ProTour


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Die UCI ProTour ist eine vom Weltradsportverband UCI veranstaltete Serie von 27 bedeutenden Radrennen im Straßenradsport, welche seit 2005 den Rad-Weltcup sowie die UCI-Weltrangliste ersetzt.

Die UCI fasste den Beschluss über diese komplette Neuordnung des Straßenradsport sehr kurzfristig: Zum Ende der Straßensaison 2004 waren grundlegende Fragen des Reglements der ProTour noch ungeklärt. Dies und die Pläne insgesamt führte zu starken Widerständen, insbesondere von Veranstaltern bzw. Teams, die nicht der künftigen ProTour angehörten. So stieß etwa in Deutschland die Nichtnominierung der Internationalen Friedensfahrt und des traditionsreichen Eintagesrennens Rund um den Henninger-Turm auf öffentliche Kritik. Aber auch die Organisation der Tour de France meldete starke Bedenken gegen die Pläne des Radsportweltverbandes an.

Inhaltsverzeichnis

UCI ProTour 2005

Endstand
Platz Fahrer Punkte
1. Italien Danilo di Luca 229
2. Belgien Tom Boonen 171
3. Italien Davide Rebellin 151
4. Deutschland Jan Ullrich 140
5. Vereinigte Staaten Lance Armstrong 139
6. Kasachstan Alexander Vinokourov 136
7. Vereinigte Staaten Levi Leipheimer 131
8. Italien Paolo Bettini 130
9. Vereinigte Staaten Bobby Julich 130
10. Vereinigte Staaten George Hincapie 129

Hauptartikel: UCI ProTour 2005

Der Sieger Danilo di Luca stand schon vorzeitig fest. Durch Siege im Frühjahr konnte er den Grundstein zum Gesamtsieg legen. Während di Luca und der Belgier Tom Boonen vor allem im Frühjahr Punkte sammelten, konnte sich Davide Rebellin im letzten Rennen, der Lombardei-Rundfahrt noch auf Platz drei verbessern.

Auf Grund seiner konstant guten Platzierungen konnte sich das Team CSC die Mannschaftswertung sichern. Das Team Gerolsteiner war als bestes deutsches Team Sechster.

UCI ProTour 2006

Endstand
Platz Fahrer Punkte
1. Spanien Alejandro Valverde 285
2. Spanien Samuel Sánchez 213
3. Luxemburg Frank Schleck 165
4. Australien Cadel Evans 162
5. Kasachstan Andrei Kaschetschkin 156
6. Italien Alessandro Ballan 155
7. Belgien Tom Boonen 154
8. Italien Paolo Bettini 144
9. Italien Ivan Basso 138
10. Deutschland Stefan Schumacher 133

Hauptartikel: UCI ProTour 2006

Gesamtsieger Alejandro Valverde legte, wie im Jahr zuvor Danilo di Luca, die Basis für seinen Erfolg bereits im Frühjahr. Mit Siegen beim Wallonischen Pfeil und Lüttich-Bastogne-Lüttich, sowie Podestplatzierungen bei der Tour de Romandie und der Baskenland-Rundfahrt eroberte er im April das Weiße Trikot des ProTour-Führenden und gab es nicht mehr ab. Durch seinen zweiten Platz bei der Vuelta a España baute er seine Führung so weit aus, dass man ihm nur noch theoretisch das Weiße Trikot hätte entreißen können. Samuel Sánchez kämpfte sich erst im Spätsommer und im Herbst auf den zweiten Platz der Gesamtwertung durch seinen Sieg bei der Meisterschaft von Zürich und guten Platzierungen bei der Vuelta und der Lombardei-Rundfahrt. Paolo Bettini gelang es, wie im Vorjahr, mit einem Sieg im letzten Rennen sich auf den achten Platz vorzuschieben. Bester Deutscher wurde Stefan Schumacher, der die ENECO Tour und die Polen-Rundfahrt für sich entscheiden konnte.

Erneut gewann das Team CSC die Mannschaftswertung, da sie bei fast allen Rennen mit mindestens einem Fahrer unter den Besten vertreten waren. Gerolsteiner wurde, wie in der Saison zuvor, Sechster und das T-Mobile Team schaffte es auf Platz acht.

Die Nationenwertung gewann Spanien vor Italien und war im Grunde ein Spiegelbild der Saison. Es scheint, als hätten die Spanier die Frühjahrs- und Herbstklassiker für sich entdeckt, während die Italiener als Klassikerspezialisten eher geschwächelt haben.

UCI ProTour 2007

Endstand
Platz Fahrer Punkte
1. Australien Cadel Evans 247
2. Italien Davide Rebellin 197
3. Spanien Alberto Contador 191
4. Spanien Alejandro Valverde 190
5. Spanien Óscar Freire 182
6. Russland Denis Mentschow 172
7. Italien Damiano Cunego 165
Luxemburg Kim Kirchen 165
9. Spanien Samuel Sánchez 159
10. Russland Wladimir Karpez 145

Hauptartikel: UCI ProTour 2007

Als erster Fahrer erhielt Alberto Contador das weiße Trikot des Gesamtführenden nach seinem Sieg bei Paris–Nizza. Erst nach der fünften ProTour-Veranstaltung wurde er von seinem Landsmann Óscar Freire abgelöst, der das Trikot jedoch nur wenige Tage behielt, bis der Australier Stuart O'Grady durch seinen Triumph bei Paris-Roubaix die Führung übernahm. Aber auch er konnte die Führung nur kurz verteidigen und der Italiener Davide Rebellin eroberte das weiße Trikot mit einem zweiten Platz beim Amstel Gold Race und baute seinen Vorsprung drei Tage später mit dem Gewinn des Wallonischen Pfeil aus. Jedoch verringerte Danilo Di Luca, ProTour-Gesamtsieger von 2005, im nächsten Rennen den Rückstand auf Landsmann Rebellin und mit dem Sieg beim Giro d’Italia Anfang Juni rückte er auf den ersten Platz vor. Di Luca verteidigte das weiße Trikot daraufhin ohne größere Probleme und lag auch nach dem am 14. Oktober ausgetragenen Rennen Paris-Tours, der vorletzten Veranstaltung der ProTour-Saison, weiterhin in Führung vor dem Australier Cadel Evans, der mit zweiten Plätzen bei den dreiwöchigen Rundfahrten Tour de France und Vuelta a España punkten konnte. Am 18. Oktober wurde Di Luca aber mit einer dreimonatigen Dopingsperre belegt, da er in eine Dopingaffäre aus dem Jahr 2004 verstrickt sein soll. Ihm wurden daraufhin alle Punkte in der ProTour-Gesamtwertung aberkannt, wodurch Cadel Evans auf den ersten Platz vorrückte. Beim letzten Rennen der Saison, der Lombardei-Rundfahrt, belegte Evans den sechsten Platz und konnte somit die UCI ProTour 2007 gewinnen. Davide Rebellin vom deutschen Team Gerolsteiner kam als Fünfter ins Ziel und erreichte hinter Evans den zweiten Platz in der ProTour-Gesamtwertung. Bester Deutscher war wie im Vorjahr Stefan Schumacher, der das Amstel Gold Race im April gewinnen konnte, mit dem 24. Gesamtrang, gefolgt von seinen Landsleuten Jens Voigt und Erik Zabel auf den Plätzen 25 und 26.

Wie in den beiden Jahren zuvor gewann das Team CSC die Mannschaftswertung und konnte diesen Erfolg bereits nach 26 von 27 ProTour-Veranstaltungen feiern. Die deutschen Mannschaften T-Mobile Team und Gerolsteiner fielen allerdings im Vergleich zur Vorsaison ab und erreichten die Plätze 13 und 14. In der Nationenwertung verteidigten die Spanier den Titel erneut vor den Italienern. Dahinter folgte Australien, die sich um einen Platz verbessern konnten. Deutschland rutschte hingegen auf den sechsten Platz ab.

Rennen

2005 bis 2007

Der ProTour gehörten von 2005 bis 2007 sowohl die bedeutendsten Etappenrennen (darunter die „Grands Tours“ Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España) als auch die wichtigsten Eintagesrennen (darunter alle Rennen des bisherigen Rad-Weltcups) an. Insgesamt umfasste die ProTour in diesen drei Jahren 27 Radrennen. Zur Teilnahme an allen Rennen verpflichtet waren die 20 Rennställe mit ProTour-Lizenz. Den Rennveranstaltern stand zudem die Einladung weniger unterklassiger Rennställe frei.

Die zweite Ebene der Radrennen bilden nach Kontinenten aufgeteilte Rennserien, für Europa ist dies die UCI Europe Tour. Dort wurden die Rennen in drei Kategorien (HC, 1 und 2) eingeteilt.

Eintagesrennen
Monumente des Radsports

sonstige Eintagesrennen

sonstige Rennen

Etappenrennen
Große Rundfahrten

sonstige Etappenrennen

*Die Straßen-Rad-WM ist kein offizieller Teil der ProTour, da an der WM nur Nationalmannschaften, jedoch keine ProTour-Teams teilnehmen können. Allerdings ging das Einzelergebnis der WM 2005 in das ProTour-Klassement ein

seit 2008

Nach Unstimmigkeiten mit den Veranstaltern ASO, RCS-Sport und Unipublic wurden die von ihnen ausgerichteten Rennen aus dem Kalender der ProTour ausgelagert, darunter neben den großen Rundfahrten Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España auch Eintagesrennen, wie Paris-Roubaix und die Lombardei-Rundfahrt. Neu im Programm ist die australische Rundfahrt Tour Down Under sowie das im Oktober 2008 erstmals ausgetragene ProTour-Finale, dessen Austragungsort noch nicht bekannt ist. Insgesamt umfasst die UCI ProTour 16 Veranstaltungen, an denen die 18 Mannschaften mit ProTour-Lizenz startberechtigt sind. Die einzelnen Veranstalter haben zudem die Möglichkeit, weitere Mannschaften per Wildcard einzuladen.

Eintagesrennen

Etappenrennen

1 keine Austragung 2009
2 ab 2009 im Kalender

ProTour-Punktewertung

Einzelwertung vor 2008

Platz Tour de France Giro d’Italia,
Vuelta a España
die fünf „Monumente
des Radsports“,
sonstige Etappenrennen
sonstige
Eintagesrennen
Straßenrad-WM
Gesamtwertung
1. 100 85 50 40 (50)
2. 75 65 40 30 (40)
3. 60 50 35 25 (35)
4. 55 45 30 20
5. 50 40 25 15
6. 45 35 20 11
7. 40 30 15 7
8. 35 26 10 5
9. 30 22 5 3
10. 25 19 2 1
11. 20 16
12. 15 13
13. 12 11
14. 10 9
15. 8 7
16. 6 5
17. 5 4
18. 4 3
19. 3 2
20. 2 1
Etappensieg (geändert ab 2006)
1. 10 8 3
2. 5 4 2
3. 3 2 1

(x) keine Punkte für die WM in der ProTour 2006; übrige Änderungen im Jahr 2006 kursiv

Nach jedem Rennen (bei Etappenrennen nach der letzten Etappe) werden für jeden Fahrer die gewonnen Punkte zum aktuellen Stand hinzuaddiert. Dem jeweiligen führenden Fahrer der Einzelwertung wird dann das weiße Trikot überreicht. Er ist dazu verpflichtet dieses Trikot in weiteren Rennen so lange zu tragen wie er die Führung hält. Dies gilt jedoch nur für ProTour-Veranstaltungen. Das Tragen des Trikots bei Rennen, die nicht der ProTour angehören, ist nach UCI-Reglement verboten.

Ist der Führende der Einzelwertung zur gleichen Zeit auch der amtierende Straßen-Weltmeister, so erhält er ein besonderes Trikot, welches zusätzlich zu den Regenbogenstreifen des Weltmeistertrikots auch das ProTour-Logo zeigt.

Mannschaftswertung

Bei der Mannschaftswertung hat jedes Rennen der ProTour die gleiche Wertigkeit. Das bei einem ProTour-Rennen bestplatzierte Team erhält 20 Punkte, das 2. dann 19 Punkte, bis hin zum letzten Team, welches 1 Punkt erhält.Die Mannschaftswertung der einzelnen Rennen ergibt sich dabei wie folgt: Bei Etappenrennen entspricht die ProTour-Mannschaftswertung der Mannschaftswertung nach Zeit (Addition der jeweils drei Zeitbesten je Etappe). Bei Eintagesrennen zählen die Platzierungen der drei bestplatzierten Fahrer im Rennen.

Nationenwertung

Für die Nationenwertung ausschlaggebend sind die Punkte der fünf bestplatzierten Fahrer jedes Landes in der Einzelwertung. Die Summe der Punkte ergibt die Punktzahl eines Landes in der Nationenwertung.

Teams

Aktuelle Auswahl der Teams

Für die UCI ProTour wurde auch eine Neueinteilung der Profiteams vorgenommen. 20 Teams erhielten den Status eines ProTour-Teams. Dies berechtigt und verpflichtet die Rennställe zur Teilnahme an allen ProTour-Rennen des Jahres. Die ProTour-Lizenzen werden dabei für vier Jahre im Voraus vergeben.

Mit dem Ende der Saison 2005 änderte das Team des Lizenzinhabers Ciclosport Srl, bis dahin unter dem Namen seines bisherigen Hauptsponsors Domina Vacanze auftretend, seinen Namen und heißt nunmehr entsprechend der Marke des nunmehrigen Hauptsponsors Nordmilch seit 2006 Team Milram. Silver Team, die Betreiber-Firma der bisherigen Fassa Bortolo Mannschaft, hat für die neue Saison nicht den angekündigten Sponsor Sony Ericsson für sich gewinnen können und wurde aufgelöst. Nachdem der einzige Bewerber für die frei gewordene Lizenz die ag2r Prévoyance-Equipe war, wurde am 28. November 2005 bekannt, dass die Lizenz der Equipe zugesprochen wurde.

Während der Saison 2006 beendeten die Sponsoren von Liberty Seguros ihr Engagement auf Grund des Dopingskandal Fuentes. Ab Ende Juni 2006 trug das Team den Namen Astana, das ab 2007 mit schweizer Lizenz starten wird. Zum Ende des Jahres 2006 löst sich das Schweizer Team Phonak auf. Die Lizenz übernimmt das bisherige Continental-Team Unibet.com, das ab 2007 seinen Sitz in Schweden haben wird.

Nach der Saison 2007 haben sich Discovery Channel und Unibet.com aufgelöst. Da sie nicht ersetzt wurden, haben nur noch 18 Mannschaften an der UCI ProTour 2008 teilgenommen.

Nach der Saison 2008 lösen sich das Team Gerolsteiner und Crédit Agricole auf und werden durch Garmin-Slipstream und Team Katusha ersetzt.

Frankreich Spanien Belgien Italien USA
Dänemark Deutschland Luxemburg Luxemburg Niederlande Russland

Die zweite Division der Profiteams firmiert unter dem Namen Professional Continental Team. Diese Rennställe können von den Veranstaltern zusätzlich zu ProTour-Rennen eingeladen werden.

Ehemalige ProTour-Mannschaften

Aktiv Mannschaft Nachfolgemannschaft
2003-2007 GERGER Team T-Mobile USAUSA Team Columbia
2003-2005 ITAITA Domina Vacanze GERGER Team Milram
2000-2005 ITAITA Fassa Bortolo keine
2005–2006 ESPESP Liberty Seguros LUXLUX Team Astana
2005–2006 Switzerland within 2to3Switzerland within 2to3 Team Phonak keine
2005–2007 USAUSA Discovery Channel keine
2007 SWESWE Unibet.com keine
1998-2008 FRAFRA Crédit Agricole keine
1998-2008 GERGER Team Gerolsteiner keine

Sieger UCI ProTour

Jahr Fahrerwertung Mannschaftswertung Nationenwertung
2005 ITAITA Danilo Di Luca DENDEN Team CSC ITAITA Italien
2006 ESPESP Alejandro Valverde DENDEN Team CSC ESPESP Spanien
2007 AUSAUS Cadel Evans DENDEN Team CSC ESPESP Spanien
2008 ESPESP Alejandro Valverde ESPESP Caisse d'Epargne ESPESP Spanien

Konflikte

Rennveranstalter wehren sich gegen die ProTour

Schon vor der ersten ProTour-Saison 2005 waren die Rennveranstalter ASO (u.a. Tour de France), RCS-Sport (u.a. Giro d’Italia) und Unipublic (Vuelta a España) gegen die UCI ProTour. Trotzdem wurden durch den Radsport-Weltverband UCI insgesamt elf Rennen der drei Veranstalter in den 27 Rennen umfassenden Kalender der ProTour aufgenommen. Die drei Gegner der Rennserie erkennen die ProTour nicht als Rennserie an, der sie angehören und verzichteten deshalb bei den meisten ihrer Rennen darauf, dem Führenden der ProTour auf dem Siegerpodest das Weiße Trikot des Gesamtführenden zu überreichen. Bei der Vuelta a España 2006 wurde dann doch in einer improvisierten Siegerehrung das Weiße Trikot verliehen. Im Herbst 2006 forderten ASO, RCS-Sport und Unipublic die UCI auf, ihre Rennen in einem eigenen Rennkalender aufzuführen, worauf der Weltverband jedoch nicht reagierte.

Während die großen Rennveranstalter die ProTour ablehnen, sind die Teams absolute Fürsprecher für die Rennserie. Im Oktober 2006 erklärte Alejandro Valverde, der vorzeitig als Gesamtsieger der ProTour feststand, dass er die von RCS-Sport organisierte Lombardei-Rundfahrt, die das letzte Rennen der ProTour-Saison ist, boykottiert, da die Organisation sich weigerte, ihn nach dem Rennen mit dem Weißen Trikot als Gesamtsieger zu ehren. Weitere Fahrer erklärten, dass sie der Siegerehrung fernbleiben würden. RCS-Sport reagierte darauf mit der Aussage, dass man sich nicht als Mitglied der ProTour sehe und daher auch nicht das Trikot überreiche. Valverde ging dann allerdings doch „aus Respekt vor dem Publikum“ an den Start. Dafür verlas Paolo Bettini eine Erklärung des Fahrerfeldes, dass man geschlossen hinter Valverde stehe und Unmut darüber herrsche, in welcher Form über die Existenz der ProTour gestritten werde.

Anfang Dezember 2006 beschlossen die Veranstalter ASO, RCS-Sport und Unipublic, dass sie in der Saison 2007 Teams nur per Einladung an ihren Rennen teilnehmen lassen. Jede der zu diesem Zeitpunkt feststehenden 18 ProTour-Mannschaften erhielt eine Einladung. Leer gingen dabei Unibet.com und Astana aus, die erst Mitte Dezember 2006 eine der zwei freien ProTour-Lizenzen erhalten haben. Maximal wollen die Veranstalter noch vier weitere Einladungen vergeben, so dass die Teilnehmerzahl bei maximal 22 Teams liegen wird. 2008 sollen nur noch 20 Teams bei ihren Rennen starten, weshalb ein neues Einladungssystem eingeführt werden soll. So sollen 16 Mannschaften auf Grund ihrer sportlichen Leistungen in den vergangenen zwei Jahren ausgewählt werden. Genaueres soll Anfang März 2007 bekanntgegeben werden.

Betroffen von den Änderungen sind nicht nur die drei großen Landesrundfahrten, sondern auch die anderen Rennen, die von den Veranstaltern ausgerichtet werden. So wurden zu dem im Frühjahr 2007 stattfindenden Etappenrennen Paris–Nizza alle ProTour-Teams außer Unibet.com von der ASO auf die Startliste gesetzt. Außerdem wurde das zweitklassige Team Agritubel eingeladen. RCS-Sport verfuhr ähnlich bei seinem Etappenrennen Tirreno–Adriatico und vergab an alle ProTour-Teams außer Astana und Unibet.com Einladungen. Unipublic erklärte mittlerweile, dass Unibet.com keine Einladung zur Vuelta a España 2007 erhalten werde. Auch für Mailand–Sanremo und den Giro d’Italia erhielt das Team keine Einladung. Der Ausrichter des Rennens RCS-Sport gab nur 15 ProTour-Teams die deutliche Zusage, beim Rennen starten zu dürfen. Team Gerolsteiner, Rabobank und Caisse d’Epargne wurden bisher nur „unter Vorbedingungen“ eingeladen, Astana steht zur Zeit nur auf der Liste der zweitklassigen Teams, die acht Mannschaften umfasst, die auf vier Wildcards hoffen.

Nachdem die UCI drohte, die durch die ASO organisierte Fernfahrt Paris–Nizza abzusagen, hat sich die ASO an den Französischen Radsportverband FFC gewandt, um das Rennen als „nationales französisches Rennen“ auszutragen. Paris–Nizza wird nun unter der Führung des FFC ausgetragen, unterstützt durch die nationalen Radverbände von Italien und Spanien. Der Radsport-Weltverband forderte daraufhin alle Teams mit ProTour-Lizenz auf, das Rennen zu boykottieren.

Die UCI erklärte, dass sich die Veranstalter „außerhalb der Legalität“ bewegen, sollten sie die Regeln der UCI nicht einhalten und hat angekündigt, vor der Kommission der Europäischen Union eine Beschwerde gegen die Veranstalter einzureichen.

Mit Ende der Saison 2008 werden alle ProTour-Teams ihre Lizenzen zurückgeben. Die Zukunft der UCI ProTour ist damit ungewiss.[1]

Dopingskandal und Ethikcode

Nach dem Bekanntwerden des spanischen Dopingskandals im Mai 2006, in den angeblich über 50 Radsportler verwickelt sein sollen, beschlossen die Teams der ProTour einen Ethikcode. Inhalt ist unter anderem, dass keine Fahrer unter Dopingverdacht von einem Team der ProTour unter Vertrag genommen werden dürfen. Einer der verdächtigen Fahrer im spanischen Dopingskandal ist der Italiener Ivan Basso. Im Oktober 2006 stellte das Nationale Olympische Komitee Italiens die Ermittlungen gegen Basso ein, da nicht genügend Beweise vorlagen, die zu einer Verurteilung ausgereicht hätten. Ein Grund dafür war, dass die Dokumente aus dem strafrechtlichen Verfahren gegen Dopingarzt Eufemiano Fuentes so lange nicht für sportrechtliche Verfahren benutzt werden dürfen, bis der Prozess gegen Fuentes abgeschlossen ist. Trotzdem entschieden sich Ivan Basso und sein Team CSC, sich voneinander zu trennen. Nur wenige Wochen später erhielt Basso einen Vertrag bei Discovery Channel, das ebenfalls eine ProTour-Lizenz hat. Auf einer außerordentlichen Sitzung des Verbandes der ProTour-Teams IPCT am 8. Dezember 2006, dem alle ProTour-Teams außer La Francaise des Jeux angehören, wurde daraufhin in Erwägung gezogen, das Team Discovery Channel auszuschließen, da es durch die Verpflichtung von Ivan Basso gegen den Ethikcode verstoßen hatte. Bei der endgültigen Abstimmung am 11. Januar 2007 konnte Discovery Channel eine knappe Mehrheit erringen und verbleibt somit in diesem Gremium. Allerdings verpflichteten mitlerweille auch andere Teams Fahrer, die in den Skandal verwickelt waren, darunter Lampre-Fondital.

Am 19. Juni 2007 kamen die ProTour-Teams und der Radsport-Weltverband UCI zusammen und beschlossen eine Ehrenerklärung. Laut dieser Erklärung müssen die Fahrer versichern, in der Vergangenheit nicht gedopt gewesen zu sein und bei Bedarf eine DNA-Probe abgeben, um herauszufinden, ob sie in den Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt sind. Außerdem müssen überführte Dopingsünder ein Jahresgehalt als Strafe zahlen. Alle 600 ProTour-Fahrer mussten diese Erklärung bis zum Beginn der Tour de France am 7. Juli unterschrieben haben. Jedoch stellte sich heraus, dass die Erklärung nicht juristisch durchsetzbar ist und auf freiwilliges Handeln der Sportler abzielt.

Am 5. Juli 2007 kam es während einer Sitzung der Vereinigung der Profi-Radteams AIGCP zu einem Eklat, als die Leiter von acht Mannschaften die Sitzung unter Protest vorzeitig verließen. Neben dem T-Mobile Team und dem Team Gerolsteiner gehörten sechs französische Mannschaften dazu. Grund dafür war eine Aussage eines spanischen Vertreters, der sagte, dass sie nicht Doping betreiben, sondern Medizin nehmen, wie jeder andere Sportler auch. Auf der Tagesordnung hatte der Ausschluss von Relax-GAM Fuenlabrada, Saunier Duval-Prodir, Caisse d’Epargne, Lampre-Fondital und Discovery Channel aus der Organisation gestanden, da die Mannschaften durch die Beschäftigung von in den spanischen Dopingskandal verwickelter Fahrer gegen den Ethikcode verstoßen.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. radsport-news.com: ProTour am Ende - Teams geben ihre Lizenzen zurück abgerufen am 22. Juli 2008
  2. rad-net.de: Eklat: Vereinigung der Rad-Profiteams spaltet sich abgerufen am 7. Juni 2008

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