Steckbecken


Steckbecken
Rundes Stechbecken mit Griff (Nordeuropa)
Ovales Stechbecken ohne Griff (Südeuropa)

Ein Steckbecken, auch bekannt als Stechbecken, Schieber, Bettschüssel oder Bettpfanne, ist ein Behältnis für die Ausscheidung von Kot und Urin im Liegen. Es wird vor allem in Krankenhäusern eingesetzt. In der Umgangssprache werden auch die Begriffe Schieber (von unterschieben), Topf oder Thrönchen verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Material und Handhabung

Sinn der Bettpfanne ist es, Patienten oder Pflegebedürftigen, denen Bettruhe verordnet worden ist beziehungsweise die durch Lähmungen oder Immobilität am Aufstehen gehindert sind, den Stuhlgang und/oder die Miktion ohne Gang zum Toilettenstuhl zu ermöglichen und die Ausscheidungen im Bett vorzunehmen. Bettpfannen werden bisher meistens aus Edelstahl oder selten aus Kunststoff hergestellt. Ältere Modelle aus emailliertem Blech wurden wegen ihrer leicht zu beschädigenden Oberfläche unmodern. Zum Transport der Stechbecken gibt es eine passende Abdeckung (Deckel), um Personal und Dritte möglichst nicht durch Geruch oder Anblick der Ausscheidung zu belästigen.

Steckbecken aus Edelstahl sind in der Pflege nicht unproblematisch, da die kleine und harte Auflagefläche bei (zu) langer Anwendung zu Druckstellen (Dekubitus), die mit Wundinfektionen verbunden sein können, führen kann. Darüber hinaus wird die kalte Oberfläche von den bettlägerigen Benutzern häufig als unangenehm empfunden. Erschwert wird die Defäkation oder das Urinieren oft durch das individuelle Schamempfinden und die unbequeme Lage.[1] In den 1990er Jahren wurden neue Stechbecken aus wärmer empfundenen und hygienisch einwandfrei zu desinfizierendem Kunststoff mit ergonomischer Form entwickelt. Andere Formen bestehen aus aufblasbarem Gummi, die insbesondere bei Menschen mit offenen Wunden am Steiß eingesetzt werden.

Stech- oder Steckbecken sind Medizinprodukte der Klasse I Medizinproduktegesetz (MPG) und müssen im klinischen Umfeld nach festgelegten Maßgaben gereinigt werden.[2] Früher musste das Stechbecken von Hand gereinigt werden, eine Technik, die bis heute in der ambulanten und häuslichen Pflege verbreitet ist. In professionellen Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern wird das Stechbecken in einem Steckbeckenreiniger auf Knopfdruck mechanisch gereinigt und thermisch oder chemisch desinfiziert.[2]

Praktische Anwendung

Das Wort Stechbecken leitet sich von der Handhabung des Beckens (Oberbegriff für metallene oder irdene Schüsseln) ab. Die darauf wartende Person wird etwas zur Seite gedreht und die niedrige Form der Kloschüssel vorsichtig zwischen Haut und Bett geschoben. Danach dreht sich die Person zurück auf den Rücken. Eine andere Bedienmöglichkeit besteht im Anziehen der Beine und Hochstemmen des Beckens. Auch dann wird das Stechbecken unter den Körper geschoben, der anschließend direkt darauf ruht.[1] Weil "Stechen" heute vor allem mit Körperverletzung in Verbindung gebracht wird, ist diese ursprüngliche Wortbedeutung zum Teil verloren gegangen. Ein Teil der traditionellen Krankenhaus-Bettwäsche heißt Stecklaken und auch durch die Verwechslung mit diesem Begriff kam es zu einer Doppelung des ursprünglichen Fachausdrucks.

Reinigung

Die Reinigung der Stechbecken und anschließende sterile Bereitstellung ist bedeutsam bei Epidemien und insbesondere bei grassierenden hoch ansteckenden Durchfallerkrankungen. Dazu sind in modernen Krankenhäusern Steckbeckenspüler installiert.

Siehe auch

Literatur

  • Peter Lachner, Christoph Aspöck: Kontrollen von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten RDG für Instrumente, Anästhesiematerial und Steckbecken. In: Wolfgang Chlud (Hrsg.): Hygienemonitor. 8+9, Nr. Jahrgang 14, UNIVERSIMED Verlags- und Service GmbH, 2008, S. 2. (PDF)

Einzelnachweise

  1. a b Mechthild Seel: Die Pflege des Menschen. Schlütersche, 2003, ISBN 3877069967, S. 205.
  2. a b Peter Lachner, Christoph Aspöck: Kontrollen von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten RDG für Instrumente, Anästhesiematerial und Steckbecken. In: Wolfgang Chlud (Hrsg.): Hygienemonitor. 8+9, Nr. Jahrgang 14, UNIVERSIMED Verlags- und Service GmbH, 2008, S. 2. (PDF)

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