Schloss Langenstein

Schloss Langenstein

Das Schloss Langenstein liegt im Hegau und ist im Besitz der Familie Graf Douglas. Es beherbergt ein Fasnachtsmuseum und ist durch den angegliederten Golfplatz über die Region hinaus bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Bauanlage und Geschichte

Das Schloss Langenstein liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Orsingen-Nenzingen südlich der Gemeinde Eigeltingen zwischen Stockach und Singen im Hegau. Die Ursprünge des Schlosses reichen bis ins Mittelalter zurück. Um 1100 wurde der heute noch als Untergeschoss bestehende Bergfried von der Abtei Reichenau auf einem langgestreckten Felsen aus Jurakalk errichtet. Langenstein war danach im 12. und 13. Jahrhundert Sitz von Dienstmannen des Klosters Reichenau, die sich nach der Burg benannten. Nachdem das Geschlecht derer von Langenstein zu Beginn des 14. Jahrhunderts ausgestorben war, waren in den folgenden Jahrhunderten zahlreiche Adlige im Besitz des Schlosses.

Das Hauptgebäude der heutigen Schlossanlage wurde im Wesentlichen in der Zeit zwischen 1570 und 1605 um einen viereckigen Turm herum gebaut. Später wurde die Anlage durch das so genannte Neue Schloss erweitert und mit einem Zwischentrakt verbunden. Weitere Gebäude wie der Ludwigshof und der Reichenauer Zehntkeller runden die Anlage ab.

1826 kaufte Großherzog Ludwig von Baden das Schloss als Privateigentum. Nach dem Tod des Großherzogs 1830 erbte sein Sohn Graf Ludwig Wilhelm August von Langenstein und Gondelsheim (1820–1872) samt den anderen Besitzungen, die sein Vater privat im Hegau, Linzgau, im Donautal und im Kraichgau erworben und im Gräflich Langensteinischen Stammgut zusammengefasst hatte. Da die Mutter von Graf Ludwig August, die Statistin am Karlsruher Hoftheater Katharina Werner, nicht standesgemäß war, kam er für die Erbfolge der Großherzöge nicht in Frage. Zudem war er „vorehelich“ geboren.

Da Graf Ludwig Wilhelm August kinderlos blieb, erbte seine Schwester Luise von Langenstein und Gondelsheim (1825–1900) die Besitzungen und damit auch Schloss Langenstein. Sie heiratete 1848 den schwedischen Adligen Carl Israel Vilhelm Graf Douglas (1824–1898). Sein Urahn war Robert Douglas, Count of Skenninge (1611-1662), ein schottischer Feldmarschall, der während des Dreißigjährigen Krieges in schwedischen Diensten stand und der die schwedische Linie der Grafen von Douglas begründete, die mehrere bedeutende Politiker und Militärs hervorgebracht hat.

Schloss Langenstein dient der Familie Douglas seit 1906 als Hauptwohnsitz. Die Wohnräume der Grafen von Douglas befinden sich im neuen Flügel der Schlossanlage.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wohnte der abgedankte Großherzog Friedrich II. von Baden mit seiner Frau, seiner Mutter Luise und seiner Schwester Viktoria, der damaligen Königin von Schweden, zeitweise als Gäste des Grafen Douglas auf Schloss Langenstein.

Das Schloss wird durch Axel Graf Douglas bewohnt.[1]

Es verfügt über eine Schlosskapelle.

Fasnachtsmuseum

Das Langensteiner Fasnachtmuseum wurde 1969 eröffnet. Die Ausstellungen konzentrieren sich auf Geschichte und Erscheinungsformen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Sie zeigt über 300 lebensgroße Narrenfiguren mit Fasnachtshäs und meist holzgeschnitzten Larven. Weitere Themen der Ausstellung sind „Fasnächtliche Elemente im Jahresbrauchtum“, „Mittelalterliches Narrentum“ und „Masken, Larven, Schemen“.

Einzelnachweise

  1. Graf und Zietlow spielen Golf. In: Südkurier vom 26. Juli 2011

Literatur

  • Franz Götz, Alois Beck: Schloss und Herrschaft Langenstein im Hegau. Hegau-Bibliothek 22. 351 S., Singen 1972, ISBN 3-03-823328-5.

Weblinks

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