Ove Sprogøe


Ove Sprogøe
Ove Sprogøe 1983

Ove Sprogøe (eigentlich Ove Wendelboe Sprogøe Petersen, * 21. Dezember 1919 in Odense; † 14. September 2004 in Tårnby auf Amager) war ein dänischer Schauspieler. International bekannt wurde er durch seine Rolle des Egon Olsen in 14 Olsenbande-Filmen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ove Sprogøe wurde 1919 als Sohn des Buchdruckers Hans Arthur Sprogøe Petersen (1884–1967) und seiner Frau Inger Marie Lund (1888–1959) geboren. Seit Ende der 1920er Jahre lebte die Familie in Kopenhagen. Er heiratete 1945 Eva Rasmussen. Zunächst arbeitete er als Büroangestellter und nahm private Schauspielstunden. Zweimal versuchte Sprogøe vergeblich, an der Schauspielschule des Königlichen Theaters in Kopenhagen angenommen zu werden. 1944 bestand er die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule des Folketeatret, einem Kopenhagener Privattheater, und begann dort seine Ausbildung. Sprogøe debütierte 1945 auf der Bühne und 1946 im Film. Neben zahlreichen großen Theaterrollen wurde Ove Sprogøe beim Film bis in die 1970er Jahre vor allem als Komödiendarsteller bekannt. Dazu gehören auch die vierzehn Olsenbandenfilme (1968–1981 und 1998) an der Seite von Poul Bundgaard und Morten Grunwald.

Ove Sprogøe spielte in 166 Kino- und Fernsehfilmen mit und gilt damit als der produktivste dänische Filmschauspieler. Er wurde viermal mit dem dänischen Filmpreis Bodil geehrt (1956 als bester Darsteller in På tro og love, 1972 als bester Hauptdarsteller in Den forsvundne fuldmægtig, 1975 als bester Hauptdarsteller in Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande und 1999 für sein Lebenswerk). Zudem war er ein angesehener Theaterschauspieler, der in etwa 150 Rollen zu sehen und etwa fünfzig Jahre lang am Folketeatret engagiert war sowie auf vielen anderen Kopenhagener Bühnen Gastrollen spielte. Gelegentlich trat er auch als Sänger auf, 1966 hatte er in Dänemark einen Hit mit dem Titel Fandens oldemor. Als seine „einzige seriöse Schallplatte“ bezeichnete er Det er så sundt (1982).

1998 zog er sich mit dem 14. und letzten Olsenbandenfilm aus dem Filmgeschäft zurück. Zu dieser Zeit war er schon mit Herzproblemen gesundheitlich angeschlagen.

In seinen letzten Lebensjahren lebte Ove Sprogøe zurückgezogen im Kopenhagener Vorort Kastrup. Er starb am 14. September 2004 im Alter von 84 Jahren in einem Pflegeheim auf Amager, in das er erst einige Wochen zuvor wegen seiner fortschreitenden Gichterkrankung einziehen musste. Kurz zuvor verstarb seine Frau Eva am 20. August ebendort. Ove Sprogøe hinterlässt drei Söhne, von denen ein Sohn, Henning Sprogøe, ebenfalls Schauspieler geworden ist.

Auf eigenen Wunsch wurde Ove Sprogøe, der immer auf die Privatsphäre seiner Familie bedacht war und als äußerst bescheiden galt, im engsten Familienkreis in einem anonymen Grab beigesetzt. Ungewöhnlich erscheint für einen populären Schauspieler auch die Tatsache, dass er laut eigener Aussage nie im Besitz eines Fernsehgerätes war.

Auf Initiative von Gefängniswärtern des Kopenhagener Vridsløselille-Gefängnisses sollte die zum Gefängnis führende Straße, auf der Egon Olsen zu Beginn der meisten Olsenbande-Filme das Gefängnis verlässt, zur Erinnerung an Ove Sprogøe in Egon-Olsens-Allé umbenannt werden. Diesem Wunsch kam die Stadt Kopenhagen entgegen und benannte am 21. Dezember 2004, Sprogøes 85. Geburtstag, die Straße vor dem Vridsløse-Staatsgefängnis in „Egon Olsens Vej“ (Egon-Olsen-Weg) um.[1] Am 25. Oktober 2005 wurde in der Geburtsstadt Ove Sprogøes Odense ein Platz in Ove Sprogøes Plads umbenannt.[2] Seit 2006 wird ihm zu Ehren alljährlich der Ove-Sprogøe-Preis (dänisch: Ove Sprogøe Prisen) als dänischer Kulturpreis für außergewöhnliche Leistungen, bzw. Präsentationen in Theater , Film oder Fernsehen verliehen. Dieser Preis wurde gestiftet von Nordisk Film und Morten Grunwald und ist mit einem Preisgeld in Höhe von 30.000 Kronen verbunden.[3]

Filmografie (Auswahl)

Ove Sprogøe (Mitte) als Egon Olsen 1978
  • 1946: Hans store aften
  • 1953: Vater und seine Vier (Far til fire)
  • 1957: Sei lieb zu mir (Ingen tid til kærtegn)
  • 1959: Einesteils der Liebe wegen (Poeten og Lillemor)
  • 1960: Verliebt in Kopenhagen (Forelsket i København)
  • 1960: Baronesse (Baronessen fra benzintanken)
  • 1962: Das tosende Paradies (Det tossede paradis)
  • 1963: Das tosende Himmelbett (Pigen og pressefotografen)
  • 1963: Fräulein unberührt (Frøken Nitouche)
  • 1964: Blindgänger vom Dienst (Majorens oppasser)
  • 1965: Die Flottenpflaume (Flådens friske fyre)
  • 1965: 39 Seemänner und ein Mädchen (Een pige og 39 sømænd)
  • 1965: Pack den Playboy in den Schrank (Pigen og millionæren)
  • 1965: Kaliber 7,65 – Diebesgrüße aus Kopenhagen / Hau’ ihn zuerst, Freddy! (Slå først, Frede)
  • 1966: Der Bettelprinz (Der var engang)
  • 1966: Slap af, Frede
  • 1967: Martha (1967)
  • 1967: Die Ferien meiner Frau (Min kones ferie)
  • 1968: Kompanie, stillgestanden (Soldaterkammerater på bjørnetjeneste)
  • 1968-1998: Olsenbanden-Serie
  • 1969: De fem og spionerne
  • 1969: Die Mädchen vom Eichenhof (Pigen fra Egborg)
  • 1970: 5 Freunde in der Tinte (De fem i fedtefadet)
  • 1970: Hilfssheriff Billie pfeift kein Halleluja / Vier aus Texas (Præriens skrappe drenge)
  • 1970: Ballade på Christianshavn
  • 1970: Rend mig i revolutionen
  • 1970-1977: Oh, diese Mieter (Huset på Christianshavn) (Fernsehserie)
  • 1972: Hey, Lenin, wir dreh'n ein Ding! (Lenin, din gavtyv)
  • 1978: You Are Not Alone (Du er ikke alene)
  • 1978-1981: Matador (Fernsehserie)
  • 1983: Kurt und Valde – Ganoven mit Charme (Kurt og Valde)
  • 1984: Kopenhagen – Mitten in der Nacht (Midt om natten)
  • 1984: Privatdetektiv Anthonsen (Anthonsen)
  • 1986: Mord im Dunkeln (Mord i mørket)
  • 1992: Krümel im Chaos (Krummerne 2 – Stakkels Krumme)
  • 1992: Ich bin’s, Jasper (Det skaldede spøgelse)
  • 1996: Charlot og Charlotte (Fernsehserie)

Auszeichnungen

  • Bodil 1956: bester Darsteller in På tro og love
  • Bodil 1972: bester Hauptdarsteller in Den forsvundne fuldmægtig
  • Bodil 1975: bester Hauptdarsteller in Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande
  • Bodil 1999: Lebenswerk

Literatur

Dänemark

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://olsenbandenfanclub.de/news/2004-12-22_egon-olsens-vej_fotos.php
  2. http://www.olsenbandenfanclub.de/darsteller/ove_sprogoe_presse.php
  3. http://olsenbandenfanclub.de/stichworte/ove-sprogoe-preis.php

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Ove Sprogoe — Ove Sprogøe (eigentlich Ove Wendelboe Sprogøe Petersen, * 21. Dezember 1919 in Odense; † 14. September 2004 in Tårnby auf Amager) war ein dänischer Schauspieler. International bekannt wurde er durch seine Rolle des Egon Olsen in 14 Olsenbande… …   Deutsch Wikipedia

  • Ove Sprogøe — 1983 Ove Sprogøe starring as E …   Wikipedia

  • Ove-Sprogøe-Preis — (dänisch: Ove Sprogøe Prisen) ist ein dänischer Kulturpreis der an Personen vergeben wird, die eine außergewöhnliche Leistung, bzw. Präsentationen in Theater, Film oder Fernsehen im jeweiligen Jahr erbracht haben und der in Dänemark vergeben wird …   Deutsch Wikipedia

  • Sprogøe — ist der Name folgender Personen: Henning Sprogøe (* 1953), dänischer Film und Theaterschauspieler Ove Sprogøe (1919–2004), dänischer Schauspieler Siehe auch: Ove Sprogøe Preis ein nach ihm benannter und seit 2006 alljährlich verliehener dänischer …   Deutsch Wikipedia

  • Ove — ist ein skandinavischer männlicher Vorname, die skandinavische Form von Uwe.[1] Bekannte Namensträger Ove Andersen (1899–1967), finnischer Hindernisläufer Ove Aunli (* 1956), norwegischer Ski Langläufer Ove Arup (1895–1988), dänisch norwegisch… …   Deutsch Wikipedia

  • Ove — is a Scandinavian given name. Owe is another spelling of the same name. Uwe is the German spelling. It may refer to: Ove Arup Danish engineer Ove Andersson Swedish rally driver Ove Kindvall Swedish footballer Ove Høegh Guldberg Danish politician… …   Wikipedia

  • Henning Sprogøe — Petersen (* 21. Oktober 1953) ist ein dänischer Film und Theaterschauspieler. Er ist der Sohn des bekannten dänischen Schauspielers Ove Sprogøe und seiner Frau Eve Sprogøe.[1] …   Deutsch Wikipedia

  • Die Olsen-Bande — Unter dem Titel Olsenbande werden vierzehn dänische Kriminalkomödien zusammengefasst. Die von 1968 bis 1998 entstandenen Filme erzählen von den immer neuen Versuchen dreier Krimineller, durch einen „großen Coup“ reich zu werden. Die Ganoven… …   Deutsch Wikipedia

  • Olsen-Bande — Unter dem Titel Olsenbande werden vierzehn dänische Kriminalkomödien zusammengefasst. Die von 1968 bis 1998 entstandenen Filme erzählen von den immer neuen Versuchen dreier Krimineller, durch einen „großen Coup“ reich zu werden. Die Ganoven… …   Deutsch Wikipedia

  • Olsenbande — Die Olsenbande in Kopenhagen (Valby) bei Nordisk Film 1978 Unter dem Titel Olsenbande werden vierzehn dänische Kriminalkomödien zusammengefasst. Die von 1968 bis 1998 entstandenen Filme erzählen von den immer neuen Versuchen dreier Krimineller,… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.