Schlacht von Marengo


Schlacht von Marengo
Schlacht bei Marengo
Teil von: Zweiter Koalitionskrieg
Taktische Darstellung der Schlacht bei Marengo
Taktische Darstellung der Schlacht bei Marengo
Datum 14. Juni 1800
Ort Marengo in Piemont
Ausgang Französischer Sieg
Konfliktparteien
Frankreich Erzherzogtum Österreich
Befehlshaber
Napoléon Bonaparte,
Louis-Charles-Antoine Desaix
Michael von Melas
Truppenstärke
28.000 Soldaten
24 Kanonen
31.000 Soldaten
100 Kanonen
Verluste
bis zu 7.000 Tote 6.000 Tote,
3.000 Gefangene
Schlacht bei Marengo, Gemälde von Louis-François Lejeune (1802)
General Bonaparte und sein Stabschef Berthier in der Schlacht von Marengo, Gemälde von Joseph Boze, Robert Lefèvre und Carle Vernet, 1800–1801

Die Schlacht bei Maréngo fand am 14. Juni 1800 bei Marengo, einem Dorf in der italienischen Provinz Alessandria, statt und brachte Napoleon im Zweiten Koalitionskrieg den entscheidenden Sieg über die Österreicher.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Während Moreau in Süddeutschland kämpfte, überschritt Bonaparte Mitte Mai 1800 den Grossen St. Bernhard. Melas, der österreichische Oberkommandierende, der von diesem Alpenübergang nichts wusste, war, um die Belagerung Genuas zu decken, am oberen Po stehengeblieben, während die Franzosen sich nach Osten wandten, den Tessin überschritten, in Mailand die Cisalpinische Republik wiederherstellten und sich auch der Po-Linie bemächtigten.

Nach dem Angriff der Österreicher auf Casteggio am 9. Juni, den Lannes mit Erfolg abwies, hatte Bonaparte bei Stradella eine feste Stellung genommen. Als aber hier kein Angriff erfolgte, rückte er am 13. Juni in die Ebene des Tanaro bei Alessandria vor, weil er annahm, Melas werde sich nach dem inzwischen eroberten Genua zurückziehen, um sich dort auf der englischen Flotte einzuschiffen. Er entsandte die Division Desaix nach Novi an der Straße nach Genua, um dort die Lage zu erkunden, während zwei Divisionen unter Victor das Dorf Marengo besetzten, eine Division unter Lannes in der offenen Ebene zwischen Marengo und Castel Ceriolo stehen blieb und er selbst mit einer Division nach Torre di Garofalo zurückging.

Schlachtverlauf

Melas, der in Alessandria selbst stand, hatte sich inzwischen entschlossen, durch die feindliche Armee nach Piacenza durchzubrechen, und begann mit Tagesanbruch den Fluss Bormida auf drei Brücken zu überschreiten. Um 9 Uhr griffen die Österreicher die Franzosen, die in ihrer Zersplitterung auf eine Schlacht nicht vorbereitet waren, in Marengo an.

Die Franzosen schlugen, geschützt durch einen tiefen sumpfigen Graben (Fontanone), zweimal die Angriffe der Österreicher zurück; aber um Mittag gelang es beim dritten Anlauf, Marengo zu erstürmen und die Franzosen zum Rückzug zu zwingen. Jetzt erst erschien Bonaparte mit der Division Monnier und der Konsulargarde und versuchte, indem er die Flügel verstärkte, die Schlacht zum Stehen zu bringen. Aber zu spät, das Zentrum der Franzosen war vollständig durchbrochen. Bonapartes Truppen wurden in den Rückzug mit fortgerissen.

Der greise Melas - er war einundsiebzig - hielt den Sieg für entschieden und begab sich, erschöpft durch die Strapazen und durch eine leichte Wunde, nach Alessandria zurück, um seinen Erfolg nach allen Seiten hin zu verkünden, während er seinem Generalstabschef, General von Zach, die Verfolgung des Feindes überließ. Den übrigen österreichischen Truppen wurde bereits das Essen ausgegeben.

Die Wende

In diesem Augenblick, um drei Uhr nachmittags, erschien Desaix auf dem Schlachtfeld, der auf seinem Marsch nach Novi den Kanonendonner gehört hatte und sofort nach San Giuliano geeilt war. Sofort warf er sich mit seinen 5.000 Mann den Österreichern entgegen, während Marmont die Geschütze sammelte und auf die vorderste Kolonne der Österreicher richtete, die Zach selbst befehligte.

Einen Augenblick hemmte Desaix deren Vormarsch, wurde aber durch eine Kugel tödlich getroffen und starb. Die Österreicher drangen unaufhaltsam vor. Da griff Kellermann mit seinen Dragonern die feindliche Flanke mit solchem Ungestüm an, dass er sie durchbrach und Zach, der mit 2.000 Mann abgeschnitten war, sich ergeben musste und in Kriegsgefangenschaft ging.

Durch den beherzten Angriff der Kavallerie trat eine Wende ein. Während die Franzosen sich sammelten und wieder zum Angriff vorgingen, wichen die Österreicher erschreckt zurück. Ihre Reiterei ergriff offen die Flucht und riss auch das Fußvolk mit fort, so dass schließlich eine Panik ausbrach und sich die Truppen der Österreicher in wirrer Unordnung über den Bormida zu retten versuchten. Fast die gesamte österreichische Artillerie fiel in die Hände der Franzosen. Außerdem verloren die Österreicher 6.400 Mann an Toten und Verwundeten und 3.000 Gefangene, die Franzosen 7.000 Mann im ganzen.

Folgen

Der unerwartete Sieg der Franzosen war entscheidend: die allgemeine Niedergeschlagenheit ergriff auch den österreichischen Oberbefehlshaber, der bereits am 15. Juni mit Bonaparte einen Vertrag schloss, worin er sich verpflichtete, Genua, Piemont und die Lombardei zu räumen und sich hinter den Mincio zurückzuziehen.

So rettete Desaix' und Kellermanns Tapferkeit Bonaparte vor dem Untergang. Im Gefühl der Beschämung über seinen geringen Anteil am Erfolg haben Bonaparte selbst und seine Anhänger die Vorgänge der Schlacht möglichst zu verwirren und zu fälschen versucht, und da Bonaparte sich nicht selbst das ausschließliche Verdienst beimessen konnte, so ließ er bloß dem toten Desaix einen Teil des Ruhms zukommen. Erst später ist der wirkliche Sachverhalt aufgeklärt worden. Dennoch darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass Napoleon trotz seiner vorläufigen Niederlage gelassen auf die Ankunft Desaix´ wartete.

Künstlerische Verarbeitung

Die Schlacht bei Maréngo bildet den historischen Hintergrund von Victorien Sardous Drama La Tosca und der darauf basierenden Oper Tosca von Giacomo Puccini.

Literatur

  • Duc de Valmy: Histoire de la campagne de 1800: écrite d'après des documents nouveaux et inédits par m. le duc de Valmy, fils du général Kellermann. – Paris : J. Dumaine, 1854

Siehe auch

Weblinks


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