Tom Toelle


Tom Toelle

Tom Toelle (* 19. Mai 1931 in Berlin; † 25. März 2006 in München) war ein deutscher Regisseur.

Leben und Schaffen

Im Jahre 1950 begann Toelle zunächst ein Studium der Philosophie und Geschichte an der Freien Universität Berlin, arbeitete nebenbei jedoch schon als Regieassistent an Berliner Bühnen und später sogar bei Funk und Fernsehen, weshalb er sein Studium 1954 aufgab. Daneben schrieb er noch Hörspiele, drehte Werbefilme und inszenierte Theaterstücke, und zwar am Hamburger Thalia-Theater und am dortigen Schauspielhaus sowie am Schillertheater und Schlossparktheater in Berlin und am Zürcher Schauspielhaus, aber auch bei den Bad Hersfelder Festspielen. Weiterhin inszenierte er Opern am Aalto-Theater Essen.

Sein wohl berühmtestes Regiewerk war der seinerzeit einen Skandal auslösende Fernsehfilm Das Millionenspiel, nach einem Buch von Wolfgang Menge, für den er 1971 mit dem Prix Italia ausgezeichnet wurde. Der Film, an dessen Drehbuch er als Co-Autor beteiligt war, nahm in der Zeit vor dem Aufbruch der Privatsender die Entwicklung des von Werbeeinnahmen gesteuerten Mediums Fernsehen vorweg.

1985 drehte Toelle mit Mario Adorf in der Hauptrolle den Film Via Mala, 1995 den ebenfalls aufsehenerregenden Film Der Trinker, nach Hans Falladas gleichnamigem Roman, mit Harald Juhnke in der Titelrolle (Drehbuch: Ulrich Plenzdorf). Zu vielen seiner Filme schrieb Toelle das Drehbuch selbst.

Von 1981 bis 1989 war Toelle neben seiner Regietätigkeit - zusammen mit Eberhard Hauff - geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes Regie (BVR) in München, dem Berufsverband der Film- und Fernsehregisseure in Deutschland. 1994 wurde er Dozent an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, 1998 erfolgte dort die Ernennung als Professor für den Studiengang „Regie/Szenischer Film“. Verheiratet war Tom Toelle mit der Schauspielerin Ulli Philipp.

Filmografie

  • 1968: Ida Rogalski - Fernsehserie (Regie)
  • 1968: Der Kidnapper (Regie)
  • 1970: Das Millionenspiel (Regie, Buch)
  • 1971: Tatort - Kressin und der Laster nach Lüttich (Regie)
  • 1977: Wo gehts lang, Kutti? (Regie)
  • 1978: Grüß Gott, ich komm von drüben (Regie, Buch)
  • 1985: Via Mala (Regie) nach dem Roman von John Knittel
  • 1987: Der Schrei der Eule (Regie) nach dem gleichnamigen Roman von Patricia Highsmith
  • 1988: Crash (Regie)
  • 1993: König der letzten Tage, Miniserie (Regie)
  • 1994: Deutschlandlied (Regie)
  • 1995: Der Trinker (Regie)
  • 1998: Lonny, der Aufsteiger (Regie, Buch)
  • 2001: Wenn die Liebe verloren geht (Regie, Buch)

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Toelle — oder Tölle ist der Familienname folgender Personen Carola Toelle (1893–1958), deutsche Schauspielerin Christoph Tölle (1898–1977), deutscher Politiker und Landtagsabgeordneter (CDU) Ludwig Ernst Toelle (1822–1886), deutscher Textilfabrikant… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/To — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Millionenspiel — Filmdaten Deutscher Titel: Das Millionenspiel Originaltitel: Das Millionenspiel Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland Erscheinungsjahr: 1970 Länge: 95 Minuten Originalsprache: Deut …   Deutsch Wikipedia

  • Das Millionenspiel — Filmdaten Originaltitel Das Millionenspiel Produktionsland Bundesrepublik Deutschland …   Deutsch Wikipedia

  • Hans-Christian Blech — und Lotte Berger in Was ihr wollt (1938) Hans Christian Blech (* 20. Februar 1915 in Darmstadt; † 5. März 1993 in München) war ein deutscher Schauspieler …   Deutsch Wikipedia

  • Hans Christian Blech — und Lotte Berger in Was ihr wollt (1938) Hans Christian Blech (* 20. Februar 1915 in Darmstadt; † 5. März 1993 in München) war ein deutscher Schauspieler …   Deutsch Wikipedia

  • Manfred Gruber (Künstler) — Manfred Gruber (* 24. Januar 1951 in Erkshausen, einem Stadtteil von Rotenburg an der Fulda in der Nähe von Bad Hersfeld) ist ein deutscher Künstler (Maler, Grafiker und Bühnenbildner). Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Tätigkeiten 2 Ausstattung von …   Deutsch Wikipedia

  • Heino Ferch — Heino Ferch, 2007 Heino Ferch (* 18. August 1963 in Bremerhaven) ist ein deutscher Filmschauspieler. Durch seine Rollen in den Fernseh Zweiteilern Der Tunnel, Das Wunder von Lengede und Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei ist er einem großen …   Deutsch Wikipedia

  • Deutsche Filme — Diese Liste enthält bedeutende deutsche Filme, die international oder national erfolgreich waren oder an wichtigen Filmpreisverleihungen teilnahmen. Die Besucherzahlen sind nationale, nicht weltweite Angaben. Als „deutsche Filme“ werden hier… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste deutscher Filme — Diese Liste enthält bedeutende deutsche Filme, die international oder national erfolgreich waren oder an wichtigen Filmpreisverleihungen teilnahmen. Die Besucherzahlen sind nationale, nicht weltweite Angaben. Als „deutsche Filme“ werden hier… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.