Palmetto - Dumme sterben nicht aus

Palmetto - Dumme sterben nicht aus
Filmdaten
Deutscher Titel: Palmetto – Dumme sterben nicht aus
Originaltitel: Palmetto
Produktionsland: USA, Deutschland
Erscheinungsjahr: 1998
Länge: ca. 114 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Volker Schlöndorff
Drehbuch: E. Max Frye
Produktion: Matthias Wendlandt
Musik: Klaus Doldinger
Kamera: Thomas Kloss
Schnitt: Peter Przygodda
Besetzung

Palmetto – Dumme sterben nicht aus (Originaltitel: Palmetto) ist ein US-amerikanisch-deutscher Thriller aus dem Jahr 1998. Regie führte Volker Schlöndorff, das Drehbuch schrieb E. Max Frye auf Grundlage des Romans Palmetto - Dumme sterben nicht aus (Just Another Sucker) von James Hadley Chase.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Palmetto, Florida, USA. Es ist Hochsommer. Der ehemalige Lokalreporter Harry Barber kehrt zu seiner Freundin Nina, einer Metallbildhauerin, zurück. Er war unter dem Vorwurf der Verschleierung von Korruption im Rathaus der Stadt Palmetto zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Nach Regierungswechsel rehabilitiert, wird er jetzt, nach zwei Jahren, als unschuldig entlassen. Seinen Job als Lokalreporter kann er nicht mehr aufnehmen, er sucht Arbeit. In einer Kneipe trifft er zufällig auf Rhea Malroux, die Gattin des sterbenskranken Multimillionärs Felix Malroux. Sie beauftragt ihn mit der Beihilfe zu einer vorgetäuschten Entführung ihrer Stieftochter Odette. Harry soll die Lösegeldforderung überbringen und das Lösegeld, eine halbe Million Dollar, entgegennehmen. 50.000 Dollar sind sein Anteil; er willigt ein.

Die Lösegeldübergabe scheint zu funktionieren. Harry kehrt in seinen angemieteten Strandbungalow zurück, um mit Rhea und Odette das Geld zu teilen. Leider findet er Odette tot auf dem Bett des Bungalows vor. Er bringt die Tote im Kofferraum des Autos seiner Freundin zu Nina nach Hause. Nina erspürt, dass Harry in die Entführung verwickelt ist. Sie entdeckt die Tote und auch den Koffer mit dem Lösegeld. Das Geld ist großenteils gebündeltes Zeitungspapier. Nina will Harry helfen. Harry hat vom Auftragsgespräch einen Tonbandmitschnitt angefertigt, der beweist, dass Malroux´ Bodyguard Donnelly ein Verhältnis mit Rhea Malroux hat. Nina erpresst Donnelly: er muss die Leiche von Odette beseitigen, bekommt dafür das Tonband zurück. Donnelly löst das tote Mädchen in Phosphorsäure auf.

Nina ist über ihre Schwester mit Kommissar Rennick von der örtlichen Polizei verschwägert. Rennick möchte Harry, seinem Schwager in spe, finanziell unter die Arme greifen und bestellt ihn im Entführungsfall Malroux zum Sprecher der Staatsanwaltschaft. In dieser Funktion muss Harry der Aufklärungsarbeit der Polizei beiwohnen. Er wird in den Strandbungalow gebeten, in dem man die Leiche der Tochter von Felix Malroux gefunden hat. Zu Harry´s Überraschung liegt auf eben demselben Bett tatsächlich wieder ein totes Mädchen. Felix Malroux identifiziert die Tote als Odette, seine Tochter.

Das Mädchen, das sich Harry als Odette vorgestellt hatte, war offensichtlich eine Betrügerin. Harry wird als der Mieter des Bungalows identifiziert und flieht. Er wird angeschossen, versteckt sich in den Everglades. Nachts wird er beinahe von einem Lastwagen überfahren. Der Fahrer erkennt die Schußverletzung und bringt Harry an einen Ort seiner Wahl. Harry läßt sich zur Polizei fahren.

Kurz darauf, es ist noch immer Nacht, sieht man ihn über die Terrassentür in Malroux Villa eintreten. Rhea erwartet ihn dort, will mit ihm und dem Geld fliehen. Harry weist sie zurück, verschafft sich Zugang zu Malroux Schlafzimmer und bittet Malroux um Schutz und Hilfe. Malroux glaubt Harry nicht. Er hält ihn für den Mörder seiner Tochter.

Malroux bittet per Haustelefon seine Gattin ins Zimmer. Eine verhärmte ältere Dame erscheint. Auch die Person, die sich Harry als Rhea vorgestellt und ihn mit der Beihilfe zur Entführung beauftragt hatte, war offensichtlich eine Betrügerin. Sie ist nicht die Gattin, sondern die Haushälterin von Felix Malroux. Malroux ´s Bodyguard und Fahrer Donnelly , ehemaliger Polizist, überwältigt Harry.

Malroux beauftragt Donnelly mit Harry´s Tötung, Rache für Malroux´ermordetet Tochter Odette. Donnelly bringt Harry in Malroux´ Bootshangar und bereitet die Tötung per Phosphorsäurebad vor. Rhea ist auch dort. Sie ist die Lebensgefährtin von Donnelly, beide hatten die Entführung gemeinsam eingefädelt, eine Ausreisserin für die Rolle der Odette angeheuert und sie anschließend getötet, um Harry Barber zu belasten. Harry schwebt gefesselt über dem Säurebad, da stürmt die Polizei den Hangar. Donnelly, irritiert, dreht sich nach dem Tor, verliert das Gleichgewicht und stirbt im Säurebad. Rhea Malroux, eigentlich Mrs. Donnelly wird festgenommen.

Harry wird erneut zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Wegen Planung und Beihilfe zu einer Straftat, ...zu dumm. Dumme sterben nicht aus.

Kritiken

"Auf amerikanisch getrimmt, zwei bis drei gute Namen in der Besetzung, reicht der modernisierte Titel „Palmetto“ für anständiges Handwerk allemal. Auch das Flair stellt sich ohne weiteres her: Florida mit seinen Sonnenuntergängen, schlachtschiffartigen Autos und prächtigen Anwesen. (...) Schlöndorff hat die Lieblingsthriller seiner Jugend gut studiert und versucht nun, so unangestrengt wie möglich die schwierige Balance zu halten zwischen einem etwas einfältigen Gaunerstückchen und einem generetypischen Film noir, der sich selbst nicht so ganz ernst nimmt. [1]

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, er habe beim Zuschauen das störende Gefühl von Déjà-vu gehabt. Im gesamten Film gebe es nichts originelles. Die Darstellungen seien wirkungslos und humorlos; die Hauptdarsteller würden das Drehbuch so ernsthaft angehen als ob es von Dostojewski wäre. Lediglich Chloë Sevigny mache gute Arbeit.[2]

Film-Dienst schrieb, der Film sei in der Tradition von Film noir gehalten. Er fessle nicht „trotz bekannter Hollywood-Schauspieler“ und würde „weder der Frage nach der Verführbarkeit gerecht“ noch könne „seine irritierende Zeitlosigkeit inhaltlich begründen“.[3]

Reminiszenzen

Der Film enthält mehrere Reminiszenzen an Filme von Billy Wilder, Volker Schlöndorff´s Mentor, Lehrer und Freund, so. z.B die Schlußszene:

Palmetto: In der Schlußszene tritt die blonde Mörderin Rhea mit schwarzer Perücke auf die Galerie hinaus und schreitet langsam und wie eine Filmdiva posierend die Treppe herab, scheinbar nur auf ihre Attraktivität für Harry Barber fixiert, scheinbar ohne jede wissentliche Beziehung zu ihrem Verbrechen. Auch als sie abgeführt wird, flirtet sie weiter mit Harry Barber.

Diese Szene ist eine deutliche Reminiszenz an ein Meisterwerk von Billy Wilder: Boulevard der Dämmerung (Sunset Boulevard). In der Schlußszene schreitet die Mörderin, die dunkelhaarige Gloria Swanson, völlig berauscht von ihrer Expressivität als Schauspielerin, langsam die Treppe von der Galerie nach unten zu den Polizisten, die sie abführen. Sie ist sich ihrer Mordtat nicht bewußt, innerlich immer noch fixiert auf ihren jugendlichen Liebhaber.

Varia

Der Film wurde in Palmetto und in einigen anderen Orten in Florida gedreht.[4] Er spielte in den Kinos der USA ca. 5,8 Millionen US-Dollar ein. In Deutschland wurden über 30.000 Kinozuschauer gezählt.[5] Palmetto lag 2008 auf Platz 6 der 13 erfolgreichsten Deutschen Filme in den USA mit einem Einspielergebnis von 5.878.911 US-Dollar.

Literatur

  • James Hadley Chase: Palmetto - Dumme sterben nicht aus. Roman (Originaltitel: Just Another Sucker). Deutsch von Gitta Bauer und Hans-Joachim Platz. Ullstein, Berlin 1998, 218 S., ISBN 3-548-24430-0

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Inge Rauh am 09.04.1998 für Nürnberger Nachrichten abgerufen am 12. Juli 2008
  2. Filmkritik von James Berardinelli, abgerufen am 5. März 2008
  3. Zitat auf www.kabeleins.de, abgerufen am 5. März 2008
  4. Drehorte für Palmetto, abgerufen am 5. März 2008
  5. Einspielergebnisse für Palmetto, abgerufen am 5. März 2008

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