Tiefflieger

Tiefflieger
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Tiefflug im Rahmen einer Flugvorführung
Tiefflug einer MiG-29
Landwirtschaftsflugzeug im Tiefflug
Löschflugzeug im Tiefflug

Tiefflug wird der andauernde Flug eines Flugzeugs im Höhenbereich zwischen 10 m und 600 m Flughöhe genannt.

Inhaltsverzeichnis

Militärischer Tiefflug

Der militärische Tiefflug mit Kampfflugzeugen dient dem Unterfliegen des Luftraumkontrollradars und der Vermeidung gegnerischen Abwehrfeuers. Das Unterfliegen beruht darauf, dass das Kontrollradar regelmäßig den Radarkontakt zum Flugzeug durch natürliche Hindernisse verliert und es so nicht verfolgen kann. In der Bundesrepublik Deutschland wurden die natürlichen Lücken in der Radarabeckung von kleinen Radareinheiten des TMLD gedeckt. Diese hätten aber in der geringen zur Verfügung stehenden Zeit für eine Zielführung nicht schnell genug reagieren können. Somit hätte man im militärischen Tiefflug Abwehrfeuer und Abfangraketen größtenteils vermeiden können.

Zur Zeit des Kalten Krieges wurden Tiefflugübungen von NATO-Luftstreitkräften auch in sogenannten sieben Tiefstflugzonen (u.a. im Raum Borken, Cloppenburg, Nördlingen, Holzminden, Schneverdingen und Itzehoe) von 75 bis 150 Metern nahe der Schallgeschwindigkeit durchgeführt. Tiefflüge im gesamten Bundesgebiet waren bis auf Gebiete in der Nähe von Militäranlagen, zivilen Flufghäfen, Industrieanlagen und eines 50 km breiten Streifens entlang der Grenze zur DDR und der CSSR in Höhen von 150 bis 450 Metern erlaubt. 1986 wurden rund 87.000 Tieflüge vom Bundesverteidigungsministerium erfasst, davon rund 32.000 durch die Bundeswehr.

Aufgrund der veränderten Bedrohungslage nach 1991 wurden diese zunächst reduziert. Der Übungserfolg ist dabei heute ohnehin gering, da die eingesetzten Maschinen über eine automatische Terrainverfolgung verfügen. Tiefflugübungen finden heute in der Regel in einer Höhe zwischen 300 und 450 Metern statt. Nachts gilt zusätzlich eine Beschränkung auf 780 km/h (Stand 2005).

Ziviler Tiefflug

Nach Luftverkehrsverordnung beträgt die Sicherheitsmindesthöhe über Städten und bebautem Gebiet 300 m, über sonstigen Landstrichen und Wasser 150 m Mindesthöhe bei Überlandflügen nach Sichtflugregeln. Diese Höhen dürfen nur zum Start und zur Landung unterschritten werden. Segelflugzeuge dürfen diese Höhe auch unterschreiten, wenn der Betrieb dies notwendig macht. Gleiches gilt für landwirtschaftliche Flüge und Feuerlöscheinsätze, wo regelmäßig in 10 m Flughöhe geflogen wird.

Bei Hängegleiter und Gleitsegel ist der Tiefflug vielfach der Normalzustand, da so insbesondere an Hängen thermische und dynamische Aufwinde optimal genutzt werden können.

Extremer Tiefflug wird auch als Teil der Luftakrobatik geübt, wobei es zu Flughöhen bis herab zu einem Meter kommt. Ähnliches gilt für den Betrieb von Bodeneffektfahrzeugen.

Belästigungen

Tieffliegende Flugzeuge erzeugen eine Geräuschbelästigung, welche heutzutage keine Akzeptanz mehr in der Bevölkerung findet. So wurde beispielsweise in der Schweiz eine Initiative eingereicht, welche das Ziel hat, militärische Tiefflüge in den Tourismusregionen komplett zu verbieten. Es gibt zahlreiche Vereinigungen, die gegen die Belastungen durch den Fluglärm eintreten.

Gefahren

Durch die Nähe zum Boden ist die Reaktionszeit im Falle eines technischen Defekts gering. Die Unfallwahrscheinlichkeit ist gegenüber dem sonstigen Flugbetrieb gesteigert.

Weblinks


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