Nikon MF Kameras


Nikon MF Kameras

Neben der Nikon-F-Serie für den professionellen Bereich brachte Nikon diverse andere Kleinbildkameras mit manuellem Fokus für Semi-Profis, engagierte Amateure und Einsteiger auf den Markt. Viele dieser Kameras erreichten Klassiker-Status und wurden auch von Profis als Zusatzgehäuse verwendet.

Diese Modelle haben alle das F-Bajonett von Nikon und können in den meisten Fällen sogar mit aktuellen Objektiven betrieben werden, abgesehen von den direkt für DSLRs zugeschnittenen Objektiven mit kleinerem Bildkreis sowie den Objektiven der G-Serie denen der Blendeneinstellring fehlt.

Inhaltsverzeichnis

Nikkormat-Serie

Nikkormat FT (1965)

Die auch als die Schwester der Nikon F oder F2 bezeichnete Nikkormat FT wurde sowohl als Ersatzkamera von Profis als auch von Amateuren genutzt. So wurde diese Kamera oft zum Einstieg in das große und hochgepriesene Nikon SLR System genutzt. Von den technisch ausgereifteren Modellen unterscheidet sich diese Kamera hauptsächlich dadurch, dass kein Motorantrieb angeschlossen werden kann und dass das Sucherprisma und die Mattscheibe nicht ausgetauscht werden können.

Nikkormat FS (1967)

Die Nikkormat FS ist eine vereinfachte Version der Nikkormat FT ohne Belichtungsmessung und ohne Möglichkeit der Spiegelarretierung.

Nikkormat FTN (1967)

In Details verbesserte Version der Nikkormat FT

Nikkormat FT2 (1975)

Als Nachfolgemodell der FTN unterschied sich diese Kamera fast nur durch den auf dem Prisma angebrachten Blitzschuh. Sie gehört immer noch zu den non-AI Nikon SLR Kameras.

Nikkormat FT3 (1977)

1977 führte Nikon das AI-Steuersystem für die automatische Eingabe der größten Objektivblende an das Belichtungsmesssystem ein. Hierbei wurden alle Kameras mit der neuen AI-Blendenkupplung versehen und somit wurde die FT2 auch in FT3 umbenannt und als neues Modell vertrieben. Ansonsten unterscheiden sich die Modelle nicht.

1979 wurde die Produktion der FT-3 eingestellt, da diese Kamerareihe von der FM-Serie abgelöst wurde, die kompakter und leistungsstärker war.

Nikkormat EL (1972)

Die EL verfügt über einen elektronischen Verschluss, der eine automatische Belichtungssteuerung zulässt. Damit steht diese Kamera zwischen der Nikkormat FTn und der F2, wobei sie technisch nur wenig mit der FTn zu tun hatte.

Nikkormat ELW (1976)

ELW (Winder)

Da es keine Möglichkeit gab, an der Nikkormat EL eine Motorantrieb zu betreiben, dies aber am Markt verlangt wurde, wurde die EL mit Kontakten und mechanischen Kupplungen vorbereitet, so dass ein Motorantrieb daran betrieben werden konnte.

Nikon EL2 (1977)

Als Nachfolger der Nikkormat ELW beendete die Nikon EL2 die Nikkormat-Reihe.

Die wichtigsten Änderungen:

  • Umstellung auf den neuen Blendenübertragungsring (AI).
  • Die Elektronik wurde überarbeitet und auf flexible Leiterbahnen angebracht. Durch Wegfall der empfindlichen Lötstellen erhöhte sich die Robustheit.
  • Eine Belichtungskorrektur war nun auch möglich.

FM-Serie

Die FM- und FE-Serie (siehe unten) sind vom Design her Schwestermodelle. FM steht für mechanisch und FE für elektronisch, wobei die letzte FM3 eine Ausnahme macht. Die anschraubbaren Motoren sind kompatibel und machten diese Kameras stets zur Wahl von Profis und engagierten Amateuren, denen eine Gewichtseinsparung wichtig war. Zudem kosteten zwei Kameras dieser Serie mit Motor etwa dasselbe wie eine Nikon F3, boten aber ab 1982 eine 1/4000 s als kürzeste Verschlusszeit.

Nikon FM (1977)

1977 stellte zum 60 jährigen Jubiläum Nippon Kogaku K.K. die Nikon FM vor. Sie war eine völlige Neukonstruktion und bestach durch eine nahezu öl- und schmiermittelfreie Mechanik und durch hochsensibele Fotozellen (Galliumarsenid) im Belichtungsmesser, die innerhalb von einer 1/25 Sekunde auf 1/5 Blende genau messen. Durch das fehlende Öl (bzw. Schmiermittel) ist die Kamera für den Einsatz in extremen Temperaturen (- 30 bis + 40 C°) bestens geeignet.

Zum 60. Jubiläum wurde ein Sondermodell mit sehr geringer Auflage vergoldet und mit Echsenleder veredelt.

Nikon FM2 (1982)

1982 hatte es Nikon geschafft, als erstes Unternehmen eine Kamera für die Masse zu produzieren, die eine Belichtungszeit von 1/4000 s und eine Blitzsynchronzeit von 1/200 s erlaubt.

Mit der ausgereiften vollmechanischen Technik (nur um den Belichtungsmesser zu betreiben, ist eine Knopfzelle nötig, die wohl viele tausend Aufnahmen überlebt) blieb die Kamera 18 Jahre lang in den Regalen der Händler für Kunden mit dem besonderen Anspruch einer voll manuellen Kamera vorrätig.

Nikon FM2n (1983)

Gehäuse FM2(n)

1984 wurde die FM2 überarbeitet, die neue Version hat die Blitzsynchronzeit 1/250 s wie zuvor schon die FE2. Die Bezeichnung FM2n wurde offiziell von Nikon nicht verwendet, auch die neue Version trägt die Bezeichnung FM2. Sie kann von der ursprünglichen Variante durch die in der normalen Zeitenreihe liegende rot markierte Blitzsynchronzeit unterschieden werden.

1989 wurde der immer noch mit dem Wabenmuster versehene Titanverschluss durch einen mit Aluminiumlamellen versehenen Verschluss ersetzt.

2000 erschien eine technisch identische Sonderauflage zum Jahrtausendwechsel im Set mit dem Nikkor 1,4 50 mm

Nikon FM2/T (1994)

1993 wurde die FM2/T als Sondermodell mit oberer rechter und linker Gehäuseverkleidung sowie Grundplatte aus Titan versehen, um diesem Klassiker den Status einer „Kamera für die Ewigkeit“ zu geben. Es war sozusagen Nikons Abschied von der rein mechanischen manuellen Fotografie für den gehobenen Kundenkreis.

Nikon FM10 (1995)

Diese Kamera war nicht als Nachfolger der FM2 gedacht. Vielmehr sollte sie den Sprung in eine deutlich günstigere Preisklasse machen. Auf die essentiellen Funktionen reduziert und in ein Plastikgehäuse verpackt sollte sich diese Kamera – Gerüchten nach – besonders auf dem Markt der Dritten Welt etablieren. Die FM10 wurde nicht nach Europa exportiert.

Nikon FM3A (2001)

Als Nachfolger der FM2 und einzige noch von Nikon vertriebene Kamera mit manuellem Fokus bietet sie durch einen hybriden Verschluss sowohl die vollmechanische Zeitensteuerung der FM2 als auch eine Zeitautomatik wie sie aus der FE-Serie bekannt ist. TTL-Blitztechnik, Messwertespeicher, Belichtungskorrektur und automatische Erkennung der Film DX-Codierung sind nur wenige Austattungsmerkmale die diese Kamera zu einem – durch ihre Vorgänger bekannt – unverwüstlichen und unter schwierigsten Bedingung arbeitenden Fotoklassiker machen. 2006 wurde die FM3A aus dem Angebot genommen.

FE-Serie

Nikon FE (1978)

Nikon FE

Bei der Einführung der FM-Serie (1977), die voll mechanisch arbeitete, entstand auch die Nachfrage nach einer Kamera mit Zeitautomatik. So kam 1978 die FE auf den Markt, die mit einem elektronischen Verschluss versehen wurde, mit dem Belichtungszeiten von 1/1000 bis 8 Sekunden möglich waren.

Bei leerer Batterie war nur noch eine Verschlusszeit von 1/90 s möglich, wobei der Verschluss mechanisch arbeitete. Im Gegensatz zur FM konnten die Mattscheiben vom Anwender ausgewechselt werden, um die Standardmattscheibe mit Schnittbild und Mikroprismen (Modell K) gegen eine Mattscheibe ohne Einstellhilfen (Modell B), zum Beispiel für Teleobjektive, oder eine Gittermattscheibe (Modell E) auszutauschen.

Nikon FE2 (1983)

Kaum ein Jahr nach der Einführung der Nikon FM2 wurde auch die FE zur FE2 aufgewertet. Sie bekam einen neuen elektronischen Verschluss, der eine Belichtungszeit von bis zu 1/4000 s und eine Blitzsynchronzeit von 1/250 s ermöglicht. Dieser besteht wie bei der FM2n aus einer superleichten Titanlegierung. Bei aufgesetztem Blitz regelt die Elektronik automatisch auf die Blitzsynchronzeit herunter. Hellere Mattscheiben wurden bereits ab Werk eingebaut und durch eine dem Spiegel gegenläufige Platte wurden Erschütterungen beim Spiegelschlag reduziert.

Nikon FE10 (1996)

Wie üblich wurde ein Jahr nach der manuellen Variante (FM10) auch ein Gehäuse mit Zeitautomatik angeboten. Um auch bei dieser Kamera einen günstigen Preis anbieten zu können wurde bei der von der Firma Cosina gefertigten FE10 auf Möglichkeiten wie Belichtungskorrektur oder den Anschluss eines Motorantriebs verzichtet. Die Kamera im Plastikgehäuse verkaufte sich erstaunlich gut als Einsteigerkamera. Die Kamera war in erster Linie für die Schwellenländer, u.a. Südostasien gedacht und fand nur in eher geringen Stückzahlen den Weg nach Europa. Nebenbei war es die wohl einzige Kamera in der Firmengeschichte, die quasi mit einer Canon baugleich war: Auch deren T60 lief bei Cosina vom Band. Allerdings ein paar Jahre früher und mit anderem Bajonett. Die Basis beider Kameras ist entfernt auch heute noch in den Voigtländer Meßsuchermodellen erkennbar.

Nikon FA (1983)

Nach der FE2 brachte Nikon 1983 mit der FA eine revolutionäre Kamera auf den Markt.

Die FA war die weltweit erste Kamera mit AMP-Mehrfeldmessung (Automatic Multi Pattern). Das Sucherbild wurde in fünf Messfelder unterteilt. Die gemessenen Werte der Felder wurden durch ein Auswahlsystem analysiert und führten so zu einer fast fehlerfreien "automatischen" Belichtung. Programm-, Zeit- und Blendenautomatik machten die FA auch zu Nikons ersten Multiautomaten. Die Kamera wurde jedoch nicht zum Verkaufserfolg, da erst ein Jahr später größere Stückzahlen produziert werden konnten und zu diesem Zeitpunkt schon die erste Autofokus-Kamera von Minolta der Nikon FA Konkurrenz machte. Technologisch ist die FA dennoch ein Meilenstein in der Kameratechnik und wurde so 1984 zur besten Kamera-Neuerscheinung gewählt. Dies belohnte Nikon mit einem vergoldeten Sondermodell.

Compact Nikon

Nikon EM (1979)

Die Nikon EM kam 1979 auf den Markt. Sie war das erste Modell in einem überarbeitetem Gestaltungskonzept, welches eine Serie von Gehäusen einläuten sollte, mit der Charakteristik von Kompaktheit, Leichtgewicht und einfachem Handling.

Nikon FG (1982)

Als höherwertige Ergänzung zur EM wurde die FG zusätzlich mit einer Programmautomatik, TTL-Blitzsteuerung und manuell einstellbaren Verschlusszeiten ausgestattet.

Nikon FG-20 (1984)

Die Nikon FG-20

Die FG-20 war Nachfolger der EM mit der zusätzlichen Möglichkeit der manuell einstellbaren Verschlusszeiten.

Nikon F-301 (1985)

Die F-301 läutete als Nachfolger der FG eine neue Kamerageneration bei Nikon ein. Der eingebaute Motor, der sogar automatisch den Film einzieht, die gewohnt einfache Bedienung und die Kompatibilität zum Nikon System machten diese Kamera auch für technisch unbedarfte Hobbyfotografen interessant. Aber auch Profis benutzten sie oft als kompaktes Zusatzgehäuse zur Nikon F3, denn neben der Vollautomatik bietet sie alle manuellen Möglichkeiten, abgesehen von einer Abblendtaste.

Die Kamera benutzt vier Batterien von Typ Micro (AAA) um den Energiebedarf des Motors zu stillen. Nach dem Austausch einer, als Zubehör erhältlichen, höheren Batterieabdeckung konnten vier Batterien von Typ Mignon (AA) eingelegt werden. Der optisch sehr ähnliche Nachfolger, die F-501 erschien 1986 mit einem Autofokus (siehe Nikon AF-Kameras).

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