Reinharts

Reinharts
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kempten (Allgäu)
Kempten (Allgäu)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kempten (Allgäu) hervorgehoben
47.73333333333310.316666666667674Koordinaten: 47° 44′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 674 m ü. NN
Fläche: 63,29 km²
Einwohner: 61.703 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 975 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 87435, 87437, 87439
Vorwahl: 0831
Kfz-Kennzeichen: KE
Gemeindeschlüssel: 09 7 63 000
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 29
87435 Kempten (Allgäu)
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Ulrich Netzer (CSU)

Kempten im Allgäu ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.

Die Hochschulstadt zählt zu den ältesten Städten Deutschlands. Sie dient als zentral gelegenes Oberzentrum der umliegenden Ferienregion Allgäu als Schul-, Verwaltungs- und Handelszentrum. Kempten ist nach Augsburg die zweitgrößte Stadt Bayerisch-Schwabens.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Kempten liegt 646 m bis 920 m über NN am Alpennordrand an den Ufern der Iller, etwa 30 km südlich von Memmingen und 30 km nördlich von Oberstdorf entfernt. Von allen Städten Deutschlands mit mehr als 50.000 Einwohnern ist Kempten nach Villingen-Schwenningen im Schwarzwald (82.000 Einwohner auf 704 m) mit 672 Metern in der Altstadt die am höchsten gelegene.

Ausdehnung des Stadtgebietes

Das Stadtgebiet besteht aus den Gemarkungen Kempten (Allgäu), Sankt Lorenz und Sankt Mang.

Zur Stadt Kempten (Allgäu) gehören die Orte Kempten (Allgäu), Adelharz, Breiten, Dreifaltigkeit, Eggen, Eich, Ellharten, Göhlenbach, Härtnagel, Halden, Haslach, Haubensteig, Heiligkreuz (mit dem ehem. Kloster Heilig Kreuz Kempten), Hinterbach, Hirschdorf, Hub, Lenzfried, Leubas, Leupolz, Lotterberg, Mariaberg, Neuhausen, Oberwang, Reichelsberg, Reinharts, Rößlings, Rothkreuz, Rottach, Sankt Mang, Seeangers, Steig, Steufzgen, Stiftallmey, Thingers, Ursulasried, Wettmannsberg und Zollhaus sowie weitere, kleinere Orte (Weiler und Einöden). Insgesamt gibt es 155 Gemeindeteile. Die meisten der oben genannten Orte sind baulich mit Kempten zusammengewachsen.

Klima

Klimadiagramm von Kempten[1]

Kempten liegt bei den Werten des Mittels von Jahresdurchschnittstemperatur und Niederschlagsmenge im deutschen Durchschnitt, jedoch befindet sich die Niederschlagsmenge im oberen Bereich der deutschen Durchschnittsmenge. Mit 1.272 Millimeter Niederschlagsdurchschnitt und einer Durchschnittstemperatur von 6,9 Grad Celsius im Jahr (von 1961 bis 1990) fällt die Stadt nicht aus dem Rahmen der gemäßigten Klimazone.

Besondere Wetterlagen: Wie im gesamten Voralpenland tritt auch hier öfters im Jahr Föhn, oder auch ergiebige Niederschläge als Regen oder Schnee durch den auftretenden Wolkenstau vor den Alpen, auf. Aufgrund von Überschwemmungen, welche von der Iller verursacht werden, wurde in Kempten die Hochwasserschutzmauer nach dem Pfingsthochwasser 1999 auf dem linken Illerufer verlängert. Deren erste Bewährungsprobe beim Alpenhochwasser 2005 war erfolgreich.

Geschichte

Antike

Nachbildung der Augustusstatue von Primaporta in Kempten

Kempten zählt mit Speyer, Worms, Trier und Augsburg zu den ältesten Städten Deutschlands. Die Geschichte Kemptens reicht zurück bis weit in die Zeit vor der römischen Eroberung des Alpenvorlandes (um 15 v. Chr.). Allerdings fehlen bislang sichere archäologische Zeugnisse über eine größere Siedlung bereits in vorrömischer Zeit. Als gesichert gilt dagegen die Existenz der römischen Stadt Cambodunum etwa ab der Zeit der Eroberung der Gegend durch die Truppen des Drusus und Tiberius, also ab etwa 15. v. Chr. In dem 18 n. Chr. erschienenen 4. Buch des Geografen Strabon wird die bestehende keltische Polis Kambodounon erstmals schriftlich bezeugt. Über einer Furt durch die unberechenbare Iller auf dem rechten Hochufer gelegen, entwickelte sich daraus die römische Stadt Cambodunum. Möglicherweise fungierte Cambodunum im ersten Jahrhundert auch als Hauptstadt der Provinz Rätien, bevor das neu gegründete Augsburg diese Funktion übernahm. Nach der Blütezeit im 2. Jahrhundert n. Chr. war die Entwicklung der Stadt allmählich rückläufig.

Mittelalter

Fürststift Kempten (ehem. Benediktinerkloster)

Die etwa 740 begründete Missionszelle des Ortes ist ab 752 beständig von St. Galler Mönchen bewohnt. Sie wird 774 von Karl dem Großen als eigenständige Abtei bestätigt (gemäß klösterlichen Fälschungen aus dem frühen 12. Jahrhundert auf Drängen seiner Gemahlin, Hildegard). Im Laufe der Jahrhunderte erhielt die Abtei die Herrschaft über beträchtliche Teile des Umlandes und wird Kern eines sich zu einer eigenen Siedlung entwickelnden Wirtschaftswesens. König Friedrich II. belehnt 1213 den Abt des Stiftes mit der Grafschaft Kempten.

Die Altstadt Kempten wird 1289 durch ein Privileg König Rudolfs von Habsburg aus dem Hoheitsbereich des Abtes gelöst und als Freie Reichsstadt dem König unmittelbar unterstellt. Damit werden dem Stift Übergriffe auf Eigentum und Rechtsstand der Reichsstadt und ihrer Einwohner verboten. Dies geschah unmittelbar nach Beendigung des Interregnums, einer Zeit also, in der die Macht des Königs gegenüber Fürsten und Geistlichkeit verstärkt zum Ausdruck gebracht wurde. Sicher waren die zusätzliche Einnahmen aus den Steuern und die Truppenkontingente der Kemptener gute Gründe für diesen Schritt. Die wirtschaftliche Grundlage Kemptens zu jener Zeit bildete der vom Reich geschützte Fernhandel mit Salz sowie der Handel mit lokal gefertigten Leinenstoffen und Schmiedeerzeugnissen.

Die Teilung Kemptens in eine dem Reich direkt unterstellte Siedlung und ein unmittelbar daran angrenzendes selbstständiges Stiftskloster führte zu ständigen Auseinandersetzungen zwischen den Reichsbürgern und dem Fürstabt des Fürststifts Kempten. So stürmten und zerstörten beispielsweise 1363 Kempter Bürger die dem Fürstabt gehörende Burghalde. Die Abgrenzung zum Kloster wird 1358 auch durch den Bau einer eigenen Schule und 1437 durch die Stiftung einer Kirchenbibliothek für die Stadtprediger deutlich.

An der Iller entsteht 1477 mit den ersten beiden Papiermühlen ein neuer Erwerbszweig.

Durch Kaiser Friedrich III. erhält 1488 die Reichsstadt Kempten das Recht den Reichsadler mit der Kaiserkrone in ihrem Stadtwappen zu führen. Ein Kempter Truppenkontingent hatte sich bei der Befreiung des in Brügge gefangenen jungen Königs Maximilian besonders ausgezeichnet. Der Reichsadler ziert heute noch die rechte Hälfte des Stadtwappens.

Neuzeit

Die vollständige Unabhängigkeit vom katholischen Kloster erwirbt die Reichsstadt erst 1525 mit dem „großen Kauf“. Im Bauernkrieg kommt es zur Plünderung des Klosters durch stiftskemptische Bauern. Daraufhin veräußert der auf Bargeld angewiesene Abt gegen 32.000 Gulden alle verbliebenen herrschaftlichen Rechte in der Stadt an die Bürger. Damit ist zugleich der Weg frei für den Wechsel der Reichsstadt zur Reformation, während die mittlerweile stark angewachsene Stiftssiedlung naturgemäß katholisch bleibt. Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) am Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens.

Kempten, Kupferstich von Merian, um 1650

Im Dreißigjährigen Krieg helfen die beiden Hälften der Doppelstadt dann auch mehrfach den jeweils aufgezogenen Streitkräften, die andersgläubige Hälfte zu verheeren. Zudem schlägt in dieser Zeit die Pest zwei Mal fürchterlich zu. Im Jahr 1635 ist die Stadt von vormals etwa 6000 auf eine Bevölkerung von gerade noch 900 dezimiert. Im weiteren behinderte die Rivalität zwischen den beiden Stadtteilen und immer wieder kehrende Kriege mit entsprechenden Schäden eine nachhaltige Erholung der Doppelstadt.

Im Jahre 1775 ist Kempten Schauplatz des letzten Hexenprozesses auf deutschem Boden. Maria Anna Schwegelin wird als Hexe zum Tode durch Verbrennen verurteilt. Nach neueren Forschungen wurde sie nicht hingerichtet, sondern begnadigt und starb 1781 im stiftkemptischen Stockhaus.

Durch den Zuschlag der Stadt und des Stiftes zum Staatsgebiet Bayerns 1802 durch Napoleon wird Kempten zu einer einheitlichen Stadt - die nötigen Verwaltungsakte dafür brauchen wenige Jahre, die kulturellen und gesellschaftlichen Prozesse der Vereinigung brauchen dagegen viele Jahrzehnte.

Zwischen 1852 und 1853 wurde in Kempten am rechten Illerufer von Widmann und Telorac eine große siebenstöckige mechanische Baumwollspinnerei und Weberei erbaut, in der Ende der 1850er Jahre bereits 566 Webstühle von fast 1.000 Arbeitern bedient wurden. Der Betrieb wurde erst 1992 eingestellt, das ursprüngliche Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist unverändert erhalten und steht unter Denkmalschutz.[2]

Der wirtschaftliche Aufschwung und die Urbanisierung durch die industrielle Revolution wird in Kempten gebremst durch den Niedergang der ansässigen Leinenmanufakturwirtschaft infolge der starken Konkurrenz im Weltmarkt.

Blick vom Stadtgarten zur Basilika (Mitte), links das Zumsteinhaus, rechts die Residenz

Im Allgäu wechselt der Anbau von Flachs allmählich zur heute bekannten Grünlandwirtschaft und damit zur industriellen Käseproduktion. Die Weberei verändert sich unter Nutzung des vorhandenen Know-Hows und der Wasserkraft der Iller vom Verlags- und Manufakturwesen hin zur industriellen Baumwollverarbeitung. Die benötigte Technik führt zur Entwicklung feinmechanischer Maschinenbaufabriken. Der Holzreichtum lässt verschiedene Produktionen zu den bereits bestehenden Papiermühlen entstehen. Im Jahre 1898 läuft der erste gewerblich genutzte Dieselmotor der Welt in der Zündholzfabrik Kempten. Relativ früh entwickelt sich im Allgäu dazu der Tourismus als weiteres Wirtschaftsstandbein.

Zwischen 1943 und 1945 wurde im nahegelegenen Weidach ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau für 1.000 bis 2.000 Häftlinge errichtet (Siehe: Außenlager Kottern-Weidach), nachdem KZ-Häftlinge unter anderem in der sonst für Viehhandel genutzten „Allgäuhalle“ untergebracht waren. Sie mussten für die Firma Messerschmitt in der Flugzeugherstellung Zwangsarbeit verrichten. Ein weiteres Außenlager existierte schon zuvor in der Keselstraße 14, wo zwischen 500 und 600 Häftlinge für die U. Sachse KG arbeiten mussten.[3]

Die Randlage in Bayern und die vergleichsweise große Vielfalt in der Wirtschaft sorgen seitdem für ein allmähliches, aber stetes Wachstum und für moderate Auswirkungen von Kriegen und Krisen bis heute. Im Jahre 1977 wurde die Errichtung der Fachhochschule Kempten beschlossen.

Politik

Oberbürgermeister seit 1946

  • Anton Götz, vom 1. Oktober 1946 bis 30. Juni 1948
  • Georg Volkhart, vom 30. Juni 1948 bis 30. April 1952
  • August Fischer, vom 1. Mai 1952 bis 30. April 1970
  • Josef Höß, vom 1. Mai 1970 bis 30. April 1990
  • Wolfgang Roßmann, vom 1. Mai 1990 bis 30. April 1996
  • Ulrich Netzer, seit 1. Mai 1996

Stadtrat

Der Stadtrat besteht aus 44 Mitgliedern:

Bündnis 90/Die Grünen und die Kempt'ner Frauenliste bilden eine Fraktion, Unabhängige Bürger/ödp und FDP bilden eine Ausschussgemeinschaft

Verwaltung

Kempten erhebt seit dem 1. Januar 2006 eine Zweitwohnsitzsteuer, die 10 % der Jahreskaltmiete entspricht. Ziel der Stadt ist es hierbei, neben der finanziellen Beteiligung an der städtische Infrastruktur auch einen Anreiz zu schaffen, den Nebenwohnsitz in einen Hauptwohnsitz umzuwandeln. [4]

Die Kampagne Leben statt Schweben wurde vom Jugendhilfeausschuss der Stadt angeregt, nachdem kommunale Fachkräfte aus den Bereichen Schule, Jugendarbeit, Suchtberatung, Jugendhilfe und Polizei im Stadtgebiet zunehmend kinder- und jugendtypische Erscheinungen und Gefahren im Umgang und im Konsum von Alkohol erkannt haben. Die Kampagne wurde im Jahr 2004 gestartet, und läuft seitdem. Mit umfangreichen praktischen, präventiven und durch viele Fachkräfte begleitete Aktivitäten wird versucht, nicht nur das Thema Sucht und Alkohol sondern mittlerweile auch die Themen Bewegung, Gesundheit, Sexualität und Partnerschaft sowie Medienkonsum für Kinder und Jugendliche aufzugreifen und zu erläutern. Zu den Zielgruppen gehören außerdem Eltern sowie Multiplikatoren.

Partnerstädte

Mit der Weinstadt Bad Dürkheim besteht seit 1951 die langjährigste Patenschaft der Stadt. 1971 wurden auch freundschaftliche Beziehung mit dem Fischerdorf Quiberon an der französischen Atlantik-Küste aufgenommen. Gegründet wurde diese Partnerschaft ursprünglich von der ehemaligen eigenständigen Gemeinde St. Mang wurde aber nach der Gebietsreform von der Stadt Kempten fortgeführt. Im Jahre 1987 entstanden zwei weitere Partnerschaften. Eine mit der norditalienischen Stadt Trient und die andere mit der ungarischen Grenzstadt Sopron. Kempten hatte mit der Städtepartnerschaft zu Sopron in den Zeiten des Kalten Krieges eine Vorreiterposition in Deutschland bewiesen. 1990 wurde die von Kempten entfernteste Partnerschaft mit der irischen Stadt Sligo begonnen. Vorrangegangen war hier ein Jugendaustausch zwischen der Fachhochschule Kempten und einem College in Sligo.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Kempten sind verschiedene - meist im Dienstleistungsgewerbe tätige - Unternehmen angesiedelt. Den größten Teil der Beschäftigten Kemptens nimmt der öffentliche Dienst ein. Von überregionaler Bedeutung ist die Milchwirtschaft.

Verkehr

Straßenverkehr

Kempten liegt an der A 7 (Flensburg - Hamburg - Kassel - Würzburg - Ulm - Memmingen - Füssen) sowie an der kurzen A 980 (AD Allgäu – Waltenhofen − B 12).

Durch das Stadtgebiet führen weiterhin die Bundesstraßen B 12 (Lindau - München - Passau - Philippsreut), die B 19 (Eisenach - Mellrichstadt - Würzburg - Ulm - Oberstdorf) und die B 309 (Kempten - Pfronten).

Schienenverkehr

Kempten liegt an der Allgäubahn (KBS 970), die von München nach Lindau führt, im Abschnitt bis Geltendorf allerdings nicht elektrifiziert ist. Als Ersatz für den gestrichenen InterRegio der DB hält nun der Arriva-Länderbahn-Express (kurz „alex“) in Kempten. In Nord-Süd Richtung liegt Kempten an der Strecke von Ulm nach Oberstdorf (Illertalbahn). Außerdem zweigt hier die Außerfernbahn über Pfronten nach Reutte in Tirol ab.

Kempten erhielt 1852 einen Bahnanschluss mit dem Bau der Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Der einstige Kopfbahnhof nahe der Altstadt wurde im Jahre 1969 durch einen neuen Hauptbahnhof im Süden der Stadt ersetzt. Im Stadtgebiet von Kempten gibt außer dem Hauptbahnhof noch die Bahnhöfe Kempten Ost (Ostbahnhof) und den Bahnhof St. Mang.

2006 feierte die Stadt und die DB das 100-jährige Jubiläum der weltweit größten Eisenbahn-Stampfbetonbrücke „Obere Illerbrücke“. Über die Brücke läuft der gesamte Zugverkehr des Hauptbahnhofes.

Luftverkehr

Bekannte Unternehmen

In Kempten ansässig ist die Regio Allgäu, ein Unternehmen der DB Regio AG,das Eisenbahnverbindungen in alle Richtungen, wie zum Beispiel nach München, Augsburg, Memmingen/Ulm, Lindau, Oberstdorf und Pfronten/Reutte i.Tirol/Garmisch-Partenkirchen betreibt.

Außerdem sind ansässig die Feneberg Lebensmittel GmbH, die Liebherr Verzahntechnik GmbH, der Automobilhersteller Abt Sportsline GmbH, das Briefzentrum Augsburg-Kempten der Deutschen Post AG. Außerdem die Allgäuer Brauhaus AG, das Edelweiß Käsewerk Bongrain, der Mineralölhandel der Unternehmensgruppe Adolf Präg und die Firmenzentrale des Logistikdienstleisters Dachser. Außerdem hat auch der Milchverarbeiter EDELWEISS (Bresso u.a.) seinen Sitz in Kempten.

An größeren Medien haben ihren Firmensitz in Kempten die Allgäuer Zeitungsverlag GmbH, im Verbund mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung, und der Lokalfernsehsender für die Region Allgäu TV Allgäu (TVA).

Arbeitslosigkeit

In der kreisfreien Stadt Kempten wurde im August 2008 mit 4,6% die dritthöchste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Schwaben verzeichnet. Kempten lag damit deutlich über dem Bayerischen Durchschnitt von 3,9%. Die aktuelle Arbeitslosenzahl vom November 2008 beträgt absolut 1.396. [5]

Bildung

Neben der Hochschule Kempten bietet Kempten drei Gymnasien (Allgäu-Gymnasium, Hildegardis-Gymnasium, Carl-von-Linde-Gymnasium) mit naturwissenschaftlich-technologischen, sprachlichen und humanistischen Zweigen, drei Realschulen, mehrere Grund- und Hauptschulen und eine Waldorfschule. Dem Klinikum Kempten-Oberallgäu ist eine Berufsfachschule für Technische Assistenten in der Medizin angegliedert. Hier können die Berufe medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent und medizinisch-technischer Radiologieassistent erlernt werden.

Ein umfangreiches Bildungsangebot mit rund 1.000 Veranstaltungen je Semester bietet die Volkshochschule Kempten.

Oberhalb Kemptens befindet sich die Volkssternwarte Kempten auf einem Höhenrücken.

Allgäuer Festwoche

Auf Initiative von Dr. Georg Volkhart und Albert Wehr wurde die Allgäuer Festwoche 1949 ins Leben gerufen. Inzwischen zählt die jährlich im August stattfindende Regionalmesse mit Kultur- und Sporthöhepunkten und ca. 60 000 Besuchern zu den Highlights der Veranstaltungen des Allgäus.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Kempten (Allgäu)

Söhne und Töchter der Stadt

Sonstige Persönlichkeiten

  • Matthias Waibel (* Ende des 15. Jahrhunderts in Martinszell/Allgäu, † 7. September 1525 bei Leutkirch, Vikar in St. Lorenz und St. Mang, protestantischer Reformator und Märtyrer
  • Primus Truber (* 9. Juni 1508 in Rašica, Unterkrain; † 15. Juni 1586 in Tübingen-Derendingen), Pfarrer in Kempten von 1553 bis 1561, gilt als Begründer des slowenischen Schrifttums (Konterfei auf der 1-Euro-Münze Sloweniens)
  • Franz Xaver Unterseher, 1888-1954, Künstler
  • Hansjoachim Strube (* 21. Oktober 1916 Labiau; † 22. April 1978 Kempten) Künstler, Gründungsmitglied des Berufsverband Bildender Künstler Schwaben-Süd
  • Dieter Lattmann (* 15. Februar 1926 in Potsdam), Schriftsteller und SPD MdB in der Brandt-Ära, Pen Mitglied
  • Carl von Linde (* 11. Juni 1842 in Berndorf (Oberfranken), heute zu Thurnau; † 16. November 1934 in München) deutscher Ingenieur, Erfinder und Gründer der Linde AG. Besuchte in Kempten das Humanistische Gymnasium und machte dort seinen Abschluss (heute Carl von Linde Gymnasium)
  • Anna Schwegelin ( Anna Maria Schwägelin, * 1729 in Lachen; † 1781 im Gefängnis in Kempten im Allgäu) war eine Dienstmagd, die 1775 als letzte „Hexe“ in Deutschland zum Tode verurteilt wurde.

Sehenswürdigkeiten

Zumsteinhaus

In Kempten im Allgäu gibt es sowohl mehrere Museen, als auch einige historische Gebäude. Zu den Museen zählen die Alpenländische Galerie mit 130 Exponaten der Gotik bis Frührenaissance und das Alpinmuseum, die beide im sogenannten Marstall untergebracht sind [6]. Außerdem gehören dazu das Allgäu-Museum im „Kornhaus“ und das Zumsteinhaus mit dem Römischen Museum und Naturkunde-Museum. Der Archäologische Park Cambodunum zeigt wiederhergestellte Gebäude der Siedlung auf dem Lindenberg (Stadtteil) aus der Römerzeit.

An historischen Gebäuden existieren die Burghalde mit dem Allgäuer Burgenmuseum und der Freilichtbühne sowie dem Duftgarten, in dem auch Führungen angeboten werden. Zudem sind das Rathaus und die ehemalige Fürstäbtliche Residenz mit Hofgarten und Orangerie, die auch den Sitz der Stadtbücherei mit der Abteilung Allgäu-Bücher innehat, sehenswerte Gebäude. Die Stadtpfarrkirche St. Lorenz eine Basilica minor, erhielt ihren Ehrentitel 1960 von Papst Paul VI. verliehen. Eine weitere Kirche ist die evangelische St.-Mang-Kirche.

Siehe auch: Engelhaldenpark

Besonderes

Seit vielen Jahren wurde in der städtischen Öffentlichkeit ein Streit um die Berechtigung des Straßennamens "General-Dietl-Straße" ausgetragen, der nach mehreren Vorstößen demokratischer Initiativen 1993 mit der Entwidmung dieses Namens endete.

Literatur

Führer:

  • M. Kellenberger: Alt-Kempten. Geschichtliche Streifzüge zur Förderung der Heimatkunde. Kempten und München 1913, Reprint 1984 im Verlag für Heimatpflege im Heimatbund Allgäu, Kempten
  • Alfred Weitnauer: Kempten. Sehens- und Wissenswertes aus Geschichte, Kunst und Wirtschaft der Allgäuer Hauptstadt. Kempten (Allgäu) ohne Jahresangabe (ca. 1949/50)
  • Alexander Herzog von Württemberg: Stadt Kempten. Ensembles - Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler (Denkmäler in Bayern, Band VII.85). Verlag Schnell & Steiner, München und Zürich 1990, ISBN 3-7954-1003-7

Geschichte (Gesamtdarstellungen):

  • Volker Dotterweich u. a. (Hrsg.): Geschichte der Stadt Kempten. Im Auftrag der Stadt Kempten (Allgäu). Verlag Tobias Dannheimer. Kempten 1989, ISBN 3-88881-011-6
  • Norbert Herrmann: Kempten und das Oberallgäu. Bilder aus der Geschichte der Stadt und des Landkreises. Verlag für Heimatpflege im Heimatbund Allgäu, Kempten (Allgäu) 1984 (Titel der 1. Auflage 1963: „Kempter Geschichtsbuch“)
  • Josef Rottenkolber: Aus Kemptens vergangenen Tagen. Kösel-Verlag, Kempten 1954
  • Johann Bapt. Haggenmüller: Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten. Kempten, Band 1: 1840, Band 2: 1847; Reprint in einem Band im Verlag Tobias Dannheimer Kempten 1988, ISBN 3-88881-009-4

Vor-, Früh- und Alte Geschichte:

  • Wolfgang Czysz u. a.: Die Römer in Bayern. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1600-2
  • Wolfgang Czysz, Hanns Dietrich und Gerhard Weber (Bearb.): Kempten und das Allgäu (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Bd. 30). Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1150-7
  • Gerhard Weber (Hrsg.): Cambodunum - Kempten. Erste Hauptstadt der Provinz Raetien. Mainz 2000, ISBN 3-8053-2691-2

Kempten heute:

  • Thomas Schafroth: Kemptener Perspektiven. Verlag J. Eberl GmbH & Co.KG, Immenstadt 2007, ISBN 978-3-920269-38-2

Quellen

  1. Geoklima 2.1
  2. Winfried Nerdinger (Hrsg.): Zwischen Glaspalast und Maximilianeum. Architektur in Bayern zur Zeit Maximilians II. 1848-1864. Minderva, Eurasburg 1997, S. 126-127.
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 154
  4. Siehe http://www.kempten.de/zweitwohnungssteuer.html Information der Stadt Kempten (Allgäu) zur Zweitwohnsitzsteuer
  5. Augsburger Allgemeine, 29.08.2008, Seite 15
  6. Museen im Marstall

Weblinks


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