Schiffsanleger


Schiffsanleger
Schiffsanleger bei Eltville am Rhein
Anlegestelle für kleine Personenschiffe
Landseitige Gleitbahn mit Treppe

Ein Schiffsanleger oder eine Schiffsanlegestelle, in der Binnenschifffahrt auch Steiger genannt, ist eine Schwimmende Anlagestelle für Schiffe und Boote meist an Fluss- oder Seeufern. Speziell am Rhein ist für die Anlegestellen der großen Fahrgastschiffe der Begriff Schiffslandebrücke gebräuchlich.

Ein Schiffsanleger besteht aus einem Ponton, der vom Festland über einen begehbaren Träger (Steg) zu Fuß erreichbar ist und am Rande des Fahrwassers liegt. Die Position des Pontons ist mit mindestens zwei schräg zum Ufer gespannten Stahlseilen oder Ketten stabilisiert. Dazu kommen bei größeren Anlegern (z.B. in der Donau) oft zwei schräg angebrachte Hydraulikstangen, die den Druck der anliegenden Schiffe auffangen sollen. An beiden Widerlagern des Trägers befinden sich Gelenke, damit der Anleger bei Hochwasser aufschwimmen und sich bei Niedrigwasser senken kann. Über Steg und Ponton können Passagiere das Schiff erreichen oder Güter be-/ und entladen werden. Bei Anlegestellen für kleinere Personenschiffe kann das landseitige Widerlager mitunter auf schrägen Gleitschienen in der Uferböschung je nach Wasserstand gehoben oder gesenkt werden. Bei Niedrigwasser dient eine Treppe zwischen den Gleitschienen der Verbindung von Landebrücke und Ufer.

Anlegestellen müssen vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt genehmigt werden. Beim Bau einer Anlegestelle sind alle sicherheitstechnischen Anforderungen zu erfüllen. Der Schwimmkörper muss rundum geschlossen sein, mindestens drei Zellen enthalten oder porendicht ausgeschäumt sein. Die Anlegestelle muss mit Sicherheitsmitteln (Rettungsring), Geländer und Absperrvorrichtungen versehen sein. Bei Anlegestellen in fließenden Gewässern wird der Schwimmkörper bootsförmig ausgeführt.

Standort

Anleger mit Personenkabinenseilbahn

Während in ausreichend tiefen Fahrwassern ein Kai direkt am Ufer errichtet werden kann, finden sich Schiffsanleger an den seichteren Stellen oder in Gewässern mit starkem Tidenhub, insbesondere aber an Fließgewässern wie z. B. dem Rhein. Um eine schiffbare Tiefe zu gewährleisten, liegen die Anleger zwischen 5 und 15 Meter – in Ausnahmefällen auch bis 50 Meter – vor dem Ufer am Rande der Schifffahrtsrinne.

Die Anleger können nicht an jeder Art schiffbaren Gewässers genutzt werden, denn die Wellenbewegung des Meeres macht eine Installation an den meisten Küsten unmöglich. Dort werden entweder Seebrücken am offenen Meer oder Anleger in Form eines Piers in den Überseehäfen verwendet. Beiden ist gemeinsam, dass sie im Gegensatz zum Schiffsanleger fest verankert und nicht schwimmfähig sind.

Ein Anleger mit einer Steganlage kann bei starker Neigung auch mit einer Kabinenseilbahn betrieben werden. Solch eine Anlage wird an der Westseite der Sperrmauer des Edersees eingesetzt. Die Kabinen der Seilbahn kommen zum Einsatz, wenn der Steg einen Neigungswinkel von mehr als acht Grad hat.

Weblinks

 Commons: Schiffsanleger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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