Rezidivierend

Rezidivierend

Ein Rezidiv (von lat. recidere, „zurückfallen“) ist das Wiederauftreten („Rückfall“) einer Krankheit, einer psychischen Störung oder deren Symptomen nach einer Behandlung, die zeitweilig erfolgreich war oder nach spontaner Remission.

Inhaltsverzeichnis

Onkologie

Der Begriff Rezidiv spielt bei der Behandlung von Krebs eine Rolle. Ursache ist meist eine unvollständige Entfernung des Tumors, die nach einiger Zeit zu einem erneuten Auftreten der Krankheit führen kann.

Wer in den fünf Jahren nach der Behandlung eines Tumors keinen Rezidiv erfährt, gilt nach allgemeiner Norm als geheilt. Einige Tumore können aber auch nach längerer Zeit ein Rezidiv verursachen.

Andere Erkrankungen

Rezidive können auch bei anderen Erkrankungen auftreten, beispielsweise bei einem bereits operierten Bandscheibenvorfall oder Entzündungen und Infektionen verschiedener Art.

Klinische Psychologie

In der Klinischen Psychologie ist eine Reihe psychischer Störungen bekannt, die oft einen rezidivierenden Verlauf zeigen, insbesondere die meisten affektiven Störungen und die Schizophrenien. Eine zeitlich begrenzte Phase einer Störung wird in der klinischen Psychologie Episode genannt.

Suchtmedizin

Mit dem Begriff Rückfall wird in der Suchtmedizin der Zustand eines entweder stofflich oder nichtstofflich erkrankten Abhängigen bezeichnet, dessen zwanghafter Konsum in der Regel chronisch rezidiv ist und der nach einem Entzug erneut entweder das Suchtmittel (wie z. B. Alkohol, Heroin, Kokain oder Nikotin) konsumiert oder sein vorheriges, nicht stofflich gebundenes Suchtverhalten (wie z. B. Spielsucht, Kaufsucht oder auch Sexsucht) zeigt.

Bei praktisch allen Suchterkrankungen gehört die Möglichkeit eines Rückfalls zum spezifischen Krankheitsbild.

Kann ein Rückfall nicht innerhalb der ersten Tage erfolgreich unter Kontrolle gebracht werden und wird weiterhin Abstinenz angestrebt, ist oft ein erneutes Durchleben des Entzugs erforderlich. Gegen einen Rückfall gibt es kein Allheilmittel; mögliche Hilfe bieten aber ambulante oder stationäre suchttherapeutische Behandlung und der Besuch von Selbsthilfegruppen. Diese unterstützen dabei, Risikosituationen zu erkennen und Bewältigungtechniken zu entwickeln. Die Erkenntnisse zu effektiven Hilfemaßnahmen sind jedoch aufgrund der relativ hohen Zahl an Konsumenten, die unabhängig vom Hilfesystem ihren Konsum einstellen (maturing out), und die starke Unterschiedlichkeit individueller Konsumgründe und -muster vermutlich verzerrt. Umso wichtiger ist eine individuelle und unabhängige Betreuung.

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