Otto Nüßlin


Otto Nüßlin

Otto Nüsslin (* 26. Oktober 1850 in Karlsruhe; † 2. Januar 1915 in Baden-Baden) war ein deutscher Geheimer Hofrat, Zoologe und Forstwissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Bevor Otto Nüsslin Naturwissenschaften studierte, arbeitete er als Praktikant in der Forstwirtschaft. Nach dem Studium wurde er Mitarbeiter der Forstentomologen Bernard Altum und Robert Hartig an der Forstakademie Eberswalde. 1880 begründete Nüsslin den Lehrstuhl für Zoologie und Forstzoologie an der TH Karlsruhe und blieb dort bis 1914 als Professor.

Zu Nüsslins Hauptforschungsfeld zählte die Untersuchung von Waldschädlingen, wie dem Borkenkäfer, über den er 1882 die Arbeit „Über normale Schwaermzeiten und über Generationsdauer der Borkenkaefer“ verfasste. 1905 erschien sein Werk „Leitfaden der Forstinsektenkunde“, in dem er die schädlichen Waldinsekten beschrieb und Hinweise zu ihrer Bekämpfung gab.

Otto Nüsslin beschrieb darüber hinaus drei Coregonen der Schweizer Seen wissenschaftlich – den Gangfisch, das Albeli und den Blaalig. Nachdem Victor Fatio 1885 den Gangfisch als Unterart des Férits Coregonus restrictus nusslinii klassifizierte, veröffentlichte Nüsslin 1903 die Arbeit „Die Schweizer Coregonenspecies. Eine Erwiderung auf Dr. V. Fatios „Deux mots à propos du Coregonus macrophthalmus de Nüsslin.““, in der er Fatios Systematik revidierte und dem Gangfisch den Artstatus zurückgab.

Nüsslin war Mitglied des Corps Hubertia Freiburg.

Ehrentaxa

Nach Otto Nüsslin sind unter anderem folgende Taxa benannt: Henneguya nuesslini, Adelges (Synonyme: Chermes und Dreyfusia) nuesslini, Bursaphelenchus nuesslini und Kissophagus nuesslini.

Werke (Auswahl)

  • 1879: Beiträge zur Anatomie und Physiologie der Pulmonaten
  • 1882: Über normale Schwärmzeiten und über Generationsdauer der Borkenkäfer. Allgemeine Forst- und Jagdzeitung LVIII
  • 1903: Artberechtigung des Gangfisches
  • 1903: Die Schweizer Coregonenspecies. Eine Erwiderung auf Dr. V. Fatios "Deux mots à propos du Coregonus macrophthalmus de Nüsslin."
  • 1905: Leitfaden der Forstinsektenkunde
  • 1908: Die Larven der Gattung Coregonus, ihre Beziehungen zur Biologie, und ihre systematische Bedeutung

Literatur über Otto Nüsslin

  • Nekrolog In: Zeitschrift für angewandte Entomologie. Deutsche Gesellschaft für angewandte Entomologie. Paul Parey Verlag, 1915.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Otto Nüsslin — (auch Nüßlin) (* 26. Oktober 1850 in Karlsruhe; † 2. Januar 1915 in Baden Baden) war ein deutscher Zoologe und Forstwissenschaftler. Leben und Wirken Bevor Otto Nüsslin Naturwissenschaften studierte, arbeitete er als Praktikant in der… …   Deutsch Wikipedia

  • Karl Benjamin Klunzinger — Carl Benjamin Klunzinger (* 18. November 1834 in Güglingen; † 21. Juni 1914 in Stuttgart) war ein deutscher Tropenarzt und Zoologe. Carl Benjamin Klunzinger lebte 1863–1869 und nach dreijährigem Aufenthalt in Europa zur Bearbeitung seiner… …   Deutsch Wikipedia

  • Karl Zell — (* 8. April 1793 in Mannheim; † 21. Januar 1873 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Klassischer Philologe. Leben Karl Zell besuchte das Lyzeum in Mannheim, dessen Schulleiter Friedrich August Nüßlin war, ein Schüler …   Deutsch Wikipedia

  • Nüsslin — bzw. Nüßlin ist der Familienname folgender Personen: August Nüsslin, Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrats in Baden, Sohn des Friedrich August Nüßlin Friedrich August Nüßlin (1780–1863), deutscher Klassischer Philologe Otto Nüsslin… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.