Seeflugzeug

Seeflugzeug

Ein Wasserflugzeug ist ein ziviles oder militärisches Motorflugzeug, das für Start und Landung auf Wasserflächen konstruiert ist.

Es hat meist unter jeder der beiden Tragflächen einen leichten, bootartigen Schwimmer, der innen Luft oder Schaumstoff enthält und sich durch seine Form schon bei geringer Geschwindigkeit aus dem Wasser hebt. Bei Stillstand schützt er das Flugzeug vor dem Kentern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Einsatz

Wasserflugzeug im Landeanflug auf den Hamburger Hafen
Wasserflugzeug im Hamburger Hafen

„Sea-“ oder „Hydroplanes“ werden oft zwischen Inseln (Karibik, Griechenland) oder in unwegsamen Ländern eingesetzt (Russland, Kanada, Alaska oder in den Tropen) und für Rettungsflüge. Der Erstflug eines Wasserflugzeuges fand am 28. März 1910 in Frankreich statt. Sie sind heute im Betrieb teurer als Land-Flugzeuge.

Die einzigen Wasserflughäfen mit Anbindung an einen internationalen Flughafen sind das Malé Water Aerodrome, Malediven und das Vancouver International Water Aerodrome, Kanada. Dort operieren auch die größten Wasser-Fluggesellschaften Maldivian Air Taxi und Harbour Air.

Trotz Unabhängigkeit von Flugplätzen gelten allgemeine Flugregeln und ist Funkkontakt im VHF(UKW)-Bereich üblich. Bei manchen Typen sind die Schwimmer relativ einfach gegen ein Fahrwerk austauschbar.

Der erste kurze, in einer Bruchwasserung endende „Wasserflug“ war jener von Wilhelm Kress vom 3. Oktober 1901 am Wienerwaldsee. Am 28. März 1910 gelang dem Franzosen Henri Fabre der erste erfolgreiche Flug mit seinem Wasserflugzeug Hydravion.

Das erste Wasserflugzeug im Linienverkehr flog bei der K.u.K. Marine (österreichische Monarchie) ab Standort Pula im Frühling 1915.[1]

Deutschlands erste Wasserfluglinie wurde am 10. August 1925 eröffnet: Sie führte entlang der Elbe und verband die damals noch selbständige Stadt Altona mit Dresden; die Wasserflughäfen lagen in Altona-Neumühlen bzw. Dresden-Johannstadt. Im Einsatz waren 2 Maschinen vom Typ Junkers F 13, die täglich in beiden Richtungen verkehrten und bis zu 4 Passagiere sowie Sendungen der Deutschen Reichspost beförderten; die planmäßige Flugzeit betrug etwa 4 Stunden, einschließlich einer Zwischenlandung in Magdeburg. Nachdem sich bereits im Winter 1925/26 herausstellte, dass die Strecke (auch wegen Eisgangs auf der Elbe) nicht rentabel betrieben werden konnte, übernahm die neu gegründete Deutsche Lufthansa AG im Januar 1926 die Linie und legte sie im Sommer des gleichen Jahres zugunsten einer regelmäßigen Landfluglinie Dresden-Hamburg still. Die beiden Wasserflugzeuge wurden auf Fahrwerke umgestellt.

Bei der Überquerung des Atlantik behielten die Wasserflugzeuge noch länger ihre Bedeutung. Zahlreiche Fluglinien verbanden mit ihnen in den 1930er Jahren Amerika und Europa. Zur Überwindung der langen Distanz eigente sich der sichere Hafen von Horta auf den Azoren als Zwischenstopp zum Auftanken. Die Geschichte als Wasserflughafen begann für Horta mit dem Erkundungsflug des Amerikaners Albert C. Read, der bereits 1919 dort landete.

In Deutschland ist der Betrieb von Wasserflugzeugen durch die Flugplatzpflicht nur eingeschränkt möglich. Es gibt nur wenige Gelände für Wasserflugzeuge und Flugboote.

Wasserflugzeuge seltener Bauart

Wasserflugzeug am Hafen (Malediven)
An Seaplane starts.ogg
Der Start?

Außer den Schwimmerflugzeugen gibt es auch Flugboote, deren Unterseite wie ein Bootsrumpf geformt ist. Damit sie direkt auf dem Wasser starten/ landen können, haben sie gegen das Kentern seitliche Stützschwimmer.

Das erste Wasserflugzeug mit Düsenantrieb war der Saunders-Roe SR.A/1-Jäger. Er wurde in Großbritannien im Jahre 1947 entwickelt und hatte eine Maximalgeschwindgkeit von 824 km/h. Wegen seiner Bauweise mit dem schwimmfähigen Rumpf zählt es zu den Flugbooten.

Ähnlich – nur relativ höher gebaut – sind Wasserflugzeuge mit einem zusätzlichen Zentralschwimmer. Sie haben hohe Stabilität beim Wassern auf unruhiger See. Dieser Typ wurde aber selten, weil das Anlegen am Steg mit drei Schwimmern schwieriger als mit zweien ist.

Anfangs gab es auch 3-Schwimmer-Typen mit einem Spornschwimmer am Heck oder einem Bugschwimmer, die jedoch einen hohen Luftwiderstand hatten.

Sogar einzelne Typen mit Hydroflügeln (z.B. Piaggio P7) oder Schikufen (z.B. Convair Sea Dart) wurden gebaut, konnten sich aber nicht durchsetzen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Abbildung des Österreichischen Wasserflugverbandes

Weblinks


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