Salm (Adel)


Salm (Adel)
Wappen nach Siebmacher

Salm ist der Name eines moselländisches Grafengeschlecht, einer Nebenlinie der Wigeriche, benannt nach der Burg Vielsalm in den Ardennen (heute Belgien) und der Burg Salm[1] in den Vogesen im Elsass (heute Frankreich).

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Stammvater ist Wigerich, Pfalzgraf von Lothringen, † vor 919. Sein vermutlicher Sohn Siegfried († 998) steht an der Spitze der Stammliste der Grafen von Luxemburg. Dessen Enkel Giselbert († 1056/59) trägt 1036 den Titel eines Grafen von Salm und 1047 den eines Grafen von Luxemburg; er teilt den Besitz auf seine Söhne Konrad I. von Luxemburg und Hermann von Salm († 1088) auf, wobei letzterer nicht nur der Stammvater des Hauses Salm, sondern auch der bekannte deutsche Gegenkönig ist.

Die Linien Obersalm und Niedersalm

Hermanns Enkel Heinrich I. wiederum teilt die Grafschaft erneut auf: sein Sohn Heinrich II. bekommt die Gebiete in den Vogesen (die sog. Grafschaft Obersalm, die dortige Burg Salm befindet sich südwestlich von Schirmeck an der Grenze zu Lothringen), die Tochter Elisabeth bzw. der Schwiegersohn Graf Friedrich II. von Vianden, die Gebiete in den Ardennen (von da an Niedersalm). Ab diesem Zeitpunkt gibt es im Reich zwei Grafschaften Salm mit unterschiedlichen Entwicklungslinien.

Die Linie Obersalm starb nach einer weiteren Teilung im 15. bzw. 17. Jahrhundert aus. Die eine Hälfte des Nachlasses ging 1600 an den Herzog von Lothringen, die andere 1475 an die Wild- und Rheingrafen zu Dhaun und Kyrburg. Deren Nachkommen wiederum sind die Grafen zu Salm, die ab 1623 mehrfach in den Fürstenstand erhoben wurden:

  • Salm (1623 Reichsfürsten, 1738 erloschen)
  • Salm-Salm (1739 Reichsfürsten, Stammsitz Senones in den Vogesen, und Burg Anholt in Anholt, siehe auch Fürstentum Salm)
  • Salm-Kyrburg (1742 Reichsfürsten, 1905 erloschen, siehe auch Fürstentum Salm)
  • Salm-Horstmar (1816 preußische Fürsten)

Die Linie Niedersalm wurde 1416 testamentarisch den Herren von Reifferscheidt und Dyck vermacht: Graf Heinrich VII. begünstigte Johann V. von Reifferscheid († 1418), nachdem seine Kinder alle ohne Nachkommen und vor ihrem Vater gestorben waren. Da Heinrichs Schwiegersohn Raugraf Otto zu Altenbaumberg Ansprüche erhob, dauerte es bis 1456, bis der Rat des Herzogtums Luxemburg das Testament anerkannte. Ab 1460 nannte sich Johann VI. von Reifferscheid Graf zu Salm. Er ist der Stammvater der späteren Fürsten von Salm-Reifferscheidt-Krautheim, -Dyck und –Raitz:

  • Salm-Reifferscheidt-Raitz (1790 Reichsfürsten, Stammsitz bis zur Enteignung 1945 Raitz/Mähren, heute Schloss Steyregg)
  • Salm-Reifferscheidt-Krautheim (1804 Reichsfürsten, ab 1888 Salm-Reifferscheidt-Krautheim und Dyck, 1958 erloschen)
  • Salm-Reifferscheidt-Dyck (1816 preußische Fürsten, 1888 erloschen, Stammsitz: Schloss Dyck bei Jüchen)

Bekannte Namensträger

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.chateau-de-salm.org/

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