Netto-Gesamtanlageneffektivität


Netto-Gesamtanlageneffektivität

Der Begriff Netto-Gesamtanlageneffektivität (NGE) oder englisch Net Equipment Effectiveness (NEE) bezeichnet eine Kennzahl. Die Kennzahl ist in Anlehnung an die OEE (Brutto-Gesamtanlageneffektivität) entstanden. In die Netto-Gesamtanlageneffektivität werden Verluste mit einbezogen, die an einer Anlage entstehen und Auswirkungen auf die Produktion haben.

Die OEE einer Anlage ist als das Produkt der folgenden drei Faktoren definiert:

  • dem Nutzungsgrad (Availability)
  • dem Leistungsgrad (Performance Rate)
  • der Qualitätsrate (Quality Rate)

Sein Wertebereich liegt zwischen 0 und 1.

Inhaltsverzeichnis

Der Nutzungsgrad

Der Nutzungsgrad ist ein Maß für Verluste durch Anlagenausfälle. Im Gegensatz zum Nutzungsgrad im OEE bleiben Rüst- und Einrichtvorgänge unberücksichtigt. Er ist wie folgt definiert:


Nutzungsgrad=\frac{Zeit~ der Betriebsbereitschaft}{Planbelegungszeit}


Die Zeit der Betriebsbereitschaft ist als Differenz der Planbelegungszeit und der Zeit durch Anlagenausfälle definiert. Die Planbelegungszeit ist nach VDI-Richtlinie 3423 als Produkt von Schichtlänge in Stunden x Anzahl der Schichten x Anzahl der Arbeitstage eines Monats definiert.

Der Leistungsgrad

Der Leistungsgrad ist ein Maß für Verluste durch Abweichung von der geplanten Taktzeit, kleinere Ausfälle und Leerläufe .


Leistungsgrad = Grad~ der~ Bearbeitungsgeschwindigkeit \cdot Netto~ Bearbeitungszeit


Grad~ der~ Bearbeitungsgeschwindigkeit =\frac{geplante~ Taktzeit}{reale~ Taktzeit}(1)


Netto~ Bearbeitungszeit =\frac{Anzahl~ produzierter~ Teile \cdot reale~ Taktzeit}{Maschinenlaufzeit}(2)


(1) in (2) folgt:


Leistungsgrad = \frac{geplante~ Taktzeit \cdot Anzahl~ produzierter~ Teile}{Maschinenlaufzeit}


Die Maschinenlaufzeit ist nach REFA als die Zeit definiert, in der die Maschine tatsächlich produziert, d. h. Betriebsmittelzeit abzüglich Ausfallzeit, ströungsbedingte Brachzeiten und Nutzungsnebenzeiten.

Die Qualitätsrate

Die Qualitätsrate ist ein Maß für den Zeitverlust auf Grund defekter und zu überarbeitender Teile. Sie ist wie folgt definiert:


Qualitaetsrate=\frac{Anzahl~ produzierter~ Teile - Anzahl~ Nacharbeitsteile - Anzahl~ Ausschussteile}{Anzahl~ produzierter~ Teile}

Net Equipment Effectiveness

Die NEE ist als Produkt von Nutzungsgrad, Leistungsgrad und Qualitätsrate definiert. Werden die oben genannten Formeln ineinander eingesetzt, so folgt:


NEE=\frac{geplante~ Taktzeit \cdot (produzierte~ Teile - Anzahl~ Ausschussteile - Anzahl~ Nacharbeitsteile)}{Planbelegungszeit}\cdot\frac{Zeit~ der Betriebsbereitschaft}{Maschinenlaufzeit}

Siehe auch

Literatur

  • TPM – Effiziente Instandhaltung und Maschinenmanagement, Edward Hartmann, Landsberg, Verlag Moderne Industrie, 2000, ISBN 3478913748, S. 77ff.
  • BWL Begriffe für Techniker - Montanuniversitität Leoben[1]

Einzelnachweise

  1. BWL-Begriffe auf wbw.unileoben.ac.at

OEE Industry Standard (in Deutsch)


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