Quirinalspalast


Quirinalspalast
Der Quirinalspalast heute
Kupferstich aus dem 18. Jahrhundert
Der Ehrenhof
Francesco Amirante, scheidender Präsident des Verfassungsgerichts bei seinem Abschiedsbesuch bei Staatspräsident Giorgio Napolitano (rechts) in dessen Büro im Quirinalspalast.

Der Quirinalspalast (ital. Palazzo del Quirinale oder kurz Quirinale) ist ein ab 1583 errichteter Palast auf dem Quirinal in Rom. Er ist Dienstsitz des Präsidenten der Republik Italien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das an der Piazza del Quirinale gelegende Gebäude wurde erstmals von Papst Gregor XIII. als Sommerresidenz bezogen. Ferner diente es zeitweise als Ausrichtungsort für päpstliche Konklaven und bis zum Jahre 1870 als Verwaltungsgebäude des ehemaligen Kirchenstaates. Im Jahr 1871 wurde Rom zur Hauptstadt des Königreiches Italien erklärt und der Palast enteignet. Eine Entschädigung erfolgte erst im Rahmen der 1929 geschlossenen Lateranverträge. Das Gebäude blieb bis 1946 Sitz der Könige von Italien. Nach Abschaffung der Monarchie übernahm es die Republik als Dienstsitz des Staatspräsidenten.

Architektur und Kunst

Das Hauptgebäude umschließt einen großen rechteckigen Ehrenhof, auf dem Staatsgäste abseits der Öffentlichkeit mit militärischen Ehren empfangen werden können. Die Fassade stammt von Domenico Fontana. Im Treppenhaus befindet sich das berühmteste Fresko des Palastes, die Segnung Christi von Melozzo da Forlì. Einer der größten Empfangsräume des Quirinalspalastes ist der von Carlo Maderno gestaltete Salone dei Corazzieri, benannt nach der gleichnamigen Leibgarde des Staatspräsidenten, die hier inspiziert wird. Die ebenfalls von Maderno für Papst Paul V. gebaute Cappella Paolina entspricht von den Ausmaßen her der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Traditionell werden in der Cappella Paolina an Weihnachten und zu Ostern in Anwesenheit des Staatspräsidenten Messen gefeiert. Im Festsaal mit seinem rund 300 Quadratmeter großen Teppich finden nicht nur Staatsbankette statt, sondern beispielsweise auch die Vereidigung neuer Regierungen. In den vielen anderen repräsentativen Räumen des Gebäudes befinden sich zahllose Kunstwerke, unter anderem von Pietro da Cortona, Ferdinando Fuga, Giovanni Paolo Pannini, Agnolo Bronzino und Guido Reni.

Vom Hauptgebäude aus erstreckt sich in nordöstlicher Richtung an der Via del Quirinale der so genannte „lange Ärmel“ (manica lunga), ein von Gian Lorenzo Bernini geplanter Gebäudetrakt. Hier befinden sich unter anderem die „Kaiserlichen Appartements“ (appartamenti imperiali), in denen 1888 und 1893 der deutsche Kaiser Wilhelm II. auf seinen Staatsbesuchen in Rom weilte. Das Hauptgebäude, der lange Ärmel und weitere Verwaltungsgebäude im Norden und Nordwesten umschließen die vier Hektar großen Gartenanlagen aus dem 18. Jahrhundert, in deren Mitte unter anderem das von Ferdinando Fuga gestaltete Coffee House liegt. Unter dem Garten wurden die Reste des antiken Quirinustempels ausgegraben.

Auf der Piazza del Quirinale, vor dem Quirinalspalast, befindet sich der Dioskurenbrunnen mit dem Obelisk Quirinale. Gegenüber liegen der Palazzo della Consulta, Sitz des italienischen Verfassungsgerichts, und der Palazzo delle Scuderie al Quirinale, ein früherer Marstall, der heute als Kunst- und Ausstellungshalle dient (Scuderie del Quirinale). An der Via del Quirinale befindet sich gegenüber des „langen Ärmels“ bei der Kirche Sant’Andrea al Quirinale der Palazzo Sant'Andrea, ehemals Sitz des Ministers des königlichen Hauses und heute Archiv des Präsidialamtes.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Quirinalspalast – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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