Shānxī


Shānxī
山西省
Shānxī Shěng
Abkürzung:  /  (Pinyin: Jìn)
Hauptstadt Taiyuan
Fläche

 - Gesamt
 - Anteil an der
VR China

Rang 19 von 33

156.800 km²
1,63 %
 

Bevölkerung

 - Gesamt 2001
 - Dichte

Rang 19 von 33

32.970.000 Einwohner
211 Einwohner/km²

Verwaltungstyp Provinz
Gouverneur Wang Jun
Lage von Shānxī Shěng in China
ISO 3166-2-Code CN-14
Bezirksebene 11 Städte
Kreisebene 85 Kreise, 23 Stadtbezirke, 11 Städte
Gemeindeebene 635 Gemeinden, 561 Großgemeinden, 193 Straßenviertel

 Shānxī?/i (chin. 山西) ist eine Provinz im Norden der Volksrepublik China. Wegen des ähnlichen Namens wird sie gelegentlich mit der westlichen Nachbarprovinz Shaanxi (chin. 陝西 / 陕西, Shǎnxī) verwechselt.

Wegen ihrer Lage westlich des Gebirges Taihang Shan trägt die Provinz den Namen Shanxi, der westlich der Berge bedeutet. Die Abkürzung der Provinz Jin ( / ) ist der Name eines antiken chinesischen Staates, der im Gebiet Shanxis lag.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Shanxi liegt zwischen der nordchinesischen Ebene und dem mittleren Lauf des Huang He, welche die Provinz im Westen und im Süden begrenzt. Im Norden verläuft die Chinesische Mauer entlang der Grenze. Nachbarprovinz im Westen ist Shaanxi, im Süden Henan, im Osten Hebei und im Norden die Innere Mongolei.

Ein großer Teil der Provinz liegt höher als 1000 m über dem Meeresspiegel. Gebirge machen 67,5 % der Fläche der Provinz aus und liegen vor allem im Nordosten. Wichtige Gebirge sind Lüliang Shan (bis 2831 m), Taihang Shan (bis 2322 m), Wutai Shan (bis 3058 m), Heng Shan (bis 2017 m) und Taiyue Shan (bis 2567 m). Shanxi liegt im Osten des Lössplateaus.

Das Klima in Shanxi ist kalt und trocken. Die Temperaturen liegen im Jahresdurchschnitt im Norden bei etwa 5 °C und im Süden bei etwa 15 °C. Im Norden sind nur vier Monate frostfrei. Im Süden sind es immerhin sieben. Der Jahresniederschlag nimmt von Nordwesten nach Südosten ab und beträgt 350 bis 700 mm. Etwa 60 % der Niederschläge fallen im Sommer.

Wichtige Flüsse sind Huang He; Fen He; Sanggang He und Hutuo He.

Wichtige Städte neben der Hauptstadt Taiyuan sind Datong, Yuci, Yangquan, Changzhi, Linfen, Jincheng und Yuncheng.

Demografie

Beim Zensus 2002 wurden 32.368.083 Angehörige der Han-Nationalität, das sind 99,68 % der Bevölkerung, gezählt. Weitere ethnische Gruppen sind die Hui mit 0,19% der Bevölkerung, die Mandschu mit 0,04 %, die Mongolen mit 0,03 % und die Miao mit 0,01 %.

Wirtschaft

Die Provinz verfügt über sehr reiche Vorkommen von Kohle und anderen Rohstoffen, wie zum Beispiel Bauxit, Kupfer, Aluminium und Schwefel. Die Kohlereviere machen 37 % der Fläche Shanxis aus und beherbergen mit 200 Milliarden Tonnen ein Drittel der Kohlevorkommen Chinas. Kohle aus Shanxi wird exportiert und in mehr als 20 Provinzen, regierungsunmittelbare Städte und autonome Gebiete geliefert. Ferner sind die Erzeugung von Stahl, der Maschinenbau, die chemische Industrie und die Textilindustrie, mit Baumwollexport, wichtige Wirtschaftszweige.

In der Landwirtschaft sind der Anbau von Weizen, Hirse und Gaoliang im Terassenfeldbau von Bedeutung, sowie die Schweinezucht.

Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2003 245,7 Milliarden RMB und 7410 RMB pro Kopf.

Im Juni 2007 befreite die Polizei in Shanxi und Henan Hunderte Sklavenarbeiter, darunter Dutzende Kinder, aus Kohlebergwerken und Ziegeleien. Es handelte sich mehrheitlich um Arbeitssuchende aus ländlichen Gebieten in Henan, die in die Fänge illegaler Arbeitsvermittler geraten waren.[1]

Administrative Gliederung

Auf Bezirksebene setzt sich Shanxi aus elf bezirksfreien Städten zusammen:

  • Taiyuan (太原市, Tàiyuán Shì)
  • Datong (大同市, Dàtóng Shì)
  • Yangquan (陽泉市 / 阳泉市, Yángquán Shì)
  • Changzhi (長治市 / 长治市, Chángzhì Shì)
  • Jincheng (晉城市 / 晋城市, Jìnchéng Shì)
  • Shuozhou (朔州市, Shuòzhōu Shì)
  • Jinzhong (晉中市 / 晋中市, Jìnzhōng Shì)
  • Yuncheng (運城市 / 运城市, Yùnchéng Shì)
  • Xinzhou (忻州市, Xīnzhōu Shì)
  • Linfen (臨汾市, Línfén Shì)
  • Lüliang (呂梁市, Lǚliáng Shì)

Geschichte

Shanxi gehört zu den Wiegen der chinesischen Kultur. Unter anderem hat sich in Shanxi im Neolithikum die frühe Xia-Dynastie herausgebildet. Insbesondere der fruchtbare Süden der Provinz mit seinen Lössböden gehörte zu diesem Kern. Die archäologischen Funde im Norden der Provinz belegen die Erschließung dieses Gebietes durch die Zhou-Dynastie (1100-771 v. Chr.).

Während der Zeit der streitenden Reiche gehörte die Region dem Reich Chao an, mit der Hauptstadt Han-Tan. Nach der Einigung des Reiches durch Qin Shihuangdi war dieses Territorium ein ständiger Bestandteil Chinas. Unter der Han-Dynastie begann die Förderung der Kohlevorkommen bei Datong (Tatung).

1556 war auch die Provinz Shanxi durch das schwere Erdbeben in Shaanxi betroffen.

Um 1900 breitete sich der Boxeraufstand auf Shanxi aus, und seit der Revolution von 1911 wurde die Provinz durch den Militärgouverneur Yan Xishan (Yen Hsi-shan) beherrscht und wiederaufgebaut. 1937 bis 1945 wurde die Provinz durch die Japaner besetzt. Nach dem Krieg kehrte Yan mit Hilfe japanischer Überläufer zurück, doch schon 1947 übernahmen Kommunisten unter Mao Zedong die Macht, deren Basis im benachbarten Yan'an (Yenan) lag. Yan floh 1949 (angeblich unter Mitnahme der Provinzkasse) nach Taiwan, wo er Premier wurde.

Tourismus

  • Über den Heng Shan sind verschiedene Denkmäler verstreut. Am berühmtesten ist das Hängende Kloster, das in der Nähe vom Pass des Goldenen Drachen an eine steile Felswand 30 Meter über den Talboden gebaut wurde. Das im 6. Jahrhundert entstandenen Kloster besteht aus 40 kleine Hallen und Pavillons. Gestützt werden die Bauten von Balkenkonstruktionen, die in Felsspalten verankert sind.
  • 16 km südwestlich von Datong liegen die Yungang-Grotten, bekannt für ihre Höhlentempel mit zahlreichen buddhistischen Statuen aus dem 5. und 6. Jahrhundert. Als herausragendes Beispiel für buddhistische Höhlen- und Steinmetzkunst sind die Yungang-Grotten seit 2001 Teil des UNESCO Weltkulturerbe.
  • Die Stadt Pingyao, 80 km südwestlich von Taiyuan, ist vor allem bekannt wegen ihres guterhaltenen Stadtbilds aus den Ming- und Qingdynastien. 1997 wurde Pingyao in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.
  • Das Wutai-Gebirge bildet die höchste Erhebung der Provinz. Das Gebirge gilt als Residenz des Bodhisattva der Weisheit Manjushri und ist das wichtigste der vier heiligen Gebirge des chinesischen Buddhismus.

Quellen

  1. dw-world.de: Sklaven-Skandal erschüttert China

Weblinks

381127Koordinaten: 38° N, 112° O


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