Tourismus in Sierra Leone


Tourismus in Sierra Leone

Der Tourismus in der Republik Sierra Leone spielt derzeit noch eine untergeordnete wirtschaftliche Rolle. Vor dem Bürgerkrieg war Sierra Leone ein Geheimtipp und wurde vor allem von französischen Touristen besucht (ca. 30.000 im Jahr). Es gab einige große Hotels nach internationalem Standard in Freetown sowie einige recht luxuriöse Lodges und Unterkünfte entlang der Freetown Peninsula.

Nach Ende des 10-jährigen Bürgerkrieges entwickelt sich der Tourismussektor zu einem der fünf wichtigsten Wirtschaftszweige und ist ein wichtiger Devisenbringer. Viele der alten Hotels werden zwar nicht mehr betrieben, es haben sich aber neue entwickelt. Insgesamt ist Sierra Leone dennoch eine vom Tourismus fast unberührte Destination. Das Land ist auch als die Karibik Afrikas bekannt. Die Zahl der Touristen im Jahr 2008 lag bei etwa 4000, die aller einreisender Personen bei 35.000.[1] 2010 reisten 38.615 Personen nach Sierra Leone, davon 7728 Touristen. 537 aller Reisenden stammten aus Deutschland[2]

Inhaltsverzeichnis

Anreise und Transport

Fast alle Reisende reisen nach Sierra Leone über den Lungi International Airport nahe Freetown bzw. über den Hafen von Freetown ein. Der Hafen ist der drittgrößte Naturhafen der Erde und soll 2012 wieder von großen Kreuzfahrtschiffen angefahren werden. Regelmäßige Linienflugverbindungen ab Europa werden zur Zeit nur ab Brüssel oder London angeboten.

Der Lungi International Airport (FNA) befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Sierra Leone River. Transfers sind per Fähre (45 Minuten), Luftkissenboot (20 Minuten), Helikopter (10 Minuten) sowie Bus (4 Stunden) möglich.

In Freetown kann man sich gut zu Fuß bewegen und die Stadt erkunden. Für eine Tour "up country" ist ein Geländewagen (mit Fahrer) notwendig. Diesen gibt es inkl. Fahrer, Benzin und Versicherung ab US$ 120 (€ 85) pro Tag. Nach Fertigstellung der Peninsula-Straße kann man die beliebten Strände wie River No. 2 Beach auch mit einem PKW erreichen. Taxis verkehren in Freetown (keine Taxischilder vorhanden, aber die offiziellen erkennt man an der gelben oder roten Farbe mit rot bzw. gelb abgesetzten Türen und Kotflügeln). Minibusse, sog. "Poda Poda" verkehren überall, sind jedoch in schlechtem Zustand und total überladen. Klimatisierte Überlandbusse fahren vom Busbahnhof in Freetown in verschiedene andere Städte im Land. Eagle Air fliegt von Freetown verschiedene Städte im Land an (größtenteils vom Stadtnahen Flughafen Freetown-Hastings.

Freetown

Blick auf Freetown vom Tower Hill

Sehenswertes

Einer der bekanntesten touristischen Anlaufstellen ist der weltberühmte Cotton Tree ("Baumwoll-Baum"). Der riesige Baum steht heute im Stadtzentrum von Freetown und steht an dieser Stelle wohl mindestens schon seit 1787. Hier befindet sich auch das kleine Sierra Leone National Museum, das einzige des ganzen Landes. Es ist durchaus einen Besuch wert. Sehenswert sind auch die zahlreichen Märkte, für Touristen insbesondere der überdachte Big Market im Zentrum der Stadt.

Architektonisch interessant sind außerdem das Gebäude des Obersten Gerichtshofes, die sog. "Portugiesischen Treppen", verschiedene Kirchen wie die St. Johns Maroon Church (von 1829), St. George's Cathedral (1828), Foulah Town Moschee (1830) und die römisch-katholische Sacred Heart Cathedral sowie das Tor zum Old Kings Yard und die drei historischen Kanonen an der Stadtgrenze.

Sehenswert ist außerdem das Eisenbahn-Museum in Cline Town mit der größten und schwersten jemals erbauten Schmalspur-Lokomotive.

Lumley Beach in Freetown

Die sauberen, weißen, feinsandigen Strände, sind außer zu Ostern und Weihnachten die Lumley Beach fast menschenleer. Lumley Beach, direkt in Freetown ist ein beliebter Anlaufpunkt. Hier befindet sich auch die Touristeninformation sowie einige beliebte Strandcafés.

Für die Unterhaltung und Freizeit bieten sich die verschiedene Restaurants und Cafés an der Lumley Beach, zwei Casinos, ein Entertainment-Komplex, Golfplatz und Wassersport sowie Angel-, Boots- und Tauchtouren an.

Unterkünfte

Nach Ende des Bürgerkrieges haben sich einige wenige neue Unterkünfte - vor allem in Freetown - etabliert. Wenige entsprechen europäischem Standard. Momentan kann wohl die Country Lodge in Freetown, nicht nur aufgrund des exzellenten Restaurants, als beste Unterkunft des Landes bezeichnet werden.

Zudem gibt es saubere, einfache und zweckmäßige Unterkünfte auf Banana Islands (Banana Island Chalets) und im Tacugama Schimpansen-Schutzgebiet vor den Toren Freetowns sowie sehr einfache Zeltcamps im Outamba-Kilimi-Nationalpark und auf Tiwai Island im Moa Fluss.

Restaurants/Essen

In Freetown befinden sich einige Restaurants. Hummer und andere Meerestiere gibt es fangfrisch fast überall zu überaus günstigen Preisen. Neben Fischgerichten werden lokale westafrikanische Küche (Potatoe Leaves, Cassava, etc.), chinesische und libanesische Küche angeboten.

Umgebung von Freetown

River No. 2 Beach, Freetown Peninsula
  • Strände, v.a. River No. 2 Beach (30 Minuten von Freetown), Lakka Beach, Toke Beach, Mamma Beach und Kent Beach
  • Banana Islands
  • Bunce Island, ehemals einer der größten Sklavenhandelsplätze Afrikas
  • Tacugama Chimpanzee Sanctuary, eines der wichtigsten Schimpansenschutzprojekte der Erde
  • Turtle Islands

Hinterland und Städte

Mehr Städte und lokale touristische Sehenswürdigkeiten finden sich in der Liste der Städte in Sierra Leone.

Einzelnachweise

  1. Tourism Bulletin 2010, Statistics Sierra Leone
  2. 2010 TOURISM STATISTICS, National Tourist Board of Sierra Leone abgerufen am 15. Juli 2011

Weblinks


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