Strudelhofstiege


Strudelhofstiege
Strudlhofstiege
Die Strudlhofstiege bei Nacht
Strudlhofstiege

Die Strudlhofstiege ist eine Freitreppe im 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund. Sie überbrückt den Niveau-Unterschied zwischen der Strudlhofgasse und der Liechtensteinstraße.

Geschichte

Die am 29. November 1910 eröffnete Treppenanlage wurde nach einem Entwurf von Johann Theodor Jaeger aus Mannersdorfer Kalkstein erbaut und gilt als bedeutendes Bauwerk des Jugendstils. 1984 wurde die Strudlhofstiege renoviert. Seit Herbst 2008 ist sie nur über eine provisorische Holztreppe begehbar, da sie erneut renoviert wird. Geplantes Datum der Fertigstellung ist Mitte 2009.

Sie ist, wie die Gasse, nach dem Bildhauer und Maler Peter Strudel benannt, der oberhalb der Stiege ein Grundstück besaß und dort 1690 den Strud(e)lhof errichten ließ. Die Anlage ist mit einem zweiteiligen Brunnen geschmückt. Über dem unteren Becken dient eine Kopfmaske als Wasserspeier, über dem oberen Becken spendet ein Fischmaul in einer mit Mosaik ausgelegten Nische Wasser.

Der 1951 erschienene Roman Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre des österreichischen Autors Heimito von Doderer ist nach dieser Freitreppe benannt, in deren Umkreis einige zentrale Ereignisse des Romans spielen. Seine Widmung an diesen Ort:

Wenn die Blätter auf den Stufen liegen
herbstlich atmet aus den alten Stiegen
was vor Zeiten über sie gegangen.
Mond darin sich zweie dicht umfangen
hielten, leichte Schuh und schwere Tritte,
die bemooste Vase in der Mitte
überdauert Jahre zwischen Kriegen.

Viel ist hingesunken uns zur Trauer
und das Schöne zeigt die kleinste Dauer.

Heimito von Doderer: Auf die Strudlhofstiege zu Wien[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1985, ISBN 3-423-01254-4.

48.22222222222216.3577777777787Koordinaten: 48° 13′ 20″ N, 16° 21′ 28″ O


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