Stewart Island


Stewart Island
Stewart Island
Satellitenbild von Stewart Island
Satellitenbild von Stewart Island
Gewässer Südpazifik
Geographische Lage 46° 58′ 59″ S, 167° 53′ 7″ O-46.983055555556167.88527777778981Koordinaten: 46° 58′ 59″ S, 167° 53′ 7″ O
Stewart Island (Neuseeland)
Stewart Island
Fläche 1.680 km²
Höchste Erhebung Mount Anglem
981 m
Einwohner 600
<1 Einw./km²
Hauptort Oban
Blick auf Oban und die Halfmoon Bay
Blick auf Oban und die Halfmoon Bay

Die Stewartinsel (englisch Stewart Island, in der Sprache der Māori Rakiura, offiziell Stewart Island/Rakiura[1]) ist die drittgrößte Insel Neuseelands. Sie schließt sich 30 km südlich an die Neuseeländische Südinsel an. Ihre Fläche von 1.680 km² entspricht 65,4 % der Fläche des Saarlandes.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stewartinsel ist 1.680 km² groß und kaum bewohnt; die einzige Ansiedlung ist Oban. Oban, in der Bucht Halfmoon Bay gelegen, hat etwa 600 Einwohner. Damit beträgt die Bevölkerungsdichte der gesamten Insel 0,36 Einwohner/km² (zum Vergleich: Rügen: 72 Einwohner/km²). Die etwa 70 km×40 km große Insel ist stark bewaldet und gebirgig. Höchste Erhebung ist der Mount Anglem mit 981 m. Der südlichste Punkt ist das Südwestkap. Die Küstenlinie ist stark zergliedert, insbesondere durch die Paterson-Bucht, die sich weit ins Inselinnere zieht. In der Paterson-Bucht liegen wiederum mehrere kleine Inseln wie Ulva Island und Native Island. Von der Südinsel ist die Stewartinsel durch die Foveauxstraße getrennt, die als sehr stürmisch gilt und in der die heute unbewohnte Ruapuke-Insel liegt. Das Klima ist, bedingt durch warme Strömungen, die die Insel umspülen, für die südliche Lage recht moderat. Insbesondere die Winter fallen relativ mild aus. Insgesamt ist das Klima unbeständig, feucht und windig.

Tier- und Pflanzenwelt

Die Insel beheimatet den Tokoeka oder Südlichen Streifenkiwi (Apteryx australis), eine der fünf Arten des Kiwi, des neuseeländischen Wappenvogels. Auf Stewart Island befindet sich auch eine Brutkolonie des seltenen Gelbaugenpinguins.

Schon bei den Māori als Nahrungsquelle begehrt war Titi - das Küken des Dunklen Sturmtauchers (Puffinus griseus). Eine warme Strömung verbindet das australische Great Barrier Reef direkt mit der Stewartinsel und sorgt in den flachen Gewässern vor der Küste für besonders klares, warmes Wasser und eine artenreiche Unterwasser-Fauna.

Entdeckung und Besiedlung

Geringe Spuren einer Besiedlung durch die Māori lassen sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. In der Sprache der Māori hieß die Insel außer Rakiura (Glühende Himmel) auch Te Punga o te Waka a Maui (Anker von Maui's Kanu). Insgesamt bevorzugten sie eher die kleine Insel Ruapuke auf halbem Wege zum Festland, da diese sich leichter verteidigen ließ. James Cook sichtete die Insel als erster Europäer bei seiner Umseglung der Südinsel im Jahre 1770. Da er annahm, Stewart Island sei mit dem Festland verbunden, nannte Cook sie Südkap und hielt weiter nach Süden.

Erst etwa Februar 1809, auf einer Robbenjagd-Fahrt zu einer Inselgruppe vor der neuseeländischen Südinsel, entdeckte Kapitän Bunker mit der Pegasus die Wasserstraße zwischen der neuseeländischen Südinsel und der Stewartinsel (Foveauxstraße) und erkannte dadurch, dass die vermeintliche Halbinsel eine Insel sein musste. In den damaligen Berichten taucht jedoch noch kein Name für die Insel auf. Im August des Jahres fuhr das Schiff vom australischen Port Jackson aus die Südküste der damals unbewohnten Stewartinsel entlang, diesmal unter Kapitän S. Chace. An Bord war auch der Erste Offizier William Stewart, nach dem die Insel später benannt wurde. Er kartographierte Teile der Südküste, vor allem South Port, das heutige Pegasus Port, und gab die Karte an den Herausgeber des Oriental Navigator. 1816 veröffentlichte der die Karte, wobei zum ersten Mal der Ausdruck Stewart's Island benutzt wurde; die Karte wurde von der britischen Marine und Händlern noch bis 1840 benutzt.[2] Irrtümlich wird Stewart allerdings manchmal als Entdecker der Insel oder der Foveauxstraße bezeichnet.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts gab es einige europäische Besiedlungsversuche im Hinterland. Ansiedlungen mit Sägemühlen und Fischfangstationen wurden außerhalb von Oban gegründet. Sie hatten jedoch, bedingt durch die Abgelegenheit, meist nur wenige Jahrzehnte Bestand. Ab 1890 wurde bei Port Pegasus (Südküste) versucht, eine Zinn-Mine zu etablieren. Bis zu 200 Arbeiter waren zeitweilig vor Ort. Es gab ein paar Läden und eine Postfiliale. Heute sind die Ruinen nur per Boot oder durch einen mühsamen Marsch über die Insel zu erreichen.

Verkehr und Tourismus

Küste bei Oban

Erreichbar ist die Stewartinsel von der Südinsel aus, entweder von Bluff aus mit einer einstündigen Fährpassage oder von Invercargill per Propellerflugzeug. Von Invercargill werden Shuttle-Verbindungen zur Fähre in Bluff angeboten. Die Landebahn der Stewartinsel hat keinerlei Abfertigungsgebäude und der Transfer nach Oban wird mit Shuttle-Bussen durchgeführt. In Oban und Umgebung gibt es mehrere Hotels, einige wenige Läden und inzwischen auch einen 6-Loch-Golfplatz. Banken gibt es keine.

2002 wurden mit der Gründung des 1.570 km² großen Rakiura-Nationalparks etwa 93,5 % der Inselfläche unter Schutz gestellt. Die Insel lässt sich auf diversen beschriebenen Rundwanderungen durchmessen. Spuren der Besiedlungsversuche finden sich häufig am Wegesrand. Am bekanntesten ist der Rakiura-Track, der sich in zirka 3-4 Tagen bewältigen lässt. Ein großer Anteil der Wege ist durch die Parkverwaltung mit Boardwalks gesichert, da die Wege, zum Verschlammen neigend, entsprechend empfindlich sind. Bewirtschaftete Übernachtungsmöglichkeiten gibt es außerhalb von Oban keine. Die Übernachtung ist entweder in Wanderhütten oder auf den ausgewiesenen Biwak-Plätzen möglich. Um den abgelegeneren Teil der Insel zu erreichen, muss man ab zehn Tage kalkulieren. Nur Wenige haben die Insel bisher vollständig zu Fuß umrundet. Die warmen und artenreichen flachen Gewässer locken in den letzten Jahren auch verstärkt den Tauch-Tourismus an.

Weblinks

 Commons: Stewart Island – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis

  1. New Zealand Gazetteer of Official Geographic Names (PDF; englisch)
  2. Robert McNab (1909). Murihiku: A History of the South Island of New Zealand and the Islands Adjacent and Lying to the South, from 1642 to 1835. Wellington, Neuseeland: Whitcombe & Tombs Limited. (Chapter XIII. Stewart Island Exploited, 1809 and 1810. S. 155-162). Elektronische Kopie auf dem New Zealand Electronic Text Center (abgerufen 12. April 2007)

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