Satzspalte

Satzspalte
Spaltensatz der Seite 1:191 der Encyclopédie mit dem Eintrag über die Aguaxima

Spaltensatz bezeichnet im Buchdruck den zur Seite gestalteten Satz eines Druckwerks. Dessen einzelne Spalte heißt Kolumne (von lateinisch: columna, „Säule“), insbesondere wenn sie bei mehrspaltigem Satz einen geschlossenen Text umfasst.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung der Kolumne

Die Kolumne ist ein Textgliederungsmittel. „Die Kolumne kann den gesamten Satz bzw. Schriftspiegel füllen; dieser kann aber auch in mehrere Kolumnen unterteilt sein.“[1]

Der Name leitet sich daher ab, dass die im Satz seitlich am Rand als Marginalien angeordneteten Kolumnen den Kolumnentitel als Seitenüberschrift stützen und den zentralen, fließenden Haupttext umfassen. Sie geben damit den Seiten eine einheitliche Struktur.

Mehrspaltiger Satz

Es gibt verschiedene Arten der Mehrspaltigkeit. So kann ein fortlaufender Text in Spalten gesetzt sein (Spaltensatz), aber auch mehrere Texte oder unterschiedliche Textteile in Kolumnen auf einer Seite angeordnet sein (Kolumnensatz). Mehrspaltensatz ist prinzipiell meist als Blocksatz immer gleicher Zeilenlänge ausgeführt.

Die Form der Anordnung mit Kolumnen wählt der Buchgestalter oder Typograf dann, wenn sich die Textteile aufeinander beziehen, also z. B. Ergänzungen, Erklärungen und Kommentare zum Haupttext sind. Somit wird das Lesen und Verständnis des Textes erleichtert. Hier können die Kolumnen eine unterschiedliche Breite und Schriftgröße haben. Diese Art von Mehrspaltigkeit findet man häufig bei wissenschaftlichen Werken, z. B. bei juristischen Texten.

Die Verwendung von mehreren Kolumnen bei fortlaufendem Text findet man häufig bei Nachschlagewerken, Zeitschriften und Zeitungen. Der Vorteil des mehrspaltigen Satzes als Textgestaltung liegt darin, dass insbesondere bei großformatigem Papier die Zeilenlänge kurz gehalten wird: Zeilen zu 30 bis 40 Zeichen lassen sich ohne sonderliche Augenbewegung erfassen, das Auge kann die Kolumne also senkrecht durchlaufen. So schmale Kolumenen stellen zwar hohe Ansprüche an den Blocksatz, die genannten Publikationstypen sind aber wenig anspruchsvoll, was das Schriftbild betrifft.

Im modernen, elektronisch durchgeführten Layout wirft der Satz in mehreren Spalten besondere Probleme auf, da der Umbruch sich nicht mehr mit einfachen Steuerzeichen wie Zeilenumbruch und Seitenwechsel handhaben lässt: Der Fließtext muss bei Textveränderung von einer in die nächste Spalte fließen, und erst aus der letzten Spalte der Seite auf die erste Spalte der nächsten Seite. Daneben gibt die komplexeren Problematiken des Kolumnensatzes, in dem etwa eine Spalte für einen anderen Text reserviert ist, und aus dem Umbruch ausgenommen sein muss – oder sogar nur eine Halbkolumne, die halbe Höhe einer Spalte.

In auch für den Endbenutzer verfügbaren Office-Paketen des Desktop-Publishing ist Spaltensatz heute meist in den Grundzügen integriert. Das Webdesign verfügt aber noch über keine allgemein verbreitete Methode für Spaltensatz.

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Hiller, Stephan Füssel:Wörterbuch des Buches. 6. Auflage. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2002. ISBN 3-465-032209
  • Reclams Sachlexikon des Buches. Hrsg. von U. Rautenberg. 2., verbesserte Auflage. Reclam Verlag, Stuttgart 2003. ISBN 3-15-010542-0

Referenzen

  1. Rautenberg (o.J.), Reclams Sachlexikon des Buches, Reclam, o.O., S. 303.

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