Picaldi

Picaldi
Picaldi Jeans
Picaldi-Logo
Unternehmensform GmbH
Gründung 1994
Unternehmenssitz Berlin, Deutschland
Unternehmensleitung

Erhan Akarsu und Saziye Vardik Salaz

Umsatz 5,8 Mio. EUR (2006)
Branche Textilindustrie
Website

www.picaldi.net www.picaldi.com

Picaldi ist ein Bekleidungshersteller mit Firmensitz in Berlin. Es wurde 1994 in Berlin als GmbH von Zeki Öztürk gegründet.

1997 begann der Vertrieb von Mode unter dem Label Picaldi Jeans in Deutschland; geschneidert werden die Produkte des Unternehmens in Istanbul. In den ersten Jahren gründete sich der Erfolg des Labels vor allem auf Karottenjeans namens Zicco, deren Schnitt von der seit den 1980er Jahren unter Jugendlichen sehr populären „Saddler“-Jeans von Diesel kopiert war, aber bedeutend weniger kosteten als das Original. Gegen Ende 2001 stellte Diesel angesichts der Billigkonkurrenz sogar die Produktion des Originals ein. Neben Jeans gehören heute Bomberjacken, Tarnhosen und Sweatshirts zum Sortiment des Unternehmens; auch hier sind die Schnitte teils durchaus Plagiate teurerer Marken wie Cordon.

Die Marke wurde und ist vor allem in der deutschen Hip-Hop-Subkultur verbreitet. Dazu trug maßgeblich bei, dass Rapper wie Bushido Jacken der Marke auf Konzerten präsentierten. Viele Berliner Rapper darunter anderem Bushido erwähnt Picaldi öfters in seinen Songtexten wie auf dem Track "Abschaum" aus dem Album 7 "Hier geht es nicht um mies oder fresh, ich hab die Picaldi Jeans voller Cash"; oder aus dem Album Staatsfeind Nr. 1 auf dem Track "Wir regieren Deutschland", auf dem Part von Baba Saad "Jetzt bin ich der, den du nie wieder bei Aldi siehst. Scheiß auf eure Baggy-Pants, ich rappe in Picaldi Jeans". Der Marke haftet das Image an, vor allem im „Ghetto“, also im Prekariat der Großstädte und besonders im migrantischen Milieu verbreitet zu sein; das Label selbst warb zeitweise mit dem Claim „Nix Aldi - Picaldi“, und der Rapper Eko Fresh ließ sich für das Booklet seines Albums Hart(z) IV in Picaldi-Kleidung fotografieren. Die taz charakterisierte Picaldi 2006 in einem Artikel als Jungsmode, für Halbstarke, die sich gegenseitig „Opfer“ nennen, der Stern sprach von Mode für die Unterschicht und Glamour für Ghettokids.[1][2][3][4][5]

Das Modelabel hat Filialen in Berlin des Weiteren in Braunschweig, Bremen, Hamburg, Hannover, Köln, München, Regensburg und in weiteren deutschen Städten sowie in der österreichischen Hauptstadt Wien und in der türkischen Metropole Istanbul.

Das Unternehmen erzielte 2006 einen Umsatz von 5,8 Millionen Euro.[6]

Einzelnachweise

  1. taz.de: Der Fake als Original: Der echte Berliner Street-Style ist Lichtjahre vom Fashion-Epizentrum in Mitte entfernt und kommt von Picaldi: Mit Kopien der legendär prolligen Diesel-Saddler-Karottenjeans hat der Kreuzberger Cemal C. ein sehr florierendes Modeimperium geschaffen
  2. Die eine oder keine: Mit dem Slogan "Nix Aldi, Picaldi" und Karottenjeans trifft ein Berliner Billiglabel den Geschmack junger Migranten, Hartz-IV-Empfänger - und Rapper.
  3. stern.de: Picaldi: Auf dicke Hose
  4. Irgendjemand muss eine Erleuchtung gehabt haben., spex. Magazin für Popkultur 313, Februar 2008
  5. “Carrot-Cut Jeans” in Berlin vom Global Denim Project des University College London (englisch)
  6. Jahresabschluss zum 31.12.2006 der Picaldi Jeans GmbH, Berlin im elektronischen Bundesanzeiger

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