Pro*C

Pro*C

Pro*C [pɹoʊˈsiː]/Pro*C++ [-ˈplʌs ˈplʌs] ist ein Precompiler des Unternehmens Oracle für die Programmiersprache C und C++. Mittels des Precompilers ist es möglich, SQL-Ausdrücke und normale C oder C++ Quellcode-Elemente miteinander zu vermischen. Dies gilt jedoch ausschließlich für DML-Befehle, DDL- und DCL-Befehle müssen nach wie vor beispielsweise mit dem Programm SQL*Plus ausgeführt werden. Die daraus resultierende Datei wird schließlich in gültigen Quellcode übersetzt, um diesen mit einem herkömmlichen Compiler übersetzen zu können. Intern werden die im Quellcode eingebetteten SQL-Ausdrücke durch den Precompiler in normale Oracle Funktionsaufrufe umgewandelt.

Schema des Prozesses, wie er notwendig ist um ein Pro*C-Programm zu erstellen.

Inhaltsverzeichnis

Unterstützte Konzepte

Mittels Pro*C ist es möglich, mit einer Datenbank innerhalb eines C-Programms auf verschiedenen Arten zu kommunizieren. Verglichen mit Ansätzen wie beispielsweise SQLJ ist Pro*C so eine sehr flexible Lösung um Datenbankanwendungen zu erstellen. Nachfolgend sind die aktuellen Eigenschaften genannt, die ein Pro*C Compiler unterstützt.

Dynamisches SQL - Varianten

Dynamisches SQL wird in verschiedene Varianten aufgeteilt. Je nach Variante ist es möglich eine richtige SQL-Abfrage auszuführen. Die geeignete Methode ermittelt man mit Hilfe eines Entscheidungsbaums.

Entscheidungsbaum, der hilft, zu entscheiden welche dynamische SQL Methode zu benutzen ist.

Methode 1

Diese Methode ermöglicht es ein Programm zu schreiben, welches dynamische SQL-Ausdrücke ausführt oder neue Ausdrücke erstellt. Jeder Ausdruck wird unmittelbar mittels des EXECUTE IMMEDIATE Befehls ausgeführt. Der SQL-Ausdruck darf allerdings keine Abfrage (SELECT Ausdruck) und keine Platzhalter für Input-Host-Variablen enthalten. Der nachfolgende Ausdruck ist ein gültiger Ausdruck für die Methode 1:

'DELETE FROM EMP WHERE DEPTNO = 20' 
'GRANT SELECT ON EMP TO scott' 

Wird Methode 1 benutzt, so wird der SQL-Ausdruck, der ausgeführt werden soll, bei jeder Ausführung analysiert.

Methode 2

Diese Methode ermöglicht es ein Programm zu schreiben, welches dynamische SQL-Ausdrücke ausführt oder neue Ausdrücke erstellt. Anschließend ist es möglich, die einzelnen SQL-Ausdrücke mittels PREPARE oder EXECUTE Befehl zu verarbeiten. Der SQL-Ausdruck darf allerdings nicht eine Abfrage (SELECT Ausdruck) enthalten. Die Anzahl der Platzhalter für die Host-Variablen und deren Datentypen müssen zum Zeitpunkt der Übersetzung bekannt sein. Das nachfolgende Beispiel würde einem dynamischen SQL-Ausdruck dieser Kategorie entsprechen:

'INSERT INTO EMP (ENAME, JOB) VALUES (:emp_name, :job_title)' 
'DELETE FROM EMP WHERE EMPNO = :emp_number' 

Wird Methode 2 verwendet, so wird der SQL-Ausdruck nur einmal analysiert. Trotzdem kann der Ausdruck mehrmals mit unterschiedlichen Host-Variablen ausgeführt werden. SQL-DDL Ausdrücke wie beispielsweise CREATE oder GRANT werden ausgeführt, wenn diese PREPAREd, also vorbereitet werden.

Methode 3

Diese Methode ermöglicht es, ein Programm zu schreiben, welches dynamische SQL-Ausdrücke ausführt oder neue Ausdrücke erstellt. Anschließend ist es möglich, die einzelnen SQL-Ausdrücke mittels PREPARE Befehl und den Cursor-Befehlen DECLARE, OPEN, FETCH und CLOSE zu verarbeiten. Die Anzahl der Select-List-Elemente, die Anzahl der Platzhalter für die Input-Host-Variablen sowie die Datentypen der Input-Host-Variablen müssen zum Zeitpunkt der Übersetzung bekannt sein. Das nachfolgende Beispiel entspricht einem solchen SQL-Ausdruck:

'SELECT DEPTNO, MIN(SAL), MAX(SAL) FROM EMP GROUP BY DEPTNO' 
'SELECT ENAME, EMPNO FROM EMP WHERE DEPTNO = :dept_number'

Methode 4

Diese Methode ermöglicht es, ein Programm zu schreiben, welches dynamische SQL-Ausdrücke ausführt oder neue Ausdrücke erstellt. Anschließend wird der SQL-Ausdruck mittel Deskriptoren verarbeitet. Die Anzahl der Select-List Elemente, die Anzahl der Platzhalter für die Input-Host-Variablen sowie die Datentypen der Input-Host-Variablen können bis zum Zeitpunkt der Ausführung unbekannt sein. Der nachfolgende Quelltext fällt in diese Kategorie:

'INSERT INTO EMP (<unknown>) VALUES (<unknown>)' 
'SELECT <unknown> FROM EMP WHERE DEPTNO = 20'

Methode 4 wird für dynamische SQL-Ausdrücke benötigt, bei welchen die Anzahl der Select-List Elemente oder die Anzahl der Input-Host-Variablen unbekannt ist.

Embedded SQL Beispiel

Das nachfolgende Quellcode-Beispiel veranschaulicht, wie mittels Pro*C ein bestimmter Wikipedia Artikel angezeigt werden könnte.

/*
 *  wikipedia.pc
 *
 *  Prompts the user for a Wikipedia title,
 *  then queries the page  table for the page's
 *  title, number of page visits and length.
 *
 */
 
 #include <stdio.h>
 #include <string.h>
 
 
 /* Define constants for VARCHAR lengths. */
 #define     UNAME_LEN      40
 #define     PWD_LEN        40
 
 /* Declare variables. No declare section is needed if MODE=ORACLE.*/
 VARCHAR     username[UNAME_LEN];  
 /* VARCHAR is an Oracle-supplied struct */
 varchar     password[PWD_LEN];    
 /* varchar can be in lower case also. */
 /*
 Define a host structure for the output values of a SELECT statement.
 */
 struct {
     VARCHAR   title[UNAME_LEN];
     long      visits;
     int       length;
 } pagerec;
 
 /*  Input host variable. */
 int         title;
 int         total_queried;
 /* Include the SQL Communications Area.
   You can use #include or EXEC SQL INCLUDE. */
 #include <sqlca.h>
 
 /* Declare error handling function. */
 void sql_error();
 
 /* the actual program starts here */
 main()
 {
     char temp_char[32];
 
 /* Connect to ORACLE--
  * Copy the username into the VARCHAR.
  */
     strncpy((char *) username.arr, "SCOTT", UNAME_LEN);
 /* Set the length component of the VARCHAR. */
     username.len = strlen((char *) username.arr);
 /* Copy the password. */
     strncpy((char *) password.arr, "TIGER", PWD_LEN);
     password.len = strlen((char *) password.arr);
 /* Register sql_error() as the error handler. */
     EXEC SQL WHENEVER SQLERROR DO sql_error("ORACLE error--\n");
 
 /* Connect to ORACLE.  Program will call sql_error()
  * if an error occurs when connecting to the default database.
  */
     EXEC SQL CONNECT :username IDENTIFIED BY :password;
     printf("\nConnected to ORACLE as user: %s\n", username.arr);
 /* Loop, selecting individual employee's results */
     total_queried = 0;
     for (;;)
     {
 /* Break out of the inner loop when a
  * 1403 ("No data found") condition occurs.
  */
         EXEC SQL WHENEVER NOT FOUND DO break;
         for (;;)
         {
 
             title = char[255];
             printf("\nEnter Wikipedia title (0 to quit): ");
             gets(temp_char);
             title = atoi(temp_char);
             if (strlen(title) > 0)
                 break;
             EXEC SQL SELECT page_title, page_counter, page_len
                 INTO :emprec INDICATOR :emprec_ind
                 FROM EMP
                 WHERE EMPNO = :emp_number;
 /* Print data. */
             printf("\n\nTitle\tVisits\t\tLength\n");
             printf("--------\t------\t\t----------\n");
 /* Null-terminate the output string data. */
             pagerec.title.arr[pagerec.title.len] = '\0';
             printf("%-8s\t%6.2f\t\t",
                 pagerec.title.arr, pagerec.visits);
             printf("%6.2f\n", pagerec.length);
 
             total_queried++;
         }  /* end inner for (;;) */
         if (strlen(title) == 0) break;
         printf("\nNot a valid Wikipedia title - try again.\n");
     } /* end outer for(;;) */
 
     printf("\n\nTotal rows returned was %d.\n", total_queried); 
     printf("\nG'day.\n\n\n");
 
 /* Disconnect from ORACLE. */
     EXEC SQL COMMIT WORK RELEASE;
     exit(0);
 }
 void sql_error(msg)
 char *msg;
 {
     char err_msg[128];
     int buf_len, msg_len;
 
     EXEC SQL WHENEVER SQLERROR CONTINUE;
     printf("\n%s\n", msg);
     buf_len = sizeof (err_msg);
     sqlglm(err_msg, &buf_len, &msg_len);
     if (msg_len > buf_len)
     msg_len = buf_len;
     printf("%.*s\n", msg_len, err_msg);
     EXEC SQL ROLLBACK RELEASE;
     exit(1);
 }

Literatur

Siehe auch


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