Sebastian de Belalcazar


Sebastian de Belalcazar
Sebastián de Belalcázar

Sebastián de Belalcázar (häufig auch: Benalcázar sowie Belaicázar; eigentlicher Familienname: Moyano; * um 1479 oder 1495 in Belalcázar bei Córdoba, Andalusien; † 1551 in Cartagena de las Indias) war ein spanischer Konquistador. Er war zum Teil entscheidend an der Eroberung der Gebiete der heutigen Staaten Nicaragua und Ecuador sowie des Südwestens Kolumbiens beteiligt.

Sebastián Moyano war vermutlich ein Bauernsohn. Die Hauptüberlieferung gibt an, dass er um 1479 geboren wurde. Demnach floh Sebastián vor seinem Bruder aus dem Elternhaus nach Sevilla. Von dort nahm er an der dritten Reise des Christoph Kolumbus nach Amerika (1498–1500) teil. Er soll 1507 in Santo Domingo gekämpft haben.

Einer anderen Überlieferung (Juan de Castellanos) entsprechend floh er 1507, weil ihm der Esel des Vaters im Schlamm versank. Aus Ungeduld soll er so heftig auf den Esel eingeschlagen haben, dass dieser starb, worauf er aus Angst vor dem Zorn des Vaters floh. Dieser Überlieferung entsprechend wurde er um 1495 geboren und gelangte 1519 mit den Truppen von Pedro Arias Dávila in die Neue Welt.

In jedem Fall gelangte er nach Darién (Panama) und von dort mit Francisco Hernández de Córdoba nach Westen, wo er bei der 1524 durchgeführten Konquista des heutigen Nicaragua eine wichtige Position einnahm. Er wohnte unter anderem der Gründung der Stadt León im heutigen Nicaragua bei, als deren legendärer erster "Bürgermeister" er gilt. Wahrscheinlich war er ein Hauptmann (capitán) und Befehlshaber in der Region. In dieser Zeit lernte er wohl Francisco Pizarro und Diego de Almagro kennen.

Um 1532 verkaufte er seine Güter in Nicaragua, rüstete zwei Schiffe und schloss sich der Konquista des Inkareiches an. Während Pizarro auf Cuzco marschierte, unterstand Belalcázar zunächst das Basislager im neu gegründeten San Miguel (nach mehreren geografischen Verlegungen das heutige Piura in Peru).

Statue von Sebastián de Belalcázar in Cali

1533 stieß er mit einem Heer aus 150 spanischen Soldaten und zahlreichen indianischen Hilfstruppen nach Norden vor. In Cañar traf er auf die Truppen Rumiñahuis, eines Heerführers Atahualpas, der nach dessen Tod die Herrschaft über das nördliche Inkareich und dessen Hauptstadt Quito ausübte. Belalcázars Truppen gingen siegreich aus der Schlacht hervor. Auf seinem Rückzug nach Norden zerstörte Rumiñahui die wichtigsten Städte seines Herrschaftsgebiets. Belalcázar setzte ihm nach und gründete in der Nähe des heutigen Riobamba die "Städte" Santiago und San Francisco, von denen letztere am 6. Dezember 1534 in die Ruinen des zerstörten alten Quito verlegt wurde und erstere nach wiederholten Verlegungen das heutige Guayaquil an der Pazifikküste bildet. Belalcázar residierte zunächst in Quito, organisierte den Wiederaufbau, die Herrschaft und die Verfolgung Rumiñahuis, der schließlich in einem unzugänglichen Andengebiet gefangengenommen wurde. Nach Quito verbracht, versuchte Belalcázar vergeblich, Rumiñahui dazu zu bringen, den Verbleib des Goldes des Herrscherhauses aufzuklären. Rumiñahui wurde hingerichtet.

Nach 1536 stieß Belalcázar weiter nach Norden in das heutige Südwest-Kolumbien vor. Der Überlieferung nach sollen ihm in Quito kursierende Gerüchte um ein legendäres Goldland (Eldorado) im Norden dazu veranlasst haben. 1537 gründete er die Stadt Popayán und organisierte die Herrschaft über das Umland. Die Städte Cali, Neiva und Ampudia gelten als Gründungen Belalcázars aus dieser Zeit.

Portrait von Sebastián de Belalcázar auf einer 10 Sucres Banknote vom 22. November 1988 der Banco Central del Ecuador, P121

1539 traf er mit Nikolaus Federmann und Gonzalo Jiménez de Quesada zusammen, wobei alle die Herrschaft über das ehemalige Chibcha-Reich und das Gebiet von Bogotá, einer Wiedergründung Jiménez de Quesadas, beanspruchten. Jiménez de Quesada überzeugte sie, den Disput in Spanien entscheiden zu lassen, wo Belalcázar 1540 zum Statthalter von Popayán und den Äquinoktial-Provinzen (Provincias Equinocciales), die einen Teil des heutigen Kolumbien und einen Großteil des heutigen Ecuador umfassten, ernannt wurde. Als solcher stand er immer wieder in Auseinandersetzungen mit anderen Konquistadoren. Unter anderem unterstützte er den Vizekönig Blasco Núñez Vela bei der Niederschlagung des Aufstandes des Gonzalo Pizarro (seit 1544). Nachdem er 1546 Jorge Robledo, dessen Herrschaftsgebiet (die Statthalterschaft Antioquia) er als eine aufständische Absplitterung des eigenen betrachtete, hatte hinrichten lassen, erreichten seine Feinde, dass er zum Tode verurteilt wurde und seine Güter konfisziert wurden. Die ihm allerdings zugestandene Berufung vor dem spanischen König konnte Belalcázar nicht mehr einlegen: er starb schwer erkrankt 1551 in der Hafenstadt Cartagena, von der aus er sich nach Spanien einschiffen wollte.

Literatur

  • Bibiano Torres Ramírez: Conquistadores andaluces. Ediciones Cultura Hispánica del Centro Iberoamericano de Cooperación, Madrid 1978.

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