Röthbachfall


Röthbachfall
Der Röthbachfall im September
Tiefblick, bei Niedrigwasser im Oktober

Der Röthbachfall ist ein Wasserfall in der Röth im Berchtesgadener Land in Bayern.

Der Röthbach stürzt im Talschluss südlich des Obersees über die Röthwand in zwei Hauptstufen beinahe senkrecht nach unten. Die Höhe wird im allgemeinen mit ca. 470 Meter angegeben und bezieht damit, wie auch sonst oft gehandhabt, den nachfolgenden Sturzbachabschnitt mit ein. Aus der genauesten topographischen Karte des Gebiets (Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt 10/1, Steinernes Meer) lässt sich eine Mindesthöhe von 350 Metern ablesen, eine Ortsbegehung ergab 380 m. Die obere Hauptstufe beginnt bei 1250 m und überwindet, abgesehen von kleinen Absätzen, 240 Meter, die untere 50 Meter bis zum Sturzbachabschitt bei 870 m. Damit kommt ihm (knapp vor dem 700 m nördlicher gelegenen Landtalfall) der Rang des höchsten Wasserfalls Deutschlands zu.

Der Röthbachfall im Talschluss des Königssee-Tales (Ende April)

Sein Wasser versickert auf dem anmoorigen Almboden der Fischunkel, einer Senke am Fuß des Talschlusses, die episodisch von einem kleinen See erfüllt ist. Das Wasser erreicht unterirdisch den Obersee, der seinerseits in den Königssee entwässert. Wanderer können den Wasserfall am bequemsten von der Bootshaltestelle Salet der bayerischen Königssee-Schifffahrt aus, vorbei an der Fischunkelalm, in einem gut einstündigen Fußmarsch erreichen (ein Weg ca. 4 km).

Die bekannteren Triberger Wasserfälle im Schwarzwald, die fälschlicherweise oft als höchste Wasserfälle Deutschlands bezeichnet werden, sind nur 163 Meter hoch, touristisch jedoch weit besser erschlossen.

Der Röthbachfall ist geradezu typisch für die in höheren Breiten häufigste Entstehungsursache sehr hoher Wasserfälle: die Ausschürfung eines abrupten Trogtalschlusses durch einen sich an solchen Stellen formierenden eiszeitlichen Gletscherstrom. Bekanntestes Beispiel ist der Gavarniefall in den Pyrenäen.

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