke (Polje) des Balkans, das Popovo polje (Priesterfeld) erreicht.

Im Popovo polje versickerte die Trebišnjica ursprünglich direkt hinter Trebinje, wurde aber in den 1970er Jahren kanalisiert und fließt heute oberirdisch durch die Senke, vorbei an den Dörfern Staro Slano, Đedići, Dobromani, Žarkovo, Tilje, Sedlari, Grmljani und Zavala. Bei Zavala befindet sich die Vjetrenica-Höhle, die größte in Bosnien und Herzegowina. Danach wendet sich der Fluss nach Norden, fließt in einer weiten Biegung an den Orten Dvrsnica, Orašje, Čavaš und Turkovići vorbei und verschwindet schließlich im unteren Popovo polje, nahe der kroatischen Grenze, in mehreren kluftartigen Versickerungsstellen (die beiden wichtigsten: Doljašnica und Ponikva).

Unterlauf

Das Wasser der Trebišnjica kommt unterhalb des Popovo polje an drei verschieden Orten wieder zum Vorschein:

  • eine Reihe von Unterwasserquellen (vrulje genannt, das heißt kochendes Wasser) in der Nähe des Hafens von Slano in Kroatien, nordwestlich der Stadt Dubrovnik.
  • nach 20 km unterirdischem Verlauf tritt die Trebišnjica als kräftige Quelle in der großen Höhle bei Gruž im Westen von Dubrovnik wieder hervor und speist den Fluss Ombla (auch Umbla oder Dubrovačka rijeka; Fluss von Dubrovnik). Die Ombla ist nur 4,2 km lang, aber recht breit und mit einem mittleren Abfluss von 24 m³/s sehr wasserreich; auf der Karte erscheint sie als Bucht der Adria nördlich von Dubrovnik. Der untere Teil des Flusses (draga) wird bereits vom Meer überflutet, ist aber als deutliche unterseeische Strömung zu erkennen. Die Wassertiefe in diesem Bereich beträgt bis zu 30 m. Im Gegensatz zu allen anderen Abschnitten der Trebišnjica ist die Ombla auf 3,7 km Länge schiffbar. Einige Vororte von Dubrovnik (Mokošica, Komolac, Rožat, Prijevor, Lozica) erstrecken sich entlang des Flusses, dessen Wasser schon seit 1437 in den Wasserwerken von Dubrovnik genutzt wird.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Trebšnjica umfasst insgesamt 4.926 km², wovon etwa 600 km² gleichzeitig zum Einzugsgebiet der Neretva gehören (Čapljina-Quelle). Der Mittellauf als längster oberirdischer Abschnitt der Trebišnjica entwässert 2.225 km².

Regulierung

Obwohl die Trebišnjica in einem geologisch instabilen Karstgebiet und vergleichsweise unregelmäßig fließt, besitzt sie ein großes hydroelektrisches Potential, das durch verschiedene Regulierungsmaßnahmen nutzbar gemacht wurde, die zu den umfangreichsten ihrer Art im damaligen Jugoslawien gehörten.

  • 1965 wurde der Fluss bei Gorica aufgestaut, wodurch ein Reservestausee für das zukünftige Wasserkraftwerk Trebinje entstand. Das Wasser dieses Sees wird über zwei 16 km lange Tunnel bis in den kroatischen Ort Plat an der Adriaküste bei Cavtat geführt und treibt dort das Wasserkraftwerk Dubrovnik an.
  • 1967 Bei Grnčarevo wurde der Hauptstaudamm für das Wasserkraftwerk Trebinje errichtet. Es entstand der Bilećko jezero (Bileća-See oder auch Miruša-See) mit einer Fläche von 33 km², einer maximalen Wassertiefe von 104 m, und einem Volumen von 1,3 Milliarden m³. Der Seespiegel liegt auf 400 m Höhe. Die alte Arslanagić-Brücke wurde abgetragen und in Trebinje wieder aufgebaut. Zusammen haben die beiden Wasserkraftwerke Dubrovnik und Trebinje eine Leistung von 422 MW und produzieren jährlich bis zu 2,19 Milliarden kWh Strom.
  • 1979 wurde das Wasserkraftwerk Čapljina fertiggestellt, das über einen 8 km langen Tunnel und zwei Staubecken (mit einem Volumen von 12,5 Millionen m³) versorgt wird. Das Kraftwerk hat eine Leistung von 430 MW (2 x 215 MW) und kann jährlich bis zu 619 Millionen kWh produzieren.
  • 1979 Um Versickerungen im Bereich des Popovo polje zu reduzieren, wurde der Fluss auf 67 km Länge kanalisiert.
  • 2006 wurde ein weiterer Tunnel von 15,6 km Länge fertiggestellt, der einen Teil des Wassers aus dem Fatničko polje direkt in den Bileća-See leitet.

Quellen

  • Mala Prosvetina Enciklopedija, 3. Auflage (1985); Prosveta; ISBN 86-07-00001-2
  • Jovan Đ. Marković (1990): Enciklopedijski geografski leksikon Jugoslavije; Svjetlost-Sarajevo; ISBN 86-01-02651-6

Weblinks

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