BAB 14

BAB 14
Bundesautobahn 14
Basisdaten
Gesamtlänge: 248 km
Bundesländer: Mecklenburg-Vorpommern
Sachsen-Anhalt
Sachsen
geplant Brandenburg
Karte
Verlauf der A 14

Die Bundesautobahn 14 (Abkürzung: BAB 14) – Kurzform: Autobahn 14 (Abkürzung: A 14) – in Deutschland führt vom Dreieck Nossen an der A 4 über Leipzig weiter nach Halle (Saale) bis zur A 2 am Kreuz Magdeburg, sowie auf zwei kurzen Teilstücken vom Dreieck Schwerin an der A 24 nach Schwerin und von Jesendorf bis Wismar.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Autobahn wurde in mehreren zeitlich recht weit auseinander liegenden Abschnitten eröffnet: 1936 Anschlussstelle Halle/Peißen bis Leipzig (Ost). Ende der dreißiger Jahre wurden zwischen Leipzig (Ost) und Klinga die Bauarbeiten fortgesetzt und dabei nahezu alle Brücken fertiggestellt. Infolge des Zweiten Weltkrieges wurden die Bauarbeiten jedoch eingestellt.

In einer Karte um 1958 war eine Autobahnverbindung von Wismar über Schwerin, Magdeburg und Leipzig nach Dresden von Ingenieuren angedacht worden.[1] Diese Planungen wurden jedoch zu DDR-Zeiten nur zu einem kleinen Teil umgesetzt. Im Jahr 1970 erfolgte die Eröffnung von Leipzig (Ost) bis Grimma, 1971 von Grimma bis zum Autobahndreieck Nossen (A 4), 1996 zwischen Löbejün und Könnern, 1999 zwischen Schönebeck und Dahlenwarsleben sowie zwischen Halle-Peißen und Löbejün und am 5. Dezember 2000 zwischen Könnern und Schönebeck.

Grünbrücke über die A 14 bei Schwerin

Am 24. August 2006 wurde der Abschnitt zwischen Kreuz Wismar und Jesendorf dem Verkehr übergeben. In der Planung war dieser rund elf Kilometer lange Abschnitt Teil der A 241. Er hat in der Herstellung rund 50 Millionen Euro gekostet. Gleichzeitig wurden alle bestehenden Abschnitte der A 241 in A 14 umbenannt.

Seit 31. August 2006 ist mit dem Anschluss zur A 38 (Südharzautobahn) am Dreieck Parthenaue eine Alternative für Autofahrer in Richtung Erfurt/München/Dresden geschaffen worden, welche die A 14 im Leipziger Norden zudem entlasten soll.

Planungen

In der Verkehrsuntersuchung Nord-Ost (VUNO) wurden 1995 verschiedene Varianten der Weiterführung untersucht. Bei der so genannten X-Variante, welche unter anderem vom ADAC befürwortet wurde, verläuft sie von Magdeburg nach Lüneburg, während die A 39 nach Schwerin verlängert werden soll.

In einer anderen Planung, der 2004 der Vorzug gegeben wurde, der sogenannten I- oder „Hosenträger“-Variante, verläuft hingegen die A 14 nach Schwerin und die A 39 nach Lüneburg. Salzwedel soll dabei durch eine „leistungsfähige“ Bundesstraße, die B 190n, in Ost-West-Richtung an beide Autobahnen angebunden werden. Hierunter ist eine 2+1-Lösung zu verstehen. Bei dieser Variante ergeben sich zusammen mit der A 7 drei parallel verlaufende Autobahnen im Abstand von je etwa fünfzig Kilometern.

Geplant ist eine Verlängerung nach Norden über Colbitz, Lüderitz, Stendal, Osterburg (Altmark), Wittenberge, Karstädt und Ludwigslust mit einem Anschluss an das nördliche Teilstück am Dreieck Schwerin. Das Raumordnungsverfahren für den Streckenverlauf wurde am 22. November 2004 abgeschlossen. Am 12. April 2005 wurde die Vorzugslinie der A 14 durch den Bundesverkehrsminister nach § 16 des Bundesfernstraßengesetzes bestimmt. Am 20. Juni 2007 unterzeichneten Bundesverkehrsminister Tiefensee und die Verkehrsminister der betroffenen Bundesländer den Vertrag über den Bau der Strecke. Demnach soll der Lückenschluss bis spätestens 2015 abgeschlossen sein. Der Finanzierungsplan sieht Gesamtkosten in Höhe von 775 Mio. Euro vor, die von Bund, Ländern und EU getragen werden. Im Mai 2008 wurde eine neue Kostenschätzung der DEGES publik, wonach die Kosten hauptsächlich wegen Umweltauflagen auf etwa 1,3 Milliarden Euro steigen könnten.[2] Im Oktober desselben Jahres wurde festgelegt, dass der Bau dieses Teiles in drei Phasen erfolgen soll. Die erste soll 2015 beendet sein und ist nochmals in drei Abschnitte unterteilt. Dies sind einmal Wolmirstedt-Stendal, Osterburg-Karstädt und Ludwigslust/Süd-Schwerin. Die Kosten dieser Phase betragen 775 Millionen Euro. Die zweite Phase ist in die Abschnitte Stendal-Osterburg und Karstädt-Ludwigslust/Süd unterteilt. Erst in einer dritten Phase soll die Autobahn zwischen Wolmirstedt und Magdeburg geschlossen werden. Bis dahin soll zwischen dem Kreuz Magdeburg und Wolmirstedt die A 2 und die vierspurige B 189 genutzt werden.[3] Im Februar 2009 soll aufgrund der gestiegenen Kosten eine neue Finanzierungsvereinbarung geschlossen werden.[4]

Diese Strecke wird auch Altmark-Autobahn genannt.

Bereits seit Jahren verzögert sich aufgrund finanzieller und vor allem umweltrechtlicher Probleme die Fertigstellung des Teilstücks zwischen den Anschlussstellen Schwerin-Nord und Jesendorf und somit die Anbindung der A 14 an die A 20. Der symbolische erste Spatenstich auf diesem Abschnitt erfolgte am 30. Oktober 2007 an der Baustelle einer Straßenbrücke bei Liessow. Die etwa 14 Kilometer lange Strecke soll bis Ende 2009 fertigstellt werden und rund 100 Millionen Euro kosten.

Fahrspuren

Die Autobahn hat zwischen dem Schkeuditzer Kreuz und Leipzig-Messegelände je drei Fahrspuren pro Richtung, ansonsten zwei. Derzeit wird sie zwischen der Anschlussstelle Halle/Peißen und dem Schkeuditzer Kreuz sowie zwischen Leipzig-Messegelände und Leipzig-Ost sechsspurig ausgebaut. Baubeginn für den ersten Abschnitt war 2006, der für den zweiten Abschnitt erfolgte im März 2007.

Der Streckenabschnitt zwischen dem Autobahndreieck Schwerin und Schwerin-Ost besitzt keine Standstreifen. Eine nachträgliche Einrichtung dieser Standstreifen ist ab 2008 geplant. Zu diesem Zweck wurden bereits Brückendurchfahrten verbreitert. Eine nicht ausbaufähige Brücke zwischen Plate und Consrade wurde abgerissen und bis 2008 neu errichtet.[5]

Bezeichnung

Obwohl die Autobahn überwiegend in Nord-Süd-Richtung verläuft, ist sie entgegen der üblichen Systematik mit einer geraden Zahl nummeriert, die sonst nur Autobahnen in West-Ost-Richtung tragen. Der Grund hierfür könnte der Verlauf des südlichen Teilstücks sein, das noch annähernd in West-Ost-Richtung verläuft und später nach Norden verlängert wurde.

Widerstand

Seit dem Herbst 2004 sammeln sich die Gegner des Ausbaus der A 14 im Bündnis „Keine A14“. Das Bündnis argumentiert mit dem geringen erwarteten Verkehrsaufkommen von etwa 15.000 Fahrzeugen am Tag, was selbst den Ausbau der bestehenden Bundesstraßen (B 189, B 5 und B 106) nicht rechtfertigen würde. Dennoch seien zirka 700 Mio. Euro für die Ausbau veranschlagt. Das Aktionsbündnis sieht darin eine Verschwendung von Steuergeldern.

Das Bündnis schlägt alternativ zur Autobahn den Ausbau der bestehender Bundesstraßen 5 und 189 vor. Ein juristisches Verfahren, ähnlich dem Prozess gegen den Ausbau der A 143 bei Halle, wird erwartet und vom NABU angestrebt.[6]

Einzelnachweise

  1. Planungskarte um 1958 auf autobahn-online.de
  2. „Umweltauflagen verteuern Autobahn auf 1,28 Milliarden“ in der Märkischen Allgemeinen
  3. „A14 wird nach Norden verlängert“
  4. Einigung über Finanzierung in Sicht, Online-Meldung des MDR vom 25. Januar 2009
  5. „Brücke bei Plate fertig – Ampel bleibt“, Schweriner Volkszeitung, 15. April 2008
  6. Website des Aktionsbündnisses gegen die A 14

Weblinks


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