Rassentheoretiker


Rassentheoretiker

Eine Rassentheorie (auch Rassenkunde oder Rassenlehre) ist eine Theorie, die die Menschheit in verschiedene „Rassen“ einteilt. Sie fasst diese essentiell oder substantiell als natur- oder gottgegebene Einheiten beziehungsweise biologische Tatsachen auf, die die Ausformung von Charakter und Fähigkeiten bzw. von Gesellschaft und Kultur bestimmen.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsgeschichte

Ganz allgemein liegt diesem Denken die seit der Renaissance diskutierte Idee von der Ungleichheit der Menschen zugrunde, die in der Neuzeit zu Verunsicherungen führte. Die Entdeckungen jener Zeit standen im Widerspruch zu der vom Kirchenlehrer Augustinus vertretenen Auffassung, zeigten sie doch, dass es eine Vielzahl irdischer Welten gibt und die Diskussion über den polygenetischen Ursprung der Menschheit nicht mehr ausgeschlossen werden konnte.[1]

Die Ausarbeitung von Rassentheorien und Rassenlehren erfolgte indessen erst im 19. Jahrhundert. Die große Anzahl der jeweils entwickelten Theorien, die jeweils mit dem Anspruch von Wissenschaftlichkeit formuliert wurden, dienten in der Folge mit je unterschiedlichem Gewicht als Grundlage des modernen politischen Phänomens des Rassismus. Unter einem religiösen Vorzeichen wurden zahlreiche dieser Theorien theologisch begründet, indem „Rasse“ neben „Volk“ und Staat zur Schöpfungsordnung verbrämt wurde.[2] Insbesondere für derartige „politische Theologien“ wurde in der Folgezeit sowohl der kennzeichnende Begriff Rassenideologie als auch der analytische Begriff Politische Religion verwendet.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der biologisch begründete Rassismus von der Mehrheit der Forscher abgelehnt, allerdings noch nicht die Einteilung der Menschheit in Rassen. Wissenschaftler aus der ganzen Welt erarbeiteten 1950 das UNESCO Statement on Race Problems[4] und 1965 das Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung.[5]

Die Theorie von drei so genannten „Großrassen“ der Menschheit hielt sich zunächst viele Jahre in der Wissenschaft. Wissenschaftler distanzierten sich in jener Zeit allerdings bereits vom Missbrauch dieser Kategorien. Noch bis Ende des 20. Jahrhunderts beschrieben Lehrbücher eine Einteilung der Menschen in drei „Großrassen“: „Europide“, „Mongolide“ und „Negride“.[6] Seit den 1990er Jahren wurde diese Theorie gleichsam verstärkt in Zweifel gezogen.[7] 1995 forderte die „Wissenschaftliche Arbeitsgruppe der internationalen UNESCO-Konferenz gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung“, dass „das überholte Konzept der ‚Rasse‘ durch Vorstellungen und Schlussfolgerungen zu ersetzen“ sei, „die auf einem gültigen Verständnis genetischer Variation beruhen, das für menschliche Populationen angemessen ist“.[8] Des Weiteren stellte die Arbeitsgruppe fest, dass Rassen beispielsweise aufgrund ihrer geographischen Verbreitung traditionell als untereinander verschieden angesehen werden. Diese Einteilung in Untergruppen widerspreche dem aktuellen Stand der Forschung.[8]

Während 1985 noch 30 bis 50 Prozent der Anthropologen das Konzept von „Rassen“ als sinnvoll erachteten, sank dieser Prozentsatz im Jahre 1999 auf 14 bis 24 Prozent.[9] Heidrun Kaupen-Haas und Christian Saller konstatierten 1999, dass die Einteilung der Menschheit in Rassen an sich schon eine rassistische Theorie sei, die aus außerwissenschaftlichen Alltagsvorstellungen und sozialpsychologischen Bedürfnissen gespeist werde.[10] Der Anthropologe Volker Sommer fasste 2007 den Stand der wissenschaftlichen Diskussion zur Anwendung des Begriffs „Rasse“ auf den Menschen wie folgt zusammen: „Wenn es nach den heute maßgeblichen Biologen ginge, gehört der Begriff tatsächlich abgeschafft.“[11] Moderne populations- und molekulargenetische Untersuchungen zeigten, dass die herkömmliche Einteilung der Menschheit in Rassen keine wissenschaftliche Grundlage besitzt.[12] Enzyklopädien wie der Brockhaus oder Meyers Lexikon bezeichneten in ihren aktuellen (Brockhaus ab 2006) Ausgaben derartige typologisch-rassensystematische Kategorien als „veraltet“.[13] Auf der Grundlage der neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse sprach sich 2008 das Deutsche Institut für Menschenrechte insbesondere gegen die Verwendung des Begriffs „Rasse“ in Gesetzestexten aus.[14] Auch heute wird der Rassenbegriff im Artikel 3 („Gleichheit vor dem Gesetz“) des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verwendet.

Zur Etymologie des Wortes Rasse siehe Rasse.

Frühe Konzeptionen

Kolonialismus und Säkularisierung

Die im 19. Jahrhundert in Europa entstandenen Rassentheorien wurden von einer Reihe von Bedingungsfaktoren beeinflusst, wobei der Jahrhunderte zuvor entwickelte Begriff „Rasse“ dafür das Stichwort lieferte. Er bedeutete im Spanien des 15. Jahrhunderts, von guter oder schlechter Herkunft (rraça) zu sein. In dieser semantischen Bedeutung wurde er später auch in andere europäische Sprachen übernommen. Im Französischen diente er zur Unterscheidung des alten Erbadels vom neuen Amtsadel innerhalb der feudalen Ständeordnung. In jener Zeit war „Rasse“ ein sozialer Begriff, der die hierarchische Ordnung der sozialen Klassen bezeichnete, wobei er die Menschen „edler Herkunft“ und „edlen Blutes“ klassifizierend besserstellte. Seine spätere Übernahme als Bezeichnung zur Unterscheidung von „Völkern“ unterschiedlicher Erdteile war deshalb wertend.

Die bedeutendste Rolle bei der Entwicklung von Rassentheorien spielte der europäische Kolonialismus (einschließlich der Eroberung Amerikas und des transatlantischen Sklavenhandels) seit dem 15. und 16. Jahrhundert. Spanien, von wo aus der Kolonialismus seinen Ausgang nahm, beendete zur selben Zeit siegreich die Reconquista und verband eine „nationale Erneuerung“ mit einer auf „Blutsreinheit“ (Limpieza de sangre) ausgerichteten Diskriminierung von Mauren und Juden. Hinzu kam allgemein, dass der Kolonialismus durch vermehrten Kulturkontakt fortlaufend neues Wissen über bislang unbekannte Weltteile, Völker und Sitten lieferte, das seit Francis Bacon in eine auf Naturbeherrschung ausgerichtete, säkularisierte Wissenschaft mündete. Diese Faktoren führten zu verstärkten Ordnungsbemühungen hinsichtlich der sich rapide vermehrenden Erfahrungsdaten aus aller Welt. Im 17. Jahrhundert wurde auf der Grundlage des Aufbaus von Taxonomien mit einer biologischen Systematik ein neues Ordnungswissen geschaffen. Bezogen sich diese Ordnungsvorstellungen zunächst primär auf den Bereich der Botanik und Zoologie, so entwickelte sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts die moderne Anthropologie,[15] welche das Fundament der Rassentheorien lieferte.

Im Rahmen des Kolonialismus und der christlichen Mission in Afrika im 19. Jahrhundert, wurden verschiedene ethnologisch inspirierte Rassentheorien aufgestellt, unter anderem die Hamitentheorie, welche der deutsche Afrikanist Carl Meinhof weiterentwickelte. Die Hamitentheorie sagte aus, dass diejenigen Völker, deren Sprache über Nominalklassen verfügt, kulturell höherwertiger seien als andere. Es wurde argumentiert, dass sich solche Völker kulturell an die abendländisch-morgenländischen Zivilisationen anschließen ließen. Diese Theorie diente dem Kolonialismus zur Auswahl von „Herrenvölkern“ in den jeweils besetzten Territorien. Bei den sich gleichsam abzeichnenden Säkularisierungsprozessen in Europa erwuchs so aus der ehemals christlichen Vorstellung einer überlegenen Religion die Vorstellung einer überlegenen Kultur, die sich nunmehr in der Vorstellung einer überlegenen Rasse manifestierte.[16] Verbunden war dieser Gedanke auch mit der Idee des Auserwähltseins des eigenen „Volkes“ und der eigenen „Rasse“, wobei diese Vorstellung vor allem in calvinistischen und puritanisch geprägten Ländern und Gegenden an Bedeutung gewann und auch in der christlichen Mission eine Rolle spielte. In den eher katholisch geprägten Gebieten wurde demgegenüber eher an der Vorstellung einer die ganze Menschheit umfassenden „Völkerfamilie“ festgehalten, was einen derartigen auf Rassentrennung zielenden Gegensatz ausschloss.[2]

Aufklärung und Wissenschaft

Den Begriff „Rasse“ (race) verwendeten Johann Friedrich Blumenbach und Immanuel Kant 1775 erstmals in deutschsprachigen Veröffentlichungen - womit Kant auch einen Gedanken der Über- bzw. Unterordnung einführte: Für ihn gab es vier Rassen, die sich in ihrer Bildungsfähigkeit unterschieden. An der Spitze der Vernunftbegabten standen für ihn die weißen Europäer.[17] So schrieb Kant:

„Man kann in Ansehung der Hautfarbe vier Klassenunterschiede der Menschen annehmen. Wir kennen mit Gewißheit nicht mehr erbliche Unterschiede der Hautfarbe, als die: der Weißen, der gelben Indianer, der Neger und der kupferfarbig=rothen Amerikaner.“

Immanuel Kant: Bestimmung des Begriffs einer Menschenrace, 1785.[18]

„Rassen“ in der Bedeutung von race waren nach Kant „Abarten“ einer „Ursprungsrasse“. In seiner Klassifikation wies er den Weißen die vollkommenere Position zu: „In den heißen Ländern reift der Mensch in allen Stücken früher, erreicht aber nicht die Vollkommenheit der temperierten Zonen. Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der ‚race‘ der Weißen. Die gelben Inder haben schon ein geringeres Talent. Die Neger sind tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften.“[19] Blumenbach erklärte im Gegensatz zu Kant, dass es keine eindeutig voneinander abgrenzbaren und unwandelbaren Rassetypen gebe, sondern dass eine Rasse unmerklich in die andere überging. Eine Einteilung in unterlegene und überlegene Rassen lehnte er ab.

Wie heute noch „race“ im Englischen, war in Deutschland der Begriff „Rasse“ bis ins 20. Jahrhundert hinein uneindeutig, insofern die über eine gemeinsame Kultur gegeneinander abgrenzbaren Ethnien ebenfalls oftmals ideologisch auf biologische Merkmale zurückgeführt wurden. Daher versuchten frühe Soziologen, einen sozialwissenschaftlichen Begriff von „Rasse“ herauszuarbeiten. Bemerkenswert ist vor allem Ludwig Gumplovicz, der sich des Konzeptes der „Gruppe“ bediente (so in Der Rassenkampf, 1883). Diese Ansätze fanden sich noch 1961 etwa bei Wilhelm Emil Mühlmann in seinem Buch Chiliasmus und Nativismus, erloschen aber dann gänzlich.

Unter den Naturwissenschaftlern und Naturphilosophen des 19. Jahrhunderts, die sich mit der Materie befassten, waren Georges Cuvier, James Cowles Pritchard, Louis Agassiz, Charles Pickering (Races of Man and Their Geographical Distribution, 1848) und Johann Friedrich Blumenbach (1752–1840). Cuvier zählte drei Rassen, Pritchard sieben, Agassiz acht und Pickering elf. Blumenbachs Einteilung, die Carl von Linnés „Urtypen“ um eine fünfte Rasse (die braune oder malaische) erweiterte, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts weitgehend akzeptiert. Blumenbach prägte auch den Begriff der „kaukasischen“ oder „weißen“ Rasse, die er als „Stammrasse“ ansah. Einher gingen derartige Ideen mit der Herausbildung der Archäogenetik.

Politische Romantik

Rassevorstellungen im 19. Jahrhundert

In Blumenbachs Tagen ging die Beschreibung körperlicher Merkmale wie Hautfarbe und Schädelprofil Hand in Hand mit der Deutung von charakterlichen Eigenschaften, Wesenszügen und intellektuellen Fähigkeiten. So wurden etwa die helle Farbe und die verhältnismäßig hohe Stirn der „Kaukasier“ als körperlicher Ausdruck eines hochfliegenden Geistes und großzügigen Temperamentes gewertet. Die dunkle Haut und die leicht fliehende Stirn „der Äthiopier“ galten als Pauschalbeweis einer größeren genetischen Nähe zu den Primaten, obwohl die Haut von Schimpansen und Gorillas unter dem Haar weißer ist als die der durchschnittlichen „Kaukasier“.

Aus Verschiedenartigkeit wurde in der Theorie Verschiedenwertigkeit. Angeblich höhere, „kulturschöpferische“ Rassen stünden niederen, „kulturzerstörerischen“ Rassen gegenüber. Im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelte sich eine Vielzahl miteinander konkurrierender Rassentheorien (besonders bekannt sind die von Gobineau und Chamberlain), die alle die Europäer an der Spitze der menschlichen Entwicklung sahen. Dabei wurde postuliert, dass alle hellhäutigen Europäer, die „Kaukasier“, von „Ariern“ abstammen würden. Solche „rassenkundlichen“ Anschauungen dienten dazu, die „Arier“ zu einer körperlich und geistig überlegenen und auf Reinheit bedachten „Herrenrasse“ zu mystifizieren, die in der Geschichte als Kriegeradel und Kulturbringer gewirkt habe.

Von besonderem Einfluss war in diesem Zusammenhang Gobineau mit seinem Essai sur l'inégalité des races humaines (Versuch über die Ungleichheit der menschlichen Rassen, 1853/55), in dem er behauptete, die treibende Kraft der menschlichen Geschichte sei die „Rassenfrage“. „Rassenvermischung“, insbesondere mit „minderwertigen Rassen“, führt nach seinen Worten zu Degeneration und Untergang von „Völkern“ und „Nationen“.

Verbunden waren die von der Romantik inspirierten Rassenideen auch mit Vorstellungen eines rigide konstruierten und postulierten Dualismus zwischen dem männlichen und weiblichen Geschlecht.[20] So behauptete der Begründer der Evolutionstheorie und natürlichen Selektionstheorie, Charles Darwin, mit naturphilosophischen Gestus, dass generell zugegeben werden müsse, dass „bei der Frau die Fähigkeit der Intuition oder die Gabe der schnellen Auffassung und vielleicht der Imitation stärker ausgebildet“ sei „als beim Manne“. Und er fügte hinzu, dass „aber einige dieser Fähigkeiten gleichfalls charakteristisch für niedere Rassen“ seien und deshalb als „ein früher und niederer Stand der Zivilisation“ betracht werden sollte.[21] Ein ebenso scharf konstruierter Geschlechterdualismus fand Jahrzehnte später Eingang in die Schrift Mythus des 20. Jahrhunderts des NS-„Rassentheoretikers“ Alfred Rosenberg.[22]

Der Hegelschen Dialektik eines geschichtlichen Weltgeistes folgend vertrat der Frühsozialist Moses Hess, kurzzeitiger Mitstreiter von Marx und Engels, in seinem Werk Rom und Jerusalem aus dem Jahre 1862 eine Art von Messianismus des Glaubensinhalts, dass mit der Philosophie Spinozas und der Französischen Revolution ein neues Weltzeitalter begonnen habe, nachdem das französische Volk durch die Enthauptung seines Monarchen die Vorherrschaft einer „germanischen Rasse“ gebrochen habe. Hess unterschied nach verschiedenen Rassen in der Weltgeschichte und hielt unter dem Vorzeichen seiner ideologischen, säkularisierten „apokalyptischen“ Denkweisen einen „letzten Racenkampf“ für notwendig, den er als dem Klassenkampf vorrangig postulierte. Für Hess waren die verschiedenen Rassen jedoch nicht von verschiedener Wertigkeit, sondern jeweils Träger von Eigenschaften, die für die Menschheit insgesamt bereichernd seien. Nach einer chaotischen Zeit des „Kampfes ums Dasein“ sollten sie am „Ende der Geschichte“ ein Verhältnis solidarischen Zusammenlebens als „Glieder am Körper der Menschheit“ erreichen, ohne ihre jeweiligen charakteristischen Eigenschaften zu verlieren.

Beispiele von Rassekonzepten

Rassenkonzepte (Auswahl)[23]
Jahr Autor und Titel # Bezeichnungen
1666 Georgius Hornius:
Arca Noae, sive historia imperiosum et regnorum a condita orbe ad nostra tempora
3 Japhetiten (Weiße), Semiten (Gelbe), Hamiten (Schwarze)
1684 François Bernier:
Nouvelle division de la Terre, par les differentes Espèces ou Races d'hommes qui l'habitent
4-5 Europäer (auch Ägypter u. braunhäutige Inder), Afrikaner, Chinesen und Japaner, Lappen, (Indianer, dem Europäer nahestehend)
1735 Carl von Linné:
Systema naturae
4 Europaeus albus (Weiße), Americanus rubesceus (Rote), Asiaticus luridus (Gelbe), Afer niger (Schwarze)
1774 Edward Long:
History of Jamaica
3 Europäer, Neger, Orang-Utan
1775 Johann Friedrich Blumenbach:
De generis humanis varietate nativa
5 Kaukasier, Mongolen, Äthiopier, Amerikaner, Malayen
1775 Immanuel Kant:
Von den verschiedenen Rassen der Menschen
4 Weiße, Neger, mongolische oder kalmückische Rasse, Hindu-Rasse
1785 Christian Meiners:
Grundriss zur Geschichte der Menschheit
2 Helle schöne Rasse, dunkle hässliche Rasse
1841 Auguste Comte:
Cours de philosophie positive
3 Weiße, Gelbe, Schwarze
1849 Carl Gustav Carus:
Über die ungleiche Befähigung der verschiedenen Menschenstämme für höhere geistige Entwicklung
4 Rasse der Morgenrots (Gelbe), Tagrasse (Weiße), Rasse der Dämmerung (Rote), Nachtrasse (Schwarze)
1853/55 Arthur Comte de Gobineau:
L'essai sur l'inégalité des races humaines
3 Weiße, Gelbe, Schwarze
1860 Anders Adolf Retzius:
Coup d'oeil sur l'état actuel de l'éthnologie au point de vue de la forme de crâne
2 dolicephal (langschädelig), brachicephal (kurzschädelig)
1894 Gustave Le Bon:
Lois psychologiques de l'évolution des peuples
4 Primitivrassen (Pygmäen, australische Ureinwohner), niedere Rassen (Farbige Menschen mit dunkler Haut), mittlere Rassen (Chinesen, Mongolen, Semiten), höhere Rassen (Indoeuropäer)
1925/27 Adolf Hitler:
Mein Kampf
3 Kulturbegründer, Kulturträger, Kulturzerstörer
1934 Egon Freiherr von Eickstedt:
Rassenkunde und Rassengeschichte der Menschheit
3 (80) Europide, Mongolide, Negride;
(Zur weiteren Unterteilung der so genannten „Großrassen“, siehe eigene Tabelle)

Rassenlehre im 20. Jahrhundert in Deutschland

Deutsches Kaiserreich

Gobineaus Theorien der angeblichen rassischen Überlegenheit der Arier wirkten nachhaltig auf Richard Wagner und dessen Schwiegersohn Houston Stewart Chamberlain, der sie in seinem Buch Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts (1899) weiter ausbaute. Chamberlain stilisierte „den Juden“ zum rassischen Antitypus der Arier und postulierte einen historischen Endkampf, in dem es nur Sieg oder Vernichtung geben könne.

Diese Werke fielen im deutschsprachigen Raum auf fruchtbaren Boden. So ließ etwa der antisemitisch motivierte Zisterziensermönch Adolf Lanz (alias Jörg Lanz von Liebenfels) in seinen Ostara-Heften blonde und blauäugige Herrenmenschen gegen „Sodoms-Äfflinge“ antreten. Er erklärte, die „Versklavung der Rassenminderwertigen“ sei eine „ethisch und wirtschaftlich berechtigte Forderung“. Diese gezielte Rassenhetze diente als pseudowissenschaftliche Grundlage für den nationalsozialistischen Völkermord im 20. Jahrhundert.

Rassenforscher des frühen 20. Jahrhunderts ordneten die malaische und die amerikanische Rasse wieder der mongolischen zu und kehrten somit zur 'klassischen' Dreiteilung zurück. Die Blütezeit der Rassenklassifikation, die Ende des 19. Jahrhunderts begann, erreichte ihren Höhepunkt in der Systematik Egon von Eickstedts (1934), die 80 Rassen unterschied, welche in drei sogenannte Großrassen und verschiedene Unterrassen eingeteilt wurden. Eickstedt verband mit den unterschiedlichen Rassen nicht nur verschiedene körperliche, sondern auch psychische Eigenschaften und meinte mit Hilfe von Rasseformeln den Anteil einzelner Rassen bei einem Menschen prozentgenau bestimmen zu können. Andere Anthropologen bauten auf der Klassifikation Eickstedts auf oder kamen wie der Amerikaner Carleton S. Coon wieder auf eine grobe Gliederung in drei Primärrassen oder Rassenkreise (Negroide, Kaukasoide, Sinoide) zurück.

Von Eugenikern wurde diese „Vermischung“ als Degeneration bzw. „Entartung“ definiert und versucht, sie zu unterbinden.

Am Ende des 19. Jahrhunderts und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts betrieben Wissenschaftler nahezu aller europäischen Staaten Rassenforschung. Die Erkenntnisse der verschiedenen Forscher ähnelten sich weitgehend.

Weimarer Republik

In den frühen Zwanziger Jahren erschien von Hans F. K. Günther das Buch "Rassenkunde des Deutschen Volkes". Darin führte er sechs Rassen auf, die in Deutschland vorkommen sollen.

Nationalsozialismus

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die im 19. Jahrhundert populären Rassentheorien der Eugeniker weitergeführt. Die Rassenlehre wurde zu einem Unterrichtsfach (Teilfach der Biologie). Biologische Begriffe, wie die mendelschen Regeln der Vererbungslehre wurden zum Bestandteil der nationalsozialistischen Propaganda. Bekannte Rassentheoretiker in jener Zeit waren Alfred Rosenberg, Hans F. K. Günther und Egon Freiherr von Eickstedt. Menschen wurden wie Hunde- oder Pferderassen eingeteilt und sollten nach rassischen Merkmalen, wie z.B. „hochgewachsen“, „blond“ und „blauäugig“, gezüchtet werden. Eine „arische Rasse“ wurde als anderen überlegen ausgegeben. Am 14. Juli 1933 wurde das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses erlassen. Behinderte und Erbkranke wurden daraufhin zwangssterilisiert, später zumeist in Konzentrationslager eingeliefert. Zudem wurden andere „Rassen“ und Völker gezielt verfolgt und ermordet („ausgemerzt“), so vor allem eine als „jüdisch“ beziehungsweise „semitisch“ definierte Rasse, Slawen sowie deren Nachfahren.[24] Ab Ende 1941 wurden dazu Vernichtungslager betrieben.

Bundesrepublik Deutschland

Das Ende der Rassenlehren in Deutschland zeichnete sich in Art. 3 GG ab. Darin heißt es in Absatz 3 Satz 1:

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Bei den Beratungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), das 2006 in Kraft trat, wurde kritisiert, dass der Tatbestand „Diskriminierung auf Grund der Rasse“ nicht weggelassen worden sei, obwohl er vollständig durch das Merkmal „Diskriminierung auf Grund der ethnischen Herkunft“ abgedeckt sei.[25]

Wirkungsgeschichte

Rehabilitierungsversuche

Es gab immer wieder Versuche, den Biologismus der Rassen wissenschaftlich hoffähig zu machen. So behauptete der englische Biologe John Baker in seinem umstrittenen Werk Race von 1974, gehirnmorphologische, Intelligenz- und Charakterunterschiede zwischen den Ethnien gefunden zu haben, und leitete daraus die Überlegenheit bestimmter Zivilisationen ab. Er berief sich dabei auf überholte anthropologische Theorien der biologischen Determination.

Begleitet wurden derartige Rehabilitierungsversuche von ethnologischen Beschreibungen und Spekulationen über evolutionäre Entwicklungen, wie sie vor allem bis in die 1970er und zum Teil noch 1980er Jahre geläufig waren. Dabei wurde der Rassenbegriff nicht im Sinne eines wissenschaftlichen Konstrukts, sondern in der Bedeutung einer biologische Faktizität verwendet, die mit ihm beschrieben wird. So heißt es beispielsweise in einem Buch aus dem Jahre 1974 über die Binga-Pygmäen in Kamerun: „Es ist aber wohl kaum gerechtfertigt, hierbei von Kümmerformen zu sprechen: Diese Statur bringt in einer solchen Umwelt nun einmal echte Vorteile, die sich bis zum Rassenmerkmal erblich manifestiert haben.“[26]

Das Genographic Project untersucht seit 2005 im Rahmen einer archäogenetischen Studie, wie sich die Menschheit, als sie von Afrika aus den Rest der Welt besiedelte, in immer mehr Gruppen aufspaltete; wobei jeder durch Abgabe einer DNA-Probe an dem Projekt teilnehmen kann. Auf diese Weise könne man, so das Axiom dieser Theorie, herausfinden, woher die eigenen Vorfahren stammen. Das Indigenous Peoples Council on Biocolonialism kritisiert dieses Projekt, da es „spätkolonialistisch“ sei und auf „wissenschaftlichem Rassismus“ fuße.[27]

Kritischer Diskurs

Widerspruch gegen Rassentheorien gab es, seit es Rassentheorien gibt: Humanisten wie Herder, Forster oder Lichtenberg sprachen sich schon zu Kants Zeiten gegen den Rassebegriff aus. „Im einzelnen können zwischen den menschlichen Populationen, einschließlich kleineren Gruppen, genetische Unterschiede festgestellt werden. Diese Unterschiede vergrößern sich im allgemeinen mit der geographischen Entfernung, doch die grundlegende genetische Variation zwischen Populationen ist viel weniger ausgeprägt. Das bedeutet, dass die genetische Diversität beim Menschen gleitend ist und keine größere Diskontinuität zwischen den Populationen anzeigt.“[28] Eine einheitliche Klassifizierung sowohl nach morphologischen Kategorien wie Hautfarbe, Haarstruktur etc. hat sich als ebenso wenig haltbar erwiesen wie eine genetische Einteilung.

Anthropologen wie Theodor Weitz oder Franz Boas widersprachen dem jeweils zeitgenössischen Rassismus von Chamberlain. Spätestens mit den Ergebnissen der UNESCO-Arbeitsgruppe von 1950 gilt der Rassebegriff als wissenschaftlich nicht haltbar.

Die Zahl der aufgestellten Gruppen schwankte sehr stark, wobei sich die bereits von Linné angenommenen vier Urtypen (siehe die Geschichte der Rassenforschung) oder die drei großen Rassenkreise - Europide (Europa, Naher Osten, Nordafrika, Indien), Mongolide (Ostasien und Ureinwohner Amerikas) und Negride (Afrika) - besonderer Beliebtheit erfreuten. Diese wurden häufig weiter ausdifferenziert in zahlreiche Mischformen (z.B. Turanide, Australide) und Unterteilungen. So wurden beispielsweise die Europiden nochmals aufgefächert in Nordide, Osteuropide, Dinaride, Dalo-Fälide, Alpinide, Mediterranide, Armenide, Indide.

Inzwischen sind diese Klassifikationen durch die Erkenntnisse der modernen Genetik überholt. Humangenetiker wie Luigi Cavalli-Sforza argumentierten, dass äußerliche Unterschiede wie Haut- und Haarfarbe, Haarstruktur und Nasenform lediglich eine Anpassung an unterschiedliche Klima- und Ernährungsbedingungen sind, die nur von einer kleinen Untergruppe von Genen bestimmt werden. Im Prinzip ist jede beliebige Untergruppe - theoretisch auch die Bewohner eines einzelnen Dorfes - durchschnittlich von anderen unterscheidbar. Anders ausgedrückt ist beim Menschen die Vielfalt so groß, dass es unzweckmäßig ist, diesen als Art zoologisch zu untergliedern. Dieses Argument hat bereits 1871 Charles Darwin in seinem Buch über die Abstammung des Menschen benutzt. [29]

Wenn der durchschnittliche Unterschied zwischen zwei Gruppen von Individuen hinreichend groß ist, um auf den ersten Blick erkennbar zu sein, werden diese dem Biologen Ernst Mayr zufolge von Anhängern des Populationsdenkens als Rassen klassifiziert.[30] Demnach sei das Vorkommen von Rassen nach Ernst Mayr eine allgemeine Erscheinung in der Natur, welche bei zwei Dritteln aller Tier- und Pflanzenarten, inklusive des Menschen, auftritt.[30] Die Ansicht der Typologen, dass jeder Vertreter einer Rasse die für diese typischen und ihn von allen Vertretern anderer Rassen unterscheidbare Merkmale aufweise, lehnt Mayr ab. Für ihn bauen alle Rassen-Theorien auf dieser Grundlage auf.[30] Er betrachtet Rassen als sich potentiell überschneidende Populationskurven, bei denen die Varietät innerhalb einer Rasse größer als zwischen den Rassen sein kann.[30]

Cavalli-Sforza und andere Wissenschaftler sprechen von Populationen (Gruppen, die einen präzise bestimmten Raum bewohnen) - ein Begriff, der nicht biologisch, sondern statistisch definiert ist. Genetische Unterschiede zwischen Populationen lassen sich anhand einzelner Merkmale (z.B. Blutgruppen) erfassen. Dabei liegt etwa 85% der bei Menschen erkennbaren genetischen Variabilität innerhalb einer Population vor; etwa 8% betreffen Unterschiede zwischen benachbarten Gruppen und nur 7% gehen auf Unterschiede zwischen den typologisch definierten "Rassen" zurück. Genetisch betrachtet können somit laut Cavalli-Sforza zwei Menschen aus verschiedenen Kontinenten stärker einander ähneln als Individuen einer spezifischen Gruppe, auch wenn sie z.B. eine unterschiedliche Hautfarbe haben.

Das Ziel solcher Untersuchungen genetischer Unterschiede ist nicht die Etablierung der Einteilung von Menschen in Rassen.

Populationen sind statistische Blöcke, die von der Wahl der jeweiligen Variablen abhängen, wobei es keinen bevorzugten Satz von Variablen gibt. Die „populationistische“ Ansicht leugnet nicht, dass es Unterschiede zwischen Menschen gibt; sie sagt aber, dass die historischen Rassekonzepte nicht besonders nützlich seien, um diese Unterschiede wissenschaftlich zu analysieren. So haben Analysen von SNPs von mehreren hundert Europäern ergeben, dass anhand dieser Merkmale europäische Populationen gegeneinander abgegrenzt werden können, beispielsweise Portugiesen und Spanier gegen Italiener.[31] [32] Diese Studien belegen zugleich, dass Konstrukte, die Gruppen von Populationen zu übergeordneten Einheiten zusammenfassen, letztlich rein willkürliche Grenzen zwischen den Entitäten setzen.

Dass Rasse ein soziales, kein naturwissenschaftliches Konzept sei, sagt auch der amerikanische Genomforscher Craig Venter. Seit Beginn der 1990er-Jahre wird durch die Arbeiten von Étienne Balibar (1992) und Stuart Hall (1989) verstärkt ein Rassismus ohne Rassen untersucht, bei dem für rassistisches Denken und Handeln kein explizit biologistisch definierter Rassebegriff mehr benötigt wird.

Literatur

Definitionen
  • Werner Conze, Antje Sommer: Rasse. In: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Klett-Cotta, Stuttgart 2004, ISBN 3-608-91500-1 (hier: Bd. 5, S. 135-178).
Historische Ansätze
  • Aleksandr Isaakovi Demidenko: Die Rassentheorien im Dienste der amerikanisch-englischen Imperialisten. Übers. von Anita Schewe, Berlin 1954. DNB
  • Imanuel Geiss: Geschichte des Rassismus. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1988, ISBN 3-518-11530-8.
  • Léon Poliakov: Der arische Mythos. Zu den Quellen von Rassismus und Nationalismus ("Le mythe aryen"). Junius-Verlag, Hamburg 1993, ISBN 3-88506-220-8.
  • Thomas Geisen: Antirassistisches Geschichtsbuch. Quellen des Rassismus im kollektiven Gedächtnis der Deutschen. IKO, Frankfurt/M. 1996, ISBN 3-88939-028-5.
  • Siep Stuurman: François Bernier and the Invention of Racial Classification. In: History Workshop Journal, Bd. 50 (2000), S. 1-21.
  • Elazar Barkan: The Retreat of Scientific Racism. Changing Concepts of Race in Britain and the United States. CUP, Cambridge 2000, ISBN 0-521-39193-8.
  • Venakis Andreas: Eugenische Rassen- und Klassenkonzepte in Italien (1883-1938). Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Zürich, 2001.
  • Uwe Hossfeld: Geschichte der biologischen Anthropologie in Deutschland. Von den Anfängen bis in die Nachkriegszeit. Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08563-7.
  • George L. Mosse: Die Geschichte des Rassismus in Europa (Towards the final solution"). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/M. 2006, ISBN ISBN 3-596-16770-1.
Soziologische Ansätze
  • Walter Demel: Wie die Chinesen gelb wurden. Ein Beitrag zur Frühgeschichte der Rassentheorien, Bamberg 1993. DNB
  • Frank Böckelmann: Die Gelben, die Schwarzen, die Weißen. Eichborn, Frankfurt/M. 1999, ISBN 3-8218-4475-2.
  • Thomas Gondermann: Evolution und Rasse. Theoretischer und institutioneller Wandel in der viktorianischen Anthropologie, transcript Verlag, Bielefeld 2007, ISBN 3-89942-663-0
Politikwissenschaftliche Ansätze
  • Claus-Ekkehard Bärsch, Die politische Religion des Nationalsozialismus, 2., vollst. überarb. Aufl., München 2002, ISBN 3-7705-3172-8. (Abschnitt über „Volk“ und „Rasse“.)
Erkenntnistheoretische Ansätze
  • Friedrich Hertz: Hans Günther als Rasseforscher. Berlin 1930. DNB (Erkenntniskritischer Ansatz.)
  • Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge. Eine Ärchäologie der Humanwissenschaften. Frankfurt a.M. 1974. (14. Aufl., 1997, ISBN 3-518-27696-4.)
  • Frank Thieme: Rassentheorien zwischen Mythos und Tabu. Der Beitrag der Sozialwissenschaften zur Entstehung und Wirkung der Rassenideologie in Deutschland, Frankfurt a.M. 1988, ISBN 3-631-40682-7.
  • Heidrun Kaupen-Haas / Christian Saller: Wissenschaftlicher Rassismus. Analysen einer Kontinuität in den Human- Naturwissenschaften. Campus Verlag, Frankfurt a.M. 1999, ISBN 3-593-36228-7.
  • Franz Martin Wimmer: Interkulturelle Philosophie. Eine Einführung. Wien 2004, ISBN 3-8252-2470-8.
  • Alfons Schanse: Evolutionäre Erkenntnistheorie und biologische Kulturtheorie. Konrad Lorenz unter Ideologieverdacht. Würzburg 2005, ISBN 3-8260-3015-X. Online: Google Books
  • Dirk Rupnow (Hrsg.): Pseudowissenschaft. Konzeptionen von Nichtwissenschaftlichkeit in der Wissenschaftsgeschichte. Frankfurt a.M. 2008, ISBN 978-3-518-29497-0.
Biologiewissenschaftliche Ansätze
  • Richard Lewontin: Menschen. Genetische, kulturelle und soziale Gemeinsamkeiten ("Human diversity"). Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1986, ISBN 3-922508-80-4.
  • Richard Lewontin: Die Gene sind es nicht ... Biologie, Ideologie und menschliche Natur ("Not in our genes"). Psychologie-Verl.-Union, München 1988, ISBN 3-621-27036-1.
  • Luigi Luca Cavalli-Sforza, Francesco Cavalli-Sforza: Verschieden und doch gleich. Ein Genetiker entzieht dem Rassismus die Grundlage ("Chi siamo"). Knaur, München 1996, ISBN 3-426-77242-6.
  • Luigi Luca Cavalli-Sforza: Gene, Völker und Sprachen. Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation ("Geni, populi e lingue"). Dtv, München 2003, ISBN 3-423-33061-9.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ruggiero Romano / Alberto Tenenti: Die Grundlegung der modernen Welt. Spätmittelalter, Renaissance, Reformation. Fischer Weltgeschichte Band 12. Frankfurt a.M. 1994, S. 201, ISBN 3-596-60012-X.
  2. a b Ulrich Kattmann: Rassenfrage. In: Volker Drehsen / Hermann Häring u.a. (Hrsg.): Wörterbuch des Christentums. 1500 Stichwörter von A-Z. München 2001, S. 1025 f., ISBN 3-572-01248-1.
  3. Eric Voegelin: Die politischen Religionen. Hrsg von Peter J. Opitz. München 1993, S. 39, ISBN 3-7705-2838-7; Claus-Ekkehard Bärsch: Die politische Religion des Nationalsozialismus. Fink-Verlag, 2., vollst. überarb. Aufl., Fink, München 2002, ISBN 3-7705-3172-8.
  4. Statement by Experts on Race Problems. In: unesdoc. UNESCO, 20. July 1950, S. 4,5.: „"Historical and social studies support the view that genetic differences are not of importance in determining the social and cultural differences between different groups of homo sapiens, and that the social and cultural changes in different groups have, in the main, been independent of changes in inborn constitution."“. Abgerufen am 24.Dez.2008. (englisch, französisch)
  5. The Race Question UNESCO 1950
  6. So beispielsweise Wolfgang Hennig: Genetik. Springer, 1995, S. 703.
  7. Ulrich Kattmann: "Im Grunde genommen sind wir alle Afrikaner" UNI-INFO September 1998; vgl. Cavalli-Sforza, 1996: American Anthropological Association Statement on „Race“, 17. Mai 1998
  8. a b Wissenschaftliche Arbeitsgruppe der internationalen UNESCO-Konferenz „Gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung“ am 8. und 9. Juni 1995 in Stadtschlaining: Stellungsname zur Rassenfrage; aspr.ac.at Deklaration von Schlaining „Gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung“
  9. Agreement/Disagreement of Cultural and Physical Antropologists with the statement taht "There are biological races in the species Homo sapiens" 198 vs 1999
  10. Heidrun Kaupen-Haas, Christian Saller (Hrsg.): Wissenschaftlicher Rassismus - Analysen einer Kontinuität in den Human- und Naturwissenschaften. Campus, 1999, S. 65 ff.
  11. Volker Sommer: Darwinisch denken. Horizonte der Evolutionsbiologie. Hirzel Verlag, Stuttgart, 2007, S. 144, ISBN 978-3-7776-1543-1.
  12.  »In der Rassenkunde der Anthropologie wurde der Terminus „Rasse“ für die Klassifikation von Menschengruppen auf mehreren Niveaus unterhalb der Art Homo sapiens verwendet, wobei lediglich die sog. geographischen Großrassen (Europide, Mongolide, Negride) dem Status von Unterarten (vgl. Aspekt 3) hätten entsprechen können. Verschiedene populations- und molekulargenetische Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Einteilung in „Rassen“ beim Menschen keine genetische Grundlage hat.« aus: Lexikon der Biologie, Band 11, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2003, ISBN 3-8274-0336-7, S. 421. (Artikel: Rasse); Lexikon der Biologie, Band 9, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-0334-0, S. 170 - 177. (Artikel: Menschenrassen)
  13. Siehe beispielsweise die Artikel: „Menschenrassen“; „Europiden“; „Mongoliden“; „Negriden“ in Meyers Lexikon Online (archivierte Version zuletzt abgerufen: 25. März 2009)
  14. Deutsches Institut für Menschenrechte (Hrsg.): „...und welcher Rasse gehören Sie an?“ Zur Problematik des Begriffs „Rasse“ in der Gesetzgebung. Policy Paper No. 10, Autor: Hendrik Cremer, August 2008, ISBN: ISSN 1614-2195 (PDF-Version)
  15. Michel Foucault: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt a.M. 1977, S. 246; vgl. Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften. 14. Aufl., Frankfurt a.M. 1997, S. 410 f., ISBN 3-518-27696-4.
  16. Christina von Braun: Nichtich. Logik – Lüge – Libido. 3. Aufl., Frankfurt a.M. 1990, 109 f., ISBN 3-8015-0224-4.
  17. Kant-Zitat [1]; vgl. zum Thema Aufklärung (Kant/Hegel) und Rassismus/Hautfarbe: Arnold Farr: Wie Weißsein sichtbar wird. Aufklärungsrassismus und die Struktur eines rassifizierten Bewusstseins. In: Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (Hrsg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. Münster 2005. Rezension.
  18. I. Kant: Bestimmung des Begriffs einer Menschenrace, AA VIII, S. 93.
  19. http://www.textlog.de/33161.html
  20. Brigitte Fuchs: „Rasse“, „Volk“, Geschlecht. Anthropologische Diskurse in Österreich 1850-1960. Frankfurt a.M./New York 2003, S. 112-114, ISBN 3-593-37249-5; Alice Schwarzer: Eine tödliche Liebe. Petra Kelly und Gert Bastian. 2. Aufl., Köln 2001, S. 71, ISBN 3-462-03040-X; Angela Volkmann: „Eva, wo bist du?“. Die Geschlechterperspektive im Religionsunterricht am Beispiel einer Religionsbuchanalyse zu biblischen Themen. Würzburg 2004, S. 59, ISBN 3-8260-2641-1.
  21. Zitiert in: Barbara Ehrenreich, Deidre English: For Her Own Good. 140 Years of the Expert's Advice to Woman. New York 1978, S. 17 f.; vgl. Bonnie Kreps: Abschied vom Märchenprinzen. Eine Abrechnung mit der romantischen Liebe. Frankfurt a. M. 1996, 38 f., ISBN 3-596-12225-2.
  22. Alfred Rosenberg: Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit. 33.-34. Auflage, München 1934, S. 482-522. (Kap. „Der Staat und die Geschlechter“.)
  23. Imanuel Geiss: Geschichte des Rassismus. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1993, ISBN 3-518-11530-8, S. 142-144
  24. NATIONALSOZIALISTISCHE RASSENLEHRE, Ulrich Baringhorst, zugegriffen 2009-01-03
  25. Deutsches Institut für Menschenrechte: Deutsches Institut für Menschenrechte begrüßt Antidiskriminierungsgesetz und fordert Ratifikation des 12. Zusatzprotokolls zur Europäischen Menschenrechtskonvention http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/webcom/show_article.php/_c-419/_nr-53/i.html
  26. Hans Georg Wunderlich: Die Steinzeit ist noch nicht zu Ende. Eine Psycho-Archäologie des Menschen. Reinbek bei Hamburg 1974, S. 149 f., ISBN 3-498-07274-9.
  27. Indigenous Peoples Oppose National Geographic & IBM Genetic Research Project that Seeks Indigenous Peoples’ DNA [2]
  28. http://www.inidia.de/rasse-begriff-unesco.htm
  29. "It may be doubted whether any character can be named which is distinctive of a race and is constant.", Charles Darwin, The Descent of Man, Seite 225. "Although the existing races of man differ in many respects, as in colour, hair, shape of skull, proportions of the body, &c., yet if their whole structure be taken into consideration they are found to resemble each other closely in a multitude of points. Many of these are of so unimportant or of so singular a nature, that it is extremely improbable that they should have been independently acquired by aboriginally distinct species or races."Charles Darwin: The Descent of Man, 1874, Part one, Chapter VII: Descent or origin of man
  30. a b c d Ernst Mayr: Evolution und die Vielfalt des Lebens. Übers. von Karin de Sousa Ferreira. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1979, S. 37, ISBN 3-540-09068-1.
  31. O. Lao et.al.: Correlation between Genetic and Geographic Structure in Europe. Current Biology, Band 18, Heft 16, S. 1241 – 1248
  32. John Novembre et.al.: Genes mirror geography within Europe. Nature online publication, 31. August 2008, doi:10.1038/nature07331

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