Robert Taylor (Schauspieler)


Robert Taylor (Schauspieler)
Robert Taylor bei der U.S. Navy

Robert Taylor (* 5. August 1911 als Spangler Arlington Brugh in Filley, Nebraska; † 9. Juni 1969 in Santa Monica, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Taylor war der Sohn eines Landarztes, dessen Frau schon als Teenager schwer krank war. Robert war in seiner Schulzeit vor allem sportlich und musisch begabt. Er hatte den Wunsch, Musik zu studieren und schrieb sich zunächst an der Doane University als Musikstudent ein, folgte dann jedoch seinem Cellolehrer an das Pomona College. Dort spielte er in der örtlichen Theatergruppe im Rollenfach des Jungen Helden. Die Talentsucher der MGM wurden auf ihn aufmerksam und brachten ihn an der studioeigenen Schauspielschule unter. 1934 erhielt er einen Siebenjahresvertrag mit 35 Dollar in der Woche und hatte im selben Jahr sein Filmdebüt in A Wicked Woman. Taylor blieb über 24 Jahre bei MGM unter Vertrag und damit länger bei einem einzelnen Studio als jeder andere Filmstar. Seine erste große Rolle spielte Taylor 1935 in Society Doctor. Im selben Jahr wirkte er neben Irene Dunne in der Verfilmung von Magnificent Obsession mit, der für seine Karriere soviel bewirkte wie danach 1953 das Remake für Rock Hudson. Sein rasanter Aufstieg zum Topstar war im folgenden Jahr so spektakulär, dass die Londoner Zeitung The Observer in ihrem Jahresrückblick schrieb: 1936 wird als das Jahr des Spanischen Bürgerkrieges, der Abdankung des englischen Königs und von Robert Taylor in Erinnerung bleiben.

Der Schauspieler verdankte seine Popularität in diesem Jahr Auftritten neben Loretta Young (Private Numbers), Janet Gaynor (Small Town Girl), Barbara Stanwyck (His Brother's Wife), Joan Crawford (The Gorgeous Hussy) und besonders Greta Garbo, neben der er in dem Film Die Kameliendame mitwirkte. Der Schauspieler galt neben Tyrone Power als der schönste Schauspieler seiner Zeit und wurde von den Kritikern deswegen auch oft abqualifiziert. Das Studio versuchte daher, Taylor regelmäßig auch in bodenständigeren Rollen einzusetzen. Seine überwiegend weiblichen Fans mochten ihn jedoch am liebsten als Held romantischer Komödien und dramatischer Liebesgeschichten. Gute Darstellungen lieferte er unter anderem als Gangster in Johnny Eager sowie in Waterloo Bridge mit Vivien Leigh, seinem persönlichen Lieblingsfilm.

Während des Krieges war er als Leutnant bei der US Navy eingesetzt. In dieser Funktion unterrichtete er angehende Piloten und drehte 17 US-Navy-Trainingsfilme als Regisseur, die sich hauptsächlich mit der Fliegerei beschäftigten. Nach dem Krieg konnte der Schauspieler zunächst nicht an seine bisherige Popularität anknüpfen. Erst Auftritte in aufwändig produzierten Historienfilmen wie Quo Vadis, Ivanhoe, Die Ritter der Tafelrunde und The Adventure of Quentin Durward verhalfen ihm zu neuen Erfolgen. Daneben wirkte er in vielen Western mit, darunter Devil's Doorway, der ihn als Indianer präsentierte, der gegen Rassenhass und Verbrechen ankämpfen muss. Westward the Women erzählt die dramatischen Ereignisse um eine Gruppe Frauen, die unter der Führung von Taylor viele Gefahren auf dem Weg nach Westen überwinden müssen. In den 60er Jahren begann sein Stern zu sinken, so dass er seine eigene Produktionsfirma gründete, die Robert Taylor Productions, und übernahm daraufhin in der von ihm produzierten Fernsehserie The Detectives, Starring Robert Taylor die Hauptrolle.

Privat

In seiner frühen Karrierephase hatte Taylor romantische Beziehungen unter anderem mit Virginia Bruce, Irene Hervey und Eleanor Parker. Von 1939 bis 1951 war er in erster Ehe mit Barbara Stanwyck verheiratet; die Ehe blieb kinderlos. 1954 heiratete er Ursula Thiess, das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder.

Privat war er vor allem sehr eng mit dem späteren US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan befreundet, der als Gouverneur von Kalifornien an seinem Grabe die Totenrede hielt. Als Anhänger der Republikanischen Partei unterstützte Taylor 1960 den Präsidentschaftswahlkampf von Richard Nixon und 1966 in Kalifornien den Wahlkampf seines Freundes Reagan. Robert Taylor starb 1969 an Lungenkrebs und wurde auf dem Forest Lawn Memorial Park (Glendale), in Glendale beigesetzt.

Auszeichnungen

  • Golden Globe 1954 als bester männlicher Filmstar zusammen mit Alan Ladd
  • Stern auf dem Hollywood Walk of Fame
  • 1970 wurde er in die Hall of Great Western Performers of the National Cowboy and Western Heritage Museum aufgenommen.

Filmografie

  • 1934: Handy Andy
  • 1934: There Always Tomorrow
  • 1934: A Wicked Woman
  • 1935: Buried Loot (Kurzfilm)
  • 1935: Ein Arzt für alle Fälle (Society Doctor)
  • 1935: Times Square Lady
  • 1935: West Point of the Air
  • 1935: Gefahr im Dunkeln (Murder in the Fleet)
  • 1935: Broadway-Melodie 1936 (Broadway Melody of 1936)
  • 1935: Magnificent Obsession
  • 1936: Kleinstadtmädel (Small Town Girl)
  • 1936: Frauenehre (Private Number)
  • 1936: Zwischen Haß und Liebe (His Brothers Wife)
  • 1936: The Gorgeous Hussy
  • 1936: Die Kameliendame (Camille)
  • 1937: Der Mann mit dem Kuckuck (Personal Property)
  • 1937: Unter vier Augen (This is my Affair)
  • 1937: Broadway Melodie 1938 (Broadway Melody of 1938)
  • 1937: Lest we Forget (Kurzfilm)
  • 1938: Der Lausbub aus Amerika (A Yank at Oxford)
  • 1938: Three Comrades
  • 1938: Schnelle Fäuste (The Crowd Roars)
  • 1939: Stunde der Vergeltung (Stand Up and Fight)
  • 1939: Lucky Night
  • 1939: Lady of the Tropics
  • 1939: Remember?
  • 1940: Flight Command
  • 1940: Ihr erster Mann (Waterloo Bridge)
  • 1940: Escape
  • 1941: Der letzte Bandit (Billy the Kid)
  • 1941: When Ladies Meet
  • 1942: Der Tote lebt (Johnny Eager)
  • 1942: Her Cardboard Lover
  • 1942: Stand by for Action
  • 1943: Bataan (Bataan)
  • 1944: Song of Russia
  • 1946: Der unbekannte Geliebte (Undercurrent)
  • 1947: Anklage: Mord (High Wall)
  • 1949: Geheimaktion Carlotta (The Bribe)
  • 1950: Die Letzten von Fort Gamble (Ambush)
  • 1950: Verschwörer (Conspirator)
  • 1950: Fluch des Blutes (Devil's Doorway)
  • 1951: Karawane der Frauen (Westward the Women)
  • 1951: Quo Vadis (Quo Vadis?)
  • 1952: Ivanhoe (Ivanhoe)
  • 1952: Die letzte Entscheidung (Above and Beyond)
  • 1953: Die Ritter der Tafelrunde (Knights of the Round Table)
  • 1953: Verwegene Gegner (Ride, Vaquero!)
  • 1953: Die schwarze Perle (All the Brothers Were Valiant)
  • 1954: Das Tal der Könige (Valley of the Kings)
  • 1954: Heißes Pflaster (Rogue Cop)
  • 1955: Ein Mann liebt gefährlich (Many Rivers to Cross)
  • 1955: Liebe, Tod und Teufel (The Adventures of Quentin Durward)
  • 1956: Die letzte Jagd (The Last Hunt)
  • 1956: Zwischen Himmel und Hölle (D-Day: The Sixth of June)
  • 1956: Die Macht und ihr Preis (The Power and the Prize)
  • 1957: Luftfracht Opium (Tip on a Dead Jockey)
  • 1958: Vom Teufel geritten (Saddle the Wind)
  • 1958: Der Schatz des Gehenkten (The Law and Jake Wade)
  • 1958: Das Mädchen aus der Unterwelt (Party Girl)
  • 1959: Der Henker (The Hangman)
  • 1959: Das Haus der sieben Falken (The House of the Seven Hawks)
  • 1960: Rivalen unter heißer Sonne (Killers of Kilimanjaro)
  • 1963: Flucht der weißen Hengste (Miracle of the White Stallions)
  • 1963: Revolverhelden von Wyoming (Cattle King)
  • 1964: Madame P. und ihre Mädchen (A House Is Not a Home)
  • 1964: Er kam nur nachts (The Night Walker)
  • 1965: Johnny Tiger
  • 1966: Die Verfluchten der Pampas (Pampa salvaje)
  • 1967: Heiße Colts in harten Fäusten (Return of the Gunfighter)
  • 1967: Hondo | Hondo und die Apachen (Hondo and the Apaches)
  • 1967: Die gläserne Sphinx (La sfinge d'oro)
  • 1968: Wenn Engel reisen (Where Angels Go, Trouble Follows)
  • 1968: Le rouble à deux faces

Quellen

  • Jane Ellen Wayne: Robert Taylor: The Man with the Perfect Face
  • Vollständige Filmographie : Stars der Kinoszene Band 16 Robert Taylor von Dieter Machon

Weblinks

 Commons: Robert Taylor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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