RU-CHU

RU-CHU
Subjekt der Russischen Föderation
Autonomer Kreis der Tschuktschen
Чукотский автономный округ
Чукоткакэн автономныкэн округ
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Ferner Osten
Fläche 721.481 km²
Bevölkerung 50.263 Einw. (Stand: 2008)
Bevölkerungsdichte 0,1 Ew./km²
Verwaltungszentrum Anadyr
Offizielle Sprachen tschuktschisch, russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (51,9 %)
Tschuktschen (23,5 %)
Ukrainer (9,22 %)
Eskimos (2,85 %)
Ewenen (2,61 %)
(Stand: 2002)
Gouverneur Roman Kopin
Gegründet 10. Dezember 1930
Zeitzone UTC+12 (Sommerzeit: UTC+13)
Telefonvorwahlen (+7) 427xx
Postleitzahlen 689000–689999
Kfz-Kennzeichen 87
OKATO 77
Webseite www.chukotka.org
Lage innerhalb Russlands

Der Autonome Kreis der Tschuktschen (russisch Чукотский автономный округ/ Tschukotski awtonomny okrug, tschuktschisch Чукоткакэн автономныкэн округ), auch Tschukotka genannt, ist eine Verwaltungseinheit (Autonomer Kreis) in Russland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Tschukotka umfasst den äußersten Nordosten Russlands. Es wird durch die Beringstraße von Alaska getrennt. Die Oberfläche ist vorwiegend bergig und besitzt Mittelgebirgscharakter. An den Küsten gibt es mehr oder weniger ausgedehnte Tiefländer (z.B. das Tschaun-Tiefland). Die Bergländer rechnet man zum Ostsibirischen Bergland. Sie umfassen unter anderem den Nordteil des Korjakengebirges, das Anjuigebirge, das Anadyrgebirge bis zur Tschuktschen-Halbinsel, wo im Kap Deschnjow der östlichste Punkt Russlands bzw. Asiens liegt. Zum Kreis gehören auch mehrere größere Inseln, wie das UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiet Wrangelinsel und die Insel Aion.

Der Kreis liegt fast vollständig nördlich der Baumgrenze und wird von Tundra bedeckt. In den höheren Bergregionen geht sie in eine Frostschuttwüste über. Lediglich in den südlichsten Gebieten des Kreises findet man in geschützten Lagen niedrig wachsende Bäume.

Das Klima ist rau. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen zwischen -5 und -10°C. Der Winter beginnt im September und endet erst im Mai. Wärmster Monat ist der Juli mit etwa 9°C, kältester der Januar mit -25°C, Minimaltemperaturen von unter -40°C sind möglich. Stürme sind zu jeder Jahreszeit möglich und erreichen oft Orkanstärke.

Bevölkerung

Tschukotka ist abgelegen und äußerst dünn besiedelt. Infolge des Rückgangs des Goldabbaus hat es in den 1990er-Jahren etwa um die Hälfte seiner Einwohner durch Auswanderung nach Zentralrussland eingebüßt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Angehörige der indigenen Völker des russischen Fernen Ostens, vor allem Tschuktschen (25.000), daneben Jukagiren (141), Ewenen (1200), Eskimos (1500), Korjaken (78) und Tschuwanen (400). Mit den Kereken, zu denen sich bei der Volkszählung von 2002 nur noch acht Personen (sechs Frauen und zwei Männer) bekannten, ist in dem Gebiet auch das kleinste Volk der russischen Föderation beheimatet. Die Russen (18.800) bilden die größte Minderheit der Bevölkerung, daneben gibt es 600 Weißrussen und 1.600 Ukrainer.

Verwaltungsgliederung

(Einwohner am 1. Januar 2006)

Stadtkreis Einwohner Stadtbevölkerung Dorfbevölkerung
Anadyr 11.193 11.193 ---
Rajon Einwohner Stadtbevölkerung Dorfbevölkerung Verwaltungssitz
Anadyr 7.033 3.495 3.538 Ugolnyje Kopi
Beringowski 2.746 1.676 1.070 Beringowski
Bilibino 8.257 5.720 2.537 Bilibino
Iultinsk 3.969 2.444 1.525 Egwekinot
Prowidenija 4.426 2.717 1.709 Prowidenija
Schmidt 2.291 1.226 1.065 Mys Schmidta
Tschaun 6.006 5.003 1.003 Pewek
Tschukotka 4.605 --- 4.605 Lawrentija


Städte und städtische Siedlungen

Im Autonomen Kreis der Tschuktschen gibt es 3 Städte und 13 Siedlungen städtischen Typs.

Stadt*/Städt. Siedlung Russischer Name Rajon Einwohner
(1. Januar 2006)
Aliskerowo Алискерово Bilibino 3
Anadyr* Анадырь kreisfrei 11.193
Beringowski Беринговский Beringowski 1.676
Bilibino* Билибино Bilibino 5.717
Egwekinot Эгвекинот Iultinsk 2.444
Komsomolski Комсомольский Tschaun 446
Leningradski Ленинградский Schmidt 680
Mys Schmidta Мыс Шмидта Schmidt 546
Pewek* Певек Tschaun 4.557
Prowidenija Провидения Prowidenija 2.717
Schachtjorski Шахтёрский Anadyr 46
Ugolnyje Kopi Угольные Копи Anadyr 3.449

Die städtischen Siedlungen Wstretschny (Встречный), Baranicha (Бараниха), Walkumei (Валькумей) und Krasnoarmejski (Красноармейский) sind inzwischen von ihren Bewohnern verlassen worden und somit zu Geisterstädten geworden.

Geschichte

Die russische Besiedlung begann im 17. Jahrhundert gegen heftigen Widerstand der Tschuktschen, der bis ins frühe 20. Jahrhundert anhielt. Im Jahr 1930 wurde der Autonome Kreis gegründet.

Politik

Im Dezember 2000 wurde Roman Abramowitsch mit 92 % aller Stimmen zum neuen Gouverneur gewählt und im Oktober 2005 in diesem Amt bestätigt. Er begann, selbstfinanzierte Lebensmittel, Fertighäuser aus Kanada und Treibstoff in den Autonomen Kreis zu verschiffen. Während sich Abramowitsch bei der einheimischen Bevölkerung aufgrund dieser Maßnahmen hoher Beliebtheit erfreute, sicherte dieser Posten dem in London lebenden Oligarchen den Schutz vor Strafverfolgung (politische Immunität). In neuen russischen Presseberichten über den reichsten Mann des Landes heißt es aber auch vielfach, dass der damalige Präsident Wladimir Putin ihn gebeten habe, sich auf diese Weise um die rückständige Region zu kümmern. Allein die jährlich entrichteten Steuern von Abramowitsch würden den Regionalhaushalt um ein Vielfaches übersteigen. Im Juli 2008 trat Abramowitsch als Gouverneur von Tschukotka zurück; als Nachfolger wurde Roman Kopin ernannt.

Als Grenzgebiet zu den Vereinigten Staaten ist Tschukotka für Ausländer nur mit Sondergenehmigung zu bereisen. Diese muss vom Gouverneur erteilt werden.

Wirtschaft

Wichtigster Wirtschaftszweig ist immer noch der Goldabbau, obwohl dieser in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Die derzeit laufenden Investitionen von Kinross Gold, einer kanadischen Bergbaufirma, werden in den nächsten Jahren wahrscheinlich wieder zu einem Anstieg der Goldproduktion führen. Die traditionellen Wirtschaftszweige der Tschuktschen und anderen indigenen Ethnien sind Rentierzucht, Pelzfang und auch die Jagd auf Meeressäugetiere.

Kultur

Einer der wenigen im Ausland bekannten Intellektuellen war der 1930 in Uelen geborene und 2008 verstorbene Schriftsteller Juri Rytchëu, dessen Werke eine Vorstellung vom Leben der indigenen Völker geben.

Weblinks

66.252793132778172.001009678617Koordinaten: 66° N, 172° O


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