Perugia


Perugia
Perugia
Wappen
Perugia (Italien)
Perugia
Staat: Italien
Region: Umbrien
Provinz: Perugia (PG)
Koordinaten: 43° 7′ N, 12° 23′ O43.11138888888912.388611111111493Koordinaten: 43° 6′ 41″ N, 12° 23′ 19″ O
Höhe: 493 m s.l.m.
Fläche: 449 km²
Einwohner: 168.169 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 375 Einw./km²
Postleitzahl: 06100
Vorwahl: 075
ISTAT-Nummer: 054039
Demonym: Perugini
Schutzpatron: Hl. Lorenz, Hl. Constantius, erster Bischof von Perugia
Website: Comune di Perugia
Klimadiagramm von Perugia

Perugia ist die Hauptstadt der Region Umbrien in Italien und der Provinz Perugia. Sie hat 168.169 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Perugia wurde ursprünglich von den Etruskern auf einem markanten Hügel (493 m) über der Ebene gegründet, ihr antiker Name ist Perusia. Sie gehörte zu den zwölf mächtigsten etruskischen Städten und zum Zwölfstädtebund.

Im Mittelalter war die Stadt lange Zeit eine treue Verbündete Roms gegen den Kaiser. 1198 löste sich Perugia auch offiziell von der kaiserlichen Autorität, indem sie sich unter den Schutz des Papstes Innozenz III. stellte. Beherrscht wurde sie von guelfischen Kaufleuten, die sie zu dem einzigen bedeutenden umbrischen Handelszentrum machten, ähnlich den toskanischen Stadtstaaten. Der Höhepunkt dieser Entwicklung war im 13. Jahrhundert.

Die guelfische Ausrichtung der Stadt bedeutete aber nicht, dass es zu keinen Schwierigkeiten mit dem angeblich beschützenden Kirchenstaat gekommen wäre. Um 1500, also in der Zeit der ersten Hochblüte humanistischer Geschichtsforschung, rechneten die Historiker z.B. Perugia den toskanischen Städten zu, wie aus der Chronik des Matarazzo hervorgeht. Schon 1354, zur Zeit des Kardinals Albornoz, war Spoleto endgültig dem Kirchenstaat einverleibt worden, 1439 folgten Foligno, 1450 Orvieto, zu Beginn des 16. Jahrhunderts sind dann die anderen Städte Umbriens denselben Weg gegangen, zuletzt Perugia 1540.

Im sogenannten „Salzkrieg“ unterlagen dann die Peruginer 1540 Papst Paul III. Sie hatten sich geweigert, eine neue Salzsteuer zu akzeptieren, und der Papst handelte drastisch. Innerhalb kürzester Zeit – von 1540 bis 1543 – ließ er, um die Stadt endgültig unter Kontrolle zu halten, eine Festungsanlage auf dem Colle Landone durch Antonio da Sangallo erstellen, die nach ihrem Erbauer Rocca Paolina genannt wird. Mehr als drei Jahrhunderte lang blieb Perugia dem Kirchenstaat unterworfen. Das geistige Leben erstarrte in Akademien.

Zweimal wurde die Herrschaft der Kirche unterbrochen: 1798/99 nach dem Einmarsch französischer Truppen und 1809–1814 nach einem Jahrzehnt der kirchlichen Restauration als Teil des napoleonischen Kaiserreiches. Die Aufstände von 1831 und 1848 wurden von der Kirche niedergeschlagen. Am 14. September 1860 marschierten Piemonteser Truppen in Perugia ein. Umbrien wurde dem neuen italienischen Staat eingegliedert [2]

Vor einigen Jahren wurden diejenigen Stadtteile, die nach dem Sieg des Papstes verschüttet worden waren, wieder freigelegt und bilden heute am Berghang eine etwas unheimlich wirkende eigene Stadt unter der oberen, „offiziellen“ Stadt, in der Rolltreppen, Geschäfte und Ähnliches untergebracht sind, ähnlich wie bei U-Bahn-Anlagen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Neben den eher uninteressanten Neubaugebieten in der Ebene bietet die auf dem Berg liegende Altstadt viele enge Gassen mit Flair und zahlreiche interessante Kulturdenkmäler, darunter den Arco Etrusco, ein Bogenbauwerk aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., die mittelalterliche Fontana Maggiore, die den Peruginern als der schönste Brunnen der Welt gilt, und den Palazzo dei Priori mit seiner außergewöhnlichen Außentreppe, in dessen Räumen die Nationalgalerie Umbriens untergebracht ist. Weiterhin sind der Tempio di San Michele Arcangelo zu nennen, eine Rundkirche aus dem 5.–6. Jahrhundert, die Kirchen San Domenico aus dem 17. Jahrhundert und San Pietro aus der Zeit um 1600 und der unterirdische Stadtteil unter der Rocca Paolina, der nach der Unterwerfung Perugias durch den Papst Paul III. 1540 unter der Rocca verschüttet wurde. Berühmtester Sohn der Stadt ist der Maler Pietro Vannucci, genannt Perugino, im Collegio del Cambio sind Fresken von ihm zu sehen. Im Zentrum der Altstadt liegt der Corso Vannucci mit seinen Geschäften und Cafés.

Panoramaaufnahme der Altstadt von Perugia
Panoramaaufnahme der Altstadt von Perugia

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Umbria Jazz: Perugia ist auch Schauplatz des 'Umbria Jazz', eines der größten und weltweit bekanntesten Jazz-Festivals. Das zehntägige Festival findet seit 1973 jährlich Anfang Juli statt.
  • Eurochocolate: Die Eurochocolate, eine der populärsten europäischen Veranstaltungen zum Thema Schokolade, findet jährlich im Oktober statt.

Spezialitäten

In ganz Italien – und darüber hinaus – kennt man die Baci Perugina (Küsse von Perugia), Pralinen mit einer Füllung aus Nougat und ganzen Haselnüssen; das Herstellerunternehmen Perugina hat seinen Sitz in Perugia, gehört aber seit Jahren zum Nestlé-Konzern.

Bildung

In Perugia befindet sich neben der Universität Perugia auch die Ausländeruniversität Perugia, an der ausländische Studenten aus aller Welt zum Studium der italienischen Sprache und Landeskultur zusammenkommen. Die Vorlesungsräume sind im Palazzo Gallenga untergebracht, dem einzigen Barockgebäude der Stadt.

Verkehr

Minimetrò


Perugia hat sehr rigide Maßnahmen gegen den Autoverkehr unternommen. Zu bestimmten Tageszeiten darf man ohne Sondererlaubnis mit dem Auto nicht in die Innenstadt fahren. Das wirkt sich sehr positiv auf die Bewegungsmöglichkeiten innerhalb der historischen Altstadt aus. Man stellt seinen Wagen auf einem der großen Parkplätze in den unteren Stadtteilen ab und kann mit Rolltreppen durch die Rocca Paolina nach oben in die Innenstadt fahren.

Seit 2008 existiert auch eine MiniMetro mit sieben Stationen.


Zwölf Kilometer östlich der Stadt liegt der Flughafen Perugia.

Sport

Partnerstädte

Partnerstädte von Perugia sind[3]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

Selbstportrait Perugino

Quellen

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. Keller, Harald: Die Kunstlandschaften Italiens 1960. Frankfurt a.M. 1983, S. 390)
  3. Comune di Perugia, Website

Weblinks

 Commons: Perugia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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