Puy de Dôme


Puy de Dôme
Puy de Dôme
Der Vulkan Puy de Dôme

Der Vulkan Puy de Dôme

Höhe 1.465 m
Lage Frankreich
Gebirge Zentralmassiv
Geographische Lage 45° 46′ 20″ N, 2° 57′ 57″ O45.7722222222222.96583333333331465Koordinaten: 45° 46′ 20″ N, 2° 57′ 57″ O
Puy de Dôme (Frankreich)
Puy de Dôme
Typ Lavadom
Gestein Trachyt
Alter des Gesteins 11.000 Jahre

Der Vulkan Puy de Dôme (1465 m) liegt im gleichnamigen Département Puy-de-Dôme und gehört zum Zentralmassiv in der südlichen Hälfte Frankreichs. Er gehört zur Kette der Puys (la Chaîne des Puys) und ist deren höchster Gipfel.

Er befindet sich etwa 15 km von Clermont-Ferrand entfernt, welches er um 1000 m überragt. Seit 1956 befindet sich auf dem Puy de Dôme eine Sendeanlage für UKW und TV.

Inhaltsverzeichnis

Geologie

Der Puy de Dôme besteht aus zwei Lavadomen aus Trachyt, die sich vor 11.000 bis 10.000 Jahren nacheinander über alte Schlackenkegel herausgeschoben haben. An den Flanken finden sich Brekzien und Ablagerungen von Glutwolken (Ignimbrit) vom Kollaps des ersten Doms. Weite Teile sind auch von Tephra des benachbarten Kilian-Kraters überdeckt, der vor 8550 Jahren kollabiert war.

Da der Vulkan zu den monogenetischen Vulkanen zählt, der also in der Regel nur einen Ausbruch oder eine Ausbruchsphase hatte, ist ein erneuter Ausbruch eher unwahrscheinlich. Für das Vulkanfeld der Chaîne des Puys als Ganzes kann das aber nicht annehmen, da es hier immer wieder Ruhephasen von mehreren 10.000 Jahren gegeben hatte. [1]

Geschichte

Überreste des römischen Mercuriustempels auf dem Puy de Dôme

Der Gipfel hat schon seit alter Zeit zur Errichtung von Tempeln und Gotteshäusern inspiriert. Einem keltischen Heiligtum folgte in römischer Zeit ein Tempel des Mercurius und schließlich befand sich auf dem Gipfel eine Wallfahrtskapelle. Spuren der Heiligtümer wurden durch Ausgrabungen freigelegt.

Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als man begann, sich mit der Natur wissenschaftlich auseinanderzusetzen, entdeckte man den vulkanischen Ursprung dieser Berge. Hatte man doch bislang geglaubt, es handle sich um riesenhafte Festungsbauten der Römer.

Als 1790, während der Französischen Revolution, die Départements geschaffen wurden, gab der Vulkan diesem Teil der Auvergne seinen Namen (Département 63, le Puy-de-Dôme). Ursprünglich wollten die Menschen ihr Département Monts Dore nennen, also nach dem Ort, an dem sich der höchste Punkt des Départements befindet (Puy de Sancy 1885 m). Einige Bürger unter der Führung von Gaultier de Biauzat, einem Abgeordneten aus Clermont-Ferrand, waren aber der Meinung, dass dieser Name, der auch als „goldene Berge“ verstanden werden kann, Paris dazu bringen könnte, zu hohe Steuern zu verlangen. Ihrem Ruf (geizig zu sein) nachgebend, entschieden sich die Auvergnaten für den Namen Puy-de-Dôme.

Der Wissenschaftler und Schriftsteller Blaise Pascal konnte auf diesem Berg die Schwere der Luft nachweisen.

Tourismus

Südseite des Vulkans, mit Gipfelwolke

Auf den Puy de Dôme führen Wanderwege, aber auch eine Straße. Auf dieser verkehrte bislang sonntags in der Hauptreisezeit ein kostenpflichtiger Pendelbus, ansonsten war sie freigegeben. Bis 1926 konnte man von Clermont-Ferrand auch mit einer Schmalspurbahn mit Fellschem Antrieb auf den Berg gelangen. 2010 begannen die Arbeiten zum erneuten Bau einer Zahnradbahn, die 2012 in Betrieb gehen soll. Da die Bahn auf der zum Gipfel führenden Straße erbaut wird, ist derzeit (2010) der Gipfel nur zu Fuß über den Mauleselpfad erreichbar, es ist kein Auto- und Pendelbusverkehr auf den Gipfel mehr möglich.

Vom Observatorium mit kleinem Museum auf dem Gipfel hat man manchmal einen faszinierenden Blick über ein Wolkenmeer, was mit der hier häufig auftretenden Inversionswetterlage zusammenhängt. Bei klarer Sicht kann man auf eine Entfernung von ungefähr 30 km rund 100 inaktive (vermutlich erloschene) Vulkane überblicken.

Das Gebiet gehört zum Regionalen Naturpark Volcans d’Auvergne.

Zahnradbahn

Der Bau der Zahnradbahn auf den Puy de Dôme begann im Jahr 2010. Als erster Schritt werden die Wartungshallen (Centre de Maintenance), eine Talstation (Maison de Site) und eine Bergstation (Gare de Sommet) gebaut. Im Sommer 2011 beginnt der Bau der eigentlichen Zahnradbahnstrecke. Dieser wird im November 2011 abgeschlossen sein.[2] Anschließend wird der Testbetrieb begonnen, der sämtliche Klimabedingungen durchlaufen muss, bevor die technische Zulassung erteilt wird. Die Zahnradbahn auf den Puy de Dôme wird die dritte Zahnradbahn in Frankreich sein, nach der Métro Lyon und der Tramway du Mont-Blanc.

Der 5 km lange Strecke verläuft zum größten Teil auf der bergseitigen Spur der existierenden Straße, wobei die talseitige Spur als Notfalls- und Rettungsspur erhalten bleibt. Ungefähr 300 m vor dem Gipfel kreuzt die Straße die Zahnradbahntrasse, so dass die Zahnradbahn am Gipfel unterhalb des Straßenniveaus in den Gare de Sommet einfährt. Die Zahnstangeneinfahrt befindet sich zu Beginn der Talstation, so dass im Regelbetrieb die Triebfahrzeuge den Zahnradabschnitt nicht verlassen.

Die Spurweite der Strecke beträgt 1.000 mm. Es werden Y-Schwellen eingesetzt, die Zahnstange ist vom Typ Strub TN 70. Diese relativ neu von der Tracknet AG entwickelte Zahnstange wird genauso wie die Schienen 36E3 (VST 36) lückenlos verschweißt. Der kleinste Radius beträgt 70 m, die größte Neigung 155 Promille. Die Planung und Ausführung der Oberbauarbeiten wird durch die Schweizer Firmen Sersa Group AG (Schweiz) und Laurent Membrez SA ausgeführt.[3]

Die 4 Triebfahrzeuge wurden bei der Stadler AG in Bussnang, Schweiz bestellt. Die Fahrzeuge sind sowohl im Zahnstangenbereich sowie im Adhäsionsbereich selbstfahrend. Der Antrieb erfolgt elektrisch über eine Fahrleitung.

Radsport-Anstieg

Die Straße zum Puy de Dôme hinauf stellt einen der berühmtesten Anstiege der Tour de France dar. Die Straße von Clermont-Ferrand überwindet auf 14 Kilometern einen Höhenunterschied von über 1000 Meter, bei einer durchschnittlichen Steigung von 7,5 Prozent.

In den 1950er bis 1980er Jahren fanden hier insgesamt 13 Bergankünfte der Tour de France statt. Als erster Sieger triumphierte Fausto Coppi 1952. Das Duell zwischen Jacques Anquetil und Raymond Poulidor am Puy de Dôme bei der Tour 1964 gilt als ein legendärer Moment der Tour-Geschichte. 1975 wurde Eddy Merckx kurz vor dem Ziel von einem Zuschauer geschlagen. Nach 1988 wurde der Puy de Dôme vor allem aus logistischen und ökologischen Erwägungen nicht mehr befahren.

Die Etappensieger am Puy de Dome:

Weblinks

 Commons: Puy-de-Dôme (mountain) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hans Pichler und Thomas Pichler: Vulkangebiete der Erde. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-8274-1475-5, Seite 49
  2. PlanetePuydedeDom Le futur train à crémaillère le Panoramique des Dômes: http://www.planetepuydedome.com/articles/le-futur-train-a-cremaillere-le-panoramique-des-domes-203-1.html
  3. bahnONLINE.ch

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