Saab Automobile AB


Saab Automobile AB
Saab Automobile AB
Unternehmensform AB (Aktiebolag)
Gründung 1947
Unternehmenssitz Trollhättan, Schweden
Mitarbeiter 4359 (2007)
Branche Automobilhersteller
Produkte

Automobile

Website

www.saab.de

Saab Automobile AB ist ein schwedischer Automobilhersteller. Das 1947 als Produktionssparte des Flugzeughersteller Saab gegründete Unternehmen ist seit 2000 ein Tochterunternehmen des US-Konzerns General Motors.

Der Name Saab steht für die Abkürzung des ursprünglichen Firmennames Svenska Aeroplan Aktiebolaget (übersetzt: Schwedische Flugzeug-Aktiengesellschaft).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Saab 92001 von 1946
Saab 900 „Talladega
Saab 9-5 Kombi
Saab Sonett III
Saab Sonett V4 (1969)
Saab Sonett V4 (1969)
Saab 9-3 und 9-5
Saab 9-3 Limousine
Saab 9-5 Sportkombi (Facelift)

Der erste Pkw war der Saab 92001, am 10. Juni 1947, der ab 1949 als Saab 92 in Serie produziert wurde. 1969 übernahm Saab den Lastkraftwagen-Hersteller Scania und firmierte seitdem als Saab-Scania. Nach Verlusten des Fahrzeugsektors im Jahr 1989 und gescheiterten Kooperationsplänen mit Ford,[1] ging Saab-Scania im Dezember 1989 eine Partnerschaft mit dem US-Konzern General Motors ein.[2] Infolgedessen wurde im März 1990 aus dem Fahrzeugsektor der Saab-Scania AB das Joint Venture Saab Automobile AB gegründet, die Unternehmensanteile lagen zu je 50 % bei GM und Saab.[2] Seit Wiederausgliederung der Scania AB firmierte der Mutterkonzern als Saab AB. Im Januar 2000 verkaufte Saab AB seine restlichen Anteile, Saab Automobile AB ist seitdem zu 100 % im Besitz von General Motors.

Der durch die internationale Wirtschaftskrise schwer angeschlagene GM-Mutterkonzern erklärte Mitte Februar 2009, er wolle die finanzielle Unterstützung für Saab zurückfahren und Saab bis zum 1. Januar 2010 aus dem Konzern herauslösen. Bei Saab sind direkt noch ca. 4100 Mitarbeiter beschäftigt; davon am Hauptsitz Trollhättan 3700. Am 20. Februar 2009 beantragte das Unternehmen Gläubigerschutz ("Företagsrekonstruktion"), nach schwedischem Recht eine Vorstufe der Insolvenz, kündigte dabei aber auch die Fortsetzung der Produktion an.[3] Am 25. Februar 2009 musste die Produktion jedoch bereits für einen Tag - aufgrund einer Anordnung des schwedischen Zolls - angehalten werden. Das Unternehmen konnte die Zollgebühren für die Materiallieferungen nicht mehr bezahlen.[4] Mit Ausnahme einer kürzeren Phase in den 90er Jahren, brachte Saab Automobile seit 1989 stets Verluste ein,[5] die durch die entsprechende Verbuchung der Umsätze durch den Mutterkonzern GM verursacht wurden.[6] 2007 wies das Unternehmen einen operativen Verlust von umgerechnet 201 Millionen Euro aus; im Jahr davor waren es 267 Millionen Euro. Die schwedische Regierung lehnte Staatshilfen, ohne zuvor einen neuen Eigentümer gefunden zu haben, mehrmals ab.[7][8] Im Rahmen der Restrukturierung entließ Saab im April 2009 701 Angestellte. [9]

Unternehmensstruktur

Im Jahr 2008 verkaufte Saab 93.295 Fahrzeuge, 25 Prozent weniger als im Vorjahr 2007 und 1,1 Prozent des Gesamtabsatzes von General Motors.[8]

Seit 2004 erfolgt die Steuerung durch die GM-Europazentrale in der Schweiz. Saab ist im GM-Konzern für die Motorenentwicklung im Bereich der Turbo- und Bioethanoltechnik zuständig. Es werden viele GM-Teile benutzt (z.B. Epsilon-Plattform und GM-Powertrain-Motorblöcke). Allerdings erfolgt immer noch eine Saab-spezifische Optimierung von Motoren (eigene Motorelektronik Trionic 8, Turbolader) und Fahrwerk (mitlenkende Hinterachse). Auch im Design ist keine Übereinstimmung mit anderen GM-Modellen ersichtlich. Die Modelle Saab 9-3 und Opel Insignia sollen ab der nächsten Generation in einem Werk gebaut werden, nämlich in GM-Werk Rüsselsheim im Landkreis Groß-Gerau, dem Stammsitz von Opel. Dafür soll im alten Saab-Werk in Trollhättan ab 2010 der neue Saab 9-1 auf der GM-Delta-Plattform gebaut werden. Das aktuelle Saab 9-3 Cabriolet wird in Lohnfertigung bei Magna Steyr im österreichischen Graz gebaut.

Produkte

Aufgrund der Erfahrungen im Flugzeugbau wurde auch bei den Autos großer Wert auf die Aerodynamik gelegt. Anlehnungen daran finden sich bis heute bei der Gestaltung des Cockpits. Losgelöst von den Konventionen der traditionellen Automobilhersteller erwarb sich Saab rasch den Ruf eines innovativen Unternehmens, der beständig gepflegt wurde. Bekanntheit erlangte die Marke auch durch einige Erfolge im Rallye-Sport.

Der Designer der Saab Automobile vom Ursaab bis hin zum Saab 99 war der Schwede Sixten Sason (geb. Karl-Erik Sixten Andersson, 1912–1967), der auch die Hasselbladkamera entworfen hatte.

In Europa bekannte langjährige Modellreihen waren der kleinere Saab 900 (auch als Cabriolet) und der größere Saab 9000. Als einer der ersten Hersteller beherrschte Saab den Bau von standfesten Turbomotoren mit Direktzündung. Leistungsgesteigerte Sportmodelle tragen traditionell den Beinamen Aero (früher auch Viggen).

Seit 2002 ist der schweizer Tuningbetrieb Hirsch Performance offizieller Werkstuner von Saab. Die getunten Fahrzeuge werden unter dem Label "Saab Performance by Hirsch" verkauft.

Beispiele für Saab-Entwicklungen

  • Erster Seitenaufprallschutz im Automobilbau im Ursaab (Saab 92). Da in Schweden etwa jeder sechste Autounfall durch einen seitlich in oder auf einen PKW springenden Elch verursacht wurde, war dort schon vor dem heutigen hohen Verkehrsaufkommen eine stabile Fahrgastzelle notwendig. Die ersten Saabs wurden daher kopfüber aufgehängt und aus mehreren Metern auf den Boden fallen gelassen, um die Stabilität der Fahrgastzelle zu testen und zu verbessern. Dies machte bereits den ersten Saab zum sichersten, wenn auch aufgrund des DKW-Zweitaktmotors nicht betriebssichersten, Auto seiner Zeit.
  • 1964 diagonal geteilte Zweikreisbremsanlage im Saab 95 und 96. Später allgemeiner Sicherheitsstandard.
  • 1977 erster wirklich serienreifer Turbolader in einem PKW (Saab 99). Obwohl der Turbolader bereits 1905 erfunden wurde, wurde der erste Turbomotor für Schienenbusse von Scania-Vabis erst 1951 gebaut. Wenig später kamen diese auch in LKW zum Einsatz. Im PKW-Bau hatte man für die Serienfertigung zunächst zu viele Probleme. Auch bei Saab wurde die Entwicklung zunächst offiziell gestoppt. Der damalige Motorenentwickler setzte seine Arbeiten jedoch aufgrund des enormen Potenzials, das in der Turboaufladung steckt, einfach bis zur zuverlässigen Serienreife fort.
  • 1980 Einführung der Automatic Performance Control (APC)
  • 1993 Einführung des Nightpanels: Auf Knopfdruck schalten die Instrumente auf Nachtbetrieb um – dieses Nightpanel zeigt dem Fahrer nur noch wesentliche Infos, damit er bei Dunkelheit nicht abgelenkt wird.
  • 1996 wurde von Saab aktive Kopfstützen entwickelt und verbaut. Das SAHR-System vermindert effektiv die Zahl der Schleudertraumata bei Unfällen.
  • 1997 wurde der Saab 9-5 als erster Pkw mit ventilierten Vordersitzen ausgerüstet.

Besonderheiten

  • Bei nahezu allen Modellen von Saab befindet sich das Zündschloss in der Mittelkonsole.

Diese Besonderheit soll der Sicherheit dienen. Da Forschungen ergeben hatten, dass bei Unfällen sich viele Fahrer beim Aufprall auf das extrem harte Zündschloss die Knie zertrümmerten, wurde das Zündschloss kurzerhand in den Bereich hinter den Schalthebel verlegt. Damit befand sich am Lenkstock kein harter Gegenstand mehr. Darüber hinaus kam der besondere Effekt des Diebstahlschutzes: Der Zündschlüssel kann nur bei eingelegtem Rückwärtsgang (bei Automatik auf Stellung P) abgezogen werden, das Getriebe ist dann mit einem Stahlbolzen gesperrt.

  • Alle aktuellen Modelle besitzen ein Nightpanel.

Diese Besonderheit ist aus den Flugzeugcockpits entlehnt. Per Knopfdruck lässt sich bei einer Nachtfahrt mit Ausnahme des Tachos die Beleuchtung des Cockpits ausschalten. Nur eventuelle Warnhinweise werden eingeblendet. Diese Innovation soll ebenfalls der Sicherheit dienen und ein ruhigeres Fahren in der Nacht sowie eine erhöhte Konzentration auf den Verkehr ermöglichen.

Serienmodelle

Konzeptautos und Studien

  • Saab 92001 („Ursaab“, 1947)
  • Saab Monster (1959)
  • Saab 60 (1962)
  • Saab Quantum(1962)
  • Saab Catherina (1964)
  • Saab MFI13 (1965)
  • Saab Toad (1966)
  • Saab 98 (1974)
  • Saab EV-1 (1985)
  • Saab 9-X (2001)
  • Saab 9-3X (2002)
  • Saab 9-3 SportHatch (2003)
  • Saab 9-5 Aero BioPower (2006)
  • Saab Aero-X (2006)
  • Saab 9-3 Cabrio] mit 221 kW/300 PS (2006)
  • Saab 9-4X Biopower Concept mit 221 kW/300 PS (2008)
  • Saab 9-X Bio-Hybrid (2008)

Einzelnachweise

  1. Ford Seeks 51% Of Saab-Scania (Englisch). New York Times (14. Oktober 1989). Abgerufen am 20. Februar 2009.
  2. a b Saab-G.M. Unit Set Up (Englisch). New York Times (23. März 1990). Abgerufen am 20. Februar 2009.
  3. Autokonzern Saab meldet Insolvenz an Spiegel Online vom 20. Februar 2009
  4. Saab-Chef spricht von sieben Kaufinteressenten. Spiegel.de (26. Februar 2009). Abgerufen am 27. Februar 2009.
  5. FTD.de: Saab muss Produktion einstellen
  6. [1]
  7. Schweden lehnt Einstieg bei GM-Tochter Saab weiter ab. Reuters (18. Februar 2009). Abgerufen am 20. Februar 2009.
  8. a b Schweden erwartet endgültiges Aus für Saab. Spiegel.de (22. Februar 2009). Abgerufen am 27. Februar 2009.
  9. [2]

Weblinks

Zeitleiste der Saab-Modelle von 1950 bis heute
Typ Ab 1949 eigenständige Automobilproduktion Ab 1990 hielt GM 51 %, ab 2000 100 %.
1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Kompaktklasse 92 93 96 / 95 600
99 90 9-2X
Mittelklasse 900 900 II [1] 9-3 [1] 9-3 II / 9-3X [2]
9000 9-5 [1]
GT GT 750 Sport / GT 850
Sportwagen Sonett I Sonett II Sonett III
SUV 9-7X[3]

██ baugleich mit dem Lancia Delta, für Skandinavien; ██ baugleich mit dem Subaru Impreza, für den US-Markt
[1]auf GM2900-Plattform; [2]auf GM-Epsilon-Plattform; [3]auf GMT360-Plattform, für den US-Markt


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