Picasso


Picasso
Dieser Artikel behandelt den spanischen Maler Pablo Picasso. Zu weiteren Bedeutungen von „Picasso“ siehe Picasso (Begriffsklärung).
Pablo Picasso im Jahr 1962
Signatur Picassos

Pablo Picasso (* 25. Oktober 1881 in Málaga, Spanien; † 8. April 1973 in Mougins, Frankreich) war ein spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer; er gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein umfangreiches Gesamtwerk von Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Plastiken und Keramiken hatte großen Einfluss auf die Kunst der Moderne. Es ist geprägt durch eine große Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen, die von klassischer bis zu abstrakter Darstellung reichen. Die Gemälde aus seiner Blauen und Rosa Periode und die Begründung des Kubismus zusammen mit Georges Braque bilden den Beginn seiner außerordentlichen Künstlerlaufbahn. Zu Picassos bekanntesten Werken gehören das präkubistische Gemälde Les Demoiselles d’Avignon (1907) und das monumentale Guernica (1937), eine künstlerische Umsetzung der Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs. Das Motiv der Taube auf dem Plakat, das er im Jahr 1949 für den Pariser Weltfriedenskongress entwarf, wurde weltweit zum Friedenssymbol.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit

Geburtshaus Picassos in Málaga, Plaza de la Merced 36 (rechts, heute Nr. 15)

Picasso war das erste Kind von José Ruiz Blasco und María Picasso y López. Der traditionellen Namensgebung in Málaga folgend[1], erhielt er bei seiner Geburt im Jahr 1881 eine Vielzahl von Vornamen: Pablo, Diego, José, Francisco de Paula, Juan Nepomuceno, María de los Remedios, Crispiniano de la Santísima Trinidad[2], von denen lediglich Pablo (eine Reverenz an Don Josés kurz vor dem ursprünglichen Hochzeitstermin verstorbenen, älteren Bruder) gebräuchlich wurde. Sein Vater war freischaffender Maler und Lehrer an der „Escuela de San Telmo“, einer Kunstgewerbeschule, die in der Tradition der akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts stand, sowie Konservator eines kleinen Museums. 1884 wurde seine Schwester Dolores (Lola) und 1887 seine Schwester Conception (Conchita) geboren, die mit acht Jahren starb.

Die künstlerischen Fähigkeiten des Vaters waren spezialisiert, so berichtet Picasso: „Mein Vater malte Bilder für Eßzimmer; Rebhühner oder Tauben, Tauben und Kaninchen: Fell und Federn waren darauf zu sehen, Vögel und Blumen seine Spezialität. Vor allem Tauben und Flieder.“[3] Bereits in früher Jugend trat die künstlerische Begabung Picassos zutage. Im Alter von sieben Jahren begann er unter Anleitung seines Vaters zu malen. Zum Naturstudium musste der junge Pablo einmal einer ungewöhnlichen Methode folgen; er sollte eine Taube nachzeichnen, der sein Vater die Füße abgeschnitten hatte und die an ein Brett angenagelt war: „und dann zeichnete ich sie ganz genau nach, bis er zufrieden war.“[4] Er vollendete 1890 das 1889 begonnene Ölbild Picador, das Stierkämpfer in der Arena zeigt und das als sein erstes bekanntes Ölgemälde gilt.[5]

Studium

Küste bei A Coruña

1891 zog die Familie nach A Coruña in Galicien um, da Picassos Vater eine Stelle als Kunstlehrer am „Instituto da Guarda“ angenommen hatte und wo Picasso als Zehnjähriger an der Schule für Bildende Künste aufgenommen wurde. Ab 1894 begann er Tagebücher zu führen, die er La Coruña und Asul y Blanco (Blau und Weiß) nannte und mit Porträts und Karikaturen illustrierte. Im selben Jahr begann er seine Werke mit „P. Ruiz“ zu signieren. Nach dem Tod der Schwester Conchita, die im Januar 1895 an Diphtherie starb, zog die Familie nach Barcelona, wo Picasso mühelos mit 14 Jahren die Aufnahmeprüfung an der Kunstschule „La Lonja“ in nur einem Tag schaffte – seinem Vater wurde dort eine Stelle als Lehrer angeboten – sodass er die ersten zwei Klassen überspringen durfte. Der Vater richtete ihm ein Jahr später sein erstes Atelier in der Nähe der elterlichen Wohnung ein, das Picasso gemeinsam mit seinem Freund Manuel Pallarès, einem katalanischen Maler, nutzte.[6]

1897 studierte Picasso kurz an der angesehenen Akademie von San Fernando in der Hauptstadt Madrid, der sogenannten „Llotja“, die er jedoch nach kurzer Zeit wieder verlassen musste, da er an Scharlach erkrankt war; nach seiner Genesung kehrte er nach Barcelona zurück.[7] In seinem Selbstbildnis von 1897/98 änderte er die Signatur „Ruiz“ erstmals zu „P. Picasso“ – ein Symbol für die innere Loslösung vom Elternhaus.

Erste Einzelausstellung im Künstlerzentrum „Els Quatre Gats“

Der Eingang zum Café „Els Quatre Gats“, Foto aus heutiger Zeit

In Madrid besuchte Picasso die Museen, vor allem den Prado – wie schon auf einem Besuch 1895 – und die Künstlerlokale. Schon während dieser Zeit hatte er erste erfolgreiche Ausstellungen. Nach einer Scharlach-Erkrankung 1897, die ihn zur Rekonvaleszenz im Ebro-Gebirge zwang, kehrte er 1898 nach Barcelona zurück. Hier verkehrte er in avantgardistischen Künstlerkreisen des katalanischen Modernisme, unter anderem mit Ramon Casas, Carlos Casagemas, Isidre Nonell und Santiago Rusiñol, die sich im Café und Künstlerzentrum Els Quatre Gats trafen.

Ab Juni 1898 verbrachte er acht Monate mit seinem Malerfreund Pallarés in dessen Heimatstadt Horta de Ebro, wohin er später im Sommer 1909 mit seiner Freundin Fernande Olivier zurückkehrte. 1899 lernte er den Dichter Jaime Sabartés kennen, der sein enger Freund und 1935 sein Sekretär werden sollte.

Im Februar 1900 wurde im „Els Quatre Gats“ die erste Einzelausstellung Picassos gezeigt, die jedoch, kritisch rezensiert, nur zu einem mäßigen Verkaufserfolg führte.[8] Im selben Jahr unternahm Picasso anlässlich der Weltausstellung gemeinsam mit seinem Freund Casagemas eine erste Reise in die Kunstmetropole Paris, wo ihn die impressionistischen Werke von Paul Cézanne, Edgar Degas und Pierre Bonnard beeindruckten. Er teilte im Oktober mit Casagemas zeitweise ein Atelier am Montmartre in 49 Rue Gabrielle, das Nonell aufgegeben hatte.[9]

Paris – Madrid – Barcelona – Paris

Erste Ausstellung bei Vollard – Tod Casagemas

Pierre-Auguste Renoir, Porträt des Ambroise Vollard, 1908

Im Jahr 1901 besuchte der aufstrebende Künstler wiederum Paris und lernte die Arbeiten von Toulouse-Lautrec kennen, die ihn zu farbenfrohen Darstellungen des großstädtischen Lebens in einem zwar avantgardistischen, jedoch wenig eigenständigen Stil inspirierten. Kunsthändler wie Pere Manyac, Berthe Weill und vor allem der Kunsthändler und Verleger Ambroise Vollard wurden auf den vielversprechenden jungen Künstler aufmerksam. Ab dem 24. Juni 1901 zeigte letztgenannter Picassos Werke erstmals in einer Ausstellung, deren Erfolg jedoch ausblieb.

Picassos Signatur änderte sich erneut seit dem Januar 1901, er signierte nur noch mit „Picasso“. Er versuchte sich in Madrid an einer neuen Karriere: Ab März des Jahres erschien das erste von insgesamt fünf Heften der Kunstzeitschrift „Arte Joven“ („Junge Kunst“), herausgegeben vom katalanischen Schriftsteller Francisco de Assis Soler mit jugendstilähnlichen Illustrationen Picassos. Die Zeitschrift musste nach kurzer Zeit aus finanziellen Gründen eingestellt werden. In Madrid erreichte Picasso die Nachricht, die ihn tief erschütterte, dass sich sein Freund Carlos Casagemas aus enttäuschter Liebe zu Germaine Gargallo erschossen hatte. Picasso verließ nach der Einstellung von „Arte Joven“ Madrid und kehrte nach Barcelona zurück.

Beginn der Blauen Periode

Picasso reduzierte seine Darstellung in Farbe und Formgebung auf ein Minimum. Da die zwischen Herbst 1901 und 1904 entstandenen Bilder in kühlen bläulich-grünlichen Tönen gehalten sind, wird diese melancholische Schaffensphase die Blaue Periode genannt. Er widmete Casagemas das Bild Evokation – Das Begräbnis Casagemas. Es war das erste dieser Periode. Casagemas’ Porträt ist ebenfalls in der männlichen Figur des melancholischen Gemäldes aus dem Jahr 1903, La Vie (Das Leben) dargestellt. Die Werke aus dieser Zeit brachten dem Künstler mehr Zustimmung von Galeristen und Kritikern ein als seine früheren Bilder. Ein Freund Gauguins, der Dichter Charles Morice, sah in einer Besprechung die „unfruchtbare Traurigkeit“, bescheinigte Picasso dennoch ein „wahres Talent“.[10]

Im Oktober 1902 kehrte Picasso zum dritten Mal nach Paris zurück und wohnte erst in Hotels, hiernach bei dem Dichter Max Jacob, der als Gehilfe in einem Modegeschäft arbeiten musste. Im Winter heizten die Freunde mit Picassos Zeichnungen den Raum, weil Geld für Heizmaterial fehlte, aus dem gleichen Grund benutzte Picasso Leuchtpetroleum statt Öl zum Malen und sparte an Bindemitteln.[11]

Picassos Atelier im Bateau-Lavoir

Das Atelierhaus Bateau-Lavoir, Foto aus heutiger Zeit

Im Jahr 1903 arbeitete er sehr produktiv in Barcelona, kehrte jedoch wieder nach Paris zurück, wo er ab April 1904 bis zum Oktober 1909 im sogenannten Bateau-Lavoir wohnte; dieses war ein verwahrlosten Haus mit zahlreichen Künstlerateliers auf dem Montmartre. Dort hatten schon der mit Picasso befreundete spanische Bildhauer Paco Durio und der Maler Kees van Dongen Unterkunft gefunden; später kamen unter anderem Max Jacob, Juan Gris und Georges Braque hinzu.

Fernande Olivier, Foto aus dem Jahr 1906

Er schloss mit dem Dichter Guillaume Apollinaire Freundschaft und lernte 1904 Fernande Olivier kennen, die von 1905 bis 1912 seine Begleiterin und Muse wurde. Fernande war eine aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammende geschiedene Frau, die sich für die Malerei der Impressionisten begeisterte. Über die Begegnung mit Picasso berichtet sie in ihren Erinnerungen Neun Jahre mit Picasso:

„Er hatte nichts Verführerisches, wenn man ihn nicht kannte. Allerdings, sein seltsam eindringlicher Blick erzwang die Aufmerksamkeit […] dieses innere Feuer, das man in ihm spürte, verliehen ihm eine Art Magnetismus, dem ich nicht widerstand. Und als er mich kennenzulernen wünschte, wollte ich es auch.“[12]

Fernande Olivier, die „entzückende Schlampe“, wie Picasso seine erste große Geliebte nannte, bildete er beispielsweise in dem Ölgemälde Das blaue Zimmer (La Toilette) im Jahr 1906 ab oder 1909 in Bronze gegossen als Tête de femme.[13] Die Unterkunft im Bateau-Lavoir war kärglich. Picassos Kunsthändler Kahnweiler erinnert sich an das eiskalte und zugige Atelier im Winter und berichtet, dass im Sommer, „wenn es zu heiß war, Picasso bei geöffneten Türen völlig nackt im Korridor mit nur einem Tuch um die Lenden arbeitete.“[14]

Bekanntschaft mit Gertrude und Leo Stein

Gertrude Stein, Fotografie von Carl van Vechten, 1935

Clovis Sagot, ein früherer Zirkusclown, hatte in einer ehemaligen Apotheke in der Rue Laffitte eine Galerie eingerichtet. Dort entdeckte Leo Stein, der Bruder der amerikanischen Dichterin und Kunstsammlerin, Gertrude Stein, Picassos Gemälde. Das erste Bild des Künstlers, das Leo Stein kaufte, Junges Mädchen mit dem Blumenkorb, gefiel seiner Schwester nicht. Als Picasso die Geschwister bei Sagot kennengelernt hatte, lud er sie in sein Atelier ein und konnte ihnen Bilder für 800 Francs verkaufen, die auch Gertrude Steins Interesse weckten. Die Steins gaben regelmäßig in ihrem Salon nahe dem Jardin du Luxembourg in der 27 Rue de Fleurus am Samstag Gesellschaften, wo sich die Künstler der Avantgarde trafen, zu denen fortan ebenfalls Picasso eingeladen wurde, der dort im Jahr 1905 Henri Matisse traf und Freundschaft mit ihm schloss. Beide erkannten die Bedeutung des Anderen an, respektierten einander zeitlebens, begriffen aber auch ihre Andersartigkeit.[15]

Der Galerist Vollard kaufte Picasso bald darauf Werke für 2000 Franc ab, was seine finanzielle Situation wesentlich verbesserte und ihm Reisen nach Holland 1905 und mit Fernande Olivier im Sommer 1906 nach Spanien ermöglichte. Sein Porträt Gertrude Stein entstand im Jahr 1906, für das die Schriftstellerin neunzigmal Modell gesessen haben soll. Es ist in der Darstellung der vereinfachten plastischen Form der Gesichtszüge inspiriert durch die Besichtigung einer Ausstellung iberischer Skulpturen im Louvre, die ihn beeindruckt hatte.[16]

Beginn der Rosa Periode

Ab 1905 beginnen rosa Töne in Picassos Werken vorzuherrschen. Sein Gemälde Junge mit Pfeife aus dem Jahr 1905 bildet den Übergang. Vor einer dunkelrosa gefärbten und mit Blumen geschmückten Wand sitzt ein junger Arbeiter, in blaues Leinen gekleidet, der eine Pfeife in der Hand hält und mit einem Blütenkranz im Haar geschmückt ist. Picasso fügt in diesem Motiv Rosa und Blau zusammen.[17] Im Vergleich zur Blauen Periode gibt es nur noch wenig Melancholie in seinen Werken dieser Periode, das Blau weicht in den Hintergrund. Besonders Gaukler, Seiltänzer und Harlekins, traurige Spaßmacher aus der Commedia dell’arte, zählen zu seinen Bildmotiven. Ein wichtiges Beispiel ist das Gemälde Die Gaukler (Les Saltimbanques) aus dem Jahr 1905.

Picasso begründet mit Braque den Kubismus

Anfang des Jahres 1907 bereitet Picasso in zahlreichen Studien und Variationen das große Gemälde Les Demoiselles d’Avignon vor, das er im Juli beendete. Es gilt als das erste kubistische Bild, bevor der Name des Kubismus als Kunstform präsent war und leitete die als „période nègre“ bezeichneten Periode ein. Picasso hatte sich durch afrikanische Skulpturen inspirieren lassen. Das Gemälde wurde der Öffentlichkeit erst 1916 unter diesem Namen, der von seinem Freund André Salmon stammt, vorgestellt.[18]

Reaktionen auf Les Demoiselles d’Avignon

Foto Paul Cézannes, um 1861

Die Reaktionen waren bei der Erstausstellung in Picassos Atelier überwiegend negativ. Das Bild wurde weitgehend als unmoralisch angesehen und von vielen, selbst engen Freunden Picassos, heftig kritisiert. Die Kunstkritiker Félix Fénéon, Maurice Raynal, der Galerist Ambroise Vollard, die Dichter Guillaume Apollinaire, Max Jacob, André Salmon und der Maler Kees van Dongen lehnten das Gemälde ab. Selbst die Künstler aus der unkonventionellen und selbst unter starker Kritik stehende Gruppe der Fauves wie Matisse und Derain äußerten ihr Missfallen. Neben Wilhelm Uhde hatte nur Leo Stein zunächst Verständnis für Picassos neuen Stil aufgebracht, kaufte seine neuen Werke jedoch nicht mehr. 1913 wandte er sich vollständig vom Kubismus ab, während Gertrude Stein Picasso weiter förderte, sich in ihrem literarischen Ausdruck dem Kubismus näherte und im Jahr 1938 ein Buch über ihn schrieb.[19]

Wilhelm Uhde machte den jungen deutschen Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler, der in der Rue Vignon 28 seine erste Galerie eröffnet hatte, auf Picasso aufmerksam. Kahnweiler wurde lebenslang sein wichtigster Förderer und stellte im gleichen Jahr Picassos Werke aus.[20] Picasso hatte die große Retrospektive von Paul Cézannes Werken 1907 im Pariser Salon d’Automne besucht, die ein Jahr nach dem Tod des Künstlers ausgerichtet worden war. Durch Apollinaire lernte Picasso den gleichaltrigen fauvistischen Maler Georges Braque gegen Ende des Jahres kennen; Cézanne und die Freundschaft mit Braque sollten große Auswirkungen auf den Verlauf der modernen Kunstgeschichte haben.

Zusammenarbeit mit Braque

Juan Gris: signiert Hommage à Picasso/Gris, The Art Institute of Chicago, 1912

Im Jahr 1908 malte Picasso zahlreiche afrikanische Akte unter dem Einfluss der Negerskulpturen. Den Sommer verbrachte er mit Fernande in La Rue des Bois nördlich von Paris. Braque stellte bei Kahnweiler die ersten kubistischen Bilder aus dem Fischerdorf L’Estaque aus, das bereits durch die Gemälde von Cézanne bekannt geworden war. Die Ausstellung der vom „Salon“ zurückgewiesenen Bilder Braques fand eine kritische Besprechung von Louis Vauxcelles, in der es hieß: „Er verachtet die organische Form, reduziert alles – Landschaften, Figuren und Häuser – auf geometrische Schemata, auf Kuben“[21], und bezog sich dabei besonders auf das Gemälde Die Häuser von L’Estaque.[22] Die davon abgeleitete Bezeichnung „Kubismus“ fand ab 1912 durch eine Abhandlung von Albert Gleizes und Jean Metzinger, „Du Cubisme“, schnell ihre Verbreitung.

Zwischen September 1908 und Mai 1909 sahen sie sich beinahe täglich; Kahnweiler war der Dritte im Bunde und vermittelte zwischen den vom Naturell her sehr unterschiedlichen Künstlern, dem besonnenen systematisch arbeitenden Braque und dem temperamentvollen, sprunghaften Picasso. Braque war damals künstlerisch konsequenter als Picasso. Ihre Arbeitsgemeinschaft war so intensiv, dass sich die Künstler mit den Brüder Wright verglichen, den Flugpionieren, und sich wie Mechaniker kleideten.[23]

1908 war Juan Gris in das Bateau-Lavoir gezogen, wo er auf Picasso und Braque traf. Beide regten ihn dazu an, sich nach der Tätigkeit als Karikaturist und Illustrator für Zeitschriften, die er seit 1906 in Paris ausübte, wieder dem Malen zuzuwenden. Picasso und Gris schlossen eine enge Freundschaft und beeinflussten sich gegenseitig in ihrer künstlerischen Ausrichtung. Im Jahr 1912 entstand das kubistische Porträt Picassos von Gris.

Das Bankett für Rousseau – Unter Verdacht

Henri Rousseau: Portrait de femme, auch Yadwigha genannt, um 1895, Musée Picasso, Paris

Im November 1908 gab Picasso in seinem Atelier im Bateau-Lavoir ein großes Bankett zu Ehren Henri Rousseaus, von dem er ein Gemälde, das lebensgroße Bildnis einer früheren Freundin Rousseaus, die sogenannte Yadwigha, [24] erworben hatte und das er sein Leben lang behalten sollte. Über das kunsthistorisch bekannt gewordene Bankett für Rousseau, an dem neben vielen anderen Künstlern Apollinaire, Jacob, Salmon, Uhde und den Geschwistern Stein ferner die junge Malerin Marie Laurencin teilnahm, berichtete Raynal als Augenzeuge: „Es war eine richtige Scheune. […] An den Mauern, die man von ihrem gewöhnlichen Schmuck befreit hatte, hingen nur einige schöne Negermasken, eine Münztabelle und auf dem Ehrenplatz das große, von Rousseau gemalte Porträt Yadwigha“.[25] Nicht lange nach dem Bankett verließ Picasso im Jahr 1909 das Bateau-Lavoir und wohnte bis 1912 in einer Atelierwohnung am Boulevard de Clichy 130.

Im Sommer 1911 gerieten die Freunde Apollinaire und Picasso in eine missliche Lage, denn das populärste Gemälde des Louvre, die Mona Lisa, war am 21. August 1911 spurlos verschwunden, und bei den Untersuchungen war die Polizei auf einen Mann namens Gery Pieret gestoßen, der zugegeben hatte, im Magazin des Museums Kunstwerke gestohlen zu haben. Zwei dieser Kunstwerke fanden sich bei Picasso und Apollinaire. Sie wurden verhaftet, beteuerten vor dem Richter ihre Unschuld und wurden schließlich wieder freigelassen.[26]

Werke des Kubismus in München, Köln, Berlin …

Picassos Werke wurden allmählich im Ausland bekannt. In Deutschland war Picasso 1910 auf der Ausstellung der Neuen Künstlervereinigung München vertreten sowie auf der am 24. Mai 1912 eröffneten Internationalen Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler zu Cöln und in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Vier von Picassos Werken wurden im selben Jahr in die zweite Ausstellung des Blauen Reiter in der Galerie Goltz aufgenommen: (Frauenkopf (1902), Umarmung (1903), Kopf (1909) und Stillleben (1910).[27]

Die frühe Phase des Kubismus bis etwa 1912 wird als „Analytischer Kubismus“ bezeichnet – Beispiele hierfür sind die Bronzeskulptur Picassos Kopf einer Frau (Fernande) (1909) und das Bildnis Ambroise Vollard (1910). Ab dem Jahr 1912 entstanden die Papiers collés, eine Frühform der Collagen. Der Übergang zum „Synthetischen Kubismus“ begann. Der Kubismus fand Nachahmer in Frankreich, selbst die Maler des Fauvismus, Matisse, Dufy und Derain gerieten unter seinen Einfluss.

… und in der Armory Show

In Übersee war die neue Kunstrichtung nach einer Ausstellung Picassos im Jahr 1911 in Alfred StieglitzGalerie 291 ebenfalls in der Armory Show, New York, 1913 vertreten, in der unter anderem Werke von Braque und Picasso ausgestellt wurden. Gezeigt wurden von Pablo Picasso acht Arbeiten, darunter zwei Stillleben, die Zeichnung Frauenakt von 1910, Frau mit Senftopf von 1910, eine Leihgabe von Kahnweiler, und die Bronze Frauenkopf von 1909, eine Leihgabe von Stieglitz.[28][29] Die Kritik bei allen Ausstellungen war jedoch beträchtlich, die moderne Kunst wurde noch nicht akzeptiert.

Als Picassos Liaison mit Fernande Olivier im Jahr 1912 zerbrach, wurde bis zu ihrem frühen Tod 1915 Eva Gouel, geborene Marcelle Humbert, die er Eva nannte, seine zweite Lebensgefährtin. Den Sommer des Jahres 1913 verbrachte Picasso mit Braque und Juan Gris in Céret. Im selben Jahr starb sein Vater. Seinen Wohnsitz schlug er in der Rue Schoelcher 5 am Montparnasse auf, nachdem er 1912 kurzfristig am Boulevard Raspail 242 gewohnt hatte.

Erster Weltkrieg

Picasso verbrachte die Zeit von Ende Juni bis Mitte November 1914 mit Eva Gouel in Avignon. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete Picassos Zusammenarbeit mit Braque, da dieser zur französischen Armee eingezogen wurde. Sein Kunsthändler Kahnweiler, der Deutscher war, musste Frankreich verlassen; Picasso, der als Spanier keinen Kriegsdienst leisten musste, blieb in Paris isoliert zurück.[30]

Im Juli 1916 organisierte sein Freund André Salmon eine Ausstellung im „Salon d’Antin“, im Ausstellungsraum des Modeschöpfers Paul Poiret. Dort wurde Picassos Les Demoiselles d’Avignon zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt; das Gemälde erhielt erst zu diesem Zeitpunkt von Salmon diesen Namen.[31]

Nach dem Tod von Eva Gouel, die 1915 an Tuberkulose starb, hatte Picasso eine Affäre mit Gabrielle Lespinasse, die er Gaby nannte. Sie wohnte am Montmartre nahe seinem Studio. Während eines Aufenthalts in Saint-Tropez im Jahr 1916 erklärte ihr Picasso seine Liebe, sie wies ihn jedoch ab und heiratete im folgenden Jahr den amerikanischen Künstler Herbert Lespinasse.[32]

Auf einer Italienreise im Frühjahr 1917 wohnte Picasso in Rom den Proben des Ensembles Ballets Russes unter der Leitung von Sergei Djagilew zum Ballett „Parade“ von Jean Cocteau und Erik Satie bei und entwarf die Kostüme, Bühnenbilder und den aus der Reihe fallenden klassisch romantischen Bühnenvorhang. Der sowjetische Schriftsteller Ilja Ehrenburg, ein Freund Picassos, der in Paris im Exil lebte, beschrieb die spektakuläre Premiere im Mai 1917 im Pariser Théâtre du Châtelet: „Die Musik gab sich modern, das Bühnenbild war halb kubistisch […] Die Parterregäste rannten zur Bühne und schrien markdurchdringend: ‚Vorhang!‘ […] Und als ein Pferd mit kubistischer Schnauze Zirkusnummer vorführte, verloren sie endgültig die Geduld: ‚Tod den Russen! Picasso ist ein Boche! Die Russen sind Boches!‘“ Picassos Freunde jedoch waren begeistert. Apollinaire beispielsweise betrachtete die erstmalige künstlerische Allianz zwischen Malerei und Tanz, Plastik und Darstellungskunst als Beginn einer umfassenden Kunst, als eine Art „sur-réalisme“. [33]

Während der Arbeiten zu „Parade“ lernte Picasso die Tänzerin Olga Stepanowna Chochlowa, Primaballerina des „Ballets Russes“, kennen, die er im Jahr 1918 heiratete. Nach der Hochzeit gab er sein Bohèmeleben auf und wurde zum „Malerfürsten“ mit eigenem Chauffeur und Hauspersonal. Aus der Ehe ging Sohn Paulo (1921–1975) hervor.

Abkehr vom Kubismus

Neoklassizistische und surrealistische Einflüsse

Paris, Montmartre, um 1925

Um 1917 begann in seinem Werk die neoklassizistische Periode, in der er verschiedene Stile nebeneinander verwendete. Typische Bilder der Zeit sind die Laufenden Frauen am Strand von 1922. Das Hauptwerk seiner klassischen Periode ist das Bild Panflöte aus dem Jahr 1923, das er in seinem Ferienort Antibes gemalt hat. 1924 diente ihm sein dreijähriger Sohn in dem Gemälde Paul als Harlekin als Modell. Er kehrte in dieser Zeit gelegentlich zum kubistischen Stil zurück, beispielsweise in den Drei Musikanten aus dem Jahr 1921.

Picasso konnte dank seines gewachsenen Ruhms mehr Zeit für die Entwicklung seiner Formensprache nutzen. Er experimentierte viel und legte einen neuen Schwerpunkt auf sein plastisches Werk, das er 1902 mit Sitzende Frau eröffnet hatte. Gleichzeitig entfremdete er sich von seiner Frau Olga. Im Jahr 1923 traf Picasso den Surrealisten André Breton und nahm 1925 an der ersten Surrealisten-Ausstellung in der Galerie Pierre in Paris teil. 1927 lernte er Marie-Thérèse Walter kennen, die er in Frau mit Blume 1932 in minimalistischer Weise mit surrealistischen Anklängen porträtierte. Die Beziehung zu der anfangs noch minderjährigen Marie-Thérèse hielt er lange Zeit geheim.

Theseus und der Minotaurus, attischer rotfiguriger Teller, 520-510 v. Chr., Louvre

Erstmals tauchte 1928 das Minotaurus-Motiv in seinen Werken auf – als Spanier war Picasso schon immer vom Stierkampf fasziniert. 1934 entstanden die Radierungen Minotauromachie, die von Francisco de Goyas Tauromaquia (um 1815) inspiriert wurden. Darin wird in immer neuen Variationen der Zusammenhang von Sexualität, Gewalt und Tod ausgelotet. Die erste Nummer des surrealistischen Künstlermagazins Minotaure erschien am 25. Mai 1933 mit einem Cover von Picasso, der dem Titel des Blattes gemäß einen Minotaurus zeigt.[34]

Familiäre Probleme

Deutlichere Anklänge an seinen Spätstil zeigt ein weiteres Porträt der Marie-Thérèse Walter, das Interieur mit zeichnendem Mädchen aus dem Jahr 1935. Der Zusammenhang von Sexualität und künstlerischer Kreativität wird zu einem Thema, das Picasso bis zu seinem Lebensende beschäftigen wird. Das Jahr 1935 bezeichnet eine Krise in seinem Leben und Schaffen. Aus der Beziehung zu Marie-Thérèse, die bis 1937 andauerte, wurde die Tochter Maya in diesem Jahr geboren. Dies wurde seiner Frau hinterbracht, die daraufhin die Scheidung verlangte. Nach französischem Recht hätte Picasso seinen Besitz mit ihr teilen müssen; daran hatte er kein Interesse, daher blieben sie bis zu ihrem Tod verheiratet.

1936 lernte Picasso die französische Fotografin Dora Maar kennen, die in den 1940-er Jahren seine ständige Begleiterin wurde und die ihm oft Modell saß. Im November 1937 besuchte er Paul Klee in Bern, um ihn moralisch zu unterstützen, da dessen Werke gerade in der berüchtigten Münchner Ausstellung über Entartete Kunst von den Nationalsozialisten diffamiert wurden. 1941 entstand Dora Maars Porträt mit gleichzeitiger Vorder- und Seitenansicht, Dora Maar mit Katze (Dora Maar au chat). Sie konkurrierte mit Marie-Thérèse Walter um die Gunst Pablo Picassos. „Ich hatte kein Interesse daran, eine Entscheidung zu treffen. […] Ich sagte ihnen, sie sollten es unter sich ausmachen.“[35], so der Maler über die Rivalität zwischen den beiden Frauen.

Der Spanische Bürgerkrieg – Zweiter Weltkrieg

Guernica

Die Ereignisse des Spanischen Bürgerkriegs erschütterten Picasso zutiefst, und es entstanden Bilder, die in ihrer Eindringlichkeit an Goyas Schrecken des Krieges erinnern, vor allem Guernica, das das Grauen anlässlich der Bombardierung der baskischen Stadt Guernica am 26. April 1937 durch die deutsche Legion Condor thematisiert. Unter diesem Eindruck begann Picasso bereits am 1. Mai mit Studien für das gleichnamige monumentale Bild, das im Juni als Wandbild im spanischen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris ausgestellt wurde.[36]

Picasso unterstützte zwar ab 1936 von Paris aus die republikanische Regierung Spaniens, die sich gegen den Putschisten und künftigen Diktator Franco zur Wehr setzte, er versuchte – gleichwohl vergeblich – die französische Regierung zum Eingreifen zu bewegen und wurde für seinen Einsatz von der republikanischen Regierung Spaniens 1937 in Abwesenheit zum Direktor des bedeutenden Kunstmuseums Prado in Madrid bestimmt.

Leben im besetzten Paris

Plakette in der 7 Rue des Grands-Augustins, Paris

Der Künstler arbeitete seit 1936 in Paris in einem Atelier in der 7 Rue des Grands-Augustins, in dem Guernica entstand und das er seit dem Frühjahr 1939 zudem als Wohnung nutzte. Vom Beginn der deutschen Besetzung 1940 im Zweiten Weltkrieg bis zur Befreiung von Paris am 25. August 1944 wohnte er hier, ohne eine Reise zu unternehmen. Die Nationalsozialisten hatten ihm wegen seiner Gegnerschaft zu Franco Ausstellungsverbot erteilt.[37] Der von Picasso 1940 gestellte Antrag auf den Erwerb der französischen Staatsbürgerschaft war abgelehnt worden, da den Behörden Dossiers aus dem Jahr 1905 vorlagen, in denen er als anarchistisch eingestuft worden war.[38]

Während der Besatzungszeit wurde die moderne Kunst von den Kollaborateuren nicht toleriert. Der Maler André Lhote erinnerte sich an die Schlachtrufe „Matisse in den Müllkasten“ und „Picasso ins Irrenhaus!“. Nach der Befreiung schätzte ihn die politische Linke zunächst als den Künstler ein, der „aufs Wirksamste den Geist des Widerstands versinnbildlichte“.[39]

Das Museum of Modern Art in New York City unter seinem Direktor Alfred Barr widmete Picasso 1939–40 eine erfolgreiche Retrospektive, die ihn in Amerika und bei zeitgenössischen Kunstkritikern und Künstlerkollegen weithin bekannt machte.

Im Jahr 1944 wurde Picasso Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs; die Ernsthaftigkeit seines Eintritts wurde bezweifelt, und man beschuldigte ihn, dass seine Farben und Formen in seinen Arbeiten eine bestimmte symbolische Bedeutung besäßen, woraufhin er konterte: „Bloß wegen des Vergnügens, verstanden zu werden, werde ich nicht in einem gewöhnlichen Stil arbeiten.“[40] Eine Aussage, unter anderen, die zu der Anschuldigung führte, dass sein Kommunsmus oberflächlich sei und er nicht an die Untrennbarkeit von Kunst und Politik glaube. Zu seiner Verteidigung schrieb er: „Was, glauben Sie denn, ist ein Künstler? Ein Schwachsinniger, der nur Augen hat, wenn er Maler ist, nur Ohren, wenn er Musiker ist, gar nur eine Lyra für alle Lagen des Herzens, wenn er Dichter ist, oder gar Muskeln, wenn er Boxer ist? Ganz im Gegenteil! Er ist gleichzeitig ein politisches Wesen, das ständig im Bewußtsein der zerstörerischen, brennenden oder beglückenden Weltereignisse lebt und sich ganz und gar nach ihrem Bilde formt. […] Nein, die Malerei ist nicht erfunden, um Wohnungen auszuschmücken! Sie ist eine Waffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind.“[40]

Die späteren Jahre

Henri Matisse im Mai 1933

Nach sechs Jahren innerer Emigration und Isolation in Paris während des Zweiten Weltkriegs besuchte Picasso ab 1945 häufiger südfranzösische Orte wie Antibes und Nizza. Dort besuchte er Henri Matisse, dessen Malweise deutliche Einflüsse in Picassos Spätwerk hinterließ. Beide Künstler blieben über lange Jahre in loser Verbindung, wobei Matisse der einzige lebende Künstler war, den Picasso als ebenbürtig ansah und respektierte. Seine Begleiterin in diesen Jahren war die Malerin Françoise Gilot, die er 1943 in Paris kennengelernt hatte. Die Beziehung dauerte bis 1953. Sohn Claude wurde im Jahr 1947 geboren und die Tochter Paloma 1949.[41]

Vallauris und Antibes

Die mediterrane Umgebung seiner Jugendzeit zog Picasso wieder in seinen Bann, denn ab dem Frühling 1948 wohnten er und Françoise Gilot nach Aufenthalten in Golfe-Juan in der Villa „La Galloise“ in Vallauris, einem Ort mit traditionellen Töpfereien, wo er sich schon im Jahr zuvor aufgehalten hatte. Dort experimentierte er unter Anleitung örtlicher Töpfer in der Manufaktur Madoura mit Ton und Glasuren, sprengte den traditionellen Produktrahmen und verhalf dem Ort zu überregionaler und später zu internationaler Bekanntheit. Von Picassos Gestaltungsideen profitierte Vallauris noch lange Jahre nach seinem Tod. 1948 besuchte er Krakau und Auschwitz.

Trotz des Eintritts in die Kommunistische Partei behielt Picasso eine unabhängige Einstellung. Das Gemälde Massaker in Korea, das 1951 entstand, verärgerte die Amerikaner, sein Porträt Stalins von 1953 die Kommunisten, denn in der Sowjetunion galt seine Malweise offiziell als dekadent. Picasso engagierte sich allerdings, wann immer man ihn darum bat, für den Frieden. Im Jahr 1949 entwarf er ein Plakat mit einer Taube für den Pariser Weltfriedenskongress; die Taube wurde in der Folge weltweit ein Symbol für den Frieden. 1952 entstanden zwei große Wandgemälde, Der Krieg und Der Frieden, für den „Friedenstempel“ in Vallauris.[42]

Jacqueline Roque, eine Keramikverkäuferin bei Madoura in Vallauris, war Picassos neue Lebensgefährin ab 1953, nachdem ihn Françoise Gilot verlassen hatte. Er schuf zahlreiche Porträts von ihr wie beispielsweise 1954 Bildnis Madame Z. (Jaqueline Roque) und 1956 Jacqueline im Atelier. 1955 kaufte er die Villa „La Californie“ über Antibes. Seine Hinwendung zu klassischen Interpretationen von Meisterwerken zeigten Werke wie Frauen von Algier von Eugène Delacroix 1955, Diego VelazquezLas Meninas 1957 oder Édouard Manets Frühstück im Freien 1961. Bereits 1946 hatte eine Ausstellung im Louvre seine Bilder denen klassischer Meister gegenübergestellt.

Erwerb von Schloss Vauvenargues

Chateau Vauvenargues in Südfrankreich. Vor dem auf der rechten Gebäudeseite erkennbaren Eingangsportal liegt die letzte Ruhestätte Picassos.

Da Picasso zunehmend von Touristen und Bewunderern belästigt wurde und in unmittelbarer Nähe von „La Californie“ Wohnhochhäuser gebaut wurden, die ihm sowohl den Ausblick auf die Landschaft versperrten als auch Einblick auf sein Grundstück ermöglichten, entschloss er sich 1958 das Schloss Vauvenargues bei Aix-en-Provence, mit Blick auf Paul Cézannes Lieblingsmotiv, das Gebirge Montagne Sainte-Victoire, zu erwerben und dorthin umzuziehen.

Picassos Stil reduzierte sich zunehmend auf das Linienbetonte, Skizzenhafte. Mit hoher Produktivität setzte er sich nicht nur mit der Malerei und Grafik wie Lithografie und Linolschnitt auseinander, sondern ab 1947 zudem mit der Bildhauerei und Keramik. Er malte wie besessen, wiederholte, variierte und zitierte seine Themen immer wieder.

Letzter Wohnort Mougins

Picasso hatte sich von seiner Frau Olga aus finanziellen Gründen nie scheiden lassen. Mehrere Jahre nach ihrem Tod heiratete er 1961 Jacqueline Roque und zog mit ihr nach Mougins, nördlich über den Hängen von Cannes. Die Ehe blieb kinderlos. Das Schloss Vauvenargues nutzte er als Lager für unzählige Bilder. 1963 wurde das Museu Picasso in Barcelona eröffnet, das später einen Großteil seines Nachlasses erhielt. Den Grundstock bildete die Schenkung von 574 Werken von Picassos Freund und Sekretär Sabartés. Anlässlich des Erscheinens der Erinnerungen von Françoise Gilot, Leben mit Picasso, im Jahr 1964, kam es zum Zerwürfnis mit seinen aus dieser Beziehung stammenden Kindern Claude und Paloma Picasso. Gilots Memoiren und Arianna Stassinopoulos Huffingtons Buch Picasso bildeten die Grundlage für die Verfilmung Mein Mann Picasso aus dem Jahr 1996 unter der Regie von James Ivory mit Anthony Hopkins als Picasso.

Im Jahr 1971 fand eine Retrospektive in Paris anlässlich Picassos 90. Geburtstags im Louvre statt, er war der erste Künstler, dem diese Auszeichnung bereits zu Lebzeiten gewährt wurde.

Am 8. April 1973 starb Picasso in seinem Haus in Mougins und wurde am 18. April im Garten seines Schlosses in Vauvenargues begraben. Picasso hatte kein Testament hinterlassen; seine Erben entrichteten die Erbschaftsteuer in Form von Kunstwerken Picassos und anderen Gemälden aus seiner Sammlung, wie beispielsweise Werke von Matisse und die Yadwigha von Rousseau. Sie bildeten den Grundstock der Kollektion des Musée Picasso in Paris. Im Jahr 2003 weihten Verwandte das Picasso gewidmete Museum in seiner Geburtsstadt Málaga ein, das Museo Picasso, und überließen ihm viele Ausstellungsstücke.

Picassos Kinder

Paulo Picasso (* 4. Februar 1921; † 5. Juni 1975) war das erste Kind Picassos aus seiner Ehe mit Olga Chochlowa. Paulo war als Kleinkind unter anderem das Modell für die Gemälde Paulo als Harlekin (1924) und Paulo auf einem Esel. Maya Widmaier-Picasso (* 5. September 1935) entstammt aus der Verbindung mit Marie-Thérèse Walter. Ihr Vater malte einige Bilder, die Maya zum Thema hatten, darunter Maya à la poupée (Maya mit Puppe), das im Februar 2007 aus der Wohnung von Picassos Enkeltochter geraubt wurde.[43] Maya Widmaier-Picasso lebt in Paris und gilt als Picasso-Expertin, die Picasso-Originale von Fälschungen unterscheiden kann. Claude Picasso (* 15. Mai 1947) ist das erste Kind aus der Verbindung mit Françoise Gilot; er wurde zwei Jahre nach Picassos Tod als Nachlassverwalter für die Familie eingesetzt.[44] Paloma Picasso (* 19. April 1949) entstammt ebenfalls aus der Verbindung mit Françoise Gilot. Sie machte sich vornehmlich durch Schmuckdesigns, Modeaccessoires und Parfums einen Namen.

Werk

„ Beim Malen bedeutet „Suchen“ meiner Ansicht nach gar nichts. Auf das Finden kommt es an.[45]

Pablo Picasso, 1923

Das malerische und grafische Werk

Das Frühwerk

Das früheste um 1889 entstandene Bild von Picasso ist Der Picador, das bereits in Öl gemalt ist. Zu den weiteren erhaltenen frühen Werken gehören Bleistiftzeichnungen des Jahres 1890. Der Neunjährige malte nach dem Vorbild seines Vaters Tauben; Stierkampfszenen und eine Herkulesstatue gehörten ebenfalls zu seinen ersten Zeichnungen. Ein Jahr später zeichnete er einen Katzenkopf. 1891 folgte ein Ölbild, das ein sitzendes älteres Paar zeigt; in der Malweise entsprach es der altmeisterlichen Genremalerei, und somit dem Vorbild des Vaters. Ab 1892 erhielt er Unterricht in der Tradition der Akademischen Malerei unter dessen Anleitung.

In den um 1895 entstandenen Bildern waren die spanischen Maler des 17. Jahrhunderts sein Vorbild. Sie zeigen beispielsweise Anklänge an die Werke von Francisco de Zurbarán und des frühen Diego Velázquez. Zu diesem Zeitpunkt war er Schüler der Zeichenklasse der „La Lonja“ in Barcelona.[46] Als Picasso im Künstlercafé „Els 4 Gats“ in Barcelona Anschluss an die Kunstszene jenseits akademischer Traditionen fand, erhielt er Anregungen aus dem Bereich des Symbolismus, der englischen Präraffaeliten, aus den Werken von Henri de Toulouse-Lautrec und Théophile Steinlen, dem Illustrator im Stil des Art Nouveau. Die vielfältigen Anregungen fanden in seinem Werk, hauptsächlich in Arbeiten auf Papier, ihren Ausdruck; von einem eigenen Stil war er jedoch noch weit entfernt, und seine erste Ausstellung im Jahr 1900 erntete negative Kritiken.[47]

Blaue Periode (1901–1904)

Isidre Nonell: Kretinismus in Boí, 1896

In der Blauen Periode entwickelte Picasso erstmals seinen eigenen Stil. Der katalanische Maler Isidre Nonell wurde zum entscheidenden Vorbild Picassos in dieser Zeit, dessen Gestalten vor blauem und ockerfarbenem Hintergrund ihn beeinflussten. Schwermütige Figurenbilder in verschiedenen Blautönen sind kennzeichnend für diese Phase. Außenseiter der Gesellschaft wie Bettler, Obdachlose und einsame Menschen sowie Mutter und Kind sind bevorzugte Themen. Mit Hilfe dieser Themen und des neuen Stils verarbeitete er sowohl seine Einsamkeit in der Fremde als auch den Tod eines guten Freundes. Das Bild Evokation – Das Begräbnis Casagemas ist das erste Bild der blauen Schaffensphase. Es soll das Ende einer Freundschaft und den Beginn einer neuen Schaffensphase darstellen. Die überlange Darstellung der Personen wie beispielsweise bei der Büglerin (1904) ist als Stilmittel auf El Greco zurückzuführen: „Daß meine Figuren in der Blauen Periode sich alle in die Länge strecken, liegt wahrscheinlich an seinem Einfluß.“[48] Als Hauptwerk der Blauen Periode gilt La Vie (Das Leben) vom Mai 1903, in dem der abgebildete Mann die Gesichtszüge des Freundes Carlos Casagemas trägt. Es entstand wie viele andere Werke der Blauen Periode in Barcelona und ist heute im Cleveland Museum of Art ausgestellt.

Rosa Periode (1904–1906)

In der Rosa Periode ersetzte Picasso allmählich das vorherrschende Blau durch rosa- und orangefarbene Töne, das Jahr 1904 bringt den Übergang zwischen beiden Perioden. Die Motive stammen oft aus der Welt der Schauspieler und Artisten, die damals als Symbole für das Künstlertum verstanden wurden. Der Harlekin kommt in beiden Perioden vor, und Picasso hat sich selbst als Harlekin gemalt. Bedingt durch die Liebe Picassos zu Fernande Olivier, dem Modell für Bildhauer und Maler, die er 1904 in Paris traf und die zum Thema vieler seiner Gemälde werden sollte, und zusätzlich durch seine ersten finanziellen Erfolge, erscheint das Werk optimistischer. Die Menschen der Rosa Periode sind Kämpfer, die eine würdevolle, stolze Haltung zeigen. Das Gemälde Die Gaukler (Les Saltimbanques) ist ein Beispiel für diese Periode.[49]

Kubismus (ca. 1907–1919)

Hauptartikel: Kubismus

„Der Kubismus ist weder ein Samenkorn noch ein Fötus, sondern eine Kunst, der es vor allem um die Form geht, und wenn eine Form einmal geschaffen ist, dann ist sie da und lebt ihr eigenes Leben weiter“

Pablo Picasso.[50]

Afrikanische Fang- Maske, ähnliche Masken sah Picasso in Paris.

Die afrikanisch beeinflusste Periode (période nègre). Mit dem Gemälde Les Demoiselles d’Avignon aus dem Jahr 1907 begann Picassos afrikanisch beeinflusste Periode, erkennbar an den äußeren Figuren des Gemäldes, deren Gestaltung auf afrikanische Masken hinweist. Diese Anleihen bei afrikanischer und ozeanischer Kunst hatte Picasso zwar mehrfach geleugnet, sie sind aber offensichtlich. Ferner sind die Demoiselles von den Gemälden Paul Cézannes inspiriert. Picasso hatte dessen Gemälde studiert und äußerte später gegenüber dem Fotografen Brassaï: „Cézanne! Er war unser aller Vater!“[51] [52] Das Bild markiert den Übergang von der Rosa Periode, die sich noch in der Farbgebung widerspiegelt, zum Kubismus, der die Formgebung der dargestellten Frauen bestimmt.

Paul Cézanne: Mont Sainte-Victoire, 1904, Museum of Art, Philadelphia

Vorbild für Braque und Picasso war hauptsächlich die malerische Kunstform Cézannes aus dessen letzten Lebensjahren, die bereits kubistische Anklänge hatte. Picasso hatte sich 1908 das Bild Braques, Häuser in L’Estaque, ausgeliehen und daraufhin sein Gemälde Drei Frauen verändert.[53] Anregung war für Picasso und Braque sowohl ihre Auseinandersetzung mit der Kunst der Naturvölker, vor allem der afrikanischen Kunst, als auch mit der traditionellen iberischen Kunst bis hin zu Werken Cézannes. Bevorzugte Motive waren Stillleben, insbesondere sind Musikinstrumenten, Landschaften und Personen dargestellt.

Die kubistische Periode Picassos lässt sich in zwei Phasen einteilen: in den analytischen und synthetischen Kubismus.

Analytischer Kubismus (1909–1912). Der analytische Kubismus ist die kubistische Malweise, die Picasso gemeinsam mit Georges Braque entwickelte. Sie zeigten in ihren Arbeiten, wie sich die Dinge auf organisierte einfache geometrische Formen zurückführen lassen, denn die kubistische Kunst ist ein Zerlegungsprozess. Zur Darstellung der Motive wird keineswegs nur der Kubus benutzt, sondern zusätzlich andere geometrische Formen, wie es bereits nach einem Zitat Émile Bernards ihr Lehrmeister Paul Cézanne beschrieben hat: „Alles in der Natur modelliert sich wie Kugel, Kegel und Zylinder“.[54]

Juan Gris, Stillleben mit Fruchtschale und Mandoline, Öl auf Leinwand, 1919

Das gemeinsamen Malen von Picasso und Braque vor der Natur zeigte, dass der Lichteinfall je nach Tageszeit verschieden war. Diese unterschiedlichen Ansichten spiegeln sich in einem Bild, sodass sie in simultaner Perspektive erscheinen, das heißt, ein Objekt wird so dargestellt, als könne es von allen Seiten gleichzeitig betrachten werden, wobei eine „kristalline“ Struktur entsteht. Jedoch erfolgte noch keine Trennung vom Gegenstand. Ein Beispiel ist das im Jahr 1910 entstandene Porträt Ambroise Vollard.

Synthetischer Kubismus (1912– ca.1919). Zerlegte Picasso im analytischen Kubismus noch Motive in einzelne geometrische Objekte, so setzte er sie im synthetischen Kubismus aus einzelnen Objekten wieder zusammen. Dazu bezog er Materialien wie Sand, Zeitungsausschnitte oder Holz in seine Werke mit ein, das Papier collé als Frühform der Collage war entstanden. Zusammen mit grafischen Elementen (Linien und Schraffuren, zum Beispiel mit Kohle) gingen sie nun eine Synthese ein, daher der Name dieser Schaffensperiode. Zunehmend – besonders durch den Einsatz von Materialien – wurden seine Bilder plastischer und ragten von den Leinwänden hervor. Mit dem synthetischen Kubismus schufen Picasso, Braque, Juan Gris, Fernand Léger und andere Künstler, die sich dem Kubismus angeschlossen hatten, nicht nur eine neue Kunstrichtung, sondern entdeckten zudem als neue Gestaltungsmöglichkeit die Collage. Picassos erstes Werk dieser Art war im Jahr 1912 Stillleben mit Rohrstuhl (Nature morte à la chaise camée).

Klassizistische und surrealistische Einflüsse

In Picassos kubistischer Periode gab es in seinem Werk ein stilistisches Nebeneinander, denn er bediente sich in dieser Zeit durchaus klassizistischer Umrisszeichnungen im Stil von Ingres. Kritiker waren von von den unterschiedlichen Stilen nicht angetan, so spottete der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe; „Morgens macht er Kuben, nachmittags voluminöse Frauen.“[55]

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bildeten sich zwei entgegengesetzte künstlerische Lager heraus: Das eine, mit dem Hauptvertreter Fernand Léger, versuchte, die formalen Errungenschaften des Kubismus in seinem Werk für den politischen Kampf zu nutzen, das andere mit Picasso als Hauptvertreter, leitete aus den formalen Neuerungen die Berechtigung ab, zur Vergangenheit zurückzukehren. Der Stil des Art Déco bot eine Vermengung von Jugendstil, der Neuen Sachlichkeit und des Kubismus. Unter der Maske des Fortschritts wurde ein restauratives Bedürfnis erfüllt, dem sich ebenfalls Henri Matisse in dieser Zeit annäherte.[56]

Die Komposition Drei Frauen am Brunnen aus dem Jahr 1921 zeigt drei mächtig wirkende Frauen, gekleidet wie antike Göttinnen, die sich melancholisch anblicken. Realistische Porträts seiner Frau Olga sowie das Bildnis Paulo, dargestellt als Harlequin, sind beispielsweise Themen aus dem Jahr 1924. Ein weiteres antikes Thema bildet das Gemälde Die Flöte des Pan aus dem Jahr 1924 ab. Impulse für sein späteres Werk gewann Picasso aus der Begegnung mit den Surrealisten, als er 1925 neben Hans Arp, Giorgio de Chirico, Max Ernst, Man Ray und Joan Miró in der Galerie Pierre in Paris ausstellte. Surrealistisch inspirierte Werke sind beispielsweise Schlafende Frau im Armsessel, 1927 und die Sitzende Badende am Meeresstrand, 1930. Im engeren Sinn kann Picasso jedoch nicht dem Surrealismus zugerechnet werden.

Picasso war für die Surrealisten eine Symbolfigur der Moderne; in ihren Publikationen brachten sie zahlreiche Abbildungen seiner kubistischen und neoklassizistischen Werke und stellten diese in einen surrealistischen Zusammenhang. Picasso selbst sagte jedoch: „Manche nennen die Arbeiten, die ich in einer bestimmten Periode geschaffen habe, surrealistisch. Ich bin kein Surrealist. Ich bin nie von der Wahrheit abgewichen: Ich bin immer in der Wirklichkeit geblieben.“[57]

In den Jahren von 1930 bis 1937 schuf Picasso eine Serie von hundert Grafiken, die nach dem Verleger und Kunsthändler Vollard die Suite Vollard benannt wurde; dieser hatte sie bei dem Künstler in Auftrag gegeben. Picasso variiert darin Themen wie Künstler und Modell und das Minotaurus-Motiv. Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster erwarb 2001 die komplette Grafikfolge, die als Spitzenwerk gilt.[58]

Ein zentrales Thema wurde der Stierkampf, den Picasso 1935 in einer Folge von Radierungen darstellte. Die Minotauromachie verknüpft den antiken Minotauros-Mythos mit modernen Stierkampfszenen, die beispielsweise in der 1937 entstandenen Radierungsfolge Traum und Lüge Francos und seinem Monumentalgemälde Guernica anzutreffen sind. Die Minotauromachie ist ein Zitat seines Landsmanns Francisco de Goya, der seine Radierungsfolge Tauromaquia um 1815 schuf. Das Stierthema weist ebenfalls der Stierschädel aus dem Jahr 1942 auf, für den Picasso den Sattel und die Lenkstange eines Fahrrades so montierte, dass die Silhouette eines Stierkopfes zu erkennen ist.

Guernica

Hauptartikel: Guernica

Das erste Werk, das Picasso zum Thema des Spanischen Bürgerkriegs schuf, war Traum und Lüge Francos, eine Folge von 18 Aquatinta-Radierungen, die Picasso am 8. Januar 1937 begonnen hatte. Nach der Bombardierung Gernikas im April 1937 entstand unter diesem Eindruck das großformatige, rund dreieinhalb Meter hohe und fast acht Meter breite Wandbild Guernica, das zusammen mit Paul Éluards Gedicht Der Sieg von Guernica im Juni in der Pariser Weltausstellung im spanischen Pavillon ausgestellt war.[59]

Nach anfänglicher Kritik, die sich gerade an seiner mangelnden politischen Eindeutigkeit festmachte, wurde es in der Rezeption zum berühmtesten Antikriegsbild des 20. Jahrhunderts erklärt – in weitem Abstand folgen die Bilder von George Grosz und Otto Dix über den Ersten Weltkrieg.[60] Einige Schlüsselfiguren aus dem Gemälde, wie die Weinende Frau und das Sterbende Pferd, finden sich in seinen späteren Werken wieder. Ebenfalls 1937 entstand eine Folge von hundert Radierungen, die Suite Vollard, die der Kunsthändler Vollard selbst verlegte.

Spätwerk nach 1945

„Warum, glauben Sie, datiere ich alles, was ich mache? Weil es nicht genügt, die Arbeiten eines Künstlers zu kennen, man muss auch wissen, wann, warum, wie und unter welchen Bedingungen er sie schuf […] es ist mir wichtig, der Nachwelt eine möglichst vollständige Dokumentation zu hinterlassen […] Nun wissen Sie, warum ich alles, was ich mache, datiere.“

Pablo Picasso, 1943[61]

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich Picassos Stil erneut, indem er die Kunst der alten Meister neu interpretierte und den Wettstreit mit ihnen suchte. Ab November 1944 wandte er sich, nach ersten Lithografien der Jahre 1919 bis 1930, in der Werkstatt von Fernand Mourlot in Paris erneut der Technik der Lithografie zu.[62] Mit dieser Technik schuf er eine Folge von Werken nach Francisco de Goya, Nicolas Poussin, Édouard Manet, Gustave Courbet, El Greco, Lucas Cranach und Eugène Delacroix sowie nach Diego Velazquez’ Gemälde Las Meninas. In diesem Werk aus dem Jahr 1957 mit seinen 44 Interpretationen[63] ersetzte Picasso die Dogge des spanischen Königs durch seinen Dachshund Lump. Das Werk ist im Museu Picasso in Barcelona ausgestellt.[64] Die Nachschöpfungen zeichnen sich durch formalen Witz und inhaltliche Ironie aus. Die „Zitatkunst“ nahm er hiermit vorweg, sie sollte in den 1960er Jahren sehr verbreitet werden.[65]

Motive des Stiers und des Stierkampfes als traditionell spanisches Thema ziehen sich durch Picassos gesamtes Werk. Einen besonderen Platz nehmen die Szenen in seinem grafischen Werk ein. Die 1957 entstandene Folge La Tauromaquia in 26 Aquatinta-Radierungen entstand als Illustration zum ersten Lehrbuch der Stierkampfkunst, La Tauromaquia, o arte de torear, ein Buch aus dem Jahre 1796, dessen Autor einer der bekanntesten Stierkämpfer seiner Zeit war, der Torero José Delgado y Galvez, genannt Pepe Illo.[66]

1968 entstanden zwei weitere große Radierfolgen: Maler und Modell sowie Die Liegenden, die nochmals die zentralen Themen seines Werkes aufnahmen: Zirkus, Stierkampf und erotische Motive.

Selbstporträts von Picasso sind selten: „Mit meinem Gesicht habe ich mich wirklich nicht oft beschäftigt.“ Stattdessen zeigte sich Picasso in verschlüsselten Selbstbildnissen, versteckt in Harlekinen, Jünglingen und Greisen sowie in den Porträts von Rembrandt und Balzac (1952).[67] Gegen Ende seines Schaffens entstanden jedoch eine Reihe von Selbstbildnissen. Im April 1972 schuf Picasso Der junge Maler. Mit wenigen schlichten Strichen, die im Gegensatz zu den expressiven, pastos gemalten Werken der vergangenen Jahre stehen, porträtiert er sich mit breitkrempigen Hut, den Pinsel locker in der Hand haltend, vielleicht ein Versuch angesichts des Todes, wieder der kleine Pablo Ruiz zu sein.[68] Im Juni folgte ein weiteres Selbstporträt, das ihn als alten Mann zeigt und auf dem er den Betrachter mit schreckgeweiteten Augen anstarrt.

Mit dem Bild Die Umarmung, das am 1. Juni 1972 entstand, endete Picassos malerisches Werk; bis zu seinem Tod am 8. April 1973 zeichnete Picasso nur noch – es waren nicht weniger als zweihundert Bilder. Zwei Farben dominieren die Liebesszene: Blau und Rosa. Picasso greift hier noch einmal auf die Grundlagen seiner Kunst zurück: auf die Todesbilder, den Liebesrausch, die melancholische Blaue Periode und die spielerische Rosa Periode. In diesem letzten Bild rast eine blaue Welle auf ein Paar zu, das kaum zu erkennen ist; es ist nur aus dem Titel abzuleiten. Ein ekstatisches Knäuel aus Körper- und Geschlechtsteilen beherrscht das Bild.[69]

Gebrauchsgrafik, Buchillustrationen

Picasso war ferner in der Gebrauchsgrafik tätig – Herstellung von Pressezeichnungen, Plakaten und Buchillustrationen sowie mit Entwürfen für Kalenderbilder, Karten und Notenheften. Die gebrauchsgrafischen Arbeiten dienten zunächst noch dem Broterwerb des jungen Künstlers, später entstanden sie als Gefälligkeiten für befreundete Schriftsteller, Komponisten, Verleger und Galeristen.[70] Sein bekanntestes Plakat ist die Friedenstaube für den Pariser Weltfriedenskongress im Jahr 1949. Für die Friedenstaube, die zum weltweit bekannten Symbol wurde, schuf Picasso etwa hundert Zeichnungen; ihre Gestaltung beruht auf impressionistischen Stilmitteln. Im April 1949 wurde die Friedenstaube erstmals auf dem Pariser Kongress, dem „Congrès mondial des partisans de la paix“ ausgestellt. Weitere Tauben folgten für die Kongresse in Warschau und Wien.[71]

Er widmete sich in Vallauris neben der Keramik der Technik des Linolschnitts, den er zusammen mit dem Drucker Hidalgo Arnera ausführte. Plakate für Stierkämpfe und Keramikausstellungen der Gemeinde waren seine ersten Werke.

Picasso illustrierte Werke aus der griechischen Antike bis zu zeitgenössischer Literatur in bibliophilen Ausgaben. André Bretons Clair de terre aus dem Jahr 1923 enthält seine ersten Buchillustrationen, es folgten Abbildungen für Werke von Luis de Góngora, Francesco Petrarca, Tristan Tzara und Antonin Artaud. Das bekannteste Werk ist das von Vollard 1931 herausgegebene Le Chef d’Œuvre Inconnu (Das unbekannte Meisterwerk) von Honoré de Balzac mit Illustrationen des Künstlers. Mit dem Protagonisten Frenhofer, einem Maler, verband ihn der Beruf und die Straße, in der jener gelebt hatte – die Rue des Grands-Augustins.

Das bildhauerische Werk

Als nichtausgebildeter Bildhauer schuf Picasso zwischen den Jahren 1909 und 1930 Skulpturen, die einen großen Einfluss auf die Bildhauerei des 20. Jahrhunderts haben sollten. Dreidimensionale Arbeiten begleiteten sein ganzes Werk und dienten ihm als Experimentierfeld für sein malerisches Schaffen. Seine Innovationen verfolgte er nicht weiter, sie dienten jedoch zeitgenössischen Bildhauern als Anregung wie beispielsweise den Futuristen, den Dadaisten und den Konstruktivisten.[72]

Picassos früheste Skulptur ist die kleine Bronze Sitzende Frau von 1902, die er modellierte, als er gut 20 Jahre alt war. Seine erste bedeutende Skulptur war der annähernd lebensgroße Frauenkopf (Fernande) aus dem Sommer 1909, der im Zusammenhang mit Bildern von Fernande entstand, die nach der Auseinandersetzung mit Cézannes Spätwerk bereits einen neuen, nichtperpektivischen Bildaufbau, eine reduzierte Farbplatte und Formzerlegung aufwiesen. Bis zum Jahr 1912, als die erste Collage, Stillleben mit Rohrstuhlgeflecht geschaffen wurde, entstanden keine weiteren Plastiken. Im selben Jahr schuf er die Montage Gitarre, eine „Konstruktion“ aus zusammengeleimten, mit Schnüren versehenen Kartonstücken.

Picasso-Skulptur ohne Titel in Chicago aus dem Jahr 1967

Aus dem Jahr 1914 stammt die 6-Serie der Absinthgläser, bestehend aus kubistisch geformten Glas aus Bronze, dem ein echter Absinthlöffel und ein unechtes Stück Zucker hinzugefügt wurde und die eine unterschiedliche Bemalung aufweisen – eine unkonventionelle Behandlung des Werkstoffs Bronze. Der echte Löffel erinnert an ein Ready-made von Marcel Duchamp.[73] Ab 1923 arbeitete Picasso mit seinem Freund, dem Bildhauer Julio González, zusammen, der ihn mit den verschiedenen Möglichkeiten der bildhauerischen Gestaltung weiter vertraut machte.

In den Jahren 1928 und 1929 entstanden die Eisen- und Drahtskulpturen, von denen eines seiner Schlüsselwerke die Drahtkonstruktion (Denkmal für Guillaume Apollinaire) ist; sie wurde in Paris Ende 1928 geschaffen. In seiner Werkphase zu Beginn der 1930er Jahre schuf Picasso Skulpturen in realistischer Ausformung wie den Frauenkopf (Marie Thérèse), 1931, der auf die Liebesbeziehung mit seiner neuen Partnerin Marie-Thérèse Walter verweist. Zu weiteren plastischen Werken gehören beispielsweise Mann mit Ziege, 1944, sowie die monumentale Plastik ohne Titel aus dem Jahr 1967 in Chicago auf dem Daley Plaza; die Bürger bezeichnen sie als Chicago Picasso, und sie wird gelegentlich mit einem Vogel oder Frauenkopf verglichen.[74]

Bühnenbilder und -vorhänge, Kostüme

Schon in frühen Jahren hatte Picasso das Theater als Inspirationsquelle für seine Kunst entdeckt. Ab 1905 hatte er den melancholischen Harlekin und traurige Artisten als Motive seiner Gemälde gewählt. Die Auseinandersetzung mit dem Theater zieht sich durch sein gesamtes Werk. Im Jahr 1917 schuf Picasso sechs Bühnenbilder, den Bühnenvorhang und die Kostüme für Sergei Djagilews Balletts Russes; 1919 folgten Bühnenbilder für Manuel de Fallas Oper Der Dreispitz, 1920 für Igor Strawinskis Pulcinella und 1924 für Erik Saties Ballett Les Aventures de Mercure. Die Frankfurter Schirn zeigte Anfang 2007 mehr als 140 Werke: Entwürfe für Bühnenbilder, Fotografien, Kostüme, Bühnenvorhänge, Zeichnungen und Gemälde. Viele originale Bühnenbilder und Kostüme sind jedoch zerstört oder verschollen. Von den ursprünglichen Choreografien existieren oft nur noch wenige Schwarz-Weiß-Fotografien.[75]

Keramik

Ab dem Frühjahr 1947 bezog Picasso ein Atelier in dem französischen Ort Vallauris, nachdem er im Jahr zuvor bei der jährlichen Töpferausstellung zufällig Suzanne und Georges Ramie, die Eigentümer einer Keramikfabrik, der Werkstatt Madoura, getroffen hatte. Picasso unternahm seine ersten Versuche mit Keramik und beschloss, sich dieser Kunst zu widmen. Seine Vorgehensweise war unorthodox. Er schuf Faune und Nymphen aus dem Ton, goss die Erde wie Bronze, dekorierte Platten und Teller mit seinen bevorzugten Motiven wie Stierkampf, Frauen, Eulen, Ziegen, benutzte ungewöhnliche Unterlagen (Pignates-Scherben, Brennkapseln oder zerbrochene Ziegel) und erfand eine weiße Tonmasse aus nicht emaillierter, mit Reliefs versehener Keramik. Innerhalb von zwanzig Jahren schuf Picasso eine große Anzahl keramischer Originalwerke.[76]

Fotografie

Obwohl sich Picasso selbst wenig mit der Fotografie befasste, wusste er die Möglichkeiten des Mediums durchaus für seine künstlerischen Experimente zu nutzen. So entstand 1949 in Vallauris in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Gjon Mili eine Serie von Lichtmalereien, sogenannte Luminografien. Picasso tauschte dazu einfach den Zeichenstift mit einer Taschenlampe und malte in einem abgedunkelten Raum vor Milis Kamera Figuren in die Luft. Durch die Langzeitbelichtung wurden Picassos Lichtbahnen erst auf dem Foto als „Luminogramme“ deutlich.[77][78]

Das literarische Werk

Neben seinem bildnerischen Werk hinterließ Pablo Picasso Dutzende von Gedichten.[79] Seine Texte finden sich in der Literaturliste unter: Peter Schifferli: Pablo Picasso. Wort und Bekenntnis. Die gesammelten Dichtungen und Zeugnisse. Picasso ist ebenfalls als Dramatiker in Erscheinung getreten. Unter dem Eindruck der deutschen Besatzung von Paris und eines harten Winters entstand 1941 in nur wenigen Tagen das Stück Le désir attrapé par la queue, das zuerst in der Zeitschrift Message erschien und am 14. März 1944 unter der Regie von Albert Camus in der Wohnung von Michel Leiris unter Mitwirkung von Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre, Raymond Queneau, Dora Maar und anderen szenisch gelesen wurde. Seine Erstaufführung erlebte es 1950 im Londoner Watergate Theatre.[80]

Paul Celan übersetzte dieses Drama unter dem Titel Wie man Wünsche beim Schwanz packt ins Deutsche. Seine deutschsprachige Erstaufführung fand 1956 in einem kleinen Berliner Theater unter der Regie von Daniel Spoerri und der Mitwirkung unter anderem von Meret Oppenheim (Bühnenbild und Kostüme) statt.[80] Veit Relin bearbeitete das Stück 1962 für das Fernsehen. Der WDR schrieb anlässlich der vom SDR 1980 produzierten Hörspielversion dieser „dadaistischen, erotischen Komödie“: „Das vom Geist der Psychoanalyse inspirierte Stück ist eine (aber)witzige Collage absurder Szenen und surrealer Begegnungen eines Dichters, in der Traumbilder und Elemente der realen Welt zu einer befremdlichen Synthese verschmelzen.“

1948 schrieb Picasso ein weiteres Schauspiel Les quatre petites, das unter dem Titel Vier kleine Mädchen ins Deutsche übersetzt und 1981 in London uraufgeführt wurde.[81]

Rezeption

Zeugnisse von Zeitgenossen

Picassos Landsmann Salvador Dalí reiste 1926 zum ersten Mal nach Paris und besuchte Picasso. „Als ich bei Picasso ankam, war ich so tief bewegt und voller Respekt, als hätte ich eine Audienz beim Papst“.[82] Im Jahr 1934 lieh Picasso Dalí das Geld für eine Überfahrt in die USA, das Dalí nie zurückzahlen sollte. Die Wertschätzung sollte sich später ändern, sie wurden Konkurrenten und Dalí im Gegensatz zu Picasso ein Anhänger Francisco Francos. Bekannt wurde Dalís Ausspruch:

„Picasso es pintor, yo también; Picasso es español, yo también; Picasso es comunista, yo tampoco.“
(„Picasso ist Maler, ich auch; Picasso ist Spanier, ich auch; Picasso ist Kommunist, ich auch nicht.“[83]

Der surrealistische Schriftsteller André Breton lobt in seiner Schrift Der Surrealismus und die Malerei aus dem Jahr 1928 den Künstler: „Man muß bar sein allen Vorstellungsvermögens von der außerordentlichen Prädestination Picassos, um auch nur zu wagen, ein Nachlassen bei ihm zu befürchten. O Picasso, der Du den Geist bis zu seinem höchsten Grade nicht des Widerspruchs, aber der Befreiung getrieben hast […].“ Der Galerist Ambroise Vollard berichtet in seiner Schrift Erinnerungen eines Kunsthändlers 1936 über die Reaktion des Publikums anlässlich der Ausstellungen seiner Werke: „Jedes neue Werk Picassos entsetzt das Publikum, bis das Erstaunen sich in Bewunderung verwandelt.“

Picassos Künstlerkollege Maurice de Vlaminck äußert sich 1942 kritisch: „Er zieht keinen Strich, legt keine Farbe auf, ohne an ein Original zu erinnern. Giorgione, El Greco, Steinlen, Lautrec, griechische Masken und Figurinen: Er benutzt alles […] Das einzige, was Picasso nicht fertigbringt: einen ‚Picasso‘, der von Picasso stammt“ (Nachdruck in „Mein Testament“, 1959). Max Ernst dagegen bewundert Picasso in einem Interview des Spiegel im Jahr 1970 mit den Worten: „Picasso, gegen den kann doch niemand ankommen, der ist doch das Genie.“[84]

Ausstellung in der Sowjetunion

Picassos Werk konnte lange Zeit in der Sowjetunion nicht gezeigt werden, trotz Guernica und der Friedenstaube – und trotz seiner KP-Mitgliedschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Er fiel unter das Verdikt des „Formalismus“ und „Kosmopolitismus“. Erst in der Tauwetter-Periode 1956 gelang es Ilja Ehrenburg, eine große Picasso-Ausstellung im Moskauer Puschkin-Museum durchzusetzen. „Zwei volle Wochen lang wartete vor dem Puschkin-Museum vom frühen Morgen bis zur Schließung eine gigantische Schlange, und die Miliz war genötigt, die Besucher in kleine Gruppen einzuteilen, denn die Glücklichen, die in die Ausstellung kamen, wollten nicht gehen und es gab keinen Platz mehr in den Fluren“, berichtete Wladimir Slepian, ein junger abstrakter Maler, der die Picasso-Ausstellung als „das wichtigste einzelne Ereignis“ in seinem künstlerischen Leben und in dem vieler junger Sowjetkünstler bezeichnete. [85]

Der Mythos Picasso

„Jede Unterhaltung mit dem Piloten ist verboten.“

Pablo Picasso[86]

Kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts war so umstritten und gleichzeitig so berühmt wie Picasso, keiner wurde so oft zum Thema in Dichtungen oder Filmen. Auch Picassos Vater soll dem Sohn die Ehre erwiesen haben wie das von Sabartés wiedergegebene Zitat Picassos zeigt: „Da gab er mir seine Farben und seine Pinsel und hat nie mehr gemalt“. Der Vater soll dies zu einem Zeitpunkt getan haben, als der junge Pablo von ihm nichts mehr lernen konnte.[87]

2002 zeigte das Bucerius Kunst Forum in Hamburg die Ausstellung „Picasso und die Mythen“. Petra Kipphoff rezensierte in der Zeit: „Picasso und die Frauen, Picasso und die Kinder, Picasso und der Tod, Picasso und der Krieg, Picasso, der Maler, der Plastiker, der Zeichner, der Grafiker: Kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts ist so viel ausgestellt, so extensiv publiziert und kommentiert worden. Wenn jetzt das Bucerius Kunst Forum […] seine Eröffnung mit einer Ausstellung Picasso und die Mythen feiert, dann stellt sich Verwunderung ein. Denn Picassos Werk wurde in fast jeder Phase von Mythen animiert oder geprägt. […] Für den Spanier und bekennenden Macho Pablo Picasso aber war der Stier der Fixpunkt der Mythen und die präferierte andere Identität. Der Minotaurus, Ergebnis eines sorgfältig vorbreiteten Seitensprungs der kretischen Königin Pasiphae mit einem Stier, ist der Anfang aller Männlichkeitssagen. Picasso hat ihn nicht nur immer wieder zitiert, sondern spielt selber auch mit der Doppelrolle von Mann und Stier, mal heiter, mal aggressiv. Und dass der Mythos der Vorzeit sich auch seine Bestätigung auf der Straße im 20. Jahrhundert holen kann, zeigt der berühmte Stierschädel von 1942, bei dem Picasso den Sattel und die Lenkstange eines Fahrrades so montierte, dass in der Tat die Silhouette eines Stierkopfes sichtbar wird.“[88]

„Hommage à Picasso“

69 Exponate zeitgenössischer Künstler, die Picasso und sein Werk zitieren, zeigte eine Ausstellung mit dem Titel „Hommage à Picasso“ im Jahr 2003 anlässlich der 1000-Jahresfeier der Stadt Kronach. Die Künstler hatten ihm ihre künstlerische Reverenz zu seinem 90. Geburtstag im Jahr 1971 erweisen wollen, daher stammen die präsentierten Linolschnitte, Radierungen und Lithografien aus den Jahren 1971 bis 1975. Die Werke schufen beispielsweise Henry Moore, Max Bill, Allen Jones, Robert Motherwell, Jacques Lipchitz, Giacomo Manzù, Pierre Alechinsky, Joseph Beuys, Roy Lichtenstein, Michelangelo Pistoletto, Richard Hamilton, Walter De Maria, Hans Hartung und viele andere renommierte Künstler, die mit ihrer spezifischen künstlerischen Formensprache Picasso ehrten.[89]

Dem im Jahr 1973 entstandenen Werk Joan Mirós unter dem Titel Hommage à Picasso gingen bereits im Jahr 1912 Juan Gris’ und 1914 Paul Klees gleichnamige Bilder voran.

Die Deutsche Guggenheim zeigte vom 4. Februar bis zum 23. April 2006 eine von der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven als Auftragsarbeit aktualisierte und erweiterte Version ihrer Arbeit Hommage à Picasso aus den Jahren 1995/96. Darboven stellte 9720 Schriftblätter in 270 Rahmen in einer Rauminstallation eine Kopie von Picassos Gemälde Sitzende Frau im türkischen Kostüm gegenüber, – sein Original entstand 1955 – die durch eine Serie von Skulpturen, einer bronzenen Büste Picassos bis hin zu aus Birkenzweigen geflochtenen Eseln komplettiert wurde. Ein weiterer Teil der Arbeit war Opus 60, eine während der Ausstellung aufgeführte musikalische Komposition; es handelt sich um eine Zahlenkonstruktion, die nach einem von Darboven entwickelten Schlüssel in Notenwerten gelesen und als Sinfonie für 120 Stimmen umgesetzt wird.[90]

Neubewertung von Picassos Spätwerk

Nachdem bereits 1992/93 die Hamburger Kunsthalle, die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München und die Neue Nationalgalerie, Berlin in der Ausstellung „Picasso, Die Zeit nach Guernica 1937–1973“ das Spätwerk des Künstlers zeigten, fand anlässlich von Picassos 125. Geburtstag in Ausstellungen der Albertina, Wien und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, unter dem Titel „Picasso – Malen gegen die Zeit“ im Jahr 2006 eine Neubewertung von Picassos Spätwerk statt, das lange Zeit in der Kritik gestanden hatte. „Unzusammenhängende Schmierereien, ausgeführt von einem rasenden Greis im Vorzimmer des Todes“, urteilten einst selbst wohlwollende Kritiker über das verstörende wilde Spätwerk Picassos. Rasend war vor allem die Produktionswut des spanischen Malgenies. In seiner Villa bei Mougins malte Picasso gegen das Altern an: Von September 1970 bis Mai 1972 entstand alle drei Tage ein Gemälde.[91]

Den Katalog zur Ausstellung gab Werner Spies heraus, ehemaliger Direktor des Pariser Centre Georges Pompidou, der Picasso persönlich gekannt hatte und als ausgezeichneter Experte seines Werkes gilt. „Pablo Picasso hat die Kunst des 20. Jahrhunderts so nachhaltig geprägt wie kein zweiter. Unter den zahlreichen Phasen und Stilperioden in seinem Schaffen nimmt das Alterswerk eine besondere Stellung ein. Seine späten Bilder, die mit allen Fasern an Sinnlichkeit und Umarmung hängen, die Kuss und Kopulation in Großaufnahmen zeigen, sind geprägt von einer großen Rastlosigkeit, die darauf zielt, den Tod zu exorzieren. Den meisterhaft schnellen, ‚wilden‘ Gemälden stehen technisch akribisch ausgeführte Zeichnungen gegenüber, in denen eine einzigartige Erzählfreude vorherrscht. Anhand von fast 200 Werken – Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken und Skulpturen – die besondere Arbeitsweise und Dialektik von Picassos später Kunst. Vor allem der spannungsvolle Dialog von Malerei und Zeichnung, entwickelt in den Jahren in Mougins, zeigt den größten Künstler des 20. Jahrhunderts im Wettlauf mit der ihm noch verbleibenden Zeit.“ [92]

Film und Theater

Der französische Filmregisseur Henri-Georges Clouzot brachte 1956 unter dem Titel Picasso (Le Mystere Picasso) einen im Reportage-Stil hergestellten Dokumentarfilm über Pablo Picasso und dessen Arbeitsweise in die Kinos. In Jean Cocteaus Film aus dem Jahr 1960, Le Testament d’Orphée (Das Testament des Orpheus), hatte Picasso einen Cameo-Auftritt. Im Jahr 1996 entstand die Filmbiografie Mein Mann Picasso (Surviving Picasso), in der Sir Anthony Hopkins den Maler verkörperte. Der Film spielt in den zehn Jahren von 1943 bis 1953, als Gilot Picassos Lebensgefährtin war.

Picassos Bild Mädchen mit Taube spielt eine zentrale Rolle in der von Adolf Kabatek ersonnenen Disney-Geschichte Picasso-Raub in Barcelona (1985), ein Comic, in der Dagobert Duck mit seiner Verwandtschaft allerlei Abenteuer in und um Barcelona erleben. In dem 184-minütigen Dokumentarfilm 13 Tage im Leben von Pablo Picasso (Frankreich 1999, ARTE-Edition/absolut Medien), hergestellt von Pierre Daix, Pierre Philippe und Pierre-André Boutang, werden dreizehn Tage, die Wendepunkte in Picassos Leben darstellen, anhand von Kunstwerken, Skizzenbüchern, Gesprächen und Filmausschnitten dokumentiert.

Der anderthalbstündige Fernsehfilm Matisse & Picasso: A Gentle Rivalry entstand im Jahr 2000; er befasst sich mit den Porträts der zwei „Giganten“ in der Kunst des 20. Jahhrhunderts. Er zeigt unter anderem selten veröffentlichte Fotografien ihrer Gemälde und Skulpturen sowie Fotos und Filme der beiden Künstler aus Archiven, die sie bei der Arbeit zeigen. Geneviève Bujold ist die Stimme von Françoise Gilot, Robert Clary ist Matisse und Miguel Ferrer Picasso. Die mit einem nationalen Emmy ausgestattete Produktion stammt von KERA-Dallas/Fort Worth/Denton in Zusammenarbeit mit dem Kimbell Art Museum, Fort Worth, Texas.[93]

In dem Theaterstück des irischen Autors Brian McAvera Picassos Frauen (Picasso’s Women) erzählen acht Frauen aus Picassos Leben in Monologform im Rahmen einer fiktiven Pressekonferenz von ihrem Leben mit dem Künstler in der Reihenfolge der Bekanntschaft mit Picasso: Zunächst spricht Fernande Olivier, gefolgt von Eva Gouel, Gabrielle Lespinasse, Olga Chochlowa, Marie-Thérèse Walter, dann Dora Maar, Françoise Gilot und zuletzt Jacqueline Roque. Die Buchausgabe erschien 1998. Im Jahr 2008 fanden Aufführungen in Form einer Tournee statt.[94]

Fälschungen auf dem Kunstmarkt

Wie beispielsweise die Werke seines Landsmanns Dalí blieben ebenso Picassos Werke nicht von Fälschungen verschont. Bereits im Jahr 1974 drehte Orson Welles die Dokumentation F for fake, in der er Kunstfälscher porträtierte; unter ihnen ist der ungarischen Maler Elmyr de Hory, der serienweise „Picassos“ täuschend ähnlich kopierte. Einige davon fanden Eingang in namhafte Kunstmuseen.[95]

Bei Internetauktionen der letzten Jahre sind weltweit gefälschte Reproduktionen Picassos aus seiner Vollard-Suite verkauft worden. Sie wurden als original signierte Picasso-Werke als spezielle Ausgabe „Zur Erinnerung an den 80. Geburtstag des Tour Eiffel 1969“ angeboten.[96]

Das Graphikmuseum Pablo Picasso in Münster zeigte im Jahr 2007 unter dem Motto „Wa(h)re Lügen“ Kunstfälschungen, unter anderem von Picasso, Dalí, Chagall und Miró. Bei den teils täuschend echt aussehenden Fälschungen der klassischen Moderne und des Expressionismus handelt es sich um über Jahrzehnte gesammelte Asservaten des Landeskriminalamtes (LKA) Baden-Württemberg.[97]

Ausstellungen (Auswahl)

  • Werke von Pablo Picasso wurden in der Galerie 291 (1911), der Armory Show (1913), der documenta 1 (1955), der documenta II (1959), der documenta III (1964), der documenta 6 (1977) und der documenta 8 im Jahr 1987 in Kassel ausgestellt.
  • 1939: Retrospektive im Museum of Modern Art, New York
  • 1955/56: Große Ausstellungen in München, Köln und Hamburg
  • 1971: Erste Retrospektive eines lebenden Künstlers im Louvre
  • 1986: Picasso  –  Pastelle, Zeichnungen, Aquarelle, Düsseldorf, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Tübingen, Kunsthalle (Katalog von Werner Spies bei Hatje)
  • 1993: Picasso. Die Zeit nach Guernica 1937–1973. München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
  • 2006: Ausstellungen zum 125. Geburtstag über Weblink[98]
  • 2007: Picasso  –  Malen gegen die Zeit, Alterswerk (Malereien, Grafiken). Albertina, Wien und Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
  • 2007: Goya und Picasso – Tauromaquia. Wallraf-Richartz-Museum, Köln[99]
  • 2008: Ausstellungen des Jahres über Weblink[100]
  • 2009: Picasso et les maîtres. Grand Palais, Paris, 8. Oktober 2008 bis 2. Februar 2009

Werke (Auswahl)

Picassos Werke finden sich chronologisch geordnet im On-Line Picasso Project unter dieser Webseite: Picasso – Artworks

Picassoskulptur bei Kristinehamn, Schweden
Der Frauenkopf von Picasso in Halmstad, Schweden
Nach einem kleinen Original (1962) vergrößerte Picassoskulptur am Kunstmuseum Basel (Neue Fassung von 2007)

Bildnerisches Werk

  • um 1889: Der Picador, Öl auf Holz, 24 × 19 cm, The Picasso Estate Abb.
  • 1897: Wissenschaft und Barmherzigkeit, Öl auf Leinwand, 197 × 249,5 cm, Museo Picasso, Barcelona Abb.
  • 1901: Evokation – Das Begräbnis Casagemas, Öl auf Leinwand, 150 × 90 cm, Musée d’art moderne de la Ville de Paris Abb.
  • 1902: Die beiden Schwestern, Öl auf Leinwand, 152 × 100 cm, Eremitage, Sankt Petersburg
  • 1903: Das Leben (La Vie), Öl auf Leinwand, 197 × 127 cm, Cleveland Museum of Art
  • 1904: Das karge Mahl, Radierung, 46,3 × 37,7 cm, Ulmer Museum, Ulm
  • 1904: Die Büglerin, Öl auf Leinwand, 116 × 73 cm, The Solomon R. Guggenheim Museum, New York Abb.
  • 1904: Frau mit Krähe, Holzkohle, Pastel und Aquarell auf Papier, 64,6 × 49,5 cm, Toledo Museum of Art
  • 1905: Sitzender Harlekin, Aquarell und Tusche auf Karton 57,2 × 41,2 cm Sammlung Berggruen, Berlin
  • 1905: Junge mit Pfeife, Öl auf Leinwand, 100 × 81,3 cm, Privatbesitz Abb.
  • 1905: Die Gaukler (Les Saltimbanques), Öl auf Leinwand, 212 × 229 cm, National Gallery of Art, Washington Abb.
  • 1906: Bildnis Gertrude Stein, Öl auf Leinwand, 100 × 81 cm, The Metropolitan Museum of Art, New York Abb.
  • 1906: Selbstbildnis, Öl auf Leinwand, 93 × 73 cm, The Philadelphia Museum of Art
  • 1907: Les Demoiselles d’Avignon, Öl auf Leinwand, 243,9 × 233,7 cm, Museum of Modern Art, New York
  • 1908: Die große Dryade, Öl auf Leinwand, 185 × 108 cm, Eremitage, St. Petersburg
  • 1910: Porträt Ambroise Vollard, Öl auf Leinwand, 92 × 65 cm, Puschkin-Museum, Moskau Abb.
  • 1910: Bildnis Daniel-Henry Kahnweiler, Öl auf Leinwand, 101 × 73 cm, The Art Institute of Chikago
  • 1910: Frau mit Senftopf, Öl auf Leinwand, etwa 29 × 24 cm, Gemeentmuseum, The Hague Abb.
  • 1919: Schlafende Bauern, Tempera, Aquarell und Bleistift, 31,1 × 48,9 cm, Museum of Modern Art, New York
  • 1921: Die drei Musikanten, Öl auf Leinwand, 201 × 223 cm, Museum of Modern Art, New York
  • 1921: Drei Frauen am Brunnen, Aquarell auf Papier, 23,5 × 34 cm, Privatsammlung
  • 1923: Die Flöte des Pan, Öl auf Leinwand, 205 × 174,5 cm, Musée Picasso, Paris Abb.
  • 1924: Paolo als Harlekin, Öl auf Leinwand, 130 × 97 cm, Musée Picasso, Paris
  • 1925: Die Umarmung (Der Kuss), 130,5 × 97,7 cm, Musée Picasso, Paris Abb.
  • 1926: Das Atelier der Modistin, Öl auf Leinwand, 172 × 256 cm
  • 1927: Sitzende Frau, Öl auf Holz, 130 × 97 cm, The Museum of Modern Art, New York
  • 1930: Sitzende Badende am Meeresstrand, Öl auf Leinwand, 163,2 × 129,5 cm, The Museum of Modern Art, New York Abb.
  • 1932: Mädchen vor dem Spiegel, Öl auf Leinwand, 162,5 × 130 cm, The Museum of Modern Art, New York
  • 1932: Der Traum, Öl auf Leinwand, 130 × 98 cm, Sammlung Sally Ganz
  • 1935: Interieur mit zeichnendem Mädchen, Öl auf Leinwand, 130 × 195 cm, Museum of Modern Art, New York
  • 1937: Bildnis Dora Maar, Öl auf Leinwand, 92 × 65 cm, Musée Picasso, Paris Abb.
  • 1937: Die weinende Frau, Tate Modern, London Abb.
  • 1937: Guernica, Öl auf Leinwand, 349,3 × 776,6 cm, Museo Reina Sofia, Madrid Abb.
  • 1939: Nächtlicher Fischfang in Antibes, Öl auf Leinwand, 205,7 × 345,4 cm, Museum of Modern Art, New York
  • 1941: Dora Maar mit Katze (Dora Maar au Chat), Öl auf Leinwand, 130 × 97 cm, Privatbesitz
  • 1945: Das Beinhaus, Öl auf Leinwand, 199,8 × 250,1 cm, Museum of Modern Art, New York
  • 1946: La femme-fleur (Woman-Flower), Porträt von Francoise Gilot, Öl auf Leinwand, 146 × 89 cm, Collection Particuliére
  • 1951: Massaker in Korea, Öl auf Leinwand, 109,5 × 209,5 cm, Musée Picasso, Paris
  • 1954: Porträt von Sylvette, Öl auf Leinwand, 81 × 65 cm, Privatbesitz Abb. Bildauswahl aus einer Porträtreihe Sylvette
  • 1956: Das Atelier „La Californie“ in Cannes, Öl auf Leinwand, 89 × 116 cm, Musée Picasso, Paris
  • 1957: Las Meninas nach Velazquez, Öl auf Leinwand, 194 × 260 cm, Museo Picasso, Barcelona Abb.
  • 1958: Der Sturz des Ikarus, 800 × 1000 cm, Wandgemälde UNESCO, Delegates' Lobby, Paris Abb.
  • 1961: Frühstück im Freien nach Manet, Öl auf Leinwand, 60 × 73 cm, Museum Ludwig, Köln Abb.
  • 1963: Frau mit Spiegel, Öl auf Leinwand, 116 × 89 cm, Privatbesitz
  • 1965: Nackte Frau, Öl auf Leinwand, 115,8 × 88,5 cm, Christie’s, London
  • 1969: Zwei Kämpfer III, roter Filzstift auf Papier, 11,7 × 18,4 cm, Sotheby’s, London
  • 1961: Mann mit Pfeife, Öl auf Leinwand, 130,2 × 97,2 cm, Sotheby’s, London
  • 1972: Der junge Maler III, Öl auf Leinwand, 91 × 72,5 cm, Musée Picasso, Paris
  • 1972: Selbstporträt, Wachsstift auf Papier, 65,7 × 50,5 cm, Fuji Television Gallery, Tokio Abb.
  • 1973: Sitzender Mann, rote Kreide auf Papier, 33,7 × 26,7 cm, Sotheby’s, London

Bildhauerisches Werk

  • 1905: Der Hofnarr, Bronze, 40 × 35 × 22 cm, Privatsammlung
  • 1909: Kopf von Fernande, Bronze, 41,3 cm hoch, Musée Picasso, Paris Abb.
  • 1928: Drahtkonstruktion (Denkmal für Guillaume Apollinaire), Metalldraht, 50,5 × 40,8 × 18,5 cm, Musée Picasso, Paris
  • 1929–30: Frau in einem Garten, Bronze, 210 × 117 × 82 cm, Sammlung Paloma Picasso Lopez, Paris
  • 1932: Kopf einer Frau, Bronze, 128,5 × 54,5 × 62,5 cm, Musée Picasso, Paris
  • 1934: Frau mit Blättern, Bronze, 38 × 18,7 × 25,8 cm, Musée Picasso, Paris
  • 1943: Kopf eines Stiers, Assemblage aus Fahrradsitz und Fahrradgriff, 33,5 × 43,5 × 19 cm, Musée Picasso, Paris
  • 1943: Totenkopf, Bronze, 25 × 21 × 31 cm, Musée Picasso, Paris
  • 1944: Mann mit Schaf, Bronze, 220 × 78 × 72 cm, Philadelphia Museum of Art, Philadelphia
  • 1950: Frau mit verschränkten Armen, Bronze, 34 × 10 × 10 cm, Sammlung Paloma Picasso Lopez, Paris
  • 1951: Pavian mit Jungem, Bronze, 53,3 × 33,7 × 42,7 cm, The Museum of Modern Art, New York
  • 1952–53: Lesende Frau, Bronze bemalt, 15,5 × 35,5 cm, Privatsammlung, Paris
  • 1959: Der Arm, Bronze, 57,8 × 16,5 × 16 cm, Hirschhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institution, Washington, D.C.
  • 1962: Kopf, Eisen, Metall, 105 × 70 × 48 cm, The Art Institute of Chicago, Chicago
  • 1964: Sitzender Faun, Glas, handgeblasen, 11,5 cm, Sotheby’s, London
  • 1972: Monument, 395,3 × 149,2 × 319,3 cm, The Museum of Modern Art, New York

Anzahl seiner Werke, Sammlungen in Museen

Picasso war während seine langen Lebens außergewöhnlich schöpferisch tätig. Die Gesamtzahl seiner Werke wird auf 50.000 geschätzt, darunter 1885 Gemälde, 1228 Skulpturen, 2880 Keramiken, etwa 12.000 Zeichnungen, viele Tausend Drucke sowie zahlreiche Bildteppiche und Linolschnitte. Hinzu kommt sein literarisches Werk. Es gibt Variationen in der Zählung, die in der Fußnote aufgeführt sind.[101] Viele seiner Werke befinden sich in Privatbesitz. Unter den aktuell zwölf teuersten Gemälden der Welt befinden sich zwei Werke von Picasso: Junge mit Pfeife und Dora Maar mit Katze. Namhafte Sammlungen in Museen sind nachfolgend aufgeführt.

Umfangreiche Werkgruppen sind in Deutschland im Museum Ludwig in Köln und in der Sammlung Berggruen in Berlin ausgestellt. Ferner finden sich Werke im Museum am Ostwall in Dortmund sowie im Sprengelmuseum in Hannover. Sein grafisches Werk ist nahezu komplett im Graphikmuseum Pablo Picasso in Münster zu sehen.

In Frankreich finden sich Sammlungen im Musée Picasso in Paris, im Musée national Picasso La Guerre et la Paix de Vallauris sowie im Musée Picasso Antibes im Chateâu Grimaldi. In Russland im Puschkin-Museum in Moskau und in der Eremitage, Sankt Petersburg. In der Schweiz in der Sammlung Rosengart, Luzern und im Kunstmuseum Basel. In Spanien im Museu Picasso, Barcelona, im Museo Reina Sofía, Madrid sowie im Museo Picasso in Málaga und in den USA im Museum of Modern Art, New York.

Literatur

Selbstzeugnisse und Buchillustrationen

  • Honoré de Balzac: Das unbekannte Meisterwerk. Hrsg. und Nachwort von Sebastian Goeppert/Herma Goeppert-Frank. Illustrationen von Pablo Picasso. Insel, Frankfurt/Main 1999, ISBN 3-458-19031-7
  • Peter Schifferli (Hrsg.): Pablo Picasso. Wort und Bekenntnis. Die gesammelten Dichtungen und Zeugnisse. Ullstein, Frankfurt am Main 1957

Biografien

  • Siegfried Gohr: Pablo Picasso. Leben und Werk. Ich suche nicht, ich finde. DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2006, ISBN 3-8321-7743-4
  • Arianna Stassinopoulos Huffington: Picasso. Genie und Gewalt. Droemer Knaur, München 1988, ISBN 3-426-26399-8
  • Norman Mailer: Picasso. Portrait des Künstlers als junger Mann. Piper, München Zürich 1996, ISBN 3-492-03878-6
  • Josep Palau i Fabre: Picasso. Kindheit und Jugend eines Genies. Köln 1998
  • Roland Penrose: Pablo Picasso. Sein Leben – sein Werk. Originalausgabe 1958, 2. Aufl., Heyne, München 1985, ISBN 3-453-55083-8
  • Ingo F. Walther: Picasso  –  das Genie des Jahrhunderts. Taschen Verlag, Köln 12. Auflage 1999, ISBN 978-3-822-86371-8
  • Carsten-Peter Warncke: Pablo Picasso 1881–1973. Taschen Verlag, Köln Taschen Verlag, Sonderauflage 2006, ISBN 978-3-822-85025-1
  • Ulrich Weisner: Picasso. Kerber, Bielefeld 1997, ISBN 3-924-63978-7
  • Wilfried Wiegand: Picasso. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 19. Aufl. 2002, ISBN 978-3-499-50205-7

Darstellungen von Freunden und der Familie

  • Brassaï: Gespräche mit Picasso. Rowohlt, Reinbek 1966, 2. Aufl. 1985 (französische Ausgabe: Paris 1964), ISBN 3-499-15593-1
  • Daniel-Henry Kahnweiler: Meine Maler, meine Galerien, DuMont Schauberg, Köln 1961
  • Marina Picasso: Die vergessenen Kinder. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1998, ISBN 3-404-61403-8
  • Jaime Sabartés: Picasso. Gespräche und Erinnerungen. Mit 17 Porträts und Zeichnungen von Picasso. Arche Verlag, Zürich 1956
  • Gertrude Stein: Picasso. Sämtliche Texte 1909-1938. Arche Verlag, Hamburg, Neuausgabe 2003, ISBN 978-3-716-02314-3

Picasso und die Frauen

  • Françoise Gilot: Leben mit Picasso. Diogenes, Zürich 1987, ISBN 978-3-257-21584-7
  • James Lord: Picasso und Dora Maar. Matthes und Seitz, 1994, ISBN 3-882-21797-9
  • Ingrid Mössinger, Kerstin Dechsel, Beate Ritter: Picasso et les femmes – Picasso und die Frauen. Dumont, Köln 2005, ISBN 978-3-832-17529-0
  • Fernande Olivier: Picasso und seine Freunde. Erinnerungen aus den Jahren 1905–1913. Diogenes Verlag, Neuausgabe 1989, ISBN 978-3-257-21748-3. Die französische Originalausgabe erschien im Jahr 1933.

Zum Werk Picassos

  • Ernst-Gerhard Güse (Einl.): Pablo Picasso. Die Lithographien. Gerd Hatje, Stuttgart 1988, ISBN 3-7757-0261-X
  • Katja Herlach: Für den Tag gedruckt. Picassos Gebrauchsgraphik. Sammlung Margadant, Scheidegger & Spiess, Zürich 2005, ISBN 978-3-858-81160-8
  • Josep Palau i Fabre: Picasso. Der Kubismus, 1907-1917. Könemann, Köln 1998
  • Josep Palau i Fabre: Picasso. Von den Balletts zu den Dramas (1917-1926). Könemann, Köln 1999
  • Roland Penrose: The Sculpture of Picasso. The Museum of Modern Art, New York 1967, kein ISBN
  • William Rubin: Pablo Picasso. A Retrospective, with 758 plates, 208 in colour, and 181 reference illustrations, The Museum of Modern Art, New York, Thames and Hudson, London 1980, ISBN 0-500-27194-1 (deutsch: Picasso. Eine Retrospective.. München 1980)
  • Werner Spies (Hrsg.): Pablo Picasso: eine Ausstellung zum 100. Geburtstag; Werke aus der Sammlung Marina Picasso. Katalog, München 1981 ISBN 3-7913-0523-9
  • Werner Spies (Hrsg.): Picasso: Pastelle, Zeichnungen, Aquarelle. Hatje Cantz, Ostfildern 1986, ISBN 3-7757-0213-X
  • Werner Spies (Hrsg.): Picasso: Skulpturen, Hatje Cantz, Ostfildern 2000, ISBN 3-7757-0908-8
  • Werner Spies (Hrsg.): Malen gegen die Zeit. Picassos Spätwerk. Hatje Cantz, Ostfildern 2006, ISBN 978-3-775-71831-8
  • Christian Zervos: Catalogue Raisonné des Œuvres de Pablo Picasso, 1895-1973 , Èditions Cahiers d'Art, Paris (34 Bände). Drucklegung zwischen 1949 und 1986

Fotodokumentationen

  • David Douglas Duncan: Viva Picasso. Zu seinem 100. Geburtstag, Fritz Molden, Wien 1981, ISBN 3-217-01203-8
  • Edward Quinn: Picasso  −  Mensch und Bild, Einleitung: Pierre Daix, Vlg. Klett-Cotta, Stuttgart 1987, ISBN 3-608-76221-3
  • Edward Quinn: Picasso  –  Werke  +  Tage, Einleitung und Text: Roland Penrose, Manesse Vlg., Conzett&Huber, Zürich 1965, ohne ISBN

Deutungen

  • John Berger: Glanz und Elend des Malers Pablo Picasso, Rowohlt, Reinbek 1973, ISBN 3-499-25045-4
  • Michael Carlo Klepsch: Picasso und der Nationalsozialismus. Patmos Verlag, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-491-35011-3

Sonstiges

  • David Douglas Duncan: Picasso & Lump. Benteli Verlag, Zürich 2006, ISBN 3-7165-1435-7

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Jaime Sabartés: Picasso – Documents iconographiques, herausgegeben von Pierre Cailler, Genf 1954
  2. Laut Geburtsurkunde und Taufschein (digital reproduziert vom On-line Picasso Project)
  3. Sabartés: Picasso. Gespräche. S. 13
  4. Sabartés: Picasso. Gespräche, S. 41
  5. Wilfried Wiegand: Picasso, S. 7–11
  6. Wiegand: Picasso, S. 13
  7. Roland Penrose: The Sculpture of Picasso. The Museum of Modern Art, New York 1967, S. 40
  8. Wiegand: Picasso, S. 24 f
  9. William H. Robinson et al.: Barcelona and Modernity. Picasso, Gaudí, Miró, Dalí, S. 102. Institut Ramón LLul. Abgerufen am 19. November 2008.
  10. Wiegand: Picasso, S. 50
  11. Wiegand: Picasso, S. 41
  12. Wilfried Wiegand: Picasso, S. 42
  13. Thomas Altmann: Eine der Musen in Bronze und Öl. Mitteldeutsche Zeitung 15. Mai 2007. Abgerufen am 28. Oktober 2008.
  14. Wiegand: Picasso, S. 42
  15. Wiegand: Picasso, S. 52 f
  16. Wiegand: Picasso, S. 50–57
  17. Gohr: Picasso, S. 54 f
  18. Gohr: Picasso, S. 64
  19. Götz Adriani et al.: Die Kunst des Handels: Meisterwerke des 14. – 20. Jahrhunderts, S. 198. Hatje Cantz. Abgerufen am 2. Dezember 2008.
  20. Wiegand: Picasso, S. 63 f
  21. Wiegand: Picasso, S. 66 f
  22. Karl Bertsch: Braque: Häuser in L'Estaque (1908). kunst.gymszbad.de 2006. Abgerufen am 22. November 2008.
  23. Siegried Gohr: Ich suche nicht, ich finde. Pablo Picasso – Leben und Werk. DuMont, Köln 2006, S. 20 f
  24. www.tate.org: Henri Rousseau – Jungles in Paris. Abgerufen am 6. Dezember 2008.
  25. Wiegand: Picasso, S. 64&ffnbsp;
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