Porsche-Museum


Porsche-Museum
Das neue Porsche-Museum Stuttgart

Das Porsche-Museum ist ein Automuseum. Das Werksmuseum der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG befindet sich am Porscheplatz im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen. Am 31. Januar 2009 wurde der Museumsneubau für das Publikum eröffnet.

Inhaltsverzeichnis

Das alte Porsche-Museum

Blick in das „alte“ Museum in der Porschestraße

1976 wurde das Museum für die Allgemeinheit geöffnet. Es war auf dem Werksgelände in einer ehemaligen Motorenfertigungshalle angesiedelt und wies eine Fläche von 620 Quadratmeter auf. Zwischen 70.000 und 80.000 Besucher besichtigten jährlich die etwa 20 ständig wechselnden Exponate. Der Eintritt war frei. Das Werksmuseum verfügte aber über eine erheblich größere Anzahl von Ausstellungsfahrzeugen. Die vorhandenen Rennwagen, Prototypen und die Serienfahrzeuge boten nur einen kleinen Einblick in die Geschichte des Herstellers, daher wurde die Ausstellung durch Filme über die Automobilentwicklung bei Porsche ergänzt. Dem Museum schloss sich ein dazugehöriger Shop an.

Porsche verfolgte das Konzept des „rollenden Museums“, was zum einen bedeutet, dass die Exponate ständig wechselten und zum anderen, dass die gezeigten Fahrzeuge oftmals noch fahrbereit und zum Teil sogar straßenzugelassen waren. Je nach Ausstellungsvariante konnte der Besucher vom Porsche aus dem Jahr 1948 auch Modelle der am Nürburgring, in Le Mans oder bei der Targa Florio eingesetzten Sieger- und Markenweltmeister-Fahrzeuge ebenso besichtigen, wie Siegerautos der Rallye Monte Carlo, wo Porsche-Fabrikate mehrfach Erfolge erzielten.

In den Dokumentationen begegnet der Besucher Siegernamen wie beispielsweise dem Rennbaron Huschke von Hanstein.

Das neue Porsche-Museum

Das neue Porsche-Museum in der Bauausführung, September 2007
Haupteingang des Porsche Museums vom Porsche-Platz
Ansicht von Westen
Gesamtansicht vom Porsche-Platz aus

Nachdem ein zunächst diskutiertes Museumsprojekt zusammen mit Mercedes-Benz auf dem ehemaligen Messegelände Killesberg nicht zustande kam, begann Porsche mit den Planungen für ein neues Museum am Hauptsitz in Stuttgart-Zuffenhausen. Die Absicht war, dem Porsche-Platz mit dem Unternehmenssitz und den Porsche-Werkshallen eine markante Gestalt zu geben.

Die architektonische Gestaltung stammt vom Wiener Architektenbüro Delugan Meissl Associated Architects, welches sich im Wettbewerb gegen 170 Konkurrenten durchsetzen konnte. Das Konzept für den musealen Ausbau wurde vom Stuttgarter Büro hg merz architekten museumsgestalter entwickelt, das bereits für das Mercedes-Benz-Museum verantwortlich war.

Um der umfangreichen Unternehmensgeschichte gerecht werden zu können und Wünschen nach einem adäquaten Museumsstandort nachzukommen, gab die Porsche-Unternehmensleitung im Jahr 2004 den Entwurf der Architekten Delugan Meissl nach der Lösung der Planungsfragen zur Ausführung frei. Im Oktober 2005 begann der Bau des Museums. Die Baukosten für das neue Museum haben sich auf zirka 100 Millionen Euro verdoppelt.

Die offizielle Einweihung fand am 28. Januar 2009 statt. Die Eröffnung für die Allgemeinheit folgte am 31. Januar 2009.[1] Bis Juni 2011 wurden 1 Million Besucher des Museums gezählt und es wurden bis dato 5100 Führungen durchgeführt. Knapp 35% der Besucher sind Gäste aus dem Ausland. Im Frühjahr 2011 wurde eine Sonderausstellung zum Thema Ferdinand Porsche – Pionier des Hybridantriebs gezeigt.

Architektur

Das Bauwerk steht in leichter Hanglage. Der Sockelbau, der als Tiefgarage genutzt wird, weist zwei Untergeschosse auf. Darauf folgen stufenartig das Erdgeschoss und ein Obergeschoss. Im Erdgeschoss befindet sich hinter einer Glasfront der Eingang mit einem schmalen Foyer, wo Kassentresen, Café und Museumsshop angeordnet sind. Außerdem ist dort die durch eine Glaswand abgetrennte Museumswerkstatt sowie das Firmenarchiv zu finden.

Oberhalb des Sockelbau liegt der sogenannte Flieger mit dem Ausstellungsbereich. Der polygonal geformte Überbau wird nur durch drei Kerngruppen getragen, wodurch er schwebend wirkt. Die Verbindung mit dem Foyer erfolgt unter anderem über eine lange Rolltreppe. Der Überbau beinhaltet die stützenfreie, weiß gestaltete und weitgehend fensterfreie Ausstellungshalle. In dieser sind auf rund 5.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche 80 Fahrzeuge ausgestellt, die unter anderem durch eine spiralförmige Rampe an der Außenwand entlang erschlossen sind. Nur ein Fensterband ist im Ausstellungsbereich über den Produkten, die Porsche für andere Firmen entwickelt hat, vorhanden. Ein Restaurant befindet sich im Überbau hinter der großen Glasfassade mit der Blickrichtung zum Werk, im dritten Obergeschoss ist ein Konferenzbereich mit Zugang zu einer großen Dachterrasse eingerichtet.[2]

Konstruktion

Das Gebäude mit 21.000 Quadratmeter Gesamtnutzfläche besteht aus einem sogenannten Basement, das bis zu vier Etagen umfasst, davon zwei Untergeschosse. Dieser Baukörper wurde in Stahlbeton mit 3.400 Tonnen Betonstahl als Weiße Wanne mit Flachdecken ausgeführt und ist auf 115 Bohrpfählen mit 1,2 Meter Durchmesser und bis zu 25 Meter Länge gegründet. Oberhalb vom Basement sind nur noch drei Kerngruppen, bestehend aus einem vertikalen Schacht mit den Aufzugsanlagen und zwei Kernen mit Stützen in Y-Form, vorhanden. Auf den drei Kernen ist das Ausstellungsgebäude, der sogenannte Flieger, mit 35.000 Tonnen Gewicht in maximal 16 Meter Höhe als Brückenbauwerk gelagert. Dieser bis zu 150 Meter lange Baukörper weist eine Stahlkonstruktion mit 5.500 Tonnen Masse auf. Er besitzt Spannweiten von bis zu 60 Meter zwischen den Kernen und Auskragungen mit bis zu 45 Meter. [3]

Gastronomie

Im Porsche-Museum befinden sich drei Restaurants: das Besucherrestaurant Boxenstopp, eine Kaffeebar sowie das Restaurant Christophorus, das sich im oberen Teil des Gebäudes befindet. Das Christophorus ist im Old American Diner Stil eingerichtet und besitzt einen Weinkeller sowie eine direkt angeschlossene Cigarrenlounge. Die Gastronomie wird unternehmensintern betrieben.

Daten und Fakten

Allgemeines
Gesamtkosten rund 100 Millionen Euro
Maße Museumskörper Länge 140 Meter, Breite 70 Meter
Gesamtfläche Bauwerk 25.800 Quadratmeter
Gewicht Museumskörper rund 35.000 Tonnen
Beton rund 21.000 Kubikmeter
Stahl rund 6.000 Tonnen
Aushub (Erde) rund 66.000 Kubikmeter
Fassadenfläche des Ausstellungskörpers rund 10.000 Quadratmeter, bestehend aus rund 30.000 Rauten
Ausstellung
Exponate rund 80 Museumsfahrzeuge und 200 Kleinexponate
Bestand Museumsfahrzeuge gesamt mehr als 400 Exponate
Ausstellungsfläche gesamt 5.600 Quadratmeter
Veranstaltungsfläche gesamt 1.400 Quadratmeter
Veranstaltungsfläche Konferenzbereich 600 Quadratmeter
Veranstaltungsfläche Dachterrasse 800 Quadratmeter

Exponate

Die ständig wechselnden Ausstellungsfahrzeuge des Museums werden „aus dem Museumsbestand von etwa 450 vorzeigenswerten Exponaten gezeigt“.[4] Einige dieser Exponate werden der Öffentlichkeit gelegentlich auch im Einsatz gezeigt, wie beispielsweise im Rahmen von Renntaxifahrten mit Museumsdirektor Klaus Bischof anlässlich des Bergrennens Arosa ClassicCar.

Die wichtigsten Exponate des Porsche-Museums [5]

Typ 64 Baujahr: 1939, Motor: Vierzylinder-Boxermotor, Hubraum: 1.131 cm3 Leistung: 33 PS (24 kW), Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h. Er war formschön, sportlich und schnell – und er wurde zur großen Leidenschaft von Ferdinand Porsche: Obwohl der für das Langstreckenrennen Berlin-Rom entworfene Sportwagen nur die schlichte Bezeichnung Karosserie Typ 64 bekam, gilt er als “Ur-Porsche”. In und unter der Stromlinienform aus Aluminium finden sich die richtungsweisenden Ansätze für alle späteren Sportwagen von Porsche. Auch vom Design und der Aerodynamik her war das Coupé seiner Zeit weit voraus. Die Verbindung zwischen den Anforderungen für den Motorsport und dem Einsatz von Serienelementen schuf einen idealen Reisewagen. Auf öffentlichen Straßen wurde eine Geschwindigkeit von immerhin 130 km/h erreicht. Ferdinand Porsche nutzte den Typ 64 häufig selbst. Die Zufriedenheit des Professors drückte sich auch darin aus, dass er den Familiennamen Porsche auf dem Fahrzeug anbringen ließ.

VW Käfer Baujahr: 1950, Motor: Vierzylinder-Boxermotor, Hubraum: 1.131 cm3 Leistung: 25 PS (18 kW) Höchstgeschwindigkeit: 105 km/h Als Ferdinand Porsche im Januar 1934 sein “Exposé betreffend den Bau eines Deutschen Volkswagens” vorstellte, war dies bereits der achte unter seiner Regie entwickelte Kleinwagen. Für das kompakte Modell sahen Porsche und die Ingenieure seines Konstruktionsbüros einen luftgekühlten Vierzylinder-Motor im Heck, eine Kurbellenkerachse, die Drehstabfederung sowie die Aufteilung des Fahrzeugs in Bodenplatte und Karosserie vor. Das Design vereinte die Stromlinienform mit dem Platzangebot für vier Personen – es entstand die berühmte Käfer-Silhouette. Bis 2003 rollten weltweit 21,5 Millionen Käfer von den Bändern der Volkswagen AG.

Porsche 356 “Nr. 1” Roadster Baujahr: 1948 Motor: Vierzylinder-Boxermotor Hubraum: 1.131 cm3 Leistung: 35 PS (26 kW) Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h Im Frühjahr 1948 entstand in Gmünd (Kärnten) der erste Sportwagen mit dem Namen Porsche. Ferry Porsche verwirklichte mit diesem Fahrzeug seine Idee von einem modernen Sportwagen. Der Prototyp des Porsche Typ 356 “Nr. 1” war am 8. Juni fahrbereit, die Kärntner Landesregierung erteilte eine Einzelgenehmigung zum Erprobungseinsatz auf öffentlichen Straßen. Der Mittelmotor-Sportwagen war mit einem auf 35 PS gesteigerten VW-Motor ausgerüstet. Er erreichte bei einem Gewicht von 585 Kilogramm eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h. Im August 1948 bewies die Nummer eins ihre sportliche Tauglichkeit beim Innsbrucker Stadtrennen.

Porsche 356 Coupé “Ferdinand” Baujahr: 1950 Motor: Vierzylinder-Boxermotor Hubraum: 1.086 cm3 Leistung: 40 PS (29 kW) Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h Am Gründonnerstag 1950 begann ein neues Kapitel in der Porsche-Geschichte als der erste in Stuttgart gebaute Typ 356 aus der Werkshalle rollte. Die Versuchsfahrzeuge bekamen bei Porsche traditionell Beinamen: Das im Museum gezeigte Exemplar wurde “Ferdinand” getauft und war ein Geschenk zum 75. Geburtstag von Ferdinand Porsche am 3. September 1950. Er kam als “rollender Prüfstand” zum Einsatz.

Porsche 356 America Roadster Baujahr: 1953, Motor: Vierzylinder-Boxermotor, Hubraum: 1.488 cm3, Leistung: 70 PS (51 kW), Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h. Exklusiv für den nordamerikanischen Markt entstand ein Roadster, der wesentlich leichter war als die zur selben Zeit produzierten Modelle der 356-Serie. Das Idealgewicht von 605 Kilogramm erreichte der Wagen durch eine leichte Aluminiumkarosserie mit tief ausgeschnittenen Türen, aufsteckbaren Seitenscheiben und einem Notverdeck. Der spartanisch ausgestattete Vorläufer des 356 Speedster war speziell für den Einsatz im Rennsport konzipiert.

Porsche 550 A Spyder Baujahr: 1956 Motor: Vierzylinder-Boxermotor, Hubraum: 1.498 cm3, Leistung: 135 PS (99 kW), Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h. “Little bastard” nannte der amerikanische Schauspieler James Dean den für den Rennsport bewusst aggressiv konstruierten 550. Mit seinem privaten Spyder verunglückte der Rebell 1955 mit 24 Jahren tödlich auf dem Weg zur Rennstrecke im kalifornischen Salinas. Ein anderer Autofahrer hatte ihm die Vorfahrt genommen.

356 B 2000 GS Carrera GT Baujahr: 1960 Motor: Vierzylinder-Boxermotor Hubraum: 1.966 cm3 Leistung: 175 PS (129 kW) Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h Der 356 hatte nicht nur ein neues Gesicht, er präsentierte sich auch mit innovativer Technik. Die beweglichen Karosserieteile aus Aluminium sind ein Beispiel. Wegweisend ist auch die Sicherheitslenkung mit hydraulischem Dämpfer und die optimierte Bremskühlung. Ebenfalls neu waren die verschiedenen Getriebeübersetzungen. Den Zusatznamen “Carrera” erhielten von 1955 an alle Fahrzeuge mit Rennmotor.

Porsche 911 2.0 Coupé Baujahr: 1964 Motor: Sechszylinder-Boxermotor, Hubraum: 1.991 cm3 Leistung: 130 PS (96 kW) Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 1963 in Frankfurt präsentierte Porsche den Nachfolger für den 356: Der Ur-Elfer war geboren. Der 911 unterscheidet sich in vielen Punkten von seinem Vorgänger, nicht nur durch den drehfreudigen Sechszylindermotor. Und Ferry Porsche freute sich, dass er “endlich problemlos ein Golfset unterbringt”. Da Peugeot dreistellige Nummern mit einer Null in der Mitte für sich beanspruchte, musste Porsche die 901 wieder zurückziehen. Es entstand die magische Zahlenkombination 911.

Porsche 914/8 Baujahr: 1969 Motor: Achtzylinder-Boxermotor, Hubraum: 2.997 cm3 Leistung: 300 PS (221 kW) Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h Die historisch gewachsenen Verbindungen zwischen Porsche und Volkswagen führten Ende der sechziger Jahre zur Konstruktion des VW-Porsche 914 – einem sportlichen, aber günstigen Auto. Neben der Vierzylinderversion für VW wurde eine Sechszylinder-Variante des handlichen Mittelmotorfahrzeugs für Porsche gebaut. Eines von zwei Fahrzeugen mit einem Achtzylindermotor aus dem Rennsport erhielt Ferry Porsche als Geschenk zum 60. Geburtstag.

Porsche 911 S 2.2 Targa Baujahr: 1970 Motor: Sechszylinder-Boxermotor, Hubraum: 2.195 cm3 Leistung: 180 PS (132 kW) Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h Als Ergebnis verschärfter Gesetze in den USA entstand das erste serienmäßig hergestellte Sicherheitscabriolet der Welt. Porsche-Ingenieure schafften Mitte der sechziger Jahre eine Elfer-Variante zwischen Cabriolet und Coupé, das Targa-Prinzip wurde erfunden. Diese Targa-Version mit stabilem, abnehmbarem Dachteil gewann schnell einen eigenen Kundenstamm. Auch der leistungsstärkere S-Typ (S für Sport) war mit dem charakteristischen Überrollbügel zu haben.

Porsche 908/03 Spyder Baujahr: 1970, Motor: Achtzylinder-Boxermotor, Hubraum: 2.997 cm3, Leistung: 350 PS (257 kW), Höchstgeschwindigkeit: 275 km/h. Mit einem Gewicht von 545 Kilogramm demonstrierte der Spyder die extreme Form des Leichtbaus. Die Karosserie aus schaumverstärktem Kunststoff macht daran nur ganze zwölf Kilogramm aus. Wegen der besseren Gewichtsverteilung rückten Fahrer und Motor nach vorne. Vom Werksteam wurde der 908/3 Spyder nur viermal eingesetzt und war dabei dreimal siegreich; mit Jo Siffert und Brian Redman auch bei seiner Premiere 1970 bei der Targa Florio auf Sizilien.

Porsche 917 KH Coupé Baujahr: 1971, Motor: Zwölfzylinder-Boxermotor, Hubraum: 4.907 cm3 Leistung: 600 PS (441 kW), Höchstgeschwindigkeit: 360 km/h. Gijs van Lennep und Helmut Marko stellten 1971 einen Streckenrekord für die Geschichtsbücher auf: Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 222,30 km/h legten sie beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 5.335,16 Kilometer zurück. Wieder einmal hatten sich die Porsche-Techniker in puncto Aerodynamik und Gewicht viel einfallen lassen. Die Kurzheck-Version 917 trägt Haifischflossen an beiden Seiten der Heckhaube, der Rahmen ist aus leichtem Magnesium.

Porsche 917/30 Spyder Baujahr: 1973, Motor: Zwölfzylinder-Boxermotor mit Turboaufladung, Hubraum: 5.374 cm3, Leistung: 1.200 PS (882 kW), Höchstgeschwindigkeit: 385 km/h. Er wird als der “stärkste Rennwagen aller Zeiten” bezeichnet: Der weiterentwickelte Zwölfzylindermotor beherrschte die Rundstreckenrennen. Mit Mark Donohue am Steuer gewann ein Porsche zum zweiten Mal überlegen die CanAm-Serie vor McLaren. Erstmals bewährte sich auch die Turboaufladung auf kurvenreichen Strecken.

Porsche 911 Carrera RS 2.7 Coupé Baujahr: 1973 Motor: Sechszylinder-Boxermotor, Hubraum: 2.687 cm3 Leistung: 210 PS (154 kW) Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h Kennzeichnend für das schnellste deutsche Serienauto seiner Zeit war der Heckspoiler, vom Volksmund “Entenbürzel” getauft. Mit dem Einsatz aerodynamischer Hilfsmittel setzte Porsche einen Trend. Kompromisslos lebte das spartanisch ausgestattete Coupé die Gleichung “mehr Leistung durch mehr Hubraum minus Gewicht” aus. Als erster Elfer erhielt der RS 2.7 den Schriftzug “Carrera”, angelehnt an den Straßenklassiker Carrera Panamericana.

Porsche 924 Baujahr: 1974 Motor: Vierzylinder-Reihe Hubraum: 1.984 cm3 Leistung: 125 PS (92 kW) Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h Wegen der Energiekrise Mitte der Siebziger stoppte VW ein gemeinsames neues Sportwagen-Projekt. Porsche schuf daher mit dem 924 ein eigenes Einstiegsmodell für seine Fahrzeugpalette. Schon die erste Baustufe wies die große gläserne Heckklappe als markantes Designmerkmal aus. Gefertigt wurde der 924 mit dem wassergekühlten Frontmotor und der Transaxle-Bauweise ab 1976 im Audi-Werk in Neckarsulm.

Porsche 911 Turbo 3.0 Coupé Baujahr: 1976 Motor: Sechszylinder-Boxermotor mit Turboaufladung, Hubraum: 2.994 cm3 Leistung: 260 PS (191 kW) Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h Porsches erstes Serienfahrzeug, bei dem die Leistungssteigerung durch einen Abgasturbolader erzielt wurde, liefert damals fast unglaubliche 260 PS. In Zeiten der Energiekrise war der 911 Turbo eine mutige Entscheidung. Das Fahrzeug nahm sofort eine Spitzenstellung innerhalb der Modellpalette ein. Seine Stärken bezog es aus der im Rennsport bewährten Technik. Dazu zählten neben der Aufladung vor allem die Bremsen und die Aerodynamik.

Porsche 928 S Baujahr: 1983 Motor: Achtzylinder V, Hubraum: 4.664 cm3 Leistung: 300 PS (221 kW) Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h Der 928 war als Nachfolger des Elfers gedacht, doch er emanzipiert sich schnell. 1978, also schon ein Jahr nach der Markteinführung, wurde er als erster Sportwagen überhaupt zum “Auto des Jahres” gewählt. Technisch unterschied sich das Fahrzeugkonzept durch das Transaxle-Getriebe, den wassergekühlten V8-Leichtmetallmotor und das Aluminiumfahrwerk grundlegend vom 911.

McLaren TAG MP 4/2 C Formel 1 Baujahr: 1986 Motor: Sechszylinder V mit Turboaufladung, Hubraum: 1.499 cm3 Leistung: 850 PS (625 kW) Höchstgeschwindigkeit: ca. 350 km/h Fremdentwicklung auf höchsten Touren: Im Auftrag des TAG-Konzerns baute Porsche einen Motor, der die Formel 1 revolutionierte. Das Hochleistungstriebwerk entfaltete im McLaren-Rennwagen aus nur anderthalb Litern Hubraum gewaltige Leistung. Das war die Grundlage zum Gewinn von drei WM-Titeln der Fahrer Alain Prost und Niki Lauda sowie 25 Grand-Prix-Erfolgen zwischen 1983 und 1987.

Porsche 959 Baujahr: 1988 Motor: Sechszylinder-Boxermotor mit Register-Turboaufladung Hubraum: 2.849 cm3 Leistung: 450 PS (331 kW) Höchstgeschwindigkeit: 315 km/h Die Leidenschaft für Wettbewerb und Hightech verschmilzt in keinem anderen Porsche so wie im 959. Für die neu eingeführte Gruppe B im Rennsport konzipiert, wurde er als Technologieträger auf Basis der Baureihe 911 in einer Exklusivserie von 292 Stück gebaut. Vom Supersportwagen mit dem attraktiven Aussehen profitierte die spätere Serie. Trotz seines Preises von 420.000 D-Mark war der 959 schnell ausverkauft.

Studie “Panamericana” Baujahr: 1989 Motor: Sechszylinder-Boxermotor, Hubraum: 3.557 cm3 Leistung: 250 PS (184 kW) Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h Zu seinem 80. Geburtstag bekam Ferry Porsche eine fahrbereite Studie auf Basis des 911 Carrera 4. Unter dem Namen “Panamericana” wurde das in nur wenigen Monaten entstandene Modell auch auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 1989 in Frankfurt präsentiert. Das Konzept mit der horizontalen Dachstruktur beeinflusste stark die weitere Entwicklung des 911 Targa. Und gab daneben den Anstoß zum Bau eines Roadsters, dem späteren Porsche Boxster.

Porsche Boxster Baujahr: 1996 Motor: Sechszylinder-Boxermotor, Hubraum: 2.480 cm3 Leistung: 204 PS (150 kW) Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h Der zweisitzige Roadster mit Mittelmotor setzte die Spyder-Tradition von Porsche mit moderner Technik fort. Nach der überwältigenden Resonanz bei seiner Präsentation als Show-Car wurde die Serienfertigung beschlossen. Der tatsächliche Boxster wich aus technischen Gründen von der Studie ab, wurde aber dennoch als lupenreiner Porsche akzeptiert. Er nahm einige Merkmale der späteren Elfer-Generation vorweg, blieb aber stets eigenständig.

Porsche Carrera GT Baujahr: 2003 Motor: Zehnzylinder V Hubraum: 5.733 cm3 Leistung: 612 PS (450 kW) Höchstgeschwindigkeit: 330 km/h Das Fahrerlebnis ist so unverfälscht wie beeindruckend: Schon die Formensprache spiegelt den Charakter des Carrera GT als kompromisslosen Hochleistungssportler wider. Er trägt alle Werte eines modernen Rennwagens in sich – überdurchschnittliche Leistung, extremer Leichtbau, hohe Sicherheit. Ursprünglich für den Einsatz in Le Mans konzipiert, wurde das ultraflache Mittelmotorauto mit der Kohlefaserkarosserie in einer Exklusivserie von 1.270 Einheiten in Leipzig gefertigt.

Ausgewählte Bilder

Altes Porsche-Museum

Literatur

  • Hanno Rauterberg: Alle aussteigen! Ein waghalsiges Denkmal des automobilen Zeitalters: Das neue Porsche Museum in Stuttgart. In: DIE ZEIT, 05 / 2009; Hamburg, 22. Januar 2009
  • Amber Sayah: Porsche-Museum: Es weht noch immer der Geist der Baracke. In: Stuttgarter Zeitung; Stuttgart, 26. Januar 2009
  • Claus-Peter Andorka, Elmar Brümmer, Anke Krohmer, Dieter Landenberger, Reiner Schloz, Michael Thiem, Horst Walter, Christian Weiss, Jürgen Zeyer, Jutta Deiss: Das offizielle Buch zum Porsche-Museum. Hrsg.v.d. Dr.Ing.h.c.Porsche AG. München: Piper Verlag, 2009.

Weblinks

 Commons: Porsche-Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Porsche-Museum Architektur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jürgen Pander: Neues Porsche Museum. Autos auf drei Beinen. Spiegel Online, 21. Januar 2009.
  2. art-magazin.de
  3. Leonhardt, Andrä und Partner:Neues Porsche-Museum in Stuttgart-Zuffenhausen
  4. Porsche-Geschäftsbericht 2004/2005, S. 62
  5. Edition Porsche Museum: Die Autos. The Cars. Dr.Ing.h.c.F.Porsche, Edition Porsche-Museum, 1.Auflage 2009.
48.8343179.152455

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