RMS Homeric

RMS Homeric

HOMERIC

Farbzeichnung der Homeric
Schiffsdaten
Flaggen: Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich
Vereinigtes KönigreichVereinigtes Königreich (Handelsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffstyp: Dampfschiff
Verwendung: Passagierschiff, Kreuzfahrtschiff
Heimathafen: Southampton
Schiffstaufe / Stapellauf 17. Dezember 1913 als Columbus
Bauwerft: Schichau-Werft Danzig
Eigner: White Star Line
Technische Daten
Baunummer:
Rauminhalt: 34.351 BRT
Länge über alles: 232,59 m
Breite über alles: 24,64 m
Max. Tiefgang:
Maschine
Antrieb: 2 Vierzylinder-Dreifach-Expansionsdampfmaschinen
Maschinenleistung: 32.000 PSi / 23.536 kW
Höchstgeschwindigkeit: 18 Knoten
Schrauben: 2
Schornsteine: 2
Masten: 2
Passagierkapazität nach 1922
Anzahl 1. Klasse 529
Anzahl 2. Klasse 487
Anzahl 3. Klasse 1750
Passagierkapazität nach 1932
Anzahl 1. Klasse 472
Anzahl Touristenklasse 832
Anzahl 3. Klasse 659
Sonstiges
Anzahl Besatzung:
andere Namen: Columbus

Die RMS Homeric war ein Schiff der White Star Line. Sie wurde ursprünglich für den Norddeutschen Lloyd als Columbus (auch Kolumbus geschrieben[1]) gebaut.

Inhaltsverzeichnis

Schiffsleben

Kriegszeit

Vier prächtige Expressdampfer hatte der Norddeutsche LLoyd im Jahre 1913 auf dem Nordatlantik beschäftigt, daneben noch einige kombinierte Passagier- und Frachtdampfer für den normalen Dienst nach New York. Einer davon sollte auch die Columbus werden, eigentlich ein wenig zu groß für diesen zweitrangigen Dienst. Gute Erfahrungen hatte die Reederei aber mit dem Dampfer George Washington gemacht, einem 25.000-Tonner mit einer ökonomischen Geschwindigkeit von 18 Knoten, der sich in dem gegenüber dem Expressdienst etwas langsameren Service nach New York außerordentlich gut bewährt hatte.

Columbus während des Ausbaus

Das gab den Anstoß, der Schichau-Werft in Danzig den Auftrag zum Bau von zwei großen Schiffen mit ökonomischer Geschwindigkeit zu erteilen. Das erste dieser Schiffe wurde am 17. Dezember 1913 auf den Namen Columbus getauft. Bei Kriegsausbruch im August 1914 war das Schiff etwa zu 80 Prozent fertig, und in diesem Bauzustand blieb es bis Kriegsende.

Weiterbau nach dem Krieg / Columbus-Abkommen

Das noch unfertige Schiff wurde nach Kriegsende an Großbritannien abgetreten und 1920 durch die White Star Line vom britischen Staat gekauft.

Das Schiff selbst lag nach wie vor in Danzig. Die Reederei hatte großen Bedarf an Tonnage, erstens wegen der vielen Kriegsverluste und zweitens, weil auch der Verlust der Titanic noch ausgeglichen werden musste. Der Weiterbau der Columbus auf der deutschen Werft verlief 1919 nur sehr schleppend, denn das Unternehmen und die Arbeiter legten keinen großen Arbeitseifer an den Tag für ein Schiff, von dem sie wussten, dass es dem ehemaligen Kriegsgegner in die Hände fallen würde. Inspektoren der White Star Line erschienen auf der Werft in Danzig, um den Fertigbau zu überwachen. Schließlich kam es 1921 zum sogenannten Columbus-Abkommen zwischen den Deutschen und den Briten. Die deutsche Regierung und der Norddeutsche Lloyd sagten zu, ihren Einfluss für eine zügige Fertigstellung des Schiffes einzusetzen und keine rechtlichen Bedenken zu erheben. Denn Danzig gehörte inzwischen nicht mehr zum Deutschen Reich. Für diese Zusagen verzichtete die englische Seite auf die Auslieferung von 6 Schiffen des NDL, die den Krieg in Südamerika verbracht hatten. Es handelte sich um die ehemaligen Reichspostdampfer Seydlitz (7942 BRT/03) und York (8901 BRT/06), die zum La Plata eingesetzte Gotha (6653 BRT/07) und die Frachter Göttingen (5441 BRT/07), Westfalen (5112 BRT/05) und Holstein (4932 BRT/11). Diese sechs Schiffe waren für den Wiederaufbau des NDL wichtiger als der langsame Riesendampfer.
Am 21. Januar 1922 lief das Schiff erstmalig in Southampton ein. Kurz darauf, am 15. Februar, ging es auf Jungfernfahrt nach New York.

Schiffsausstattung

Ein Korridor im Bereich der Ersten Klasse (Postkarte von 1922)

Inzwischen war auch der Schiffsname den typischen Namen der White-Star-Schiffe angepasst und in Homeric geändert worden. Mit ihren 34.000 BRT sah die Homeric beeindruckend aus. Sie hatte fünf durchlaufende Decks, darüber das Brückendeck und das Bootsdeck mit weiteren kleineren Aufbauten darauf. 14 wasserdichte Schotten sorgten für eine gute Unterteilung des Rumpfes und mit sechs Luken und Laderäumen war ausreichend Lagerkapazität vorhanden. Die Wohnräume waren gut ausgestattet und für Passagiere der 1., 2. und 3. Klasse unterteilt, von denen die 1. Klasse mittschiffs und die übrigen Passagiere weiter hinten untergebracht waren. Die meisten der Gesellschaftsräume befanden sich auf dem Brücken- und Bootsdeck.

Nach einer Überholung im Jahre 1923 konnte die Geschwindigkeit auf 19,5 Knoten gesteigert werden, womit sie zum Expressdampfer befördert werden konnte, denn ab jetzt wurde sie zusammen mit den Giganten Majestic und Olympic als Schnelldampfer der White Star Line nach New York eingesetzt. Tatsache war aber, dass das Schiff nicht für den Expressdienst gebaut worden war, und sie somit immer die langsamste unter den Schnelldampfern blieb. Ein drittes Schiff wurde aber benötigt, und ihrer Größe wegen kam dafür nur die Homeric in Frage.

Schiffsleben

Bei ihrer Reederei und auch bei den Passagieren erwarb sie sich einen guten Ruf als zuverlässiges Schiff, bis die Weltwirtschaftskrise mit der anschließenden Rezession einsetzte und nicht mehr so viele Expressdampfer benötigt wurden. Ihre letzte Atlantiküberquerung machte sie im Januar 1932 und beschränkte sich fortan auf Kreuzfahrten. Dafür war sie wegen ihrer gut ausgestatteten Wohnräume und der wirtschaftlichen Maschinenanlage gut geeignet.

1934 erfolgte der Zusammenschluss von Cunard und White Star Line. Die Homeric unternahm bis September 1935 weiterhin Kreuzfahrten, dann wurde sie außer Dienst gestellt und aufgelegt. 1936 kaufte eine britische Abwrackwerft das Schiff zum Verschrotten.

Das Schwesterschiff

Das Schwesterschiff, das eigentlich Hindenburg heißen sollte und kurz nach der Columbus auf Kiel gelegt worden war, übernahm später den Namen seines an England abgetretenen Vorgängers und wurde als Columbus beim Versuch nach Deutschland durchzubrechen am 19. Dezember 1939 320 Seemeilen östlich von Cape Hatteras von der Besatzung selbstversenkt.

Einzelnachweise

  1. Reclams Universum Weltrundschau. Reclam, Leipzig 1913 (Heft 13, S. 603).

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