Postzeitungsvertrieb (DDR)

Postzeitungsvertrieb (DDR)
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Der Postzeitungsvertrieb (PZV) war in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) das staatliche Vertriebsorgan für alle Presseerzeugnisse des In- und Auslandes.

Gemäß §§ 2 und 3 des Gesetzes über das Post- und Fernmeldewesen vom 3. April 1959 (GBl. I, S. 365) war die Deutsche Post allein zuständig für die Beförderung und den Vertrieb fortlaufend erscheinender Presseerzeugnisse. Laut § 3 der Postzeitungsvertriebsordnung vom 3. April 1959 (GBl I, S. 403) umfasste der Vertrieb von Presseerzeugnissen durch die Deutsche Post alle Tätigkeiten von der Übernahme der Presseerzeugnisse bis zur Aushändigung an den Bezieher.

Der PZV unterstand den Bezirksdirektionen der Deutschen Post, nachfolgend den Post- und Fernmeldeämtern auf Kreisebene bzw. den Hauptpostämtern in Städten mit selbständigen Fernmeldeämtern.

Ehemaliger DDR Zeitungskiosk 2007

Der Vertrieb erfolgte über den Einzelverkauf, meist über Zeitungskioske oder durch den Verkauf über ein Abonnement. Ein Großteil der Zeitungen und Zeitschriften in der DDR konnten nur in unzureichender Zahl produziert werden. Im Jahr 1985 wurden 5.201.000 Zeitungen und Zeitschriften vertrieben und davon 2.942.000 im Abonnement[1].

Angeboten wurden nur Zeitungen und Zeitschriften, die in der Postzeitungsliste des Zeitungsvertriebsamts (ZVA) geführt wurden. Ein Streichung von dieser Liste kam einem Verbot des Presseerzeugnisses in der DDR gleich (siehe Sputnik).

Der Hauptsitz des PZV war in Berlin, zum Teil auf dem Gelände des heutigen Postbahnhofs am Ostbahnhof. Der PZV betrieb auch die Werbung für die Presseerzeugnisse. Diese Werbetätigkeit ergab sich aus der gesellschaftlich gestellten Aufgabe der Deutschen Post gemäß § 12 der Postzeitungsvertriebsordnung. Darüber hinaus war der Postzeitungsvertrieb zuständig für das Erheben der Rundfunkgebühren in der DDR.

Nach dem Ende der DDR im Jahr 1990 gab der Rechtsnachfolger, die Deutsche Bundespost, den gesamten Zeitungsvertrieb auf und überführte den größten Teil aller Zeitungsverkaufsstellen in den fünf neuen Bundesländern in die Prima Service Gesellschaft mbH PSG.

Quellen

  1. Zeitschrift Die Deutsche Post (5/86)

Siehe auch


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