Polybutylenterephthalat

Polybutylenterephthalat
Strukturformel
Struktur von Polybutylenterephthalat
Allgemeines
Name Polybutylenterephthalat
CAS-Nummer 24968-12-5
Monomer
Monomer Terephthalsäure und 1,4-Butandiol
Summenformel C8H6O4 und C4H10O2
Molare Masse 220,22 g·mol−1
Eigenschaften
Dichte • 1,403 g·cm−3 (kristallin)[1]

• 1,280 g·cm−3 (amorph)[1]

Schmelzpunkt 220 °C (kristalline α-Form)[2]
Glastemperatur 47 °C[1]
Elastizitätsmodul 2600 N·mm−2
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Polybutylenterephthalat (Kurzzeichen PBT) ist ein um 1941 erstmals hergestellter thermoplastischer Kunststoff.[3] Er gehört zu den Polyestern und hat ähnliche Eigenschaften wie Polyethylenterephthalat (PET), ist jedoch für den Spritzguss aufgrund des günstigeren Abkühl- und Prozessverhaltens besser geeignet.[1]

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Polybutylenterephthalat wird wegen seiner hohen Festigkeit und Steifigkeit, sehr hohen Maßbeständigkeit (deutlich besser als die von POM oder PA) und guten Reibungs- und Verschleißeigenschaften geschätzt.[4] Typische Einsatztemperaturen liegen im Bereich -50 bis 150 °C.

PBT besitzt eine gute chemische Widerstandsfähigkeit gegen viele Lösemittel. Bei Raumtemperatur kann es nicht gelöst werden, bei höheren Temperaturen beispielsweise mit Mischungen aus ortho-Dichlorbenzol und Phenol. Es ist empfindlich gegen Molekulargewichtsabbau durch Hydrolyse, kann jedoch kurzzeitig auch mit heißem Wasser in Kontakt gebracht werden und wird daher beispielsweise in Dampfbügeleisen oder Kaffeemaschinen verwendet.

Verwendung

Polybutylenterephthalat wird für Gehäuse in der Elektrotechnik, aber auch im Fahrzeugbau[4] als Steckverbinder und im Haushalt beispielsweise als Duschbrausekopf oder in Bügeleisen eingesetzt. Zu Fasern verarbeitet findet es sich beispielsweise in Zahnbürsten oder bei der Ummantelung von Lichtwellenleitern wieder. Im Jahr 2003 wurden weltweit etwa 420.000 Tonnen PBT verbraucht, davon rund 150.000 t in Westeuropa.[4]

Handelsnamen

  • Anjacom (almaak international GmbH)
  • Arnite (DSM)
  • Celanex (Ticona)
  • Crastin (DuPont)
  • Pocan (Lanxess)
  • Ultradur (BASF)
  • Valox (ehem. GE Plastics, jetzt Sabic Innovative Plastics)
  • Schuladur (A. Schulman)
  • Later (LATI)
  • DYLOX (Hoffmann + Voss GmbH)
  • Kebater (BARLOG plastics GmbH)
  • VESTODUR (Evonik Industries AG)

Einzelnachweise

  1. a b c d Konrad Huber: Pervaporation von Reinflüssigkeiten und binären Gemischen durch Membranen von Polybutylenterephthalat im Glasübergangsbereich. Herbert Utz Verlag, 1998, ISBN 3-89675-298-7, S. 21–23
  2. Gerhard W. Becker, Ludwig Bottenbruch(Hrsg.), Dietrich Braun: Technische Thermoplaste: Polycarbonate, Polyacetate, Polyester, Celluloseester., Band 3/1. Hanser Verlag, 1992, ISBN 3-446-16368-9, S. 51
  3. Gerhard W. Becker, Ludwig Bottenbruch(Hrsg.), Dietrich Braun: Technische Thermoplaste: Polycarbonate, Polyacetate, Polyester, Celluloseester., Band 3/1. Hanser Verlag, 1992, ISBN 3-446-16368-9, S. 2
  4. a b c Dietrich Braun: Kunststofftechnik für Einsteiger. Hanser Verlag, 2003, ISBN 3-446-22273-1, S. 52–53

Weblinks


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