Reserveantibiotikum

Reserveantibiotikum

Als Reserveantibiotikum werden Antibiotika bezeichnet, die für normale Infektionen nicht zur Therapie in Betracht gezogen werden, um eine Antibiotikum-Resistenzentwicklung zu verhindern.

Nur bei schweren Infektionen mit bestimmten, gegen andere Antibiotika unempfindlichen Bakterienstämmen, sog. Krankenhauskeimen (z. B. MRSA), kommen diese zum Einsatz.

Im Normalfall wird vorab eine Erregerkultur angelegt, mit deren Hilfe die Empfindlichkeit auf verschiedene Antibiotika mittels eines Plattendiffusionstests ermittelt wird (Antibiogramm). Wenn auf diesem Wege die Wirksamkeit der Substanz bestätigt wurde, kann eine Therapie erfolgen, wobei darauf geachtet wird, dass nicht durch vorzeitigen Abbruch die Entwicklung einer Resistenz begünstigt wird.

Ein Beispiel für ein Reserveantibiotikum ist Vancomycin. Allerdings fiel diese Last Line of Defense bereits 1987, als erste vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) in Kliniken auftraten. Aktuell ist Linezolid das Reserveantibiotikum der Wahl. Außerdem werden aktuell als Reserveantibiotika zur Behandlung verwendet: Daptomycin, Tigecyclin oder Quinupristin/Dalfopristin. Die genannten aktuellen Mittel sind auch gegen vancomycinresistente Staphylococcus aureus wirksam, Linezolid kann auch oral verabreicht werden. Nachdem es im Zusammenhang mit Linezolid-Anwendung zu erhöhter Sterblichkeit kam (weil nicht gegen gram-negative Erreger wirksam, Warnhinweise des BfArM), gelten Tigecyclin, Daptomycin neben Vancomycin als Mittel der Wahl. Doch im klinischen Alltag gestaltet sich die Therapie von Patienten mit MRSA-Infektionen oft schwierig und langwierig.

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