Thomas Limberger

Thomas Limberger

Thomas Peter Limberger (* 22. Juli 1967 in Bad Homburg) ist ein deutscher Industriemanager. Von 2007 bis 2010 war er Vorstandschef der Von Roll Holding AG.[1]

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Nach dem Abitur studierte Thomas Limberger Wirtschaftswissenschaften in Frankreich und den USA. 1994 schloss er sein Studium mit der Fachrichtung „Finance and Strategic Management“ mit einem Master of Business Administration ab.

Beruf und Karriere

  • 1995 – 2001: Fresenius AG und Fresenius Medical AG, Bad Homburg, Deutschland: Verschiedene Managementfunktionen
  • 2001 – 2006: General Electric Deutschland, Österreich und Schweiz, München, Deutschland: CEO und Länderverantwortlicher
  • 2006 – 2007: OC Oerlikon AG, Pfäffikon SZ, Schweiz: CEO und Vizepräsident des Verwaltungsrats
  • 2007 - November 2010: Von Roll Holding AG, Wädenswil, Schweiz: Verwaltungsratspräsident und CEO
  • ab Dezember 2010: Gesellschafter eines eigenen Industriebeteiligungsunternehmens

Nach seinem MBA begann Limberger 1995 seinen beruflichen Werdegang bei der heutigen Fresenius SE & Co. KGaA. Mit der Übernahme der National Medical Care in den USA formierte sich die Fresenius Medical Care AG, in der Limberger in verschiedenen Managementfunktionen bis 2001 tätig war.

Im Januar 2001 verließ er die Fresenius Medical Care AG und wurde kurz darauf Vorstandsmitglied der General Electric Deutschland. Er übernahm dort zunächst den Geschäftsbereich Industrial. 2002 wurde er zum Repräsentant der General Electric Deutschland, Österreich, Schweiz berufen. In dieser Funktion war er geschäftsübergreifend für alle Aktivitäten der General Electric in Zentraleuropa zuständig (Industriegüter, Finanzdienstleistung).

Sein Engagement und den medialen Einsatz brachte Limberger in der politischen Szene in Berlin ins Gespräch. Johannes Rau (- Redeabduck) erwähnte Limberger in seiner Rede vor dem Deutschen Stifterverband als Beispiel für einen Unternehmer der die Vorzüge des Standortes als einer der ersten erkannte und dort erfolgreich investierte. In verschiedenen Gesprächen mit der deutschen politischen Führung, u.a. mit Gerhard Schröder, Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier, bezog er immer Stellung für den europäischen Standort.

Im Mai 2004 wählte die Generalversammlung der OC Oerlikon AG (damals Unaxis AG) Limberger in den Verwaltungsrat. Ein Jahr später wurde Limberger, nach einem Grossaktionärswechsel, zum Vorstandsvorsitzenden und Vizepräsident des Verwaltungsrats gewählt. Limberger trat diese Position an mit dem Ziel den Konzern wieder profitable zu machen. Unter anderem war sein Ziel die Zentralisierung der Entscheidungsbefugnis was bei einem derart diversifierzierten Konzern wie Oerlikon als wenig sinnhaft angesehen wurde. Er führte den Konzern aus der Verlustzone (minus 340 Millionen Schweizer Franken 2004)und erreichte schon 2006 einen Rekordgewinn von über 320 Millionen Schweizer Franken. Für diese Arbeit und den rasanten Aufstieg der Oerlikon-Aktie erhielt das Unternehmen den Dow Jones EUROSTOXX 500 Preis für die beste Aktie Europas. Nach Meinungsverschiedenheiten über die strategische Ausrichtung mit dem Verwaltungsratspräsidenten Georg Stumpf musste Limberger das Unternehmen im Mai 2007 verlassen. Die Wirtschafts- und Boulevardpresse stilisierte Limberger zum Sinnbild einer neuen Managergeneration. Dies führte zu verschiedenen positiven aber auch vielen negativen Stimmen in der Presse. Die dt. Zeitung Handelsblatt beschrieb Limberger und seinen Managementstil als „Jack Welch der Alpen“. Die Financial Times Deutschland folgte mit dem Titelporträt „Zack, Zack“ und kürzlich stellte Die Zeit den Manager als den erfolgreichen dennoch anderen „Wirbelwind“ dar.

Wenige Monate nach dem Ende bei Oerlikon begann Limberger bei der Von Roll Holding AG. Von Roll ist Weltmarktführer in den Bereichen von Isolationsprodukten und Systemen für die Elektromaschinenindustrie sowie in der Herstellung von Verbundwerkstoffen und Teilen für verschiedenste Industrieanwendungen. Zudem stellt die Firma hitze- und feuerbeständige Isolationsprodukte her, welche in der Kabelherstellung und Elektronikindustrie ihre Anwendung finden.



Quellen

Einzelnachweise

  1. Der Baron lässt Limberger fallen, NZZ vom 15. November 2010

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